03.03.2024

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08.11.03 / Die ostpreußische Familie

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 08. November 2003


Die ostpreußische Familie
Leser helfen Lesern 
Ruth Geede

Lewe Landslied und Freunde unserer Ostpreußischen Familie,

es hat sich so allerhand angesammelt, was ich nicht selber oder nur zum Teil beantworten kann. Kleine Fragen und Wünsche, die wir eigentlich "Bunte Nuschtkes" zu nennen pflegen. Aber das stimmt auch nicht, denn "von nuscht kommt nuscht", wie eine ostpreußische Redensart besagt - und hier sollen sie ja etwas bringen. Nämlich eine Erfüllung der Wünsche oder zumindestens Hinweise und Tips. Dazu steuert unsere alte, treue Leserin Hermine Janz auch ein heimatliches Zitat bei: "Wart schon ware, nuscht is nu all!" Und das erhofft sie sich auch für ihr Anliegen. Auf dem letzten Kuckerneeser Treffen fragte sie ein ehemaliger Schulkamerad, ob sie das Gedicht "Das Wetter" kenne. Ihr Landsmann hatte es einmal in einer Königsberger Zeitung gelesen, aber inzwischen ist es "rein wie inne Ritz geschorrt". Nun dürfte es einige Gedichte mit diesem oder ähnlichem Titel geben, aber der alte Schulfreund weiß noch etwas über den Inhalt: Ein junges Pärchen ging einsam in ein Haus, dann wieder hinaus und erneut hinein. Das ist nicht viel, aber wenigstens ein Anhaltspunkt. Da es ein "Wetter"-Gedicht ist, sollte man annehmen, daß es sich um ein Wetterhäuschen handelt, aber das ist nur so eine Vermutung. Das Poem soll aus dem Ermland stammen, der Verfassername ist nicht bekannt. Hermine Janz (Hasenkamp 19 in 22880 Wedel) würde sich mit ihrem Schulkameraden freuen, wenn es sich mit vollem Wortlaut fände.

Vielleicht ergeht es ihr aber so ähnlich wie Marlis Rydzewski-von Laar, die ein Frosch-Gedicht sucht. Sie sammelt nämlich seit Jahren Tier-Gedichte. So habe ich ihr meines von den beiden Poggen zugesandt, die in einen Schmandpott fielen - wobei der Pessimist gleich ertrank, der Optimist aber paddelte und schließlich auf einem Haufen Butter huckte -, worüber sich unsere Leserin zwar sehr gefreut hat, aber es war nicht das gesuchte. Das ist auf einer Kassette oder Schallplatte, die der Verlag Rautenberg einmal vor langen Jahren herausgab. Frau Rydzewski-von Laar hat sie leider nicht mehr und deshalb die Frage an uns, ob jemand diese noch besitzt oder das richtige Pogg-Gedicht kennt, das folgenden Inhalt hat: Dem Pogg geht's gut in seinem Modder, und er hat keine Sorgen. Aber sie stellen sich dann doch ein, denn er hat den Storch zum Feind, und der verschluckt schließlich den armen Pogg! Hoffen wir, daß wir mit dem richtigen Pogg-Poem die Tiergedicht-Sammlung von Marlis Rydzewski-von Laar (Anschrift: Am Haus Stein 47 in 45749 Essen) komplettieren können.

Ein sehr bekanntes und immer wieder gewünschtes Gedicht hat der ostpreußische Lehrer Otto Hoeppel geschrieben, nämlich das von der "Lycker Ecke", das so beginnt: "Wer gerne nach Masuren reist und seine große Schönheit preist, vergesse nicht das beste Stück, die Gegend rund herum um Lyck." Er ist der Verfasser des Buches "Menschen in Masuren", und um dieses geht es in unserm nächsten Wunsch, den Ursel Gembora für ihre Tante Erika Niemczik übermittelt. Diese hatte einst das Buch zu ihrer Konfirmation bekommen und es sehr geliebt, zumal der Verfasser ein Cousin ihrer Mutter ist und es mit einer sehr persönlichen Widmung versehen hatte. Er ist somit auch der Großonkel von Frau Gembora. Otto Hoeppel fiel 1945 in Ostpreußen. Frau Niemczik besitzt das Buch nicht mehr, es ging auf der Flucht aus ihrem Heimatort Reinkental, Kreis Treuburg, verloren. Sie denkt noch so oft daran und möchte es gerne wieder besitzen - wenn auch ohne Widmung -, denn sie lebt ganz alleine und kann über Kindheit und Heimat nur telefonisch mit ihrer Nichte sprechen, die in Nordhorn lebt. Wer das Buch besitzt und es abgeben möchte - bitte zuerst eine kurze Mitteilung, nicht gleich zusenden! - oder einen Hinweis geben kann, teile dies Erika Niemczik, Stöntzscher Straße 6 in 04523 Pegau, oder Ursel Gembora, Blankering 157 in 48529 Nordhorn, Telefon 0 59 21 / 1 69 40 mit.

