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30.10.04 / Aus den Heimatkreisen

© Preußische Allgemeine Zeitung / 30. Oktober 2004


Aus den Heimatkreisen

GUMBINNEN

Kreisvertreter: Eckard Steiner, Schöne Aussicht 35, 65510 Idstein/Taunus, Telefon (0 61 26) 41 73

51. Bundestreffen der Gumbinner und Salzburger - Ganz im Zeichen der seit 50 Jahren bestehenden Patenschaft Bielefeld - Gumbinnen stand das diesjährige Bundestreffen der Gumbinner in Bielefeld. Fast bis auf den letzten Platz mit Gästen gefüllt war die Aula der Gesamtschule Bielefeld-Stieghorst. Zu dem Bundestreffen gehört auch die jährliche Kreisversammlung, in der die Mitglieder die für die Kreisgemeinschaft wichtigen Angelegenheiten beraten, Beschlüsse fassen und Wahlen durchführen. Nachdem die Vorstandsmitglieder über ihre Tätigkeiten im abgelaufenen Geschäftsjahr und die Kassenprüfer in ihren Prüfungsberichten über die beanstandungsfreien Prüfungen berichtet hatten, wurde dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Die Entwicklung der letzten Jahre hatte es zudem erforderlich gemacht, die Satzung in der Fassung von 1994 zu ändern. Die Kreisversammlung beschloß daher, eine den Mitgliedern der Kreisgemeinschaft zusammen mit der Einladung vorgelegte Satzungsänderung. - Mit Ablauf dieses Geschäftsjahres läuft auch die Amtszeit des amtierenden Vorstandes aus, was eine Neuwahl erforderlich machte. Es wurde bei jedem Wahlaufruf aus den Reihen der Versammlung Wiederwahl gewünscht. Bis auf den derzeitigen stellvertretenden Stellvertreter des Vorsitzenden des geschäftsführenden Vorstandes Frank-Dieter Willeweit, der sich für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung stellte, wurden von der Versammlung für den geschäftsführenden Vorstand gewählt: Vorsitzender Eckard Steiner, stellvertretende Vorsitzende Karin Banse, Schriftführer Hein Urbat, 1. Schatzmeisterin Ursula Schmeelke und Schriftleiter des Gumbinner Heimatbriefes Siegfried Schmidt. Für die Sachbereiche der Beiräte wurden gewählt: Sachgebiet, 2. Schatzmeister Artur Meitsch, Sachgebiet Redakteur Heimatbrief Siegfried Schmidt, Sachgebiet Veranstaltungen - Termine und Berichte Erwin Heisrath, Sachgebiet Familiennachrichten Gerhard Döring, Sachgebiet Elektronische Datenverarbeitung Siegfried Schmidt, Sachgebiet Kontakte und Veranstaltungen in Bielefeld Ulrich Peitschat und Sachgebiet zur besonderen Verwendung, hier Kontakte zur Heimatstadt Gusew (Gumbinnen) Richard Mayer. Als Kassenprüfer wurden Dieter Sturm und Harald Tank wiedergewählt. Die bisherigen für den Vorstand der Stiftung Gumbinnen zu wählenden Mitglieder Karl-Friedrich von Below, Karl-Fritz Hoff, Artur Klementz und Eckard Steiner wurden ebenfalls wiedergewählt. Für das Sachgebiet Archivwesen konnte kein geeigneter Bewerber gefunden werden. Der Vorstand will sich um einen solchen bemühen und ihn in der nächsten Mitgliederversammlung zur Wahl vorschlagen. Für den Vorstand der Stiftung Gumbinnen wurden Karl-Friedrich von Below, Karl-Fritz Hoff, Artur Klementz und Eckard Steiner wiedergewählt. - Am Sonntagvormittag fand dann die Feierstunde anläßlich des 50jährigen Bestehens der Patenschaft Bielefeld-Gumbinnen statt, zu der eine Anzahl von Ehrengästen, wie unter anderem Bürgermeister der Stadt Bielefeld Horst Grube und eine Delegation von Gumbinnen (Gusew) unter Leitung des stellvertretenden Bürgermeister Ivanow begrüßt werden konnten. In seinem Grußwort würdigte Bürgermeister Grube die Bedeutung der Patenschaft und sicherte auch weiterhin den gedeihlichen Fortbestand zu. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch den ostpreußischen Singkreis Gütersloh unter der Leitung von Ursula Witt. - Neben den offiziellen Veranstaltungen blieb den Gästen an beiden Tagen aber auch noch genügend Gelegenheit für persönliche Gespräche. Für Unterhaltung sorgte der von Gumbinnen (Gusew) angereiste bekannte Kant-Chor, der immer wieder durch seine Auftritte begeisterte. Auch der Auftritt der "Leineweber Trachtengruppe" der BTG Bielefeld erntete begeisterten Beifall. - Das Veranstaltungswochenende der Kreisgemeinschaft in Bielefeld hat wieder einmal gezeigt, daß für jeden etwas geboten wird und ein Besuch sich immer lohnt.

