16.01.2022

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29.11.03 / Leserbriefe

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 29. November 2003


Leserbriefe

 

Schüler befragten Vertriebene zum Thema Heimat
Betr.: Wo bin ich zuhaus?

In einer der abgelegendsten Regionen Deutschlands konnte ich vor kurzem eine bemerkenswerte Ausstellung besichtigen, die sich mit dem Thema Heimat befaßte. "Wo bin ich zuhaus?" lautet der Titel. Einige Schülerinnen einer elften Klasse des Marie-Curie-Gymnasiums der Stadt Wittenberge (Prignitz) im Land Brandenburg beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Vertriebene und Spätaussiedler. Beispielhaft wurden acht Einzelschick-sale von jetzigen Bewohnern Wittenberges vorgestellt, die ihre Heimat auf unterschiedliche Weise verlassen mußten oder wollten. Zwei Herren sind dabei, die als Kinder aus Ostpreußen (Allenstein und Barthen) vor der Roten Armee flüchten mußten; eine Dame, die 1940 im Zuge der "Heim-ins-Reich"-Bewegung aus dem damaligen Ostpolen ins Wartheland umzog, später (1945) in die Prignitz floh; ebenfalls werden die Schicksale von älteren und jungen Rußlanddeutschen aus Sibirien und Kasachstan behandelt, die es ins westliche Brandenburg verschlagen hat. Streiflichtartig werden die Biographien dieser Personen vorgestellt, darunter Erlebnisse auf der Flucht, die das Leben in der "DDR" beziehungsweise die Probleme beim Einleben in der Bundesrepublik aufzeigen.

Die Schülerinnen haben zur Materialsammlung viele Interviews mit den Betroffenen geführt. Besonders anschaulich ist die Präsentation von Utensilien gelungen, die die Strapazen von Flüchtenden illustrieren: Man sieht original-bepackte Hand- und Kinderwagen aus den 40er Jahren, wie sie bei Eis und Schnee übers zugefrorene Frische Haff gezogen worden sein mußten. In Vitrinen ein Ahnenpaß, ein Wehrmachtssoldbuch, eine Original- Reichsbahnschaffnertasche (vom Vater eines der Vertriebenen), Nachkriegs-Lebensmittelkarten, auch Unterlagen aus dem Leben der Rußlanddeutschen; sogar typische Küchenrezepte aus den jeweiligen Heimatgebieten der Befragten. Wohltuend an dieser Schau: Es fehlt der unsinnige, sonst penetrant anzutreffende moralische Zeigefinger, derart, daß die Deutschen selbst Schuld an ihrem Schicksal hätten, weil sie ja den Hitler ...

Wo bin ich zuhaus? Wo ist meine Heimat? Die wichtige Titelfrage bleibt bei den meisten der dargestellten Fälle offen ... Ein Sowohl-als-auch könnte man herauslesen, was wohl beabsichtigt war. Die gelungene Schau hat eine Schwäche: Sicher werden, angesichts des zur Verfügung stehenden Platzes, zu viele Einzelschicksale vorgestellt. Dadurch fallen die Biographien recht kurz aus und lassen Fragen offen, was das Verstehen gerade bei jungen Leuten nicht gerade fördert. Die Konzentration auf weniger Fälle, dafür in größerer Breite, wäre hier hilfreich gewesen. Alles in allem aber sehens- und lobenswert, da sich gerade junge Menschen mit diesem wichtigen und schwierigen Thema beschäftigt haben.

Abschließend bleibt mir noch Dank zu sagen für Ihre ständige interessante Berichterstattung aus Ost- und Mitteleuropa. Das gefällt mir sehr gut; viele dieser Informationen bekommt man nur in Ihrem Blatt. 

Andreas Bogolaswki, Erfurt

 

 

Betr.: Schulden-Uhr - Beim wöchentlichen Lesen der Staatsschuldenhöhe kann es einem normalen Bürger schwindelig werden! Man sollte anderen Staaten keine Subventionen mehr geben und auch keine Schulden erlassen, so lange die eigene Kasse in den Miesen ist! Man sollte die verantwortlichen Politiker an ihren Eid erinnern, Schaden von unserem Land abzuwenden. Man sollte sie per Gesetz verpflichten, auf einen von Fachleuten zu bestimmenden Prozentsatz ihrer Gehälter und Zulagen zu verzichten. Man sollte diese Prozente gleich einbehalten und zum Abtragen der Milliardenschulden verwenden. 

