18.01.2022

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30.08.03 / US-"Blackout" bald auch in Europa?

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 30. August 2003


US-"Blackout" bald auch in Europa?

Rund hundert Milliarden US-Dollar wird nach Berechnungen des amerikanischen "Electric Re-search Institute" die überfällige Modernisierung des Stromnetzes in den USA kosten. Dies führe zu einer Erhöhung der Stromrechnungen um etwa zehn Prozent über mehrere Jahre.

Die US-Bürger genießen seit langem weit geringere Strompreise als die Europäer. Dies liegt auch am harten Wettberwerb unter den Energie-Konzernen. Um seine Bilanzen trotz der engen Ertragslage erfreulich aussehen zu lassen, griff der texanische Energie-Riese Enron über Jahre zum Mittel der Manipulation. Der Betrug flog auf im sogenannten "Enron-Skandal", der weltweit Wellen schlug.

Andere Strom-Produzenten behelfen sich mit legalen Methoden, die indes ebenfalls Risiken bergen, wie sich nun im Grenzgebiet zwischen den USA und Kanada zeigte, wo 50 Millionen Menschen bis zu einem Tag ohne Strom waren: Um Kosten zu sparen, verzichten sie auf Innovationen und hüten sich, kostenträchtige, aber wenig Gewinn abwerfende Überkapazitäten vorzuhalten.

In Europa wurden die staatlich gesteuerten Energiekonzerne von der Politik dazu verpflichtet, für den Notfall mehr Kraftwerkskapazität zu halten, als selbst in Spitzenzeiten benötigt wird. Ob und wie lange sich die nunmehr privatisierten europäischen Energie-Erzeuger diesen Luxus noch leisten werden, erscheint fraglich. Der Abbau geht schleichend voran. So will Deutschland in den kommenden Jahrzehnten alle Kernkraftwerke abschalten. Wie ausreichender Ersatz geschaffen werden soll, etwa durch neue Kohlekraftwerke, ist derzeit unklar. Für die Strom-Erzeuger könnte dieser Abbau der Kapazitäten sogar günstig sein, spart er doch unproduktive Vorhaltekosten. H. H.