28.01.2022

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03.01.04 / Die ostpreußische Familie

© Preußische Allgemeine Zeitung / 03. Januar 2004

Die ostpreußische Familie
Leser helfen Lesern
Ruth Geede

Lewe Landslied und Freunde unserer Ostpreußischen Familie,

ich hoffe, daß Sie gesund und munter in das neue Jahr hineingekommen sind und daß ich all die guten Wünsche, die ich für unsere Ostpreußische Familie bekommen habe und nun weitergeben kann, in Erfüllung gehen. Ein neuer Ring in unserm Lebensbaum wird sich bilden, und wenn man alle Jahresringe zusammenzählt, die unsere Ostpreußische Familie nun aufweisen kann, kommt man auf stolze 32 Jahre - ja, so lange gibt es sie schon. Aber was ist aus der kleinen Spalte geworden, die einmal im Monat erschien? Die letzte Folge hat gezeigt, wie unsere Ostpreußische Familie gewachsen ist. Und mein Briefpungel war noch lange nicht leer, und so greife ich gleich rein in den Krepsch und fange an mit - nein, nicht mit Fragen und Wünschen, sondern mit Erfolgen.

Und da gibt es tatsächlich einen, den ich in dieser Dimension nicht erwartet hätte. Ich erwähnte in der letzten Folge den Doktoranden aus Freiburg, der Unterlagen über das zahnmedizinische Institut der Universität Königsberg benötigt. Die Zeitung war noch nicht erschienen, da erhielt ich eine weitere Nachricht, die ich kaum glauben konnte. Sie kam von Herrn Professor Dr. Hartmut Talke aus Lörrach. Dort wohnt auch die Königsbergerin Frau Schatz, eine sehr eifrige Mitdenkerin und Mithelferin, die den in unserer Rubrik veröffentlichten Wunsch sofort an den mit ihr befreundeten Professor weiterleitete, denn sie wußte, daß er sich besonders für dieses Thema interessierte: Professor Talke ist nämlich der Enkel von Paul Adloff, der das Institut von 1932 bis 1935 leitete. Er besitzt viele Unterlagen, die durch alle Kriegswirren gerettet werden konnten, an die heranzukommen der junge Zahnmediziner überhaupt nicht zu denken wagte, als er mir seinen Wunsch auf einem Königsberger Treffen in Hamburg persönlich vortrug. Wie mir der Professor mitteilte, sei der Doktorand bei seinem Anruf auch sehr überrascht gewesen, welche Dimensionen sich durch unsere Hilfestellung ergeben hätten. Professor Talke, für den unser Königsberg unvergessen bleibt, ist selbst interessiert an der Thematik, wenngleich schon zwei Dissertationen über Paul Adloff vorliegen, die aber andere Akzente setzen im Wirken des 1870 in Königsberg geborenen Zahnmediziners, der 1944 in seiner Heimatstadt verstarb. Also, wenn das kein schöner Erfolg ist!

Auch auf dem schwierigen Ge-biet der Verwandtensuche können wir ein positives Ergebnis verbuchen. Hans-Joachim Heller aus Berlin wollte über uns seine ostpreußischen Verwandten aus Herrndorf, Kreis Preußisch Holland, ausfindig machen. Es handelte sich um die Familie seines Onkels Wilhelm Heller, der noch 1945 in Ostpreußen verstarb. Der Neffe wußte immerhin, daß dessen Witwe sich mit ihrer Tochter 1946 aus dem Fränkischen gemeldet hatte. Ein ver- heirateter Sohn kam im selben Jahr aus russischer Kriegsgefangenschaft und fand seine Familie in Holstein wieder. Leider riß damals der Kontakt zwischen der Berliner Familie Heller und den Verwandten ab. Nun wollte der Neffe den Faden wieder aufnehmen. Mit Hilfe von alten Nachbarn der Familie Heller aus Herrndorf gelang es tatsächlich. Herr Heller erhielt Hinweise auf die drei Kinder, die aber inzwischen verstorben sind. Dafür leben sechs Enkel von Wilhelm junior sowie die Witwe des zweiten Sohnes und der Ehemann der verstorbenen Schwester. Mit allen Verwandten hat Herr Heller bereits Kontakt aufgenommen. Dank der ehemaligen Herrndorfer, die seinen Suchwunsch lasen, konnte dieser so erfüllt werden.

Für unsern Leser Hans-Joachim Damm hatte ich, weil die erste Veröffentlichung seines Wunsches erfolglos geblieben war, einen zweiten Versuch gestartet. Zu dem Ergebnis, das er sich erhofft hat, ist es auch diesmal nicht gekommen. Herr Damm sucht nämlich Informationen über seine Vorfahren aus dem Raum Elbing und Elchniederung. Und doch hat die erneute Suche einen Erfolg gebracht: Eine Leserin meldete sich aus dem Raum Flensburg, deren dänisch klingenden Namen Herr Damm nicht verstand, aber ihr Mädchenname war ihm bekannt noch von ihrem Besuch in Herrn Damms Elternhaus in Weedern. Es bestand eine freundschaftliche Verbindung, weil ihre Mutter die Patentante von Herrn Damms Vetter Wolfgang war. Sie besitzt noch Fotos von ihm und seinem Bruder. Na ja, so ganz ins Leere war also Herrn Damms Suchfrage nicht gesprochen.

Große Freude dagegen bei Dorothea Blankenagel. Sie suchte für eine Englischlehrerin, die heute in Frau Blankenagels Heimatort lebt, einen detaillierten Ortsplan vom Dorf Neuhausen und Ortsteil Tiergarten. Schon einen Tag nach Erscheinen der Zeitung erhielt ich einen Kurzbrief von Rudolf Schmid, in dem er mir mitteilte, daß er der Suchenden Kopien von Meßtischblättern und der Schroeter-Karte von 1796 übersandt hätte. Dann kam von Frau Blankenagel die Mitteilung: "Schon drei Tage nach Erscheinen meines Wunsches bekam ich den Neuhausen-Plan per Post!" Die Lehrerin in Neuhausen wird sich wundern!

Über einen Brief zum Jahreswechsel habe ich mich besonders gefreut. Er kommt von der Ortelsburgerin Theresia Madsen. Sie bedankte sich für die Veröffentlichung ihres Berichtes "Von Ortelsburg auf den amerikanischen Kontinent", der allerdings bereits im Mai 2002 im Ostpreußenblatt erschien, mit dem sie jetzt ihr Sohn überraschte. Sie hat sich auch in Kanada ein Stück Heimat bewahrt, denn am "Madsen-Lake" ("wie mein Masuren") trifft sich nicht nur ihre Sippe, sondern es kommen auch Landsleute aus der Heimat, die dort wohnen. Dann wird auch die Ostpreußenfahne mit der Elchschaufel hochgezogen. Durch unsere Ostpreußische Familie hat Theresia Madsen nun Verbindung zu Frau von Kalben in Toronto bekommen. Außerdem versucht sie, eine in der Nähe wohnende Ortelsburgerin, die kaum etwas von ihrer Heimat weiß, für unsere Zeitung zu gewinnen. Frau Madsen hat ihrem Brief eine Spende für die Bruderhilfe beigelegt, dafür vielen Dank Und ihren liebevollen Wünschen für die Ostpreußische Familie fügt sie für unsere Preußische Allgemeine Zeitung ein herzliches "Glück auf" zu. Möge dies als Symbol für unsere Aufgaben und Arbeiten im nun begonnenen neuen Jahr stehen!

Eure

Ruth Geede