16.01.2022

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24.05.03 / Das Wetter in der Heimat im März analysiert von Dr. Wolfgang Terpitz

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 24. Mai 2003


Für seine Zeit zu trocken
Das Wetter in der Heimat im März analysiert von Dr. Wolfgang Terpitz

Obwohl der März schon zum Frühling zählt, war von seinen Vorboten in Ostpreußen zunächst weit und breit nichts zu sehen. Das ist aber, wie wir wissen, nicht ganz überraschend, vielleicht nur den Rheinländern, die eher vom wärmenden Atlantik profitieren als die Heimat in rund 1.000 Kilometer Entfernung. Während am Rhein Regen dem Frühling einen milden Empfang bereitete, beherrschte der Winter zum Beginn des Monats mit Dauerfrost und einer weißen Schneedecke die ostpreußische Landschaft. Seen und Flüsse und auch die Haffs trugen weiterhin festes Eis. Außerdem lag noch eine geschlossene Schneedecke. Im östlichen Masuren war sie bis zu 15 Zentimetern mächtig.

Die von der Nordsee gelegentlich vordringenden Tiefausläufer brachten allenfalls Schneewolken ins Land, jedoch kein Tauwetter. Gegen die Übermacht der trockenen Kaltluft aus Rußland hatten sie nicht wirklich etwas entgegenzusetzen. In dieser Zeit erlebte das Land mit minus zehn Grad die stärksten Fröste des Monats. Am kältesten war es in Nikolaiken, als in der Nacht zum 6. März minus 12,7 Grad vom Thermometer abgelesen wurde.

Dann setzte sich die Sonne gegen die Wolken durch und erwärmte die Luft einige Tage später auf bis zu sieben Grad. Erst als atlantische Tiefausläufer mit dichten Wolken, aber nur wenigem Regen, bis zum Baltikum vordrangen, wurden auch die Nachtfröste für einige Zeit unterbrochen. Nun konnte der Vorfrühling endlich Fuß fassen und der Landschaft das winterliche Kleid nehmen. Der letzte Schnee verschwand um den 12. März herum. Dabei half ein Tief mit, welches seinen Weg von Schottland zur Ukraine genommen hatte. Ein heftiger Wind zunächst aus Südwesten, dann aus Norden begleitete ihn.

Das Wetter beruhigte sich, als das Hoch Liliana über Mitteleuropa seine Stelle eingenommen hatte. Die Wolken rissen auf, wobei die mondhellen Nächte bis zu minus vier Grad kalt wurden. Bei Sonnenschein stiegen die Temperaturen aber bis knapp zehn Grad. Nach einer Woche übernahm das Hoch Marion die Rolle von Liliana. Zunächst schockte es mit Kälte, unter anderem mit leichtem Dauerfrost und das trotz Sonnenscheins! Auch in beiden Nächten vor und nach diesem Tag zog der Frost wieder kräftig an. Am Morgen nach dem astronomischen Frühlingsbeginn wurde in Allenstein ein Minimum von minus elf Grad gemessen.

Während sich die leichten Fröste auch in den weiteren sternenklaren Nächten fortsetzten, ließ am Tage die Sonne zunehmend ihre Kräfte spielen. Bis zu 15 Grad erwärmte sich die Luft am 30. März, in Elbing sogar bis 17 Grad. Was will man von einem Frühling mehr: Das Eis der Seen zerbrach. Hasel und Weide begannen ihre Blüte. Auch die gelben Winterlinge und weißen Schneeglöckchen schmückten nun Vorgärten und Waldlichtungen.

Mit Sonnenschein, aber deutlich kühlerer Luft, aber ohne Frost en-dete der vergangene März. In den Klimatagebüchern findet er als äußerst trockener, sonnscheinreicher und etwas zu milder Monat seinen Platz. In Königsberg stellte er mit nur sieben Millimetern Niederschlag den bisherigen Rekord als trockenster März ein. Auch hat die Sonne in diesem Monat noch nie so viel geschienen wie diesmal. In Memel war sie insgesamt 196 Stunden, das bedeutet mehr als doppelt so lange wie gewöhnlich, aktiv. Diese Summe kann sich sogar mit der eines sonnigen Aprils messen! N

Nach 17 Jahren Tätigkeit für unsere Zeitung, ist das März-Wetter nun die letzte Analyse von Dr. Wolfang Terpitz. Die Redaktion bedankt sich bei ihm für die gute Zusammenarbeit auf das herzlichste.

Zu einer lockeren Gesprächsrunde mit lebhaften Gedankenaustausch konnte die Vorsitzende der Gruppe Frankfurt/Main, Gerlinde Groß, die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen Erika Steinbach begrüßen. Im zusammenwachsenden Europa, fällt den Gruppen die Aufgabe zu, mit der geschichtlichen Wahrheit, als Mahner und Mittler darauf zu achten, daß die Heimatgebiete als bedeutungsvoller, anerkannter Fundamentstein Beachtung findet und in die Grundmauer des zu bauenden europäischen Hauses eingebracht wird. Immer wieder mit Nachdruck muß das Völkerrecht für die Betroffenen eingefordert werden. (v.l.) Eleonore Boese, Stellvertretende Vorsitzende Frankfurt/Main, Erika Steinbach, Gerlinde Groß. G.G.