27.01.2022

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
21.02.04 / Meldungen

© Preußische Allgemeine Zeitung / 21. Februar 2004

Meldungen

Staat schuldet Lohn / Königsbergs Verantwortliche wiegeln ab

Das gesamte technische und Verwaltungspersonal der Königsberger Gebietsverwaltung hat laut einem russischen Journalisten, der nicht genannt werden will, seit Dezember letzten Jahres keinen Lohn mehr erhalten - und das bei ohnehin schon niedrigen Gehältern. So bekomme beispielsweise eine Garderobenfrau 1.750 Rubel im Monat, umgerechnet knapp 50 Euro.

Der Leiter des Verwaltungsapparats im Gebiet, Alexander Torba, bestätigte, daß es Säumnisse bei der Auszahlung gebe. Laut Torba gehe es jedoch "nur" um Wochen und nicht um Monate. Niemand solle durch die verspätete Auszahlung der Gehälter benachteiligt oder in finanzielle Engpässe getrieben werden. Als Grund für die verspätete Lohnauszahlung nennt Torba die schwierige wirtschaftliche Lage einiger vollständig oder teilweise in Staatsbesitz befindlicher Unternehmen. Zudem sei der ehemalige Gouverneur Gorbenko an allem schuld, in dessen Amtszeit die Unsitte der verspäteten Auszahlungen eingerissen sei. Seinerzeit hätten die Leute über drei Monate keine Gehälter erhalten, ohne daß er sich um Abhilfe bemüht hätte. Manuela Rosenthal-Kappi

 

Große Pläne

Das Internationale Bildungszentrum in Braunsberg hat die Chance, ein Zentrum zur akademischen Ausbildung von Studenten aus Ländern der Europäischen Union und Rußlands zu werden. Über die Zukunft des Zentrums sprachen die Vizeminister für Bildung Polens und Rußlands mit den Rektoren der Universitäten von Allenstein, Königsberg und Turku in Finnland. Die Initiative zu dieser Begegnung ging von der Ermländisch-Masurischen Universität in Allenstein aus.

Im akademischen Jahr 2004/2005 soll eine Fachrichtung für die Besonderheiten des europäischen Rechtes mit englischer Unterrichtssprache für Kandidaten aus Rußland, Polen und den baltischen Staaten eingerichtet werden. Notwendig ist das intensive Erlernen von Sprachen, des Polnischen, des Russischen und des Englischen.

Das Angebot sei interessant, weil hier auf höherem Bildungsniveau Toleranz zwischen den Nationen vermittelt werde, so Polens Vizeministerin für Bildung, Ewa Freyberg. Der Rektor der Allensteiner Universität, Ryszard Gorecki, ging sogar so weit, daß die Idee der Eröffnung der internationalen Schule an dieser Stelle eine Tür zur Realität nach dem Beitritt Polens zur EU darstelle. "Ich erwarte den Zulauf von Studenten aus Rußland, Kindern reicher Russen. Die Eltern werden ihre Kinder zum Studium in den Westen schicken. Wenn die Deutschen und Franzosen diese nicht annehmen, müssen wir uns in dieser Zeit darum bemühen", fügte der Universitätsrektor hinzu. Die russische Vizeministerin für Bildung, Nulita Banzek, ergänzte, die Ermländisch-Masurische Universität und die Königsberger Universität seien Forschungszentren und die Verbreiterung ihrer Zusammenarbeit liege im Interesse der Zukunft dieser Region.

Die aktuellen Pläne sind sehr ambitioniert. Zur Zeit werden an dem Internationalen Bildungszentrum gerade einmal 40 Studenten aus Polen und dem Königsberger Gebiet in den Fachrichtungen Slawistik und Anglistik ausgebildet. Zudem ist der Potocki-Palast, in dem das Zentrum untergebracht ist, stark renovierungsbedürftig. Gerd Bandilla

 

Verbindungen

Die Verkehrsanbindung des Königsberger Gebietes an Rußland bildete einen besonderen Gesprächsschwerpunkt bei dem jüngst erfolgten Arbeitstreffen Präsident Wladimir Putins mit seinem Verkehrsminister Sergej Frank. Frank erklärte Putin, daß die Tarife für Hin- und Rückflüge zwischen Rußland und der Exklave in diesem Jahr die gleichen seien wie im Vorjahr. Darüber, daß "Aeroflot" zu Beginn dieses Jahres die Preise erhöht hat und "Rossija" ihre Flüge ins Gebiet gänzlich eingestellt hat, berichtete der Minister seinem Präsidenten nicht. Beide Politiker bekräftigten, daß bis 2005 vom Ausland unabhängige, unterbrechungsfreie See- und Eisenbahnverbindungen eingerichtet werden sollen, die den Transit sowohl von Passagieren als auch von Transportgütern gewährleisten sollen, und zwar auch von militärischen. MRK

 

Wechselkurse

Ein Euro hatte vorletzten Mittwoch den Wert von 4,82664 polnischen Zloty, 36,11027 russischen Rubeln sowie 3,4528 litauischen Litas. Umgekehrt war ein Zloty 20,718 Cent, ein Rubel 2,769 Cent und ein Litas 28,962 Cent wert. Die Angaben erfolgen ohne Gewähr.


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabo bestellen Registrieren