 

KÖNIGSBERG-STADT

Stadtvorsitzender: Klaus Weigelt. Geschäftsstelle: Annelies Kelch, Luise-Hensel-Straße 50, 52066 Aachen. Patenschaftsbüro: Karmelplatz 5, 47049 Duisburg, Tel. (02 03) 2 83-21 51

Königin Luise-Oberschule - Zum Treffen der Schulgemeinschaft waren 70 ehemalige Schülerinnen mit einigen Angehörigen angereist. Sie kamen aus allen Teilen Deutschlands. Die drei ältesten Mitschülerinnen gehörten dem Abiturjahrgang 1936 an. Auch von der russischen Nachfolgeschule, der Schule 41, konnte die Schulsprecherin Brunhild Roschanski zwei Lehrkräfte, die stellvertretende Schulleiterin, Larisa Plieva, und die Deutschlehrerin, Nina Saraeva, herzlich begrüßen. Nach klassenübergreifenden frohen Wiedersehensbegegnungen sah man abends den Film "Königin Luise" von 1957. Am nächsten Tag gab es ein reichhaltiges Programm. Nach der Begrüßung aller Teilnehmer durch Brunhild Roschanski folgten ausgezeichnete musikalische Darbietungen, Operngesang mit Klavierbegleitung durch Ingeborg Roloff geb. Robiller, und Brigitte Robiller. Es gab die Totenehrung seitens Hildegard Laws geb. Weber, und dann sprach die Larisa Plieva über die heutige Situation der Schule 41 in "Kaliningrad". Die Schülerzahl an der Schule hat sich in den letzten zwei Jahre beachtlich reduziert. Die Kinder kommen aus sozial und finanziell sehr unterschiedlichen Familien. Besonders erfreut hat die Ehemaligen die Mitteilung, daß in der Schule auch über die Geschichte der Stadt vor 1945 gelehrt wird. Plieva betonte das gute Verhältnis der Schule 41 zu unserer Schulgemeinschaft und wiederholte die Einladung der Schule zum 750jährigen Jubiläum der Stadt Königsberg, die Schule sein ein Symbol der Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart. Die Bürgermeisterin der Stadt Münster, Karin Reismann, übermittelte die Grüße der Stadt und insbesondere des Oberbürgermeisters Dr. Berthold Tillmann. Ihr gelang es, die Mitschülerinnen von der Attraktivität der Stadt zu überzeugen, wobei sie zum Ausdruck brachte, daß Münster die kinderfreundlichste und fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands sei. Nach weiteren Musikeinlagen referierte Prof. Dr. Renate Knoll über die "konträren philosophischen Grundpositionen von Immanuel Kant und Johann Georg Hamann", der in Münster begraben liegt. Es war ein wissenschaftlich anspruchsvoller Vortrag. Zu Mittag gab es traditionsgemäß Königsberger Klopse nach Originalrezept. Das Nachmittagsprogramm begann mit Dias vom alten und neuen Königsberg, die Brunhild Roschanski zusammengestellt hatte. Nach russischen Romanzen für Klavier und Gesang folgte ein Videofilm von 1989 über Cranz und Rauschen. Dias wie Film ließen alte Kindheitserinnerungen wieder wach werden. Es wurden dann die vier anwesenden Mitschülerinnen, die 1944 das letzte Abitur an der Königin Luise-Schule abgelegt hatten, mit kleinen Blumensträußen bedacht. Nach dem Kassenbericht ging Roschanski auf die Gemeinschaftsfahrt zum 750jährigen Jubiläum von Königsberg ein, welches nach Angaben der Stadtgemeinschaft Königsberg vom 5. bis 14. August 2005 stattfinden wird, und zu der sich bereits 55 Mitschülerinnen nebst Angehörigen angemeldet haben. Das Programm von russischer Seite ist noch nicht bekannt, auch zusätzliche Verkehrsanbindungen von Deutschland nach Königsberg sind noch offen. Gabriele Ritzke geb. Woltag, bedankte sich im Namen der Schulgemeinschaft bei Brunhild Roschanski für die gelungene Organisation des Treffens. Am Sonntagmorgen startete man noch zu einer Busfahrt nach Warendorf. Unter sachkundiger Führung wurde dort die Altstadt, die Laurentiuskirche und das westfälische Landesgestüt besichtigt. Laut Reiseführer das erfolgreichste Pferdegestüt Europas, und in Warendorf arbeitet die beste Reitschule Deutschlands. Wir trennten uns in der Hoffnung, uns 2005 zur Fahrt nach Königsberg wiederzusehen.

