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19.03.05 / Die ostpreußische Familie / Leser helfen Lesern

© Preußische Allgemeine Zeitung / 19. März 2005

Die ostpreußische Familie
Leser helfen Lesern
von Ruth Geede

Lewe Landslied und Familienfreunde,

eigentlich wollte ich ja die Erfolge unserer Ostpreußischen Familie erst zum Osterfest als "Überraschungseier" ins Familiennest legen, aber nun muß ich doch eines herausnehmen, weil es wieder mal eilt. Vor drei Monaten veröffentlichten wir die Aufforderung des Journalisten Jürgen A. Schulz an ehemalige Flüchtlingskinder, die 1945 mit einem U-Boot über See in Sicherheit gebracht wurden, sich bei ihm zu melden. Die verlorenen oder verlassenen Kinder im Alter von drei bis 17 Jahren gingen am 28. März 1945 in Gotenhafen an Bord von U 3505, das sie sicher nach einem kurzen Aufenthalt auf Bornholm nach Swinemünde brachte. Geplant war eine Dokumentation, aber auch ein Treffen der damals Geretteten mit noch lebenden Besatzungsmitgliedern. Anscheinend hat Herr Schulz einen großen Erfolg zu verzeichnen. Näheres weiß ich noch nicht, aber der Journalist spricht von einem "überwältigenden Echo" seiner Aktion, in die wir ja auch eingeschaltet waren. Er teilte mir kurz mit: "In Einzelgesprächen mit Rettern und Geretteten und mit Hilfe vieler Beteiligter wurden Anschriften von Personen ausfindig gemacht, die diese Flucht über See miterlebt haben. Vielfach wurde der Wunsch auf ein Wiedersehen geäußert!" Und der deckt sich mit seinem Vorhaben eines Treffens der "Ehemaligen".

Das findet nun am Sonnabend, dem 2. April, an Bord des Dampf-Eisbrechers "Stettin" im Museumshafen Hamburg-Övelgönne statt. Nach dem Eintreffen der Teilnehmer zwischen 9 und 11 Uhr erfolgt die Begrüßung durch Hans Georg Prager, Marine-Experte, Buchautor und selbst Zeitzeuge der größten Rettungsaktion der Geschichte, über die er sprechen wird. Der damals Leitende Ingenieur auf U 3505, Professor Dr. Fritz Deutschmann, hat sein Kommen zugesagt. U 3505 steht an diesem Tag symbolisch für alle U-Boot-Fahrer, die damals an der Rettung beteiligt waren. Nach dem Mittagessen soll es ein gegenseitiges (Wieder-) Kennenlernen und einen Austausch der Erinnerungen geben, Herr Prager wird auf Wunsch eine Führung durch das Schiff anbieten, das vor 60 Jahren an der Rettungsaktion beteiligt war. Der Dampf-Eisbrecher ist das letzte noch fahrende Schiff aus jener Zeit. Das Interesse an diesem Treffen wird sicher sehr groß sein. Da die Gästezahl aber wegen der räumlichen Bedingungen begrenzt sein muß, ist eine Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Und da eilt es nämlich: Spätestens am 26. März muß die Meldung bei Herrn Schulz eingegangen sein. Telefonisch bitte nur in Ausnahmefällen. (Jürgen A. Schulz, Hinnerkstraße 7 in 21271 Asendorf, Telefon 0 41 83 / 42 08, Fax 0 41 83 / 98 99 42, E-Mail: JAS-Press@ewetel.net .)

