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02.04.05 / Großer Star / O.W. Fischer zum 90.

© Preußische Allgemeine Zeitung / 02. April 2005

Großer Star
O.W. Fischer zum 90.

Der große Leinwandstar des deutschen Nachkriegsfilms O. W. Fischer hätte am 1. April seinen 90. Geburtstag begehen können. Mit seinen Partnerinnen Maria Schell und Ruth Leuwerik war er ein glanzvoller Mittelpunkt des deutschen Films nach 1945. O. W. Fischer hat ein Stück deutscher Filmgeschichte geschrieben und war ein Star ganz besonderer Art. Die Struktur seiner sensiblen Persönlichkeit und das Wesen seines Spiels lagen in der Spannung zwischen kritischer Vernunft und natürlichem Instinkt, zwischen Intelligenz und Gefühl, Ironie und Bekenntnis, distanzierendem Intellekt und komödiantischer Verve. Eine Spannung, die das Publikum - bewußt oder unbewußt - immer spürte und zugleich bannte.

Am 1. April 1915 in Österreich geboren, debütierte Fischer auf der Bühne des Theaters in der Josefstadt. 1946 holte ihn Falckenberg an die Münchener Kammerspiele. Von 1946 bis 1952 gehörte er sowohl dem Ensemble der Kammerspiele in München als auch dem des Burgtheaters in Wien an. Als Willi Forst 1936 seinen Streifen "Burgtheater" drehte, erhielt Fischer seine erste Filmchance. Mit Filmen wie "Heidelberger Romanze", "Das letzte Rezept", "Bis wir uns wiedersehen", "Ein Herz spielt falsch" und "Solange du da bist" ging sein Stern in den 50er Jahren am deutschen Leinwandhimmel auf.

Eine unvergessene Glanzleistung zeigte er in "Ludwig II.", wofür er 1955 den Bundesfilmpreis erhielt. Dieselbe Auszeichnung wurde ihm 1959 für "Helden" zugesprochen. Weitere Marksteine seiner Karriere waren "Mein Vater, der Schauspieler", "Herrscher ohne Krone" sowie "El Hakim". Bei "Hanussen" und "Ich suche Dich" war er sein eigener Regisseur.

Im Jahre 1957 erfolgte wegen "unüberbrückbarer Differenzen" sein Rausschmiß aus dem Hollywood-Film "Mein Mann Gottfried". Im Nachhinein muß bemerkt werden, daß die Hollywood-Episode Fischers künstlerischer Entwicklung eher dienlich war. Aus dem grüblerischen Charakterdarsteller wurde plötzlich ein Komödiant von erstaunlicher Gelöstheit, der seine heitere Ader entdeckte ("Peter Voss, der Millionendieb", "Und das am Montagmorgen", "Peter Voss, der Held des Tages", "Scheidungsgrund: Liebe", "Es muß nicht immer Kaviar sein"). Für seine Publikums-Beliebtheit erhielt er "Bambi"-Ehrungen in den Jahren 1953, 1954, 1955, 1958, 1959, 1960 sowie 1961. Seit Jahren hatte sich O. W. Fischer vom Kinofilm zurückgezogen. Im Jahre 1977 erhielt er das "Filmband in Gold" für seine Verdienste. O. W. Fischer starb am Februar 2004 in seinem Haus oberhalb des Luganer Sees. kai-press

O. W. Fischer: Glanzvoller Mittelpunkt des deutschen Films Foto: Archiv kai-press


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