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14.02.04 / EU-unwürdige Polizeimethoden / Was Lötzens Kreisvertreter Erhard Kawlath bei der Rückkehr aus der Heimat mit der polnischen Staatsmacht erlebte

© Preußische Allgemeine Zeitung / 14. Februar 2004

EU-unwürdige Polizeimethoden
Was Lötzens Kreisvertreter Erhard Kawlath bei der Rückkehr aus der Heimat mit der polnischen Staatsmacht erlebte

Nachdem ich mit meinen Begleitern, dem Schatzmeister und dem Archivar der Kreisgemeinschaft Lötzen, Klaus Reck und Paul Trinker, ein erfolgreiches positives Gespräch mit der Bürgermeisterin J. Piotrowska, zwei Stadträten und dem Direktor der "Feste Boyen" in Lötzen gehabt hatte, in dem es hauptsächlich um das Sommerfest am 25. Juli dieses Jahres gegangen war, traten wir drei Tage später, es war ein Sonnabend, die Heimreise nach Neumünster an. Wir kamen gut voran und übernachteten in Schneidemühl.

Am nächsten Morgen ging es morgens um 7.30 Uhr weiter. Da der VW-Transporter, mit dem wir unterwegs waren, wenig beladen war, erreichten wir eine gute Geschwindigkeit. Gegen 10 Uhr waren wir kurz vor Stettin und beschlossen durchzufahren. Wir hätten dann gegen 18 Uhr unseren Zielort Neumünster erreicht. Wir befanden uns auf der rechten Spur, weil wir kurz vor der Auffahrt zur Autobahn Berlin waren und somit den Grenzübergang Pomellen erreichen mußten. Das Wetter war regnerisch.

Da plötzlich gab es einen harten Knall. Ein Pole war uns mit seinem VW Passat in die Mitte der linken Seite des Wagens gefahren. Auch er wollte Richtung Berlin fahren. Ich steuerte das Auto sofort in eine Ausweichstelle. Der Pole folgte und setzte sich vor uns. Er lehnte eine Einigung ab und rief die Polizei. Es war für uns ein Glück, daß Paul Trinker die polnische Sprache beherrscht. Nach rund 35 Minuten kam die Polizei. Sie überprüfte die Wagenpapiere und meinen Führerschein und machte Aufnahmen von den beiden beschädigten Fahrzeugen. Das hatte ich bereits mit meiner Kamera getan. Beide Autos waren verhältnismäßig leicht beschädigt. Am rechten Seitenspiegel des Polen war außer Kratzspuren auch gelbe Farbe von unserem Auto. Der Pole behauptete bei der Polizei, ich wäre auf der Überholspur gefahren und hätte in die rechte Spur wollen, dabei wäre ich ihm in die Seite gefahren. Die Polizei erklärte mich daraufhin für schuldig und wollte mich verhaften. Dagegen wehrte ich mich mit dem Ergebnis, daß wir alle zum Polizeikommissariat von Stettin mußten. Dort ließ man uns warten. In einem kalten, zugigen, schmutzigen Korridor saßen wir dreieinhalb Stunden. Nachdem der Dolmetscher erschienen war, wurden wir einzeln verhört. Die Polizei hatte protokolliert, daß ich auf der Überholspur unachtsam den Unfall verschuldet hätte. Ich weigerte mich, das zu unterschreiben, und bestand darauf, den Satz zuzufügen, daß ich das Protokoll nicht anerkenne, da es nicht der Wahrheit entspreche. Danach unterschrieb ich. Die Polizei erklärte, mich bis zur Gerichtsverhandlung am nächsten Tag in Gewahrsam zu behalten - also auf der Wache! Erst als ich mit dem deutschen Konsulat drohte, durften wir alle drei gehen und im Hotel "Rheda" übernachten. Die Reisepässe wurden so lange eingezogen.

Am nächsten Tag um 10 Uhr meldeten wir uns beim Kommissariat und wurden mit Polizeibegleitung zum Gericht geführt. Die Verhandlung sollte um 10.30 Uhr beginnen. Mir wurde vorher eine falsche Unfallskizze von einem unfreundlichen hohen Beamten vorgelegt, die ich unterschreiben sollte. Ich sollte 500 Zloty zahlen, dann bräuchte ich nicht zur Gerichtsverhandlung. Wieder weigerte ich mich, und dann begann schließlich die Verhandlung gegen 11 Uhr. Sie wurde von einem jungen Richter geführt, und ich hatte zum erstenmal das Gefühl, er wäre neutral und ich nicht ein "Verbrecher". Ich machte meine Aussage. Dann wurden die zwei Zeugen gehört, die ebenfalls meine Angaben bestätigten. Dabei konnte ich die Unfallbilder vorlegen. Das Gesamturteil lautete, es stehe Aussage gegen Aussage. Ich wurde nicht verurteilt, mußte jedoch die immer anfallenden Verwaltungskosten von 100 Euro zahlen. Gegen 13.15 Uhr war der Spuk zu Ende.

Wir drei Ostpreußen fanden das Verfahren menschenunwürdig. Die Behandlung und die Wartezeit waren deprimierend, und man kehrte in jeder Lage die Polizeigewalt heraus. Ich hatte bei der Vernehmung ausgesagt, daß ich seit September 2003 Ehrenbürger der Stadt Lötzen sei - und es auch beweisen könne -, erntete dafür aber nur ein verächtliches Achselzucken.

Das ganze Verfahren hat uns 24 Stunden Zeitverlust eingebracht, dazu die Extraübernachtung im "Rheda", aber was uns am schlimmsten traf, war eine ungeheure nervliche Belastung. Die Behandlung war empörend. Ich glaube, ein Verbrecher kann nicht erniedrigender vorgeführt werden. Hier schlugen einem die blanke Verachtung und der Haß entgegen. Und mit dieser Polizei will man in die EU, die den Europagedanken vertreten will. Ich glaube, meine Schilderung wird einige Landsleute davon abhalten, so ein Risiko einzugehen. Auch ich werde keine Versorgungsfahrten mehr durchführen. Das bedeutet keine Hilfe für das Krankenhaus in Lötzen, keine Betreuung von schwerbehinderten Menschen, ob Deutsche oder Polen.