Dorothea Blankenagel, Duisburg

 

 

Wie wär's mit Sieben-Tage-Woche ohne Arbeitsschutz
Betr.: "Wir müssen runter vom hohen Roß" (Folge 41)

Prof. Miegel meint, den Deutschen gehe es zu gut und sie müßten runter vom hohen Roß, um international wettbewerbsfähig zu werden. Daß es "den Deutschen" vergleichsweise gut geht, davon kann eigentlich keine Rede sein, hat doch gerade eine Studie gezeigt, daß 47 Prozent der deutschen Haushalte nach allen nötigen Ausgaben gerade mal noch 100 Euro zur freien Verfügung übrig haben. So hat die Durchschnittsfamilie denn auch nur 5.000 Euro an Ersparnissen für den Notfall auf der Bank. Auch ist die Hausbesitzerquote in Deutschland so niedrig wie nirgendwo sonst in Europa. Ist es nicht eher so, daß gerade immer die Politiker und Konzernmanager im Lande mit den dicksten Brieftaschen sagen, daß es den Deutschen zu gut ginge? Fordern nicht gerade diese Wohlhabenden, die Bürger müßten die Gürtel enger schnallen, weil sie den Ernst der Lage noch nicht richtig erkannt hätten?

Deutschland wäre sicher wieder voll konkurrenzfähig, wenn alle Arbeiter und Angestellten in Baracken und Nissenhütten leben würden und ohne Arbeitsschutz und ohne irgendeine soziale Absicherung für einen Hungerlohn mit unbehandelten Zähnen im abgewetzten Blaumann zur Arbeit in einer Sieben-Tage-Woche radelten. Solche Verhältnisse, wie sie zwei Weltkriege nicht geschaffen haben, wollen jetzt offensichtlich Politiker und Katalysatoren wie Prof. Miegel in Deutschland einführen, statt dafür zu sorgen, daß durch internationale Importzölle für unsoziale "Global Players" auch in Asien, Afrika und Mittelamerika bessere Löhne, Arbeits- und Lebensbedingungen entstehen. Auch so herum kann man die Wettbewerbsbedingungen nämlich angleichen. 

Dr. R. Schoeffel, Schweitenkirchen

 

 

Bin wohl auch ein "böser Rechter"
Betr.: "Die Sache mit dem Tätervolk" (Folge 45)

Meine Frau und ich möchten Ihnen mitteilen, daß wir es für sehr verdienstvoll halten, daß Sie die Rede von Herrn Hohmann abgedruckt haben. So können wir selbst versuchen, uns ein Bild von dem zu machen, was er uns sagen will, ohne von der political correctness beeinflußt zu werden. Entsprechend habe ich mich auch bereits gegenüber Frau Christiansen und Frau Merkel geäußert, um jetzt wohl auch als "böser Rechter" angesehen zu werden. Man scheint ja selbst für die CDU nur noch als Linker akzeptabel zu sein!

Richard und Irmgard Sporys, Möhrendorf

 

 

Höhere Lebensleistung honorieren
Betr.: "Klartext statt Konsens" (Folge 36)

Mit großem Interesse habe ich die Ausführungen von Niedersachsens Sozialministerin Ursula von der Leyen zur Rentenreform gelesen. Alles, was bisher über die Vorschläge der Rürup-Komission zu diesem Thema zu vernehmen war, erzeugte bei mir nur Kopfschütteln. Deshalb stimme ich den Überlegungen von Frau von der Leyen zu, wenn sie das Renteneinstiegsalter vom Beginn der Berufstätigkeit abhängig machen und vor allem die Erziehungsleistungen gebührend belohnen möchte.

Seit einigen Jahren gibt es etwa 26 Euro für die Erziehung eines Kindes zur monatlichen Rente hinzu. Viel zu wenig, vor allem bei der Erziehung mehrerer Kinder. Mütter und Väter haben als Eltern mehrerer Kinder eine um viel höhere Lebensleistung zu vollbringen - nicht nur für ihre Kinder, sondern für die Gesellschaft.

