26.01.2022

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31.07.04 / Leserbriefe

© Preußische Allgemeine Zeitung / 31. Juli 2004


Leserbriefe

Auch Königsberg gehört zu Europa
Betr. "Mit dem ZDF nach Königsberg" (Folge 21)

Den Artikel des Herrn Papendick habe ich gelesen und mir auch die halbstündige Sendung des ZDF angesehen.

Gut, es gibt wieder eine Bahnverbindung von Berlin nach Königsberg und man bekommt "Kaviar inklusive", wenn man in der 1. Klasse fährt. Und die schönen Frauen gibt es überall. Übrigens soll es die schönsten russischen Mädchen in Königsberg geben. Ist ja auch nicht verwunderlich, denn die Präsidentengattin Ludmilla Putina stammt auch aus dieser Stadt.

Trotzdem möchte ich bei allen positiven Dingen anmerken, daß es nach wie vor einige Hindernisse gibt, die eine spontane Reise nach Königsberg fast ausschließen: Man braucht ein Visum, welches man sich über eine Reisefirma beschaffen kann. Vier bis acht Wochen vorher muß man sich unbedingt schon darum kümmern. Und wenn man ein solches Visum hat, dann darf man aber auch keinesfalls krank werden. Bei Verfall des Papiers ist auch das Geld weg.

Die Fahrten mit Bus und Bahn dauern noch erheblich zu lange, wobei man sich im Zug eher die Füße vertreten kann, was im Bus schlecht möglich ist.

Straßenbahnfahrten in Königsberg sind jedenfalls nicht umsonst. Im August 2001 zahlte ich dafür drei Rubel, Ende September vorigen Jahres waren es schon ganze sieben Rubel. Nun, für uns ist das kein Geld bei einem damaligen Umtauschkurs von 1 Euro zu 33 Rubel.

Und in der Stadt und besonders auf dem Land gibt es erhebliche Armut. Man sieht diese nicht immer sofort, aber man sehe sich einfach mal in den Treppenhäusern und Wohnungen um. Wie primitiv da alles ist, wird man sofort feststellen. Das geht zum Beispiel so weit, daß die Leute in meinem früheren Elternhaus im Kreis Wehlau praktisch nicht heizen können, weil der Schornstein völlig versottet ist. Ich sagte meiner Dolmetscherin: Am besten abreißen. Sie darauf zu mir: In Deutschland ja, in Rußland nicht.

Erfreulich stellt man im Königsberger Gebiet fest, daß es dort mehr Kinder als hier in Deutschland zu geben scheint. Trotz aller Armut schrecken die Russen nicht davor zurück, sich Kinder zuzulegen. Es sind eben andere Wertmaßstäbe, die dort gelten.

Feststellung: Man sollte ab und zu auch ins Königsberger Gebiet reisen. Reisen bildet und auch Königsberg gehört zu Europa.

Siegfried Schneider, Gallun

 

Ein Gottesbezug würde in den Schmutz gezogen
Betr.: "Gottlos in die Zukunft" (Folge 26)

Nun ist er heraus - und das kurz nach Wahlen mit verdientermaßen beschämend niedriger Beteiligung: der Entwurf für eine "Verfassung" der EU. Von kaum mehr als 100 Nichtgewählten formuliert, fällt er bereits im Festlegen demokratischer Strukturen weit hinter unser provisorisches Grundgesetz zurück - es ist offenbar statt eines Grundlagenabkommens der Bürger ein durch juristische Paragrapheninflation vernebelter Staatsstreich von oben: Auf mehreren 100 Seiten ist nicht mehr die Rede von der Unantastbarkeit der Menschenwürde oder Gewaltenteilung und Gewaltenkontrolle. Statt dessen "... arbeiten die Organe (der EU) loyal zusammen" (Teil I, Art. 18). Das tut jeder Mafia-Clan auch. Berlusconi-Verhältnisse lassen grüßen!

Eine Aufrüstungsverpflichtung zur Teilnahme an weltweit unbegrenzten Militäreinsätzen (selbst präventiver Natur) bei Entzug der Parlamentsentscheidung dazu ist ebenso enthalten wie die Hinneinnahme eines unüberschaubaren Wusts alter Verträge wie zum Beispiel des Euratom-Vertrags von 1957, der die Entwicklung einer mächtigen Kernkraftindustrie vorschreibt (welche Experten zufolge immer auch militärischen Zwecken dient und unvorstellbar schädliche, Krebs und Erbschäden auslösende Stoffe mit einer Halbwertzeit von bis zu 26.000 Jahren erzeugt).