Bei meiner Lesung in Hannover mit vielen lieben Landsleuten, zu denen ich auch die Westpreußen zähle, übergab mir Helga Krey einen Zettel mit zwei Wünschen, von denen ich den einen mühelos, den andern leider nicht erfüllen kann. Es geht um das Preßwerk Königsberg-Metgethen. Frau Krey würde gern etwas über die Größe des Werkes und über die Produktion erfahren. Ich konnte leider in meinen Unterlagen nichts finden. Aber vielleicht gibt es ja noch Landsleute, die dort gearbeitet oder deren Eltern im Werk tätig waren. (Helga Krey, Am Wehrbusch 13 in 30880 Laatzen, Telefon 05 11 / 82 11 27.)

Einige Fragen an unsere Leser stellt Werner Kotte, Vorstandsmitglied der Ernst-Wiechert-Gesellschaft, die unter anderem die Aufgabe hat, Leben und Werk des Dichters zu erforschen und zu dokumentieren. So arbeitet Herr Kotte jetzt an einer Wiechert-Biographie mit, in der auch das Schicksal der Schwägerin des Dichters, Charlotte Wiechert, erhellt werden soll. Sie war die Witwe von Walter Wiechert, dem Bruder des Dichters, der am 3. Mai 1943 in Krutinnerofen, Kreis Sensburg, verstarb. Da Walter Wiechert im Holzhandel tätig war, bestanden enge Geschäftsbeziehungen zur Mühle mit Sägewerk und deren Besitzer Paul Rathke. Er hatte einen Sohn. Wer kann Angaben über den Wohnort dieses Sohnes machen? Weitere Fragen ergeben sich zum Schicksal von Charlotte Wiechert nach ihrer Flucht. Wie sich aus einem Brief des Dichters entnehmen läßt, lebte Charlotte Wiechert 1947 als Vertriebene in Thüringen. Wer weiß etwas über ihren weiteren Lebensweg? Unbekannt ist auch der Mädchenname von Charlotte Wiechert. Alle Angaben, die zur Lösung dieser Fragen führen können, sind wichtig für die neue Biographie. (Informationen an Werner Kotte, Baumgarten-Crusius-Straße 8 in 04179 Leipzig, Telefon 03 41 / 4 41 80 76.)

Zuerst ein Dankeschön für unsere "großartige Familie" von Meinhard Wessiak aus Graz, der sich an uns gewandt hatte, um etwas über die Fliegerschaften des Akademischen Fliegerringes zu erfahren. Vor allem hoffte er Informationen über die Akademische Fliegerschaft Preußen zu Königsberg zu erhalten. Wir haben seinen Wunsch gebracht, und es kamen auch einige Zuschriften - dafür der Dank, aber es schließen sich gleich neue Fragen an. Die für Herrn Wessiak wichtigste Person ist Wilhelm Gramsch, der in den 70er Jahren in der Lüneburger Heide lebte. Seine Anschrift lautete damals: Waldweg 83 in 3100 Celle. Herr Wessiak weiß, daß Herr Gramsch einen Teil der Hinterlassenschaft der Preußen aufbewahrte, der ihm entscheidend weiterhelfen könnte. Herr Gramsch gehörte damals der LO Niedersachsen an. Es dürfte nun nicht allzuschwer sein, Informationen über ihn oder seine Familie zu bekommen. Vielleicht ist es auf diesem Wege möglich, herauszufinden, wo sich das für Herrn Wessiak so wertvolle Material befindet. Ihm liegen jetzt aber auch noch weitere Namen vor, die für ihn wichtig sind:

Hans Robert Toelle, † 1976 in Düsseldorf, Dr. Gerhard Voss, Bad Pyrmont, Dr. Peter Thran, Studienrat Bruno Armborst, Dr. Friedrich Weber, Dipl.-Kfm. Hartfried Wever oder Wewer, Dipl.-Kfm. Fritz Boltenhagen, Dipl.-Kfm. Arthur Heid- rich, Oberstudienrat Wilhelm Otte, Dr. Siegfried Weber und Helmut Kijewski. Sollte jemand diese Herren gekannt haben oder wissen, wo Hinterlassenschaften der Akademischen Fliegerschaft Preußen zu finden sind, teile er dies unserm Grazer Leser mit. (Meinhard Wessiak, Körblergasse 7/8 in A-8010 Graz, Telefon 0043 / 676 / 6500130)

Hans-Joachim Damm freut sich immer über die Erfolge unserer Ostpreußichen Familie - leider traf dies auf seinen Suchwunsch bisher nicht zu, denn es kam keine einzige Zuschrift auf seine Fragen nach seinen Vorfahren aus dem Raum Elbing und der Elchniederung. Ich nenne nur einige Namen und Orte: Christine Damm, † 1910 in Elbing, Ludwig Klamant, Landwirt in Warskillen, und seine Frau Maria-Louise, geb. Giese (ihre Eltern erstanden das Vorwerk Legitten) und Landwirt Gilbert Besemer aus Spucken. Vor allem möchte Herr Damm etwas über den Landwirt Georg Stulgeit aus Jodischken, † 1915 in Tilsit, und dessen Frau Friederike, geb. Krönert, † 1926, erfahren. Vielleicht hat jemand diese Namen in seiner Familie oder kennt sie aus der ehemaligen Nachbarschaft? Ich hoffe für unsern Landsmann, daß er jetzt Zuschriften bekommt. (Hans-Joachim Damm, Friedhofsallee 11 in 41751 Viersen-Dülken.)