Jahrestreffen Ponarther Mittelschule - Mit über 70 Teilnehmern haben auch 2004 wieder Ponarther Mittelschüler und Landsleute einen erfolgreichen Beitrag dafür geliefert, das auch im 59. Jahr danach das Bekenntnis zur Heimat keine angedeutete Geste ist, sondern der tief verwurzelten Liebe zur angestammten Heimat entspringt. Drei Tage genügten den Marjellen und Bowkes kaum für den Austausch ihrer Erinnerungen und Neuplanungen für die Zukunft, wo ein besonderer Augenmerk der Geburtstagsfeier Königsbergs im nächsten Jahr galt, Anlaß einer Gemeinschaftsfahrt an den Pregel vom 3. bis zum 12. August 2005. Daneben wurde auch über eine Wiederholung der Reise "Ostpreußen komplett" vom 23. Juni bis 2. Juli im nächsten Jahr gesprochen. Die notwendige Jahreshauptversammlung, die Ponarther Gemeinschaft ist ein eingetragener Verein, gedachte nach der Begrüßung durch Horst Glaß zunächst der verstorbenen Ehemaligen seit der Veranstaltung 2003, aber auch jener Verschiedenen der Jahre und Jahrzehnte seit Flucht und Vertreibungsbeginn. Im weiteren Verlauf der Versammlung stellten Horst Glaß und Werner Gutzeit ihre Jahresberichte vor, wobei nach der am Vortag erfolgten Kassenprüfung dem Schatzmeister, Werner Gutzeit, von den Prüfern durch Eva Seyfried ein besonderes Lob ausgesprochen wurde für die hervorragende Kassenführung, vor der Entlastung des Gesamtvorstandes. Sodann wurde die Frage nach dem Fortbestand oder der Auflösung des Vereins gestellt, da im nächsten Jahr Turnusgemäß eine Neu- oder Wiederwahl des gegenwärtigen Vorstandes ansteht. Einmütig wurde die Meinung vertreten, die Vereinsarbeit noch nicht zu beenden, dies läßt hoffen, auch bei künftigen Treffen fast 100 Teilnehmer begrüßen zu können. Gern besucht wurden am zweiten Tag der Zusammenkünfte auch die Diavorträge von Sigrid Krüger und Lieselotte Fischer zu unterschiedlichen Heimatthemen. Höhepunkt des Jahrestreffens war aber der Festabend im Kurhotel, den wie bereits in vielen, vielen Jahren vorher Werner Gutzeit als besondere Überraschung vorgeplant und gestaltet zur Freude der Anwesenden. Neben dem kalt/warmen Büfett war einer der Höhepunkte des verlängerten Abends ein vielfältiger Vortragskünstler, der nicht nur mit Worten unterhielt, sondern auch als Zeichner bis Veranstaltungsende viele Portraits zeichnete. Selbstverständlich wurde auch kräftig getanzt. Beschlossen wurde der Festabend mit dem traditionsgemäßen Abgesang, für den sich die Versammelten im Kreis aufstellten und gemeinsam sagen. Vor dem letzten gemeinsamen Mittagsmahl fanden sich die angereisten Ponarther zu einer Ökumenischen Morgenandacht im Sternsaal zusammen, die der Ehemalige Mitschüler Hans-ernst Zacharias zu einem ganz besonderen Erlebnis zu gestalten wußte mit der Frage nach dem ewigen Leben. Es waren gute Tage, die die Ponarther miteinander verbrachten, und vielfältig am Ende der Zusammenkunft das Versprechen: "Auf Wiedersehen 2005". Auskünfte zum Treffen 2005 und den Reisen zum Geburtstag von Königsberg im August 2005 erteilt Horst Glaß, Hörder Straße 55, 44309 Dortmund, Fax (02 31) 25 52 18.