Als Christ bin ich heilfroh, daß in dem vorliegenden "Entwurf von oben" ein Gottesbezug noch nicht vorkommt, der würde ja durch den weiteren Inhalt direkt in den Schmutz gezogen! Aus Wort und Tat von Jesus Christus geht für mich jedenfalls eindeutig hervor, daß das Manipulieren von Menschen zu deren Nachteil und zum eigenen Vorteil für Gott abstoßend ist. Daher sind die wirklichen Christen unter den Abgeordneten der Parteien Europas wohl kaum verpflichtet, diesen Entwurf anzuerkennen. Selbst wenn sie allein kein Veto erreichen, sollte ihr Einfluß groß genug sein, abgesehen vom fehlenden Gottesbezug einer breiten Diskussion auch über die übrigen Mängel zum Durchbruch zu verhelfen und dadurch zu deren Beseitigung entscheidend beizutragen.

Dr. Holger Tubbesing, Kassel

 

Schröders Verhalten geht uns an
Betr.: "Putins ,russisches Roulett'" (Folge 29)

Natürlich wäre es mir lieber, wenn Putin ein russischer Präsident wäre, der sich um demokratisches Verhalten bemühen würde und auch selbst auf dem Wege zu einem Demokraten wäre. Daß das nicht so ist, hören und lesen wir, aber es berührt uns erst zweitrangig. Uns geht aber der deutsche Kanzler etwas an, der die Türkei in die EU holen will, der in der Normandie einen großen Bogen um den größten deutschen Soldatenfriedhof geschlagen und in seiner Rede die Soldaten der Waffen-SS in ihrer Gesamtheit verleumdet hat, und auch der, der sich Putins Freund nennt und ihm alles nachsieht, was ihm kein Demokrat nachsehen darf. Das bestürzt mich und das geht mich etwas an.

Benjamin Andrä, Berlin

 

Keineswegs zum Lachen: Die freundschaftliche Haltung Schröders gegenüber dem russischen Präsidenten ist an sich etwas Positives, wenn man an die vielen Jahren des Krieges zwischen den Ländern denkt. Doch eine echte Freundschaft muß auch gegenseitige Kritik mit einschließen.

 

Junge Deutsche werden Minderheit
Betr.: "Die Saat einer falschen Politik" (Folge 25)

Die Saat ist aufgegangen, und ihre Halme werden weiter wachsen. Noch in diesem Jahrzehnt sollen in einigen deutschen Großstädten die jungen Deutschen in die Minderheit geraten. Vor allem die Hauptstadt Berlin steht vor diesem Schicksal. Besonders von den Türken werden es immer mehr. Auch wenn man mit vielen netten Türken zu tun hat, bleiben sie doch letzt-endlich für sich und sind schon ob ihres Glaubens nur beschränkt integrationsfähig.

Der Islam steht nicht mehr vor unserer Tür, er hat bereits Einlaß gefunden, seine Moscheen wachsen in den Himmel. Wer auch immer Berlin regiert hat, hat die Gefahr nicht gesehen, nicht sehen wollen oder sogar die deutsche Bevölkerung im Multikulti untergehen sehen wollen.

Die vielen schlecht oder gar nicht ausgebildeten Jugendlichen bilden den Nährboden für Islamisten und andere Radikale. Sie gefährden unser aller Sicherheit. Ich vermag nicht zu erkennen, daß die deutsche Politik das ändert.

Berthold Ganitz, Berlin

 

Trotz gefüllter Verpflegungsdepots verhungert
Betr.: "Rheinwiesen? Alles Legende" (Folge 24)

Den GI's wurde also, bevor sie auf die Deutschen losgelassen wurden, eingeprägt, "nett zu den Deutschen zu sein". Diese Art amerikanischer Nettigkeit widerlegt Heinz Heidt, der das Ende des Krieges in diesen Rheinlagern erlebte, mit seinem "Tagebuch einer Kriegsgefangenschaft - 418 Tage im Gewahrsam der US-Army".

Heidt ist allerdings Deutscher, und so dürfte Kellerhoff seine Erlebnisse nicht akzeptieren. Doch auch ein Kanadier, James Bacque, weist mit seinem Buch "Der geplante Tod - Deutsche Kriegsgefangene in amerikanischen und französischen Lagern 1945-1946", aufgrund gründlicher Recherchen nach, daß nahezu 1.000.000 Deutsche in den Gefangenenlagern der Amerikaner und Franzosen umgekommen sind, und das bei prallgefüllten Verpflegungsdepots! Aber nicht nur die Zahl der Opfer, sondern die Tatsache, daß unter anderem eine gezielte, von General Eisenhower zu verantwortende Politik Schuld an den vielen Todesfällen in Millionenhöhe war, war erschütternd. So der Kanadier James Bacque.

