22.05.2024

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07.06.03 / Leserbriefe

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 07. Juni 2003


Leserbriefe

Unsere "Goldene Konfirmation" fand am 6. April mit 26 Konfirmanden in der Heiligen Johannes Kirche zu Rastenburg statt. Hiermit bedanken wir uns bei Pfarrer Hanser und dem Bürgermeister der Stadt sowie beim Kirchenvorstand für seine freundlichen Worte und den netten Empfang. Die Einwohner von Rastenburg haben uns herzlich empfangen. Sie sehen so ein Ereignis als Aufwertung der ev. Kirchengemeinde. Die 1954 Konfirmierten feiern 2004 die "Goldene Konfirmation" in Rastenburg. Wer Fragen hat, kann sich bei Erna Domnick, Telefon (0 40) 7 10 45 03, melden. Foto: privat

 

Auf allen vieren kroch ich um mein Leben

Betr.: "Russisches Buch lobt Marinesko" (Folge 9)

Bezugnehmend auf obigen Bericht möchte ich hiermit einiges erläutern. Ich habe auf der General Steuben als Verwundeter mit 18 Jahren in der besagten Nacht 0.53 Uhr zum 10. Februar 1945 die Katastrophe überlebt. An Bord des durch zwei Torpedotreffer versenkten Schiffes befanden sich 1.600 liegende Verwundete, 1.200 sitzende Verwundete, 800 Flüchtlinge, 100 Soldaten, 270 Angehörige der Kriegs- marine, 12 DRK-Schwestern, 64 Angehörige der Bordflak, 61 Mann See-Personal, 160 Angehörige der Zivilbesatzung. Von den 4.267 Personen wurden nur 659 gerettet.

Ich selbst war, wie bereits erwähnt, auf der Steuben als Verwundeter, der wegen einer schweren Fußverletzung nicht gehen konnte. Auf allen vieren kriechend bin ich zum Oberdeck gelangt und habe mich bei der Seitenlage des Schiffes ins Wasser rutschen lassen. Ich schrie zu Gott und wurde bei null Grad Wassertemperatur von Marinesoldaten in ein Rettungsboot gezogen. Es sollen nach Berichten nur zwei Rettungsboote losgekommen sein. In einem Dokumentarbericht wurde geschildert, daß von den 1.467 Schwerverwundeten keiner gerettet wurde, doch ich war einer von ihnen, habe als einziger von diesem Deck überlebt. Ich bin dankbar, daß Gott meinen Hilferuf gehört hat. Deshalb bete ich, daß die Menschheit von Kriegen verschont bleibt. Nie wieder Krieg! Fritz Jendrischewski, Wermelskirchen

 

 

Mit den Kindern diskutieren

Betr.: "Deppensprache" (Folge 15)

Schon lange stört es mich, daß unsere deutsche Sprache so verunstaltet wird. Welches Volk tut es ebenso? Ich wüßte keins.

Es ist wichtig, daß junge Leute fremde Sprachen lernen, aber das ist doch kein Grund, unsere Muttersprache zu entstellen. Was würden Kant, Goethe und Schiller dazu sagen? Aber unsere Dichter und Denker sind vielen Menschen wohl fremd geworden. Ich weiß nicht, wie heute die Lehrpläne aussehen. Wir jedenfalls haben in der Schule noch Stücke von unseren Klassikern in verteilten Rollen gelesen. Manches Zitat ist heute noch abrufbar und hat auch zu meiner Entwicklung beigetragen. Da fällt mir gerade folgender Ausspruch ein: "Und handeln sollst du so, als hinge von dir und deinem Tun allein das Schick-sal ab der deutschen Dinge und Verantwortung wäre dein."

In meiner Familie wurde noch vorgelesen und auch mit den Kindern diskutiert. Heute übernimmt leider oft das Fernsehen diese Rolle. Dagegen will ich nichts sagen, aber man muß noch abwägen können, was wertvoller ist.

Gertrud Schneider, Rostock

 

 

Wir lieben unsere Zeitung

Betr.: Titelwechsel

Jahrzehntelang sind meine Frau, eine gebürtige Kreis Rastenburgerin, und ich begeisterte Leser und Abonnenten des Ostpreußenblattes. Natürlich sind wir auch gestandene Preußen. Daß nun der Name Ostpreußen klein und bescheiden im Kopf der Zeitung in den Hintergrund treten muß, schmerzt natürlich. Trotzdem billigen wir die überzeugenden Argumentationen der Redaktion und besonders die von Herrn v. Gottberg sowie der hochverehrten Ruth Geede.

Daß nun allerdings über dem Namenszug der Preußischen Allgemeinen Zeitung vom Inhaltsverzeichnis überdeckt das Brandenburger Tor eingezwängt über dem Titel unserer Zeitung steht, verstehen wir nicht.

