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14.08.04 / Die ostpreußische Familie / Leser helfen Lesern

© Preußische Allgemeine Zeitung / 14. August 2004


Die ostpreußische Familie
Leser helfen Lesern
von Ruth Geede

Lewe Landslied und Familienfreunde,

Dankesbezeugungen habe ich schon viele im Namen unserer Ostpreußischen Familie entgegennehmen dürfen, aber jetzt erhielt ich eine ganz außergewöhnliche. "Wenn Sie nur hier wären, würde ich mich mit einem ABRCO FORTE bei Ihnen bedanken", schreibt Horst Dege - unser Landsmann, der sein brasilianisches Besitztum in jüngere deutsche Hände übergeben möchte. Ich kenne solche südamerikanischen Dankesbezeugungen von den Freunden meines in Chile geborenen Mannes, wenn auch auf spanisch, und deshalb hätte Herr Dege mir auch nicht zu erklären brauchen, daß es sich um eine feste Umarmung mit einem Danke von ganzem Herzen handele, gebe diese nette Definition aber gerne weiter. Sein Dank kann sich leider bisher nur auf die Veröffentlichung in der PAZ / Das Ostpreußenblatt beziehen, denn bis zum 19. Juli hatte sich noch kein Leser gemeldet, der sich für eine Übernahme des in der Nähe von Sao Paulo gelegenen Anwesens interessiert, das ich in Folge 24 geschildert hatte. Allerdings muß ich einige Angaben korrigieren - sie waren in Herrn Deges Schreiben in einem Mix aus Deutsch und Portugiesisch gehalten. Im Klartext: Herrn Deges Anwesen besteht aus fünf Häusern, zwei mit Erd- und Obergeschoß und drei Apartementos - total zehn Wohneinheiten.

Seine Wunschfamilie wird sich aber so leicht nicht finden lassen, nun gut, sie ist auch als Beispiel gedacht. So könnte ein jüngeres Mitglied der Sippe die Gastwirtschaft mit Lanchonete, ein Sohn den Tischlereibetrieb, der Vater Orchideenzucht und Pilzkulturen in Eucalipto übernehmen, und für die Clanmutter ergäben sich Verwaltungsaufgaben und ein Ausbau des Tourismuszweiges. Klingt eher nach Vorlage für einen Familienroman, aber Herr Dege will damit die vielfältigen Möglichkeiten aufzeigen, die sich Interessenten bieten würden. Es gibt nach seinen Angaben viele deutsche Rentnerehepaare, die ihren Wohnsitz nach Brasilien verlegt haben - wegen des vergleichsweise starken Euro. Herr Dege hat als gebürtiger Treuburger in erster Linie an ostpreußische Landsleute gedacht. Über die Konditionen kann ich hier keine Angaben machen, sie können aber über uns erfragt werden, soweit diese uns mitgeteilt wurden. Es ist aber ratsamer, sich direkt an Herrn Dege zu wenden. Hier noch einmal die Anschrift: Horst Dege, Caixa Postal 138 - CEP 12.400.000, Pindamonhangaba-Sao-Paulo-SP, Telefon/Fax: (12) 36 42 18 83, E-Mail: hdege@uol.com.br .

Eine kleine Korrektur muß ich auch bezüglich der in Folge 29 veröffentlichten Frage von Monika Guddas aus Berlin, die Kunstgegenstände aus dem ehemaligen Mohrunger Pfarrhaus betrifft, anbringen. Sie hatte bei der Angabe ihrer Telefonnummer eine Ziffer verwechselt. Hier die richtige Rufnummer von Frau Guddas: (0 30) 4 14 34 61. Das ist nun leider schon mehrmals passiert, und deshalb bitte ich, Telefon- und Faxnummern vor der Absendung noch einmal sehr genau zu überprüfen. Und immer die genaue Postanschrift angeben!