Ob gewollt oder ungewollt ohne Kinder, spielt dabei keine Rolle, denn es gibt genügend Kinder, die dringend ein liebevolles Elternhaus benötigen. 

Doris Richter, Berlin

 

 

Inakzeptable Diffamierung
Betr.: "Die Sache mit dem Tätervolk" (Folge 45)

In der "Heute"-Sendung des ZDF vom 4. November, 21.45 Uhr, hat die Moderatorin zu Beginn der Nachrichten den Fall Hohmann vorgetragen. Dabei wurde Ihre Zeitung in unakzeptabler Weise ins Bild gebracht. Es wurde in Großaufnahme die Preußische Allgemeine Zeitung eingeblendet, wobei dann die Moderatorin von den "bekannten rechtsextremistischen Blättern" sprach, in denen auch öfter der Abgeordnete Hohmann schreiben würde. Gegen die öffentliche Diffamierung, als "Rechtsextremistisch" bezeichnet zu werden, sollten Sie rechtliche Schritte einleiten. Ich bin als Ostpreuße langjähriger Leser Ihrer Zeitung, die inhaltlich meine volle Zustimmung findet, und fühle mich mit einer derart unsachlichen Aussage ebenfalls angegriffen.

Wolfgang K. W. Binder, Hannover

Anmerkung der Redaktion: Dieser Vorgang, wie auch ein ähnlicher in Frontal, hat viele unserer Leser verärgert. Allerdings pflegen Redaktionen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens derartige Diffamierungen so geschickt zu formulieren, daß sie juristisch unanfechtbar sind. Nehmen wir es also gelassen: Mit ihren kostenlosen "Werbespots" haben sich die ZDF-Kollegen, wenn auch ungewollt, um die Verbreitung der Preußischen Allgemeinen Zeitung verdient gemacht. Weitere Briefe zu diesem Thema auf Seite 8.

 

 

Ohne Ausnahmen
Betr.: "Geschäft mit dem Holocaust" (Folge 44)

Um erlittenes Leid zu wissen, um die Opfer betrauern zu können, ohne alle Ausnahmen und ohne Schubladen der Wertigkeit. Das muß das humane Ziel sein, dem sich einflußreiche Politiker und Gruppen entgegenstellen. Es kann nicht sein, daß nur die bedauernswerten jüdischen Opfer zählen. Die Opfer von Vertreibung, Bombenkrieg und Einmarsch der Feind-Armeen in unserem Land stehen neben ihnen und fordern unser Wissen um sie. Das Leiden der einen Opfer wird von anderen nicht zugedeckt.

Dr. Walter Kallus, Potsdam

 

 

Schicksal für das Fernsehen zu gut gemeistert
Betr.: "Widerlegbares Déjà-vu" (Folge 44)

Jochen Arp schildert, was ich für mich schon vorweggenommen habe: Ich sehe mir keine Fernsehfilme über die Zeit meiner Jugendjahre (Jahrgang 1925) an, weil ich davon ausgehe, daß in ihnen die Wahrheit doch nicht zum Zuge kommt. Und so berichtet es auch Jochen Arp: Wo der Wahrheitsgehalt zutrifft, wird er mit unzutreffenden Behauptungen verfälscht und mit der unglaublichen Entschuldigung versehen, daß Verbrechen an Deutschen nur die Folge ihrer Verbrechen seien. Kein Verbrechen entschuldigt ein anderes!

Ich habe als Soldat in der SS-Division Prinz-Eugen (Jagdpanzer-Kompanie 1007) nichts erlebt, geschweige denn getan, dessen ich mich zu schämen hätte. Welch schreckliches Ende viele der Soldaten dieser Division in Jugoslawien erlitten haben, ist nachzulesen. Ich selbst war Kapitulationsgefangener im heutigen Tschechien und verdanke mein Leben den uns eskortierenden Rot- armisten.

Als ich mich für die Reihe über die deutschen Kriegsgefangenen gemeldet hatte, wurde ich entgegen anfänglicher Absicht abgelehnt, weil ich mein Schicksal zu gut gemeistert hätte. Bei einer vorausgegangenen Meldung zu der Reihe über die Hitlerjugend (selbst Schüler von vier Nationalpolitischen Erziehungsanstalten) habe ich meine Meldung zurückgezogen, weil ich keine Einsicht in den Teil meiner Befragung bekommen sollte, der für eine Sendung vorgesehen worden wäre.