Mit Grauen haben wir den Wunsch eines Leserbriefschreibers bezüglich der Einstellung eines linken Redakteurs gelesen. Ein undenkbarer Gedanke! Blätter der geforderten Art haben wir leider all zu viele in unserer Republik.

Wir lieben unsere Zeitung so, wie sie immer war. Auf daß sie uns noch lange ein angenehmer Freund und Partner sein mag. 

Erich Stamer, Wentorf

 

 

Nation als Schutz

Betr.: "Europa - aber welches Europa?" (Folge 19)

Die Nachteile der Europa-Vereinbarungen überwiegen für uns Deutsche. Das Schengener Abkommen ist nur einer der Irrtümer, die von Europa-Fanatikern fabriziert wurden. Betrachtet man die Gesamtentwicklung, dann kommt zwangsläufig die Frage, wer sich denn angesichts der überhöhten Preise in Deutschland Auslandsreisen überhaupt noch leisten kann. Man kann es drehen, wie man will: immer wieder kommt man zu dem Ergebnis, daß der Euro ein großes Unglück für Deutschland ist. Die deutsche EU-Mitgliedschaft entwickelt sich immer mehr zu einer Bedrohung für uns selbst. Denn wenn die EU-Osterweiterung vollzogen wird, sitzen Millionen von Menschen östlicher Völker auf ihren Koffern, bereit, uns zu überfluten. Was haben wir dem Chaos entgegenzusetzen? Es ist also nicht nur das Asylrecht, das uns finanziell großen Schaden bereitet und den inneren Frieden bedroht. Machen wir uns nichts vor: die Nation ist der natürliche Schutz eines Volkes. Nur der Nationalstaat kann langfristig das Überleben sichern. 

Edgar Lössmann, Kiel

 

 

Dank den Reservisten für die Pflege der Gräber

Betr.: "Für Versöhnung und Frieden" (Folge 19)

Der Reservistengruppe möchte ich Dank sagen für die Gräberpflege in Nordostpreußen. Da ich als Kirchspielvertreter von Amthagen/Szirgupönen einige Unterlagen führe, berührt mich der Einsatz für Jägerfreude ganz besonders. Leider war unser Ortsplan recht ungenau und auch keine Beschreibung eines Soldatenfriedhofes, so daß ich bereit war, die Ortsbestimmung anzuzweifeln. Die Nachbarorte Weidengrund (dazu gehört Altgrünwalde), Jägershagen und Mattischkehmen abgesucht, nichts paßte, bis ich in unserem Heimatbuch von Dr. Grenz den Namen des Leutnants Danker und des Wehrmann Vorweck finden konnte. Weil die Gefallenen zu den jeweiligen Kampfhandlungen zugeordnet sind, war es schwierig genug. Ohne Ihre Namensnennung hätte ich das nicht finden können.

Meine Kenntnisse beziehen sich mehr auf meinen Geburtsort Nemmersdorf und die Erfahrung aus dem Lager bis 1948 und die über 30 Reisen mit Hilfstransporten und landwirtschaftlicher Beratung, wo immer das möglich erscheint. Als Jahrgang 1932 habe ich den Niedergang der Landschaft ab 1945 gesehen, und jetzt seit 1991 noch einmal die Versteppung. Wie könnte dieses Land blühen, wenn man sich darum bemühen würde.

Es ist so vieles verneint worden während eines Menschenalters, daß wir genug davon haben. Nun wollen wir es genug sein lassen mit Anklagen und Verwünschungen. Wir wollen es auch für eine Weile mit dem Geist genug sein lassen und das verachtete Herz nun wieder ein bißchen zu Worte kommen lassen. Wir wollen wieder ein bißchen lächeln lernen und die Träne nicht mehr so verachten. Wir wollen nicht mehr unter allen Umständen klug und scharf und geistreich sein, wir wollen versuchen, wieder ein wenig gut zu sein ...! (Auszug aus dem Buch "Wälder und Menschen" von Ernst Wiechert.) 

Karl Feller, Gau-Algesheim

 

 

Entwicklung in unterschiedliche Richtungen

Betr.: "Der Frieden der Sieger" (Folge 16)

Als Deutschamerikaner darf ich Herrn v. Gottbergs Beobachtungen nur sehr beipflichten.

Seit einundfünfzig Jahren in den USA lebend, habe ich Deutschland in etwa zehn- bis fünfzehnjährigen Abständen wiederholt besucht. Mit dem Beginn der sechziger Jahre war ein deutlicher "Linksrutsch" in den deutschen Massenmedien sowie im mehr jugendlichen Teil der Bevölkerung vernehmbar. Weiterhin, schleuste die teilweise Wiedervereinigung Deutschlands politisch extrem linksorientierte Bevölkerungsteile in das Gesamtbild Deutsch- lands hinein. Eine massive Einwanderung aus anderen Teilen der Welt wurde von Rot-Grün besonders bevorzugt, da diese Menschen, auf einer niedrigen Einkommensstufe stehend, wohl kaum späterhin als Neu-Bürger eine konservative Partei der Mittelklasse wählen dürften. Auf diese Weise ist das heutige politische Klima Deutschlands im Vergleich zu den normalen Adenauer-Anfangsjahren dieser Republik kaum noch wiederzuerkennen.

