27.01.2022

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30.08.03 / Video über den einstigen Hauptsitz des Deutschen Ordens

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 30. August 2003


Rund um die Burg
Video über den einstigen Hauptsitz des Deutschen Ordens

Mythos Burgen - Die Geschichte der Marienburg" hat zum (Haupt-)Thema die größte Backsteinburg Europas. Die filmische Unterlegung des vorgetragenen Textes ist aus Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegsaufnahmen zusammengesetzt, wobei offenkundig aus Materialmangel auch schon einmal Sequenzen wiederholt gezeigt werden.

Den ersten Teil des Videos bildet eine Thematisierung der Entstehungs- und Siedlungsgeschichte des Deutschen Ordensstaates, soweit sie als Vorgeschichte und historischer Kontext für die Marienburg verstanden werden kann, beginnend mit der Gründung des Ordens 1190 im Heiligen Land. Außer Aufnahmen von der Marienburg sind in diesem Teil auch bislang unbekannte Aufnahmen aus den dreißiger Jahren von Bauwerken des Ordens in Heilsberg, Kulm, Mewe, Marienwerder und Thorn zu sehen.

Den zweiten Teil bildet ein Überblick über die Geschichte der Entstehung und des Aufbaus der Burg ab 1274.

Den dritten Teil bildet ein längerer Rundgang durch die Marienburg. Er beginnt bei der schweren Brücke, die den Burggraben überspannt und führt durch den dem Torhaus vorgelagerten Torzwinger über den Hof des Mittelschlosses über eine weitere Brücke und durch einen weiteren Torzwinger zum Haupthaus, um schließlich beim Brückentor mit seinen beiden Rundtürmen zu enden. Gezeigt werden dabei der Kapitel- und der Speisesaal, das Dormitorium, die Kreuzgänge, der Brunnen samt Brunnenhaus, der 45 Meter hohe Wachtturm, der Große und der Sommerremter sowie die Burgkapelle mit der "Goldenen Pforte". Einen Höhepunkt stellen sicherlich neben den Filmaufnahmen vom Hochmeisterpalast die Vorkriegsaufnahmen von der im Krieg zerstörten acht Meter hohen Darstellung der Madonna mit Kind aus dem Jahre 1340 an der Kapellenaußenwand dar.

Dem Rundgang folgt die Thematisierung des weiteren Schicksals der Burg von der Tannenbergschlacht bis zur Weimarer Republik.

In vielerlei Hinsicht besonders hervorgehoben ist die nun folgende NS-Zeit. So ist sie beispielsweise die einzige, deren Schilderung mit zeitgenössischem Bildmaterial unterlegt ist. Außer der "Geschichte der Marienburg" in diesen zwölf Jahren wird dabei auch auf den "Mythos Burgen" im Nationalsozialismus eingegangen. Dabei werden auch zeitgenössische Filmaufnahmen von den durch die Nationalsozialisten selber erbauten Burgen Sonthofen, Vogelsang und Krossinsee gezeigt. Detailliert und konkret berichtet der an der Organisation und Durchführung maßgeblich beteiligte NSDAP-Kreisleiter der Stadt Marienburg, Walter Neufeldt, dem Zuschauer von der Nutzung der Burg durch die Nationalsozialisten für repräsentative Staats- und Festakte.

Es folgen einige Bilder vom Kampf um die Burg gegen Ende des Zweiten Weltkrieges sowie eine Schilderung ihrer Plünderung durch die Sowjets und ihrer anschließende Restaurierung durch die Polen.

Etwas zusammenhanglos wirkt die kritische Auseinandersetzung mit Volker Schlöndorffs Film "Der Unhold". Der einzige Bezug zum Thema des Videos besteht darin, daß der umstrittene Regisseur für diesen Spielfilm die Marienburg als Kulisse genutzt hat. Der Zusammenhang wirkt um so herbeigeholter, als weder Aufnahmen von den Dreharbeiten noch Sequenzen aus dem kritisierten Film gezeigt werden.

Harmonisch und versöhnlich ist das Ende des Videos mit den wohl unwidersprochen bleibenden Worten: "Mag das Wahrzeichen des Deutschen Ritterordens in einem vereinten Europa als Symbol für ein friedliches Miteinander der Völker stehen." Manuel Ruoff

"Mythos Burgen - Die Geschichte der Marienburg", 35 Minuten, VHS 14,90 Euro, DVD 19,90 Euro