Wir letzten Zeugen wissen noch, was wahr, was verfälscht und was verlogen ist. Millionen nachgeborener Deutscher haben ihr geringes eigenes Wissen von Knopp und anderen bezogen. Die Folgen sind überall ersichtlich.

In meiner Zeit als Lehrer und Schulleiter habe ich nie erlebt, daß ein Vertreter meiner Generation, der Hitlerjugend-Generation, in einer Berliner Schule über sein Erleben hätte berichten und sich Fragen stellen lassen können. 

Dieter Pfeiffer, Berlin

Deutsche Gefangene auf den Rheinwiesen: Die vor kurzem im ZDF gezeigte Sendung "Die Gefangenen" ist eine weitere Dokumentationsreihe von Guido Knopp. Foto: ZDF

 

 

Regierungsbezirke
Betr.: "Alter Porzellanteller" (Folge 44)

Ostpreußen war 1905 in die drei ´Regierungsbezirke Königsberg, Gumbinnen und Allenstein gegliedert. Es liegt nahe, daß Ostpreußen durch die drei Wappen der Residenzstädte der Regierungspräsidenten - neben dem Landeswappen - symbolisiert werden sollte. (Bis 1905 bestanden nur die Regierungsbezirke Königsberg und Gumbinnen.) 

Heinz Tepper, Prien

 

 

Die "Vaterland"
Betr.: "Der Freibeuter des Kaisers" (Folge 39)

In dem Beitrag über Graf Luckner

ist ein Fehler enthalten. In den 20er Jahren machte Graf Luckner seine Reise nach Nordamerika nicht mit dem "Seeadler", sondern mit der "Vaterland", einem Viermastschoner.

Günther Puzicha, Dresden

 

 

TED-Umfrage letzte Möglichkeit?

Jahrzehntelang mußten wir Bürger in der DDR einen "Maulkorb" tragen, und somit lag unsere gesamte Hoffnung nach der friedlichen Wiedervereinigung auf der lange ersehnten Meinungsfreiheit. Doch spätestens nach der Sendung mit Sabine Christiansen vom 2. November und dem "Grünen Salon" vom 3. November steht fest, daß uns nunmehr auch weiterhin die Last eines "Maulkorbs" bis in alle Ewigkeit übergestülpt wird. Dabei hätte man nach den vielen Schuldbekenntnissen und Wiedergutmachungsleistungen unseres Volkes endlich auch einmal die Pflicht, die ausgestreckte Hand einer echten Versöhnung zu ergreifen und nicht permanent einen angeblich aufkeimenden Antisemitismus an die Wand zu malen. Eine Demokratie muß auch kritische Worte ertragen können, ohne daß man gleich sein Amt und seine Würde aufgeben muß, so wie es jetzt durch Herrn Struck erfolgte.

Es ist traurig, daß dem mündigen Zuschauer nur noch die TED-Umfrage im Fernsehen als letzte freie Meinungsbildung verbleibt.

Dr. W. Hanau, Berlin

 

 

Gesinnungsterror aus DDR-Zeiten lässt grüssen

Ich schäme mich für meine Parteifreunde in der CDU, zumal sie meine Repräsentanten im höchsten Gremium des deutschen Volkes sein wollen. Entweder haben sie die Rede nicht gelesen. Das ist ihnen zunächst nachzusehen, jedoch nicht mehr 14 Tage nach Beginn des Spektakels um Martin Hohmann. Oder sie wissen sehr wohl, was Hohmann geschrieben hat, aber aus taktischen Gründen prügeln sie nunmehr auf Hohmann ein. Das wäre verwerflich und einer Partei, die sich des C(hristlich) bedient in ihrem Namen, im höchsten Maße unwürdig, ja es wäre unmoralisch. Auf alle Fälle beweisen die CDU-Leute, die ich im Fernsehen habe sprechen hören (Bosbach, Meyer, Merkel), sich als unwissende und geschichtslos denkende Menschen. Pisa läßt grüßen auch aus den Reihen unserer Eliten!

