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05.03.05 / Nützlicher Idiot

© Preußische Allgemeine Zeitung / 05. März 2005

Nützlicher Idiot
von Ronald Gläser

Ob beim Friseur oder in seiner Stammkneipe in Berlin-Zehlendorf: Überall ist Torsten Hippe Stadtgespräch - in ganz Berlin. Die linken Zeitungen haben die Entscheidung von CDU und FDP in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Zehlendorf- Steglitz zum 8. Mai dankbar aufgenommen und einen großen Rummel daraus gemacht. Schon damals - im Januar - wurde das Hippe zuviel, und er sagte: "Ich hätte nie gedacht, daß das so viele Wellen schlägt."

Da wollte er eigentlich auch keine Interviews mehr geben, tat es aber trotzdem. Daß er dem ZDF eines gegeben hat, war vielleicht der einzige Fehler, den er gemacht hat. Was er sagte (siehe Bericht links), genügte, um eine Lawine auszulösen. Dabei ist der Satz in der Sache aber eher nichtssagend und als solches noch lange nicht extremistisch. Denn was heißt das schon? Daß er gemeinsam mit NPD-Leuten für eine Ampel an einer bestimmen Kreuzung ist oder so wie sie Hundekot in öffentlichen Parks ablehnt?

Trotzdem fühlte sich Berlins CDU-Landeschef Joachim Zeller berufen, ohne genaue Kenntnis des Sachverhalts den Ausschluß Hippes zu fordern. Doch wenn es für Hippe so gut weiterläuft wie bisher, dann wird am Ende Zeller und nicht Hippe darüber stolpern. Im Mai möchte Zeller wiedergewählt werden. Aber wer wählt schon einen Vorsitzenden, der seinen eigenen Leuten ohne nachzudenken in den Rücken fällt?

Wochenlang war die versammelte Linke der Stadt sturmgelaufen gegen die geplante Gedenkfeier in Zehlendorf-Steglitz. Wowereit hatte die Rücknahme des Beschlusses gefordert, der SPD-Vorsitzende Müller sah die Glaubwürdigkeit Zellers beeinträchtigt und der Grünen-Abgeordnete Ratzmann sprach von angeblicher NPD-Nähe der Bezirksverordneten von CDU und FDP. Alles vergeblich.

Bis Zeller sich der Sache annahm. Der CDU-Vorsitzende hat sich damit zum nützlichen Idioten der SPD und ihrer roten PDS-Genossen gemacht. Offensichtlich ist, wie tief sich Zeller und seine Führungsgruppe verrannt haben. Es scheint für sie kein Zurück zu geben. Ist damit allerdings das Ende der Ära Zeller besiegelt? Ein großer Verlust wäre seine Abwahl in den Augen vieler Berliner Christdemokraten nicht. Ihnen galt Zeller sowieso nur als Platzhalter von West-Berliner Parteistrategen. Wie gesagt: Auch Torsten Hippe hätte nie damit gerechnet, daß das mal "so viele Wellen schlägt".


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