 

LYCK

Kreisvertreter: Gerd Bandilla, Agnes-Miegel-Straße 6, 50374 Erftstadt-Friesheim. Stellvertreter: n. N. Karteiwart: Siegmar Czerwinski, Telefon (0 22 25) 51 80, Quittenstraße 2, 53340 Meckenheim. Kreisältester: Alfred Masuhr, Reinickendorfer Straße 43a, 22149 Hamburg

Kreisältester Alfred Masuhr wurde 80 Jahre alt - Alfred Masuhr wurde am 24. Oktober in Kölmersdorf, Kr. Lyck, geboren. Nach dem Schulabschluß begann er 1939 seine Ausbildung im Betriebs- und Verkehrsdienst beim Grenz-Bahnhof Prostken. Nach dem Kriegsdienst und Gefangenschaft (zuletzt Unteroffizier) setzte er seine Laufbahn bei der Deutschen Reichsbahn in Hamburg fort. 1981 wurde er als Bundesbahn-Hauptsekretär pensioniert. Seit 1951 ist Alfred Masuhr mit Dorothea geb. Orth verheiratet. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor. Geschäftsführer der Kreisgemeinschaft Lyck wurde Alfred Masuhr im Jahre 1981. Dieses Amt hatte er bis 2003 inne. Während dieser ganzen Zeit war er, wie bereits oft gesagt, die "gute Seele" der Kreisgemeinschaft Lyck, insbesondere aber auch die "rechte Hand" des Kreisvertreters. Nebenher ist Alfred Masuhr seit 1983 Ortsvertreter seines Heimatdorfes Lindenfließ und seit 1989 auch Bezirksvertreter des Bezirks Scharfenrade. Die Kreisgemeinschaft Lyck hat Alfred Masuhr viel zu verdanken. Im Jahre 2000 wurde er mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Landsmannschaft Ostpreußen ausgezeichnet. Auf Grund seiner Verdienste wurde Alfred Masuhr am 31. August 2003 zum Kreisältesten auf Lebenszeit ernannt. Kreisausschuß und Kreisvertreter gratulieren Alfred Masuhr herzlich zum seinem runden Geburtstag und wünschen ihm noch viele Jahre bei guter Gesundheit.

 

ORTELSBURG

Kreisvertreter: Edelfried Baginski, Tel. (02 09) 7 20 07, Schweidnitzer Straße 21, 45891 Gelsenkirchen. Geschäftsführer: Manfred Katzmarzik, Telefon (02 31) 37 37 77, Am Kirchenfeld 22, 44357 Dortmund

