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19.03.05 / Gegen den Strom / Vor 125 Jahren wurde der Dichter und Schriftsteller Manfred Kyber geboren

© Preußische Allgemeine Zeitung / 19. März 2005

Gegen den Strom
Vor 125 Jahren wurde der Dichter und Schriftsteller Manfred Kyber geboren

Um die Natur zu erkennen, muß man ihre Geschöpfe verstehen. Um ein Geschöpf zu verstehen, muß man in ihm den Bruder sehn", schrieb Manfred Kyber 1912 im Vorwort zu seinem Buch "Unter Tieren", lange bevor ausgewiesene Tierschützer wie Grzimek oder Vereinigungen wie Greenpeace für den Tier- und Naturschutz kämpften. Für dieses Engagement wurde Kyber denn auch mit dem Welttierschutzpreis ausgezeichnet.

Heute ist es um den Schriftsteller Kyber ruhig geworden, allenfalls Tierschützer und Anhänger der Lehre Rudolf Steiners kennen seinen Namen und sein Werk. Das will die 2002 in Stuttgart gegründete Manfred-Kyber-Gesellschaft e. V. ändern. So veranstaltete sie am 16. März aus Anlaß seines 125. Geburtstags eine Gedenkstunde für den Dichter im Stuttgarter Haus der Heimat. In der Evangelischen Tagungsstätte Löwenstein wird man sich vom 22. bis 24. Juli auf einer Tagung unter dem Titel "Alle Tiere sind Gottes Geschöpfe" mit dem Thema befassen. Weitere Veranstaltungen sind geplant.

Das Werk des am 1. März 1880 in Riga geborenen und auf dem väterlichen Gut Paltemal in Livland aufgewachsenen Kyber umfaßt Gedichte, Erzählungen, Tiergeschichten, Märchen, dramatische Arbeiten, Theaterkritiken, Vorträge und programmatische Schriften. Zu Lebzeiten erfuhren die Bücher teilweise hohe Auflagen; einige wurde auch übersetzt. Daß Kyber, der am

10. März 1933 nach einem Kuraufenthalt in Löwenstein starb, nicht nur der gern gelesene Tierschriftsteller war, der Märchenerzähler, bei dem die Tiere unverwechselbare "Persönlichkeiten" waren, sondern auch ein "Denker gegen den Strom", wie Das Ostpreußenblatt 1989 schrieb, erkennt man beim Studium seiner theoretischen Schriften. "Kybers Zeitkritik erscheint erstaunlich radikal und gipfelt in der Infragestellung einer aus dem Zweckdenken lebenden Konsumgesellschaft ... Er prangert eine Lebenshaltung an, in der das Selbstwertbewußtsein des Menschen sich aus Karrierestreben, Besitzgier und Statussymbolen entwickelt und Kultur zur Unterhaltung verkommt" (Bernhard Adamy in Das Ostpreußenblatt)

Nähere Informationen über Lesungen, Vorträge und heute noch erhältliche Veröffentlichungen von Kyber gibt Peter Götz, Giebelstraße 55, 70499 Stuttgart, Telefon / Fax (07 11) 8 06 04 22, von der Geschäftsstelle der Manfred-Kyber-Gesellschaft. os

Manfred Kyber: Ausgewiesener Tierfreund Foto: Archiv


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