Hätte Petra Höpfner diese Fehler nicht noch selber erkannt, wäre wieder ein umständliches Nachfassen nötig gewesen. Aber so schickte sie ihrer ersten E-Mail noch eine zweite mit der richtigen Telefonnummer und der vollständigen Adresse hinterher. So kann ich also ihren Wunsch bringen, den sie mit einem für unsere Ostpreußische Familie so treffenden Satz einleitet: "Die Hoffnung läßt das Ziel nicht aus den Augen!" Petra Höpfner hofft nun, daß sie über unsern Leserkreis diesem Ziel näherkommt, das da heißt: Auskunft über ihre Großmutter Amalie Kretschmann. Die geborene Tolksdorf stammte aus dem ermländischen Bürgerwalde, heiratete nach Schuditten im Samland und verstarb 1944 in der Heil- und Pflegeanstalt Tapiau. Es ist das Schicksal einer ostpreußischen Landfrau, das die Enkelin noch 60 Jahre nach ihrem Tod beschäftigt, mehr denn je. "Was verbindet sind Sehnsüchte, die Ungewißheit, vielleicht auch gleiche Charaktere - ein unsichtbares Band. Stück für Stück habe ich ihr Leben erforscht." Das sind Erinnerungen an das Brotbacken, das Storchennest auf dem Stallgebäude, an einen weißen Zaun um den Bauerngarten, an den guten Leumund der Großmutter, an deren stete Freundlichkeit und Gutmütigkeit. Zwei Töchtern schenkt sie das Leben: Hedwig, Mutter von Frau Höpfner, und deren Schwester Edith. Ihren ersten Mann verlor sie durch einen Unfall. Die Belastung durch Land- und Viehwirtschaft, Haushalt und Kindererziehung war groß, so daß sie ein zweites Mal heiratete. Aufgrund des Erbbauerngesetzes konnte sie den Hof nicht behalten. Ihr Mann mußte an die Front. Irgendwie verkraftete Amalie Kretschmann das alles nicht und kam in die Heil- und Pflegeanstalt Tapiau. Dort starb sie am 10. April 1944.

Jetzt fragt Frau Hoepfner: "Kann mir jemand von den Lesern sagen, wo die Verstorbenen beerdigt wurden? Gibt es vielleicht noch Patientenlisten? Hat jemand dort gearbeitet und kann mehr über die Anstalt sagen?" Mit ihrer Großmutter war die kleine Petra öfters bei den Urgroßeltern in Königsberg zu Besuch. Anton und Agathe Tolksdorf wohnten in der Wiebestraße 94. Anton Tolksdorf hat einer Königsberger Kirche einen Seitenaltar mit der Mutter Gottes gestiftet. Welche Kirche das war, hätte die Urenkelin auch gerne gewußt. Da die Wiebestraße zwischen Lawsker Allee und Arndtstraße lag, könnte es die Ratshöfer Kirche gewesen sein, zumal diese ja erst 1937 als Christuskirche eingeweiht wurde. Sie war übrigens der letzte Kirchenbau Königsbergs, ein Werk des Architekten Kurt Frick. Der erste und wohl auch letzte Pfarrer war W. Schliewe. Ich bringe bewußt diese Namen, da vielleicht in den Familien der Genannten noch Unterlagen über die Kirche vorhanden sind, mit denen die Frage nach dem gestifteten Altar gelöst werden könnte. (Petra Höpfner, Oststraße 6 in 08468 Schneidenbach, Telefon 0 37 65 / 6 54 61.)

Nicht umsonst habe ich in der letzten Zeit unsere Ostpreußische Familie auch als "Fundgrube" bezeichnet. In diese reiht sich nun das Angebot von Sigrid und Siegfried Dobat ein, denen auf ihrer letzten Ostpreußenreise in Gumbinnen von einer Russin deutsche Briefe übergeben wurden. Es handelt sich um Korrespondenz aus den Kriegsjahren. Die Briefe sind an und von einer Familie von Ahnen geschrieben, leider fehlt die Anschrift. Fritz von Ahnen war Polier/Schachtmeister und Anfang des Krieges in einem Gemeinschaftslager in Memel untergebracht. Das ist der einzige Anhaltspunkt. Es ist nicht einmal erwiesen, daß die Familie aus Ostpreußen stammt. Der Name ist vor allem an der Niederelbe sehr verbreitet. Immerhin hofft das Ehepaar Dobat, daß es die Briefe in die richtigen Hände geben kann. (Sigrid und Siegfried Dobat, Alt Frösleer Weg 95 in 24955 Harrislee.)

Eure Ruth Geede


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