Ortelsburger Oberschulen - Das Heimattreffen der Ortelsburger Oberschulen vereinte die ehemaligen Ortulfschülerinnen und Hindenburgschüler zum 25. Mal in den Räumen des Kurhauses von Bad Harzburg. Bereits am Freitagabend konnten wir knapp 120 Ehemalige mit ihren Angehörigen, den "angelernten Ostpreußen" begrüßen. Da uns das Café und das Restaurant zur Verfügung standen, hatten wir viel Platz. Es herrschte eine erfreulich gute Stimmung, bei der Gruppen und Grüppchen beim Plachandern in Erinnerungen schwelgten. Zum Frühschoppen am Sonnabendvormittig trafen sich fast ausschließlich die "Hindenburger" mit ihren Angehörigen. Hier konnten auch noch einige Neuankömmlinge begrüßt werden. Die Gespräche vom Vorabend wurden fortgesetzt. Erinnerungen aus der Schulzeit und dem Leben in unserer masurischen Heimat ließ die Zeit bis zum Mittagessen wie im Fluge vergehen. Das Treffen wurde am Sonnabendnachmittag mit getrennten Jahresversammlungen der beiden Schulen mit gemeinsamem Kaffeetrinken fortgesetzt. Die Zusammenkunft der ehemaligen Ortulfschülerinnen hatte diesmal einen besonderen Charakter. Die letzten "echten" Abiturienten feierten ihr 60jähriges Abitur. Nach 1944 hat es an der Schule keine Abiturientenprüfung mehr gegeben, denn ein Jahr später waren wir schon in alle Winde zerstreut. Somit war der Zeitpunkt gekommen, daß das schöne Ritual, dem jeweiligen Abiturjahrgang noch einmal im Nachhinein symbolisch Alberten zu schenken, ein Ende gefunden hatte. Die Alberten, kleine Anstecknadeln aus Silber und auch aus Gold, gehen auf das Jahr 1817 zurück. Nach den Befreiungskriegen wurde es in Königsberg Mode, daß die Studenten nach Abschluß ihrer Schulzeit diese Nadeln getragen haben. Bald machten sich alle Gymnasien diesen Brauch zu eigen. Bis 1944 hat sich dieses Verfahren gehalten. Nun ist dieser Vorgang abgeschlossen und kann nicht wiederholt werden. Ansonsten herrschte eine frohe Stimmung. Alle sind älter geworden, die Teilnehmerzahl verringert sich zwangsläufig. Das fortgeschrittene Alter läßt es bei vielen nicht mehr zu, eine Reise nach Bad Harzburg zu unternehmen. Wie es auf die Dauer weitergehen soll, weiß niemand. Jedenfalls haben wir den letzten Leitungen der beiden Oberschulen eine gute Zeit zu verdanken, mit viel Kraft und Überlegungen haben sie uns glückliche Erinnerungen beschert. Die Jahresversammlung der ehemaligen Hindenburgschüler stand unter dem Zeichen der Ablösung der bisherigen Vorstandsmitglieder Werner Zabel, Guido Riemann und Gerhard Höfert durch Neuwahlen von jüngeren Schulfreunden. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden wurden die Schulkameraden geehrt, die in den letzten Monaten verstorben sind. Dann folgten Kassenbericht und Kassenprüfungsbericht, der Vorstand wurde einstimmig entlastet. Der 1. Vorsitzende dankte den Anwesenden für das Vertrauen für die letzten 10 Jahre. Ebenso bedankte er sich für die regelmäßigen Spenden, ohne die unsere lockere Vereinigung mit den regelmäßigen Treffen nicht hätte funktionieren können. Er erklärte bei der in den letzten Rundbriefen geäußerten Aussage zu bleiben, künftig nicht mehr für die Aufgaben des Vorstandes zur Verfügung zu stehen, denn 10 Jahre reichen mit Rücksicht auf das Alter aus. Nach dem Dank an alle Vorstandsmitglieder für die gemeinsame gute Zusammenarbeit zum Wohle der Vereinigung und der Überreichung von kleinen Buchgeschenken trat der bisherige Vorstand zurück. Einstimmig wurden nunmehr die Schulfreunde Wille Berwein zum Vorsitzenden und Erwin Syska zum Schatzmeister gewählt. Beide nahmen die Wahl an. Sie stellten sich mit kurzen Abrissen ihrer Lebensläufe vor und dankten der Versammlung für das entgegengebrachte Vertrauen. Alle waren sich darüber einig, die jährlichen Treffen in Bad Harzburg beizubehalten, um die jetzigen Verbindungen mit den Ortulfschülerinnen und unseren eigenen Schulfreunden nicht abreißen zu lassen. Aus den Reihen der Versammlung schlug Arno Puzicha vor, den bisherigen 1. Vorsitzenden zum Ehrenvorsitzenden zu wählen, was von der Versammlung beifällig begrüßt wurde. Die Wahl erfolgte einstimmig. Werner Zabel zeigte sich überrascht und bedankte sich. Anschließend berichtete der Vorsitzende der Kreisgemeinschaft über seine Arbeit, das in Herne mit über 100 Teilnehmern ausgetragene Kreistreffen, über die gute Zusammenarbeit mit dem Oberbürgermeister der Patenstadt Herne und über die Gründung eines Vereins "Kameradschaft Yorckscher Jäger und Fallschirmjäger" zur Pflege der Yorck-Jäger-Tradition beim Fallschirmjägerbataillon 373. dieser verein steht auch den Angehörigen der Garnisonstadt Ortelsburg offen. Edelfried Baginski gab auch bekannt, daß im Einvernehmen mit dem Bürgermeister der Stadt Szczytno ein Gedenkstein am 8. Mai 2005 im früheren Anderspark aufgestellt werden soll und der Park wieder die Bezeichnung "Anderspark" erhalten wird. Zum 8. Mai 2005 sollen ein oder zwei Busse von der Kreisgemeinschaft zur Fahrt nach Masuren eingesetzt werden. Am Abend trafen wir uns zum geselligen Beisammensein mit gemeinsamem Abendessen. Das Kurorchester spielte in kleiner Besetzung zur Unterhaltung und zum Tanz auf. Es wurde auch wieder viel plachandert. Wir suchten gegen 23 Uhr unsere Quartiere auf und waren uns einig, daß es auch in diesem Jahr ein gelungener Abend mit einer guten Stimmung war. Der Höhepunkt des Treffens war wieder die traditionelle Matinee am Sonntagmorgen. Anwesend waren etwa 150 Personen, die noch vom alten Vorsitzenden begrüßt wurden. Die Veranstaltung wurde dieses Mal vom Singekreis Ortelsburg aus Bad Harzburg unter Leitung von Anne Gret Vogt umrahmt. Für den literarischen Teil konnte in diesem Jahr Gert O. E. Sattler verpflichtet werden, der in drei Blöcken temperamentvoll über ostpreußische Personenkunde, aus der Storchenpost und der Heimat als Herzenssache in Prosa und Lyrik referierte. Er und auch der Singekreis wurden mit viel Beifall verabschiedet. Am Ende der Veranstaltung dankte Liselotte Niklaus-Paschkow- ski, die Sprecherin der Ortulfschülerinnen allen Mitwirkenden und dem bisherigen Vorstand der "Vereinigung ehemaliger Lehrer und Schüler der Hindenburgschule" für die Gestaltung der Matinee. Gleichzeitig bedankte sie sich für die gute Zusammenarbeit und das gute Einvernehmen zwischen beiden Schulgemeinschaften in den letzten zehn Jahren. Sie sprach die Hoffnung auf ein gesundes Wiedersehen im nächsten Jahr vom 23. bis 25. September in Bad Harzburg aus.