Friedrich Kurreck, Offenbach am Main

 

Eine unabhängige Untersuchung
Betr.: Leserbrief "Das Spiel mit den Opferzahlen" (Folge 28)

Das Thema des Leserbriefes "Das Spiel mit den Opferzahlen" halte ich für ein sehr wichtiges. Nachdem, was ich in Zeitungen und Zeitschriften gelesen habe, schwankt die Zahl der im Zweiten Weltkrieg in den KZs umgebrachten Menschen zwischen 2,5 und sechs Millionen. Es müßte doch möglich sein zu ermitteln, ob die Zahl 2,5 oder sechs Millionen wahrscheinlicher ist. Die Deutschen sollten sich das Spiel mit den Opferzahlen nicht länger gefallen lassen und eine unabhängige Untersuchung verlangen. So eine Untersuchung hatte schon der Bundestag Ende der 50er Jahre beschlossen. Sie wurde aber nicht durchgeführt.

Gerhard Wagner, Ratingen

 

Klaus von Dohnanyi bricht Tabus
Betr.: "Zivilcourage contra political correctness" (Folge 21)

Über den Nationalsozialismus offen und unbefangen zu sprechen, ist seit 1945 kaum möglich, abgewogene, differenzierende Töne sind selten zu vernehmen. Eine Vielfalt von Aspekten kann beleuchtet werden, ohne sich in einseitigen Schuldzuweisungen zu verlieren. Klaus von Dohnanyi bricht zugleich eine ganze Menge Tabus einfach dadurch, daß er Fakten nennt und Zitate sprechen läßt, die heute immer noch verschwiegen werden.

Manches in der Zeit des Nationalsozialismus ist atemberaubend, ohne daß man dabei an den Holocaust denkt. Die wissenschaftliche und nicht einseitige Auswertung verschiedener nationaler und internationaler Bücher und Dokumente ist ein wichtiges Fundstück zu einem faszinierenden Gesamtbild von lexikalischer Qualität.

Herr von Dohnanyis Dokumentation will offener Meinungsfreiheit und Zivilcourage in bezug auf den Nationalsozialismus den Vorrang geben, aber gleichzeitig spricht er von der Schwere der historischen Schuld der Deutschen. Vielen der aufgeführten Fakten ist zuzustimmen, doch eine gewisse Anzahl bedarf des Widerspruchs.

Helmut Kobialka, Flensburg

 

Ronald Reagan war ein Glücksfall für Deutschland
Betr.: Leserbrief "Alles nur schöne Fassade" (Folge 28)

Die abfälligen Äußerungen im Leserbrief über Präsident Reagan und den PAZ-Artikel in Folge 28 dürfen nicht unwidersprochen bleiben.

Mag man zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Nachkriegsstaaten stehen wie man will: Sie ist weitgehend das Verdienst des einstigen US-Präsidenten Ronald Reagan.

Die in den Medien allgemein verbreitete Meinung, es seien die in Leipzig aufgestandenen DDR-Bürger gewesen, bestärkt durch die furchtlose Öffnung der ungarischen Westgrenze, was wiederum nur angesichts der Gewißheit möglich war, daß diesmal die sowjetischen Panzer in den Kasernen bleiben würden, greift zu kurz. Wer hatte denn Gorbatschow so weit gebracht?

Leider kennt hierzulande kaum jemand das Buch Peter Schweizers "Victory", erschienen 1994 in der Atlantic Monthly Press, New York. Es beschreibt detailliert, wie Ronald Reagan an allen Fronten und mit allen erdenklichen Mitteln die Sowjetunion in die Knie zwang: Ein von ihm verhängtes Embargo verhinderte den Bau einer Ölleitung und bescherte der UdSSR Milliardenverluste an Deviseneinnahmen; er unterstützte die Polen bei ihrem Aufstand, er operierte von Pakistan aus gegen das sowjetisch besetzte Afghanistan, er setzte Saudi-Arabien unter Druck in dem Bemühen, die Sowjets in die Zange zu nehmen, schließlich rüstete er mit seinem SDI-Programm die Sowjetunion kaputt. Seine 1987 am Brandenburger Tor ausgerufene Aufforderung "Mr. Gorbatschow, you tear down this Wall!" waren keine leeren Worte. Seine Taten gaben ihm die Gewißheit, daß es zwei Jahre später so weit sein würde.

Ronald Reagan war ein Glücksfall für Deutschland und einer der bedeutendsten Präsidenten, die die USA gehabt haben.

Burkhard Hofmeister, Bad Reichenhall

 

Smarter Gentleman? Ronald Reagan faszinierte die Menschen nicht nur als Hollywoodschauspieler, sondern auch als US-Präsident. Doch weckte der unlängst Verstorbene keineswegs nur positive Gefühle. Seine politische Arbeit ist durchaus auch zu kritisieren. So stürzte er sein Land in hohe Schulden und sein harter Kurs gegenüber der UdSSR war vielen zu drastisch. Fotos (2): Archiv


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