Erfolg erhoffen sich natürlich alle, die einen Suchwunsch an uns richten. So auch Ingrid Ulrich aus Königsberg, die mit ihrer Schulgemeinschaft im August zur 750-Jahr-Feier in ihre Heimatstadt fahren will. Bei dieser Gelegenheit möchte sie auch wieder Schrombehnen aufsuchen, das südlich des Pregels gelegene Dorf im Kreis Pr. Eylau, in das nach der Bombardierung Königsbergs ihre Mutter Minna Böhm mit der damals sechsjährigen Ingrid und dem Säugling Peter zu ihren Großeltern Gustav und Johanna Böhm zog. Von dort aus wurden sie im Oktober 1944 mit einem Sonderzug nach Sachsen evakuiert. Nie haben sie erfahren, was aus den in Schrombehnen gebliebenen Großeltern geworden ist. Auch als Frau Ulrich 1992 Schrombehnen aufsuchte, konnte sie keine Spuren finden. Bis auf eine, und auf diese richtet sich die Kernfrage. Frau Ulrich fand das Haus ihrer Großeltern und lernte die jetzigen Bewohner kennen. Maria Suchanova holte ein Foto, das deutsche Besucher zeigte, die vor wenigen Wochen dieses Haus aufgesucht hatten, weil sie auch zur Familie Böhm gehörten. Erkennen konnte Frau Ulrich niemanden, und der Begleitbrief aus der Bundesrepublik Deutschland war gerade zur Übersetzung in Königsberg. Es müßte sich also um nahe Verwandte von Frau Ulrich handeln. Die Großeltern Gustav und Johanna Böhm geborene Berginski hatten sechs oder sieben Kinder, eine ältere Schwester des 1913 geborenen Vaters von Frau Ulrich, Hugo Böhm (= 1945 in russischer Gefangenschaft), war Anna Böhm. Sie hatte eine Tochter, Liesbeth Böhm, verheiratete Krebs. Diese Cousine von Frau Ulrich bekam 1938 ihre Tochter Sabine Böhm, später den Sohn Jürgen Krebs. Es könnte sein, daß die Besucher auf dem Foto aus dieser Familie stammen. Wer weiß etwas von Liesbeth Krebs geborene Böhm und ihren Kindern? Wer kann über das Schicksal der Großeltern Böhm berichten? (Ingrid Ulrich, Bergstraße 16 in 01612 Seußlitz, Telefon 03 52 67 / 5 07 44.)

"Erstaunlich, was Sie so alles schaffen! Sogar fast Unmögliches!" schreibt Barbara Klawonn - und das müßte in ihrem Fall auch geschehen, denn er betrifft nicht Ostpreußen, sondern Pommern. Also da bin ich schon ein bißchen vorsichtig, aber versuchen können wir es ja. Es geht um Familienforschung, und da hat Frau Klawonn schon einiges herausgefunden, vor allem über das Landesarchiv Greifswald, in dem einige Kirchenbücher, beispielsweise von Stettin und Stargard, vorhanden sind. (Für Interessenten die Anschrift: Martin-Andersen-Nexö-Platz 1 in 17489 Greifswald) Also: Frau Klawonns Urgroßvater mit dem schönen Namen Franz Theodor Richard van der Linde war Maler und auf Kirchturmuhren spezialisiert. Bei einer Reparatur stürzte er tödlich ab. Dieses Unglück müßte nach Meinung von Frau Klawonn in Stettiner Chroniken verzeichnet sein. Wer kann welche benennen? Urgroßvater van der Linde war mit Johanna Wilhelmine geborene Mews, verheiratet, die nach seinem Tod noch einmal ehelichte und dann Fell hieß. Ihre Tochter Emma Martha Luise heiratete Richard Wilhelm Heinrich Glaser, der Steuermann war, später Industriearbeiter. Frau Klawonns Mutter, Klara Luise Helene Glaser, * 1909 in Stettin, wurde in der Burscherstraße geboren. Das Haus steht noch, die Straße heißt heute Lokietka. Gibt es noch Stettiner, die dort gewohnt haben und eventuell die Familie Glaser kannten oder die einen Tip geben könnten, zu welcher Kirchengemeinde die Burscherstraße gehörte? Die letzte Frage von Frau Klawonn hängt allerdings vollkommen in der Luft. Sie betrifft einen Bruder ihres Vaters, also ihren Onkel Glaser, der nach Übersee ausgewandert ist. Aber wann, wo, wie und wohin? Da muß schon der Zufall wahre Bocksprünge machen! (Barbara Klawonn, Spielhagenstraße 3 in 39110 Magdeburg.)

So, jetzt geht es etwas kürzer und knapper weiter:

Rudolf Müller sucht seinen Klassenkameraden Fritz Laschat, der in den Jahren 1929 bis 1932 mit ihm die Aufbauschule in Ragnit besuchte. Sein Spitzname war "Pritte". Rudolf Müller verließ vorzeitig die Schule, um zur Reichswehr zu gehen. Von da an hat Herr Müller nichts mehr von seinem Schulfreund gehört. Spät erfolgt nun die Suche, aber vielleicht weiß doch jemand aus unserer großen Familie, wie der weitere Lebensweg von Fritz Laschat war! (Rudolf Müller, Brahmsstraße 5 in 67061 Ludwigshafen, Telefon 06 21 / 56 54 36.)