(Fortsetzung aus Folge 43)

 

PREUSSISCH HOLLAND

Kreisvertreter: Bernd Hinz. Geschäftsstelle: Telefon (0 48 21) 6 03-3 64, Reichenstraße 23, 25524 Itzehoe

1.3.2 Rückblick auf 50 Jahre Patenschaft - Ein herausragendes Ereignis war der 50. Jahrestag der Patenschaftsübernahme durch die Stadt Itzehoe und den Kreis Steinburg für die Kreisgemeinschaft Pr. Holland. Beim letztjährigen Kreistreffen am 6. und 7. September 2003 wurde dieses Jubiläum feierlich begangen. Vorausgegangen war eine Fotoausstellung in der Sparkasse in Steinburg, Dithmarscher Platz, Itzehoe, unter dem Titel: "Pr. Holland einst und jetzt", die am 20. Juni 2003 eröffnet wurde. Parallel zum Kreistreffen wurde die Fotoausstellung "50 Jahre Partnerschaft" im Rathaus-Foyer gezeigt. In der Presse und im Heimatbrief Nr. 20 wurde bereits ausführlich über dieses Ereignis berichtet.

1.3.3 Partnerschaftsvertrag zwischen dem Kreis Elbing und der Kreisgemeinschaft Pr. Holland - Nachdem beim Besuch in Elbing vom 1. bis 8. August 2003 eine Einigung über den Inhalt des Partnerschaftsvertrages - der Partnerschaftsvertrag mit der Stadt Pr. Holland von 1998 wurde wörtlich übernommen - erreicht werden konnte, fand am 5. Oktober 2003 in Köln die Unterzeichnung statt. Die Anwesenheit der gesamten kommunalpolitischen Funktionsträger des Kreises Elbing und der Stadt Pr. Holland bei diesem Festakt zeigte deutlich die politische Bedeutung dieses Vertrages.

1.3.4 Die Kulturarbeit der Kreisgemeinschaft - "Neben der politischen Arbeit ist die Kulturarbeit der Kreisgemeinschaft ein wichtiger Aufgabenbereich", so Kreisvertreter Bernd Hinz in seinem Tätigkeitsbericht. In diesem Zusammenhang erwähnte er den Heimatbrief des Kreises Pr. Holland, der jährlich herausgegeben wird und in diesem Jahr zum zwanzigsten Mal in ununterbrochener Folge erschienen ist. Auf etwa 160 Seiten werden die Ergebnisse der Forschungsarbeiten über den Kreis Pr. Holland veröffentlicht. Zur Zeit erreicht die Jahresschrift etwa 5.000 Leser. Zu dem von Bernd Hinz vor zwanzig Jahren initiierten Großprojekt "Gemeindedokumentationen des Kreises Pr. Holland" konnte berichtet werden, daß mehr als 70 Prozent der Gemeinden dokumentarisch erfaßt sind. Im Berichtszeitraum konnte Kurt Jordan die Dokumentation über die Gemeinden der Kirchspiele Schmauch und Reichwalde abschließen und Horst Zlomke hat die Dokumentation über die Gemeinde Krapen fertiggestellt. Die Arbeit der umfangreichen Chronik über das Kirchspiel Marienfelde hat sich wegen dringender Arbeiten des Autors in weiteren Vertriebenenorganisationen verzögert. Die Herausgabe ist nun für 2005 vorgesehen. An der Chronik für das Kirchspiel Schönberg arbeitet bereits Walter Neuber. Der Historiker Gerald Schuster und Horst Zlomke werden gemeinsam das Kirchspiel Blumenau bearbeiten. Ferner wird sich Frau Prof. Dr. Ina Ebert der Verwaltungsgeschichte des Kreises Pr. Holland annehmen. Schließlich steht Landsmann Dr. Hans-Werner Rautenberg vom Gottfried-Herder-Institut für wissenschaftliche Aufsätze und Referate zur Verfügung.

