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08.11.03 / Oberschlesien: Neue Schikanen / Amtliche Beschränkungen für deutsche Schilder

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 08. November 2003


Oberschlesien: Neue Schikanen
Amtliche Beschränkungen für deutsche Schilder

Aller Anfang ist schwer, heißt es. Das müssen nun auch die Deutschen im oberschlesischen Lassowitz im Kreis Kreuzburg erkennen. Im Juni hatten sie auf der Grundlage des Artikels 10 des Gesetzes über die polnische Sprache vom 18. März 2002 am örtlichen Gemeindeamt zweisprachige Beschriftungen anbringen lassen.

In gleicher Größe und Farbe ist dort seitdem unter den polnischen Bezeichnungen "Gemeindeamt Lasowice Wielkie" und "Gemeinderat Lasowice Wielkie" zu lesen. Gern hätte man auf den Tafeln auch den vertrauten deutschen Ortsnamen "Lassowitz" angebracht, aber das ist rechtlich nicht abgedeckt.

Immerhin war man als erste Ortsverwaltung in der Republik Polen so weit gegangen, die neuen Möglichkeiten des Sprachgesetzes auch auszuschöpfen. Doch selbst das geht den polnischen Behörden jetzt zu weit, und es sieht danach aus, als ob die Lassowitzer ihre frisch montierten Tafeln demnächst wieder abnehmen müssen.

Denn eine aktuelle Anordnung des Innenministeriums sieht vor, daß nicht auf Polnisch verfaßte Inschriften an öffentlichen Gebäuden kleiner ausfallen müssen als ihre polnischen Entsprechungen.

Wie genau die nicht-polnischen Bezeichnungen abgefaßt sein müssen, bleibt allerdings unklar, womit reichlich Spielraum für künftige Schikanen vorhanden ist.

Mit den Einschränkungen werde klargestellt, so die Begründung, welches die tatsächliche Amtssprache ist. Zugleich zeigt sich, wie groß der Nachholbedarf im polnischen Machtbereich in Sachen Volksgruppen- und Minderheitenrechte noch immer ist. (MS)