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19.06.04 / Fesselnd! / Serienmorde im Nachkriegs-Berlin

© Preußische Allgemeine Zeitung / 19. Juni 2004


Fesselnd!
Serienmorde im Nachkriegs-Berlin

Das Schlimmste scheint vorüber. Der Krieg ist vorbei, und die Sieger teilen die Stadt untereinander auf. Langsam kehrt die Normalität zurück. Der 15jährige Ben entdeckt seine erste Liebe und überlegt, wie er das Mädchen seiner Träume beeindrucken kann. Ein Anzug muß her. Als typischer Heranwachsender dieser Zeit findet er auch die Lösung, wie er sich diesen beschaffen kann - durch Schwarzmarktgeschäfte mit den verrückten Amerikanern.

Bens Geschichte zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman von Pierre Frei, der einem sehr ernsten Thema gewidmet ist. In "Onkel Toms Hütte, Berlin" geht es in erster Linie um schreckliche Sexualmorde im Berlin der ersten Nachkriegswochen. Inspektor Dietrich hat alle Mühe im Wirrwarr der Kompetenzen und Zonengrenzen, seine Nachforschungen anzustellen. Bald muß er entdecken, daß es sich bei den Morden um die U-Bahn-Station "Onkel Toms Hütte" um eine Serie handelt. Immer sind es schöne, blonde Frauen, die auf das schrecklichste geschändet und getötet werden. Was verbindet diese Frauen, und wie begegneten sie ihrem Mörder? Fragen über Fragen, die Dietrich beantworten muß.

Frei schildert mit sicherer Hand das damalige Milieu, erzählt spannend vom Leben der Frauen, die, als sich alle wieder in Sicherheit wähnen, ihrem Mörder zum Opfer fallen. Da ist die erfolgreiche Schauspielerin, die Krankenschwester, die Prostituierte - sie alle bestehen die Diktatur und den Krieg mit viel Mut und Willenskraft. Ein spannender Roman, der von der ersten Seite an fesselt. os

Pierre Frei: "Onkel Toms Hütte, Berlin", Blessing Verlag, geb., 544 Seiten, 22,90 Euro


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