1.3.5 Das "Haus der Heimat" in Itzehoe - Das "Haus der Heimat" kann von interessierten Einzelpersonen und Gruppen nach vorheriger Terminabsprache mit der Geschäftsführerin der Kreisgemeinschaft, Gudrun Collmann, besichtigt werden. Der außergewöhnlichste Besuch des Jahres kam aus den USA. Im Juni hat eine Delegation des Steuben-Komitees aus New York das Kulturhaus der Kreisgemeinschaft besichtigt. Darüber hinaus war das Haus in die 2. Itzehoer Kulturnacht als Veranstaltungsort für eine Autoren-Lesung eingebunden und am Tag des offenen Denkmals, am 12. September 2004, für Besucher geöffnet.

1.3.6 Das Archiv der Kreisgemeinschaft - Durch die weitere Zuführung von etwa 30.000 Blättern aus deutschen und polnischen Archiven steht den Heimatforschern und Chronikschreibern umfangreiches Material zur Verfügung. Von besonderer Bedeutung sind die Kreisblätter des Kreises Pr. Holland, die nun seit 1833 vorliegen, die Verwaltungsberichte der Landräte seit 1879 sowie 23 Akten der Kirchenbücher der Kirchspiele Hirschfeld und Reichenbach. In den Kreisblättern ist auch die "Topographie der Stadt Preußisch Holland und ihrer Umgebung in historischer, statistische und medizinischer Beziehung" von Dr. Carl Gottfried Creutzwieser aus dem Jahr 1838 abgedruckt. Damit liegt nun auch ein Original der zweitältesten Chronik über die Stadt Pr. Holland vor. Bereits vorhanden sind Originale der drittältesten und viertältesten Chronik. An Exponaten konnten unter anderem erworben werden ein Brief der Gräfin Dohna an eine Hohenzollernprinzessin und das Original-Aquarell aus dem 19. Jahrhundert mit dem Wappen des Grafen von Dohna. Kurz vor der Kreisausschußsitzung hatte Lm. Kurt Jordan dem Kreisvertreter für die Heimatstube eine Nachbildung des Altarfensters der Schmaucher Kirche überreicht.

1.3.7 Die grenzüberschreitende Arbeit in der Heimat - Als zentrales Aufgabengebiet für die Kreisgemeinschaft nannte Kreisvertreter Bernd Hinz die enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verein in Pr. Holland und mit den führenden kommunalen Repräsentanten der Stadt Pr. Holland sowie des Kreises Elbing. Der Deutsche Verein Pr. Holland wurde und wird in kulturellen, humanitären und organisatorischen Angelegenheiten wie auch materiell unterstützt. Die ideelle Betreuung obliegt seit der Gründung am 21. Juli 1991 dem Heimatbeauftragten Fritz Folger. Dem Jugendbeauftragten der Kreisgemeinschaft, Gerald Schuster, ist es gelungen, gemeinsam mit Monika Maluch eine Jugendgruppe in Pr. Holland zu gründen. Im Juni 2004 haben mit führenden kommunalen Repräsentanten der Stadt Pr. Holland in Hürth viertägige Arbeitsgespräche stattgefunden. Hierbei wurden weitere Maßnahmen der Denkmalspflege abgestimmt. Zwei Abschnitte der historischen Stadtmauer - an der Mauergasse hinter den Grundstücken an der Reiterstraße und ein fehlendes Stück im Bereich der Poststraße - sollen als nächste restauriert werden. Ferner wird auf dem früheren evangelischen Friedhof in Pr. Holland eine Totengedenkstätte errichtet. Sie soll insbesondere an die Deutschen aus der Stadt und dem Kreis Pr. Holland erinnern, die durch den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen ums Leben gekommen sind. Wie es der vorgesehene zweisprachige Text auf dem Gedenkstein zum Ausdruck bringt, soll auch an alle Deutschen und Polen erinnert werden, die auf diesem Friedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Ein Projekt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit konnte der Kreisvertreter vorstellen: den zweisprachigen Stadtplan der Stadt Pr. Holland. Er konnte noch gerade rechtzeitig zum Kreistreffen in einer Auflage von 1.000 Exemplaren fertiggestellt werden. Schließlich berichtete Bernd Hinz über erfolgte Stadtverschönerungsarbeiten in Pr. Holland. Die Promenade hat Ruhebänke, Abfallbehälter und eine Toilette erhalten, ferner sind Bäume und Sträucher beschnitten worden. Mitgebrachte Fotos zeigen, daß das jetzige Aussehen wieder an frühere Zeiten erinnert. Außerdem hat die Stadt eine Springbrunnenanlage erhalten. (Fortsetzung folgt)