Da aber die USA sich eher nach rechts in ihrer Innen- und Außenpolitik (mit Abständen) seit Präsident Reagan veränderten, stehen sie heute Deutschland mehr denn je in ihrer Philosophie über Politik, Sitten und Religion oft getrennt gegenüber.

Unseligerweise schreitet eine Unterwanderung traditioneller bürgerlicher Sitten und Werte in Deutschland weiter fort, solange bildende Kräfte in vielen Schulen und Universitäten eben diese Werte untergraben. Dasselbe darf man über die deutschen Massenmedien mit nur wenigen Ausnahmen aussagen.

Nur wenn die Wähler Deutschlands nach einer Revision der Lehrpläne in bildenden Institutionen und nach politisch zwischen linksliberal und konservativ balancierten Nachrichtenmedien energisch verlangen, kann sich diese Lage in Deutschland jemals bessern.

Peter P. Haase, Boca Raton, Florida, USA

 

 

Dank Ihnen stets gut informiert

Betr.: Titelwechsel

Als langjähriger Leser des Ostpreußenblattes finde ich die Umbenennung in Preußische Allgemein Zeitung gut. Umfaßt Preußen doch mehr als nur Ostpreußen. Mit vielen Beiträgen stimme ich überein. Probleme habe ich mit einigen Artikeln zur DDR-Geschichte.

Einem Kollegen gebe ich die Preußische Allgemeine Zeitung/ Ostpreußenblatt jetzt weiter. Er stammt aus Oberschlesien und wollte mir eines Tages etwas Neues erzählen, was er in einer polnischen Zeitung gelesen hatte. Das wußte ich aber schon, denn zu dem Thema hatte ich bereits einen Beitrag in Ihrer Zeitung gelesen. Seit diesem Ereignis wartet er jeden Montag freudig auf die Preußische Allgemeine Zeitung von mir.

Günther Puzicha, Dresden

 

 

Aufgaben der EZB

Betr.: "Reformer im Gegenwind" (Folge 20)

Ich bin der Auffassung, daß es in erster Linie Aufgabe der unabhängigen Europäischen Zentralbank sein sollte, die Wirtschaftsstabilität zu sichern, und erst in zweiter Linie für die Geldstabilität zu sorgen. Der Europäische Ministerrat sollte der Zentralbank diese zusätzliche Aufgabe übertragen. Die völlige Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank sollte insoweit ein-

geschränkt werden - Geldwirtschaft und Wirtschaft gehören zusammen und nicht wie bisher getrennt.

Ernst Gorlo, Egloffstein

 

 

Man muss seine Geschichte kennen

Betr.: Titelwechsel

Die Wandlung vom Ostpreußenblatt zur Preußischen Allgemeinen Zeitung wurde von den meisten Leserbriefschreibern positiv aufgenommen. Ein Zeichen dafür, daß der Blick nach vorne gerichtet ist.

Der Wunsch, daß doch ein "Linker Redakteur" eingestellt werden möge, ist etwas eigenartig. Linke Blätter gibt es zuhauf und linke Redakteure noch mehr. Sollen sie ihr linkes Süppchen ruhig weiter kochen. Vieles wird ihnen immer weniger geglaubt. Diese Aufforderung liest sich für mich allerdings so, als ob der Schreiber der Ansicht sei, daß konservativ rechts und Fortschritt links bedeute. Das ist meines Erachtens jedoch zu kurz gedacht. Konservativ im eigentlichen Sinne und dem dieser Zeitung hat etwas mit Geschichte zu tun, und Geschichte ist niemals nur rechts oder links. Ge-

schichte ist immer lebendig. Augenblicklich haben wir leider das Gefühl, Geschichte sei etwas von vorgestern und damit überflüssig. Tatsächlich scheint sie zur Zeit eine Art Stillstand zu erleben. Das liegt wohl daran, daß wir noch keinen Friedensvertrag haben und damit auch noch keine Möglichkeit uns mit der Macht für unsere deutschen Gebiete jenseits von Oder und Neiße einzusetzen, wie wir es beim Abschluß eines Friedensvertrages tun müßten, weil wir es leider erst dann wirklich können.

Bei diesen unterschiedlichen Gedanken sieht man, wie tief Geschichte in die Politik eingreift und umgekehrt. Mein Vater sagte mir vor vielen Jahren (vor 1939) einmal auf eine entsprechende Frage: "Geschichte ist niemals ohne Politik, und gute Politik für sein Land kann nur einer machen, der die Geschichte seines Landes und Volkes kennt." Die Richtigkeit dieser Aussage können wir heute leicht feststellen.

Ruth Bachmann, Bad Arolsen