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03.07.04 / Verwischt / US-Journalist auf den Spuren Attas

© Preußische Allgemeine Zeitung / 03. Juli 2004


Verwischt
US-Journalist auf den Spuren Attas

Daniel Hopsicker sah gerade beim Kaffeekochen Fernsehen, als plötzlich Bilder gesendet wurden, die die Welt veränderten. Es war der 11. September 2001, und Daniel Hopsicker blickte ungläubig auf den Bildschirm. Er sah die Boing 767 in den Nordturm des World Trade Centers einschlagen, sah die Explosion, sah Menschen vor Verzweifelung aus dem 100. Stock springen und konnte wie Millionen anderer nicht begreifen, was da geschah.

Der ehemalige Wirtschaftsredakteur von NBC stieß jedoch bald auf merkwürdige Widersprüche und Lücken bei der Berichterstattung. War es nicht Pflicht und Schuldigkeit der USA, die Täter zu suchen und ihrer gerechten Strafe zuzuführen? Afghanistan! Schön und gut, aber irgendwer muß Mohammed Atta und seine Mitattentäter doch schon in den USA unterstützt haben?

Hopsicker fuhr nach Venice in Florida, dem Ort, wo Mohammed Atta Flugstunden nahm, und recherchierte. Dabei stieß er auf so manche Merkwürdigkeit. So gab es Zeugen, die gleich nach dem 11. September den Regionaljournalisten andere Auskünfte erteilten, als sie es später nach einem Besuch vom FBI taten. Amanda Keller, die Ex-Freundin von Atta, war sogar untergetaucht und verweigerte lange Zeit ein Gespräch. "Ich kann wirklich nichts sagen. Ich habe Angst, in Schwierigkeiten zu geraten!" Wer sollte der jungen Frau und auch den Nachbarn Attas Schwierigkeiten machen, fragt Hopsicker in seinem Buch. Warum reagierte das FBI nicht schon bei der Einreise Attas in die USA allergisch, zumal es einen palästinensischen Attentäter mit gleichem Namen auf der Fahndungsliste gab? Versucht das FBI gar seine vorherige Unachtsamkeit zu vertuschen, oder steckt mehr dahinter?

Daniel Hopsickers Recherchen sind spannend zu lesen, manchmal geht er zwar zu detailliert auf so manche Unstimmigkeit ein, aber seine am Ende herauskommende Theorie ist durchaus interessant. Ob sie stimmt, ist schwer zu beurteilen, aber selbst die Tatsache, daß solche Vermutungen aufkommen können, wirft kein gutes Licht auf die Machenschaften des FBI, vor allem im vom Drogenhandel stark betroffenen Florida. R. B.

Daniel Hopsicker: "Welcome to terrorland - Mohammed Atta und seine amerikanischen Helfer", Zweitausendeins, Frankfurt/M. 2004, broschiert, 440 Seiten, 13,90 Euro


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