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10.04.04 / "Was mein Gott will ..." / 450 Jahre ist das Lied alt

© Preußische Allgemeine Zeitung / 10. April 2004


"Was mein Gott will ..."
450 Jahre ist das Lied alt

Was mein Gott will, das gscheh' allzeit!" Der spätere Albrecht Herzog in Preußen brauchte schon gehöriges Gottvertrauen, als er sich auf dem Reichstag zu Nürnberg in den Jahren 1522/23 für die Reformation gewinnen ließ, denn er war zu jener Zeit Hochmeister des Deutschen Ordens und damit einer der höchsten und politisch gewichtigsten Repräsentanten der katholischen Kirche.

1490 als Markgraf von Brandenburg-Ansbach in Ansbach geboren, wurde er 1511 zum Hochmeister des Deutschen Ordens gewählt. Mit viel diplomatischem Eifer versuchte er, die seit 1466 erhobenen polnischen Ansprüche auf das Deutschordensland Preußen abzuschütteln. Die Bemühungen Albrechts um Hilfe hatten aber ebenso wenig Erfolg wie eine Reform seines Ordens.

Als Landesherr allein gelassen von den übrigen deutschen Fürsten und dem Kaiser, von den Kirchenfürsten nicht ernst genommen, nahm er alsbald über seinen Vertrauten Dietrich von Schönberg Verbindung mit Luther auf. Der hatte mit seiner Schrift "An die Herren des Deutsch Ordens" geradezu eine Einladung an Albrecht zur Teilnahme an der Reformation ausgesprochen. Andreas Osiander, ein Weggefährte des Kopernikus, gewann ihn auf dem Reichstag zu Nürnberg für das evangelische Lager.

Im April 1525 - Luther hatte mit seiner Heirat der Nonne Katharina von Bora gerade den letzten Schritt von der katholischen Kirche weg getan - legte Albrecht die Hochmeisterwürde ab und wurde als weltlicher Herrscher polnischer Lehnsträger. Der Deutsche Orden in Preußen fand damit sein Ende, die staatlichen Einrichtungen gingen auf das neue Erbherzogtum über.

Unmittelbar nach diesem Schritt bekannte sich Albrecht zum evangelischen Glauben - nicht aus politischen Gründen, sondern aus innerem Anliegen. Im Jahr 1544 gründete er die Universität Königsberg, die nicht nur den Nachwuchs für die Prediger - auch für die Nachbarländer - ausbilden sollte, sondern auch eine starke geistige Ausstrahlungskraft gewann.

Durch eine evangelische Ostseepolitik suchte er Kontakte zu Schweden, zur Hanse und vor allem zu dem Dänenkönig herzustellen, dessen Tochter Dorothea er 1526 heiratete. Kaiser Karl V., Führer des katholischen Lagers, verhängte über Albrecht die Reichsacht. Daraufhin schloß sich Albrecht dem Schmalkaldischen Bund an, der politischen Formation des evangelischen Lagers.

Seine Hauptsorge galt nun der Sicherung und Förderung des evangelischen Glaubens im Lande. Mit eigenen Kirchenordnungen, einem Visitationssystem und einer Synode schaffte er das Muster eines evangelischen Fürstentums. Der Kirche selbst hinterließ er einen wahren Schatz an theologischen Bekenntnisschriften und Liedern. Eines der schönsten wird bis heute gesungen: "Was mein Gott will, das gscheh' allzeit!" Dieses Lied, das er im Jahr 1554 angesichts schlimmer politischer Bedrohung seines Landes schrieb, hat ihm auch zur letzten Stunde geklungen. Albrecht starb im Jahr 1568 in Tapiau an der Pest.

Martin Teske


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