Jede noch so kleine, aber konkrete Angabe kann weiterhelfen. So hofft auch Heinz Zallmann, dessen Suchfrage nach Berta Kühn wir in Folge 27 brachten. Zwischenzeitlich konnte er einige Detailangaben in Erfahrung bringen, so daß wir nun gezielter suchen können nach Berta Kühn (Mädchenname), * 1. Juli 1910 in Godocken (Kirchspiel Lamgarben, Kreis Rastenburg). Ihre Eltern waren August Kühn und Amalie Kühn geb. Prange. Leben noch Angehörige dieser Familie, vor allem Nachfahren von Berta Kühn, deren Ehename leider nicht bekannt ist? (Heinz Zallmann, Johann-Strauß-Straße 37 in 33647 Bielefeld.)

Eine Korrektur ist auch bei einer unserer letzten Suchfragen (Folge 41) anzubringen: Es handelt sich bei der Suche nach den zwei Frauen aus Jungferndorf und Trausitten um Else Neldner, * 13. Dezember 1923, und Marianne Neldner, * 13. Februar 1943. Zuschriften sind zu richten an Edith Backmann, Karpfenstraße 5 in 49661 Cloppenburg, die diesen Suchwunsch ihrer Großmutter Michaela Meck an uns weitergeleitet hat.

Die nächste Frage berührte mich, als ich sie las, etwas eigenartig, denn zu jener Zeit war ich auch einmal in den genannten Orten. Als kleiner Junge lebte Rudolf Schaffrath mit seiner Mutter von Januar bis Juni 1942 in Schirwindt. Sein zum Militär eingezogener Vater, von Beruf Architekt, war nach Neustadt/Naumiestis gekommen, der litauischen Grenzstadt gegenüber Schirwindt. Seine Frau zog also mit ihrem kleinen Sohn aus der westlichsten deutschen Stadt Aachen in die am weitesten östlich gelegene. Herr Schaffrath besitzt noch ein Foto, auf dem er brav gescheitelt vor dem Hotel Bremer Hof steht. Er hat aber noch weitere Aufnahmen und etliche Postkarten von Schirwindt und Umgebung bis heute bewahrt. Auf einigen Fotos ist die Familie Görke aus Schirwindt zu sehen. Zu dieser Familie würde Herr Schaffrath gerne Kontakt aufnehmen. (Rudolf Schaffrath, Hornauer Straße 207 b in 65779 Kelk-heim/Taunus.)

Unsere moderne Kommunikationstechnik erleichtert wirklich vieles, aber manchmal hat sie ihre Tücken. Vor allem handgeschriebene Fax-Briefe, wenn sie nicht ganz leserlich sind. So hat sich in Folge 43 im Suchwunsch von Gräfin Gerdi van Aefferden ein gravierender Fehler eingeschlichen. Ich konnte weder die Namen noch das Land richtig entziffern, gab "Island" statt "Irland" ein, und ließ dann nachforschen, ob das seine Richtigkeit hätte. Hatte es natürlich nicht, und der Irrtum wurde - dank unserer Vertriebsabteilung - korrigiert. Aber Kollege Computer beharrte stur auf der Erstinformation, und es kam leider, wie es nicht kommen sollte. Liebe Leserin in Irland, bitte verzeihen Sie uns, daß sich damit Ihre Suche nach Angehörigen des Königsberger Kaufmanns Pasucha verzögert hat, mit dem Ihre Mutter Maria-Helene Böhnke und deren Schwester Meta befreundet gewesen waren. Wir geben hiermit die richtige Anschrift an: Gräfin Gerdi van Aefferden, Rosebank house, Skibbereen, Co. Cork, Irland, Telefon/Fax 028 / 21060 (von Deutschland: 00353 / 28 / 21060). So, jetzt stimmt die Sache, ich habe nämlich inzwischen mit der Dame telefoniert, um ganz sicherzugehen.

Aber ich muß meine - ständige wie inständige - Bitte auch heute stellen: Bitte, bitte, immer Namen und Zahlen deutlich schreiben und bei Anfragen übers Internet stets die Postanschrift vermerken! Sie ersparen uns viel Zeit, Mühe, Kosten und - Fehler!

Eure

Ruth Geede