Martin Hohmann ist kein Antisemit, wenigstens kann man das nicht aus der Rede herauslesen. Ich kann Hohmann nur meine Hochachtung dafür aussprechen, daß er vor den Parteioberen nicht einknickte. Solche Leute wie er gehören in den Bundestag!

Ich kann nur hoffen, daß der Gesinnungsterror gegen Hohmann bedauert und zurückgenommen wird. Ich spreche bewußt von Gesinnungsterror. Ich weiß, was das ist, habe ich doch die DDR-Zeit erleben und erleiden müssen.

Johannes Hummel, Radebeul

 

 

Hohmann war wohl nicht dickhäutig genug

Wie konnte der Mann bloß so etwas tun! Im Jahre 2003 bestreiten, daß die Deutschen ein Tätervolk mit ewiger Kollektivschuld sind. Unerträglich! Sich ausschließen aus der Wertegemeinschaft seiner Partei! Unsäglich! Ungeheuerlich! Nun steht er da, weit außerhalb des Randes der zivilisierten Gesellschaft, beladen mit der Schuld des Tätervolkes, mit dem er offensichtlich sympathisiert, und zusätzlich mit der Schuld an dem Rufschaden, den er jener Wertegemeinschaft zufügte, stigmatisiert als Inbegriff des bösartigen deutschen Unmenschen. Dabei hätte er sich das alles doch leicht ersparen können. Zweifellos ist das Kollektiv-Verdikt, zumal das ererbte, auf die Dauer nur mit gespaltenen Rechtsvorstellungen und sehr dicker Haut zu ertragen, die ihm offenbar fehlt. Aber inzwischen weiß doch jeder, daß man sich von der deutschen Schuld ohne Mühe befreien kann, indem man sich einfach lossagt von dem Tätervolk. Man muß nur bekennen, daß man die Lehren aus der Geschichte ziehen und nicht mehr zum Nachwuchs dieser Widerlinge gehören will. Sofort ist man die ganze unerträgliche Last los, spürt, daß man geradezu augenblicklich ein ganz anderer, ein guter Mensch geworden ist, völlig frei von deprimierenden Schuldkomplexen. Und man weiß sich vor allem auf der richtigen Seite. Natürlich muß man seine Wandlung unter Beweis stellen, aber das ist nicht schwer: Man wird einfach Europäer, Weltbürger, Nordrhein-Westfale, Sozialist, Moslem oder bekennender Multikultureller, spricht und schreibt "denglisch", ist auch sonst überaus progressiv, setzt sich für einen stärkeren Zustrom von Ausländern ein, kappt alle noch bestehenden kulturellen und historischen Bindungen zur Vergangenheit, verbrennt alle Erinnerungen an die Vorfahren. Und sollte in einem Gespräch einmal doch das Wort "deutsch" oder "die Deutschen" fallen, so läßt man am besten nur das Thema "Holocaust" zu und kann dann seinem ganzen Abscheu gegenüber dem Tätervolk Ausdruck geben.

Die Erinnerungen an das bestialische Tätervolk, mit dem man ja gottlob dann nichts mehr gemein hat, sollte man dagegen wachhalten. Man kann ja nicht sicher sein, ob da nicht irgendwo in den Genen noch Böses neuer Entfaltung harrt. Daher muß man zu gegebener Zeit den Kindern schonend beibringen, daß ihre Vorfahren einer bestimmten Generation alle "Täter", sprich Verbrecher, waren. Sie werden froh und den Eltern dankbar sein, daß man sich beizeiten von diesem Gesindel distanziert hat.

Hätte Martin Hohmann das alles beherzigt, so könnte er jetzt unbeschwerten Gewissens aufgehen in einer humanen, multikulturellen Bevölkerung mit einer, ach so hoffnungsvollen Zukunft. Aber dieser Weg erschien ihm offensichtlich nicht als gangbar. Nun muß er als "rechtsradikaler Extremist" eben sehen, wo er bleibt. 

Ulrich Diekert, Brühl

 

 

Ein Herz für Deutschland

Mit vierwöchiger Verspätung meldete der "linksgedrallte" Hessische Rundfunk (HR), Martin Hohmann habe den Holocaust geleugnet und Juden auch als Tätervolk bezeichnet. HR und andere Medien rissen Sätze aus ihrem Zusammenhang und schafften Tatsachen. Wer den ganzen Text der Rede kennt, kann nur den Kopf schütteln ob solch ideologisch verkrampfter Hirne.

