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07.08.04 / Vulgäres Chaos / Angeblich literarisch wertvoll

© Preußische Allgemeine Zeitung / 7. August 2004


Vulgäres Chaos
Angeblich literarisch wertvoll

Die Neue Zürcher Zeitung verspricht bei der Lektüre der "Aufzeichnungen eines Psychopathen" gar "wundersame Überraschungen", doch sind Wunder nicht eigentlich etwas Schönes?

Das früheste literarische Werk eines der "wichtigsten modernen russischen Schriftsteller" - so beurteilt jedenfalls der Tropen Verlag den literarischen Rang des Autors Wenedikt Jerofejew - ist nun erstmals in deutscher Sprache erschienen. Es befaßt sich mit den Erlebnissen des damals 17jährigen Autors von "Die Reise nach Petuschki", doch handelt es sich hier keineswegs um ein chronologisch nach Erlebnissen geordnetes Tagebuch. Vielmehr klagt der Autor in wirren Gedankenströmen und nachgestellten Dialogen über sein Leben, kritisiert die Gesellschaft und die Werte in der Sowjetunion des Jahres 1956 und tut dies in einer Art, wie es nur ein Psychopath tun würde. Wenedikt Jerofejew ist für seine angebliche Systemkritik, Satire und seinen intelligenten Nonsense berühmt, doch vor allem ist er vulgär. So vulgär, daß man gar nicht so weit kommt, die viel gerühmte Intelligenz in dem präsentierten Nonsense zu suchen, da man schon vorher angewidert das Buch von sich schleudert. Welch "wundersame Überraschung"! R. B.

Wenedikt Jerofejew: "Aufzeichnungen eines Psychopathen", Tropen Verlag, Köln 2004, geb., 191 Seiten, 17,80 Euro


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