 

WEHLAU

Kreisvertreter: Joachim Rudat, Telefon (0 41 22) 87 65, Klinkerstraße 14, 25436 Moorrege

(Fortsetzung aus Folge 43)

Deutlich mehr Besucher als am Vortag - Am Sonnabend hatte sich eine erfreulich größere Besucherzahl eingefunden. Harry Schlisio stellte in einem Nebenraum nach Kirchspielen sortiert in Form einer Diashow unsere Heimatbücher vor, was sehr interessiert aufgenommen wurde. Besonders gut kam die Dia-Vorführung auf einer Riesenleinwand nach ausgesuchten Bildern über ganz Ostpreußen an, die das junge Vorstandsmitglied René Nehrung in mehreren Teilen dem sehr aufmerksamen Publikum im großen Saal vorstellte. Dieser große Raum wirkte durch die tolle Dekoration sehr aufgelockert. Abends wurde den Besuchern ein gelungener bunter Abend unter Mitwirkung des Tanzkreises Haste, des Humoristen "Benny" und des Alleinunterhalters Stemmer beschert, wobei manche kesse Sohle gedreht wurde. Höhepunkt des dreitägigen Treffens war die Feierstunde am Sonntagvormittag. In schöner Tradition ging es morgens erst zum Denkmal der Agnes Miegel, wo Blumen niedergelegt, ein Gedicht rezitiert und des Werkes der "Mutter Ostpreußen" gedacht wurde.

Feierstunde mit Ehrungen - Die Feierstunde wurde eröffnet vom Kreisvertreter Joachim Rudat. Die feierliche Totenehrung übernahm, wie immer, Magdalena Dörfling. Danach erfolgten Ehrungen verdienstvoller Landsleute. Ausgezeichnet wurden: Gerhard Schulz und Heinz Bischoff, beide mit dem Ehrenzeichen der Kreisgemeinschaft in Silber, und Günter Joswig, Leiter der Wehlauer Gruppe Berlin, mit dem Ehrenzeichen der Kreisgemeinschaft in Gold. Weitere Auszeichnungen erhielten die nicht anwesende Landsleute Werner Hamann, Irmgard und Fritz Retat, Horst Dietrich Plath, Horst Schmidtke, Linda Schwark, Hans Skoppek, Karl Heinrich Staudinger und Frieda Zimmermann. Der Festvortrag wurde vom Redakteur der Preußischen Allgemeinen Zeitung Hans Heckel gehalten. Er nahm die gerade aktuelle neue Reparationsforderung des Polnischen Sejm als Einstieg, um einige Tatsachen der landläufigen Geschichtsdarstellung richtig zu stellen. Er verwies auf das Buch von Gerd Schulze-Rhonhof: "1939 - Der Krieg, der viele Väter hatte". Er erklärte: "Wenn polnische Verluste mit deutschen Verlusten aufgerechnet würden, hätte Polen wohl nur zu verlieren". Heckel behauptete, daß Polen in der Zwischenkriegszeit keinen Nachbarn gehabt hätte, gegen den es nicht militärisch vorgegangen wäre. Er schlußfolgerte, daß Vertriebene so unbeliebt seien, weil sie der lebende Beweis für die Verbrechen anderer wären. Der Kreisvertreter dankte dem Referenten für diesen aktuellen Vortrag. Außerdem erinnerte er noch an das Hauptkreistreffen im Jahr 2005 vom 23. bis 25. September.

Nächstjährige Reise nach Ostpreußen - Zu den Besuchern des Treffens gehörte auch unser Reiseveranstalter, das Ehepaar Manthey, die auch die nächste Bus-Sonderreise der Kreisgemeinschaft Wehlau in der Zeit vom 29. Juni bis zum 8. Juli 2005 für uns durchführen. Nähere Informationen lagen auf den Tischen aus.

Es gab viel Lob und Dank - Zum Schluß bedankte sich der Kreisvertreter Joachim Rudat bei seinem guten Mitarbeiterstab für die hervorragend geleistete Arbeit, bei den treuen Landsleuten für ihr Kommen und bat sie um ein Wiedersehen im nächsten Jahr.


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