18.01.2022

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20.12.03 / 27.12.03 / Leidlich gutes Wochenende

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 20. u. 27. Dezember 2003


Kommentar
Leidlich gutes Wochenende

Ja ist denn heut' scho' Weihnachten? - Das geflügelte Werbe-Wort des Fußball-"Kaisers" Franz Beckenbauer traf die Stimmungslage am vorletzten vorweihnachtlichen Wochenende recht genau: gleich drei gute Botschaften, das war "eine schöne Bescherung"!

Erst platzt der EU-Gipfel - und damit vorerst auch die Illusion eines europäischen Superstaates, der bürokratisch und zentralistisch alles regelt, aber wirklich wichtige Dinge (zum Beispiel die Gottbezogenheit des christlichen Abendlandes) leider ausklammert. Geplatzt ist auch die Illusion vom neuen europäischen Musterknaben Polen - Warschau zeigte sich als unangenehmer, nur an blankem Egoismus orientierter Partner. Also gut für Europa und gut für Deutschland, daß die EU-Großmannssucht sich zunächst einmal erledigt hat.

Die zweite gute Nachricht kam aus Bagdad. Egal, wie man zu Kriegsführung und Kriegsbegründung der USA steht - daß der Despot Saddam Hussein erwischt wurde, schafft, trotz mancher unerfreulicher Begleiterscheinungen, neue Hoffnung für die von Krieg und Terror geschundene Region.

Da mochten Deutschlands politische Spitzen nicht nachstehen und legten noch eins drauf. Der Kompromiß im Vermittlungsausschuß bedeutet zwar eher ein Reförmchen denn eine wirkliche Reform. Aber wenigstens blieb uns die Enttäuschung erspart, daß 2003 vollends als das Jahr der nicht gehaltenen Versprechungen und Ankün- digungen (Motto: Es gilt das gebrochene Wort) in die Geschichte eingeht. Ob die Steuerbeschlüsse vom dritten Advent wirklich die ersehnte Konjunktur- und Stimmungswende bringen, ist eher zweifelhaft. Sie sind einfach zu zaghaft, bringen den Arbeitgebern zu wenig Entlastung und den Arbeitnehmern zu wenig Bares ins Portemonnaie; mit der Auszahlung der Januar-Gehälter wird in Deutschland wohl nicht der große Kaufrausch ausbrechen.

Wenigstens aber haben wir endlich wieder einmal erleben dürfen, daß die von uns gewählten Politiker nicht nur reden, sondern auch handeln können. Selbst wenn das vielleicht nur ein bescheidener Tropfen auf den heißen Stein der Politikverdrossenheit sein mag, eine gute Nachricht ist es allemal. Drei leidlich gute Botschaften an einem Wochenende - in preußischer Bescheidenheit fühlen wir und reich beschert. Hans-Jürgen Mahlitz