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10.07.04 / In Ehren zurück / Litauen und sein neues Staatsoberhaupt

© Preußische Allgemeine Zeitung / 10. Juli 2004


In Ehren zurück
Litauen und sein neues Staatsoberhaupt

Eine Stichwahl gab den Ausschlag für den 77jährigen Valdas Adamkus bei der Präsidentenwahl in Litauen. Damit stand fest: Der wegen Amtsmißbrauchs abgesetzte bisherige Präsident, Rolandas Paksas, bekommt seinen Vorgänger zum Nachfolger.

Mit innen- und sozialpolitischen Wahlkampfthemen war es dem parteilosen konservativen Adamkus geglückt, sich "sein" Amt zurückzuholen, in dem er zwischen 1998 und 2003 die entscheidenden Schritte in Richtung der inzwischen vollzogenen Mitgliedschaften in EU und Nato machte. Daß die Entscheidung so knapp ausfiel, offenbart die tiefe Gespaltenheit des Landes. Die starke russische Minderheit sowie eine gewisse Sowjet-Ostalgie bescherten der Mitbewerberin Kazimiera Prunskiene, Kandidatin der Bauernpartei, immerhin 47,4 Prozent. Vor allem der Osten Litauens, wo die polnische Minderheit lebt, und der arme Norden stimmten für die linke Präsidentschaftskandidatin. Die Wirtschaftsprofessorin geriet jedoch in Verdacht, die Wahlen manipulieren zu wollen. Die Partei der Arbeit des russischen Millionärs Viktor Uspaskich schwenkte im zweiten Wahlgang überraschend zu Prunskiene über. Außerdem ordnete der entmachtete Paksas noch in der heißesten Wahlkampfphase die Durchsuchung von Parteibüros an - offenbar um Prunskiene zu unterstützen. Nach der Niederlage will sie nun rechtliche Schritte prüfen, die "von den Medien gesteuerte" Wahl anzufechten. Adamkus hingegen freut sich: "Man hat meine Arbeit honoriert." Der Hoffnungsträger Adamkus besuchte vor dem Zweiten Weltkrieg ein deutsches Gymnasium in Kaunas, floh als Widerstandskämpfer gegen die Deutschen im Juli 1944 vor der Roten

Armee aus Litauen. Nach seiner Rückkehr im selben Jahr schloß er sich dem Widerstand gegen den Kommunismus an. 1949 bis 1997 lebte der Umweltexperte in den USA. Ihm obliegt jetzt die Fortführung des schwierigen Transformationsprozesses des Landes. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder übermittelte bereits Glückwünsche: "Viel Erfolg und eine glückliche Hand." SV


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