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03.07.04 / Fundament Europas / Seit 30 Jahren gibt es die deutsch-baltischen Kulturtage

© Preußische Allgemeine Zeitung / 03. Juli 2004


Fundament Europas
Seit 30 Jahren gibt es die deutsch-baltischen Kulturtage

Der Landesbeauftragte für Vertriebene, Flüchtlinge und Aussiedler, Staatssekretär Heribert Rech, hob die Baltischen Kulturtage in Döttingen (Baden-Württemberg) als Glanzlicht unter den landsmannschaftlichen Veranstaltungen hervor. Die seit nunmehr 30 Jahren stattfindenden Kulturtage der Deutsch-Baltischen Gruppe hätten über die Landesgrenze hinaus ein großes Echo gefunden.

Rech erinnerte daran, daß die Deutsch-Balten auf eine lange und auch wechselvolle Geschichte zurückblicken können, beginnend mit der Besiedlung baltischer Gebiete im 13. Jahrhundert. Im Spätherbst 1939 habe die Umsiedlung in den sogenannten Warthegau und nach Danzig-Westpreußen eingesetzt, zum Ende des Zweiten Weltkrieges sei es dann schließlich zu Flucht und Vertreibung gekommen. Viele der so entwurzelten Deutsch-Balten seien unter den 15 Millionen deutschen Heimatvertriebenen und Flüchtlingen auch ins Gebiet des heutigen Baden-Württemberg gekommen. "Gemeinsam mit ihren Schicksalsgenossen haben sie sich hier eine neue Existenz aufgebaut, darüber aber nie vergessen, woher sie gekommen sind", sagte der Staatssekretär.

Mitgebracht hätten die deutschen Heimatvertriebenen und Flüchtlinge ein bedeutendes geistig-kulturelles Erbe, welches die Kulturlandschaft bis heute bereichere. Für die Landesregierung gäbe es daher gewichtige Gründe dafür, das Wissen um die Kultur und Geschichte der historischen deutschen Siedlungsgebiete lebendig zu halten. "Das gilt natürlich auch für das Wissen um die Kultur ihrer alten Heimat in Estland und Lettland", betonte Rech. "Ich denke dabei unter anderem auch an die vielen Bräuche und Feste, die Sie hierher gebracht haben und die Sie bis heute liebevoll pflegen. Auch wenn die Eingliederung der Vertriebenen und Flüchtlinge gelungen sei, bedürfe es dennoch der Kulturarbeit und deren Förderung. "Dies ist sogar eine Daueraufgabe", betonte der Staatsekretär. Er sehe es als bleibende Aufgabe für Bund und Länder, den Vertriebenen, Flüchtlingen und Aussiedlern sowie ihren Nachbarn den Zugang zu ihrer identitätsstiftenden, persönlichen Kultur weit offen zu halten.

Die Deutsch-Balten hätten sich seit dem Fall des Eisernen Vorhangs und vielfach auch schon zu Sowjetzeiten beispielhaft als Brückenbauer zu den Menschen in Estland und Lettland engagiert. Mit der Erweiterung der Europäischen Union habe die Arbeit zum Erhalt der Kultur der deutschen Siedlungsgebiete in Ost- und Südosteuropa eine wichtige zusätzliche Perspektive erhalten. Rech forderte die Deutsch-Balten auf, zusammen mit den Menschen im Baltikum am Bau eines Europas des 21. Jahrhunderts mitzuwirken. "Die kulturellen Gemeinsamkeiten von Deutsch-Balten, Esten und Letten gehörten zum Fundament dieses Europas." EB

Ein Fürsprecher der Vertriebenen: Heribert Rech Foto: Archiv


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