Wer noch ein Herz für Deutschland besitzt, sieht sich sogleich als indiskutablen Outcast und Radikalinski verteufelt und mit dem Verdikt einer zu verfolgenden Staatsfeindlichkeit belegt. Schlimmer als die Torschlußpanikhandlung ist die Tatsache, daß die totalitär anmutende Verfolgungsjagd nicht nur ein innerdeutsches Problem ist. Die Berliner Regierenden repräsentieren längst jene "Sieger", die sich bereits in einer Art dritten Weltkrieg gegen Deutschland befinden, um uns mit allen Mitteln psychologischer Kriegsführung den Stiefel an die Kehle setzen zu können. Widerstand regt sich kaum im Lande, und Männer wie Hohmann sind im Zuge einer radikalen Umerziehung eine Rarität geworden. Nach allem stellt sich die Frage: "Quo vadis, Germania?" 

Friedrich Kurreck, Offenbach

 

 

Lauter Verwirrte

Wieso ist Günzel "verwirrt", Hohmann "noch verwirrter" (Struck)? Wieso ist das "Angriff auf Minderheiten" (Rau) und "Rechtsextremismus" (Stoiber)? "Die Gottlosen mit ihren gottlosen Ideologien, sie waren das ,Tätervolk'", ob Nationalisten oder Sozialisten: das ist die Aussage Hohmanns.

Hermann Biermann, Bielefeld

 

 

Schon fast wieder ehrenvoll

Als Bürger dieses Landes und Teil dieses Volkes kann ich mich nur noch schämen. Die Politiker, die so gern ohne das lästige Wahlvolk regieren würden, haben systematisch jeden Ansatz von Anstand, Moral, Kultur, Charakter und Vorbildfunktion verwirkt. Der Düsseldorfer Agenturinhaber Spiegel ruft bei Frau Merkel an (das sollte ein "Normalbürger" einmal versuchen), und diese erklärt dem SPD- und Zentralratsfunktionär sogleich, vermutlich ohne die Rede Hohmanns überhaupt zu kennen, daß schärfste Konsequenzen natürlich unabdingbar seien. Frau Merkel läßt den sehr verdienten CDU-Mann Hohmann also ohne Gegenwehr im Stich. Im Militärwesen würde sie als Kameradenschwein tituliert, die deutschen Parteien und Medien feiern sie. Das muß doch langsam auch dem Dümmsten verdächtig erscheinen!

Nun aber eigentlich Anlaß zum Volksaufstand: Der hochrangige Brigadegeneral Günzel wird entlassen, weil er Herrn Hohmann zu dessen Rede gratuliert hat. Dieser Mann wird entlassen, weil er in einem persönlichen Brief seine freie Meinung (deren Äußerung ihm durch das Grundgesetz garantiert ist!) geäußert hat. Er wird makabererweise entlassen von jenem ungedienten Herrn Struck, der in seinem Leben lediglich Motorrad-, aber niemals einen Stahlhelm aufhatte. Ein Peter Struck, der sich bei Übernahme seines jetzigen Amtes Dienstgrade von seinem Sohn hat erklären lassen müssen, weil er Gefreite nicht von Generälen unterscheiden konnte, entläßt den Kopf der deutschen Militärelite KSK. Es ist eine Schande. Andersherum kann eine Entlassung durch einen Genossen wie Peter Struck nur eine ehrenvolle Entlassung sein. 

Daniel Jung, Berlin

 

 

Verdient gemacht

Die PAZ hat sich um die Meinungsfreiheit verdient gemacht.

Helmut Schinkel, Berlin

 

 

Verquere Rede

Die verqueren Hohmann-Feststellungen jüdischer Beteiligung bei der Errichtung des Bolschewismus mit den vielen Opfern und der Tätervolk-Folgerung sind unmöglich, unnütz und können auch nicht durch das einschränkende "Gottlose sind das wahre Tätervolk des letzten Jahrhunderts" die deutsche Schuld am Holocaust relativieren. Sie sind dem sensiblen deutsch-jüdischen Verhältnis wenig dienlich.

Joachim Moeller, Berlin