Aus Amerika möchte Ernest Josellis zum Ostpreußentreffen nach Berlin kommen und hofft dort Landsleute aus dem Kreis Heydekrug zu finden. Das Memelland ist seine Heimat, in Schillmeißen, wurde er geboren, seine Mutter war Else Josellis. Zuletzt hat unser Landsmann, der damals Ernst Josellis hieß, in Bruiszen gelebt. Wer wohnte in den genannten Orten und erinnert sich vielleicht auch noch an die Familie Josellis? Es wäre für unseren so fern der Heimat lebenden Landsmann wohl eine große Freude. (Ernest Josellis, 9081 E Five Rivers Rd. Tidewater, OR, 9 73 90 / 96 33.)

Hier dürfte unsere Familie sicher fündig werden: Gesucht werden Informationen über das Leben und Schicksal des Königsberger Landgerichtsrates Dr. Kurt (Curt) Zernik. Er studierte 1905/06 in Leipzig Rechtswissenschaften und war dort in einer Burschenschaft aktiv. Zuletzt wohnte er in Königsberg, Wartenbergstraße 16. Jeder Hinweis wird dankbar aufgenommen, denn es fehlen sämtliche weiteren Angaben und es gibt auch kein Foto. (Zuschriften sind zu richten an den Pressereferenten der Landsmannschaft Ostpreußen, Bernhard Knapstein, Parkallee 86 in 20144 Hamburg, E-Mail: presse@ostpreussen.de .)

Kurzer Anruf von Erika Schulz aus Hamburg: Sie sucht ihre Schulfreundin Käthe Runge geborene Trampenau aus Bartenstein. Diese wurde zuletzt 1945 auf der Flucht in Schwerin gesehen. Wo ist sie geblieben? (Erika Schulz, Geschwister-Witonski-Straße 3 in 22457 Hamburg.)

Und nun ein etwas ungewöhn-licher Wunsch: eine Schaufensterpuppe. Ja, Sie haben richtig gelesen, eine Schaufensterpuppe, weiblich, Größe etwa 42. Und ehe Sie sich wundern, warum ich solch einen Wunsch unserer Familie antrage, erkläre ich den Grund der Suche: Die Puppe wird benötigt zur Ausstellung einer heimatlichen Tracht. Na, also, da müssen wir doch helfen! (Olaf Richter, Lindenstraße 11 in 15898 Neißemünde, Ortsteil Wellmitz.)

Informationen über den Schriftsteller Otto Boris wünscht sich Arnold Krause aus Krefeld, Kultur-Interessierter mit Schwerpunkt ostpreußische Literatur und Kunst - so bezeichnet er sich selber. Herr Krause ist Ansprechpartner für den "Arno-Holz-Förderkreis Deutschland 2001", aber diesmal geht es ihm um den in Masuren geborenen Schriftsteller, der vor allem durch seine wundervollen Tiergeschichten bekannt wurde, die oft mit denen von Svend Fleuron und Hermann Löns verglichen wurden. Die schönste, auch heute noch für mich: Worpel, die Jugendgeschichte eines Elches. Herr Krause besitzt schon umfangreiche Unterlagen für eine Otto-Boris-Biographie, aber es gibt noch weiße Flecken. So fehlen ihm Angaben über die Familie (verheiratet? Ehefrau? Kinder?) und seinen letzten Wohnsitz in Hamburg, wo der 70jährige Dichter am 18. September 1957 verstarb (Letzter Wohnsitz? Todesursache? Grabstätte?) Wurde Otto Boris für seine Werke ausgezeichnet und womit? Und vor allem: Wer ist der Ansprechpartner für die Pflege seines Andenkens? (Arnold Krause, Thywissenstraße 70 in 47805 Krefeld.)

Eure Ruth Geede

 

Gesucht: Wer eine Schaufensterpuppe, weiblich, Größe etwa 42, für die Ausstellung einer heimatlichen Tracht zur Verfügung stellen kann, wende sich an Olaf Richter, Lindenstraße 11 in 15898 Neißemünde, Ortsteil Wellmitz.

 

"Stettin": Wer an dem Wiedersehenstreffen auf dem Eisbrecher am 2. April teilnehmen will, melde sich bis zum 26. März - telefonisch bitte nur in Ausnahmefällen - bei bei Jürgen A. Schulz, Hinnerkstraße 7 in 21271 Asendorf, Telefon 0 41 83 / 42 08, Fax 0 41 83 / 98 99 42, E-Mail: JAS-Press@ewetel.net . Fotos (2): Archiv


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