03.03.2024

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08.11.03 / Schleichende Krankheit / Linke Ideen in der Geschichte gelten als modern und progressiv 

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 08. November 2003


Schleichende Krankheit
Linke Ideen in der Geschichte gelten als modern und progressiv 
von Joachim von Leesen

Seit mehr als zehn Jahren mußte das Ostpreußenblatt beziehungsweise die Preußische Allgemeine Zeitung immer wieder warnend und mahnend darauf hinweisen, daß die Meinungsfreiheit in der Bundesrepublik Deutschland zunehmend gefährdet wird. Die politische Korrektheit schlug und schlägt jede ernsthafte Diskussion um die tiefer liegenden Gründe kritischer Erscheinungen in Fesseln. Ob es dabei um die Aufarbeitung der Vergangenheit ging oder um die heutige und zukünftige Entwicklung unseres Volkes und Staates - wenn es über die von Parteien und mit ihnen verbundenen Institutionen festgestanzten Formeln und Ergebnisse hinausging, wenn der wirklich freie Austausch von Meinungen begann, dann waren die um das immer enger begrenzte Feld der Diskussion postierten Wächter zur Stelle, die jeden unbequemen Mahner, jedes von ihnen als "gefährlich" eingestufte Argument niederschrieen, mit der Behauptung, es sei faschistisch, nazistisch, rechtsextrem, rechtsradikal. Und jetzt genügt schon der Hinweis, daß jemand "rechtes Gedankengut" verbreite, um ihn politisch zu erledigen. Es darf offenbar nur noch "linkes Gedankengut" in der Bundesrepublik geben ...

Die zunächst gehegte Hoffnung, diese alles andere als demokratische Welle würde abebben, erfüllte sich nicht. Es scheint sogar in den letzten Wochen die Hysterie zugenommen zu haben, wie es auch der Fall des CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann zeigt. 1994 wies das damalige Ostpreußenblatt (Folge 32) auf die Hexenjagd hin, der ein 59jähriger Studiendirektor eines Fachgymnasiums in Schleswig-Holstein ausgesetzt war. Er, jahrzehntelang aktives CDU-Mitglied, zeitweise Landtagsabgeordneter, Mit- glied des Landesvorstandes, bekannt für flotte Sprüche und eine spitze Zunge, war von besonders grünen und besonders evangelischen Kolleginnen denunziert worden, weil er sich "ausländerfeindlich", "faschistisch" und "frauen- feindlich" geäußert habe. Hintergrund: Er hatte vor seiner Klasse volljähriger Schülerinnen und Schüler gesagt, er gehe nicht in den Film "Schindlers Liste". Einen türkischen Schüler soll er (scherzhaft) aufgefordert haben, sich einen "anständigen" Namen zuzulegen, damit er ihn besser behalten könne. Sofort nahmen sich die Medien der unsubstantiierten Beschuldigungen an und puschten sie hoch, und das auch dann noch, als sich 75 Prozent der über hundert Schüler, die von diesem Lehrer unterrichtet wurden, in einer Unterschriftenaktion vor ihren Lehrer stellten. Unter dem Druck der Medien wurde er suspendiert. Ein Disziplinarverfahren wurde eröffnet, das bis heute nicht entschieden ist. Inzwischen erlitt der Lehrer einen Herzinfarkt und mußte vorzeitig aus dem Dienst ausscheiden. Und da war der andere Studienrat an einer Berufsschule, der gerügt wurde, weil er im Unterricht als Dokument der Jugendbewegung den Liedtext "Wildgänse rauschen durch die Nacht" durchgenommen hatte, daraufhin von einem Schüler denunziert worden war, er habe "Nazilieder" behandelt, und dem auch die Erklärung nichts nutzte, der Dichter, Walter Flex, sei bereits 1917 im Ersten Weltkrieg gefallen. Und da gab es die Studienrätin, die ebenfalls ermahnt wurde, nachdem sie von Eltern angezeigt worden war, weil sie das "Deutschlandlied" mit allen drei Strophen (damals noch Nationalhymne!) behandelt hatte. Es bildete sich eine "Arbeitsgemeinschaft politisch verfolgter Lehrer", die Erfahrungen und Argumente austauschen wollte, um sich gemeinsam gegen die Meinungsunterdrückung zu wehren. Sie gab bald auf angesichts der Über- macht von Behörden, Parteien und Medien und weil ihr aus der Öffentlichkeit keine Unterstützung zuteil wurde. Der wohl bedeutendste deutsche Historiker des 20. Jahrhunderts, Ernst Nolte, wurde von linken Kollegen wie von den Medien niedergemacht, weil er sich nicht mit den simplen Erklärungen für die Entstehung des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges zufriedengeben wollte. Ein an der Bundeswehrhochschule München lehrender und forschender Historiker mußte sich diffamierender Attacken von Medien und Linksaußen-Politikern (und auch vom Rüheschen Verteidigungsministerium) erwehren, weil er durch "eine Äußerung die historische Tatsache des deutschen Angriffskrieges auf die Sowjetunion in Frage" gestellt hatte. Die damals noch im Bundestag vertretene PDS-Fraktion beschuldigte Vertriebenenzeitungen, so auch das Ostpreußenblatt, weil sie eine positive Rezension des als Reprint erschienenen Werks des Auswärtigen Amtes über "Dokumente polnischer Grausamkeiten" veröffentlicht hatten. So ging es jahrelang weiter. Wie in der jüngsten Vergangenheit die Zustände an bundesdeutschen Schulen sind, ging aus einem ausführlichen Beitrag des Spiegels (Folge 42 vom 20. März) über einen Berliner Studienrat hervor, dem man zwar weder rechtsradikale noch nationalsozialistische Äußerungen nachsagen konnte, der aber in den Ruf geriet, "rechtem Gedankengut nahe zu stehen". Begründung: Er hatte die Ansicht vertreten, die deutsche Geschichte sei "länger als 1933 - 1945." Er meinte auch, man müsse Auschwitz differenziert sehen. Als besonders belastend wurde ihm angekreidet, daß er gesagt hatte, Sta-lin habe mehr Menschen umgebracht als Adolf Hitler. Die Berliner Schulbehörde schritt gegen ihn ein, angetrieben von einer sogenannten "Elterninitiative" von politisch korrekten Ärzten, Rechtsanwälten, hohen Ministerialbeamten sowie einem Showmaster (Günter Jauch erklärte allerdings auf Befragen, er wüßte gar nicht genau, um was es sich handele) und dem Beifallsbrief unseres Bundespräsidenten (der auch nicht wußte, um was es ging). Die Ermittlungsakten der Schulbehörden umfassen inzwischen 2.000 Seiten. 300 Stunden lang wurden Zeugen vernommen.

Es gibt, wie der Spiegel berichtet, keine Gründe, den Lehrer zu belangen, weil er etwa gegen Gesetze verstoßen habe. Man weiß nichts mit dem querköpfigen Studienrat anzufangen, als ihn vom Dienst zu suspendieren. Aber er wehrt sich vehement weiter.

Historische Klitterung und Hetzjagd auf andersdenkende Lehrer

Lehrer unter Druck: Ausbilder in deutschen Schulen geraten immer öfter unter die "politisch korrekte" Faschimuskeule. Foto: keystone