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13.03.04 / Dunkler Dämon / Mord im mittelalterlichen Augsburg

© Preußische Allgemeine Zeitung / 13. März 2004

Dunkler Dämon
Mord im mittelalterlichen Augsburg

Ein grausamer Mörder bringt Unruhe in die Stadtmauern. Die Bürger Augsburgs leben ohnehin nicht in einer behaglichen Zeit, als man das Jahr 1478 schreibt. Ihr Bürgermeister stirbt am Galgen, und eine Sekte, die man Grubenleute nennt, verunsichert die Menschen. Überall in Deutschland brennen die Scheiterhaufen; ein falsches Wort, ein falscher Blick, und schon muß man um sein Leben bangen. Der Mörder aber hat es, so scheint's, auf harmlose Bürger abgesehen. Und was ihn besonders unheimlich macht, ist die Tatsache, daß er aus dem Raum, in dem der Mord geschehen ist, wie durch ein Wunder hat entschwinden können - Fenster und Türen waren verriegelt. Kein Wunder, daß die Leute an den Todesengel mit den mächtigen schwarzen Schwingen glauben. Peter Bernward, den es aus familiären Gründen in seine Heimatstadt geführt hat und der ganz zufällig mit den Morden in Berührung kommt, hat es nicht leicht, diese aufzuklären. Als er schließlich glaubt, daß seine Tochter Maria mit den Morden zu tun haben könnte, weiß Bernward nicht, wen er schützen soll, das nächste mögliche Opfer oder seine Tochter. Daß es ihm schließlich gelingt, die Morde aufzuklären, dafür sorgt Autor Richard Dübell in bewährt spannender Manier, schließlich hat er bereits in anderen historischen Krimis die Feder geführt.

In seinem neuen Roman "Das Spiel des Alchimisten" entführt Dübell den Leser in eine Welt voller Geheimnisse und Laster, voller Intrigen und Machtspiele. Aberglauben und tiefe Religiosität stehen einander gegenüber. Rechtschaffene Bürger treffen auf ränkeschmiedende Kaufleute. Dübell versteht es vorzüglich, finstere Charaktere zu zeichnen und ihre Machenschaften zu verschleiern, so daß der Leser erst ganz zum Schluß dem "Dämon" auf die Schliche kommt. Ein Krimi, in dem die Spannung bis zuletzt gewahrt wird; ein Historienspektakel, das einen das Gruseln lehrt. o-n

Richard Dübell: "Das Spiel des Alchimisten", Ehrenwirth, Bergisch Gladbach 2003, geb., 374 Seiten, 22 Euro


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