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16.04.05 / Notiert

© Preußische Allgemeine Zeitung / 16. April 2005

Notiert

Das südliche Ostpreußen leidet unter dem weichen Euro, denn Brüssels Subventionen verlieren dadurch in Zloty umgerechnet an Wert. Dieses Jahr wird das südliche Ostpreußen aus den Fonds der Europäischen Union zur Förderung der Strukturinvestitionen 70 Millionen Zloty weniger erhalten. Im vergangenen Jahr erhielten die von der EU subventionierten Kommunen noch einen Festbetrag von 4,72 Zloty pro Euro. Nun will das polnische Finanzministerium einen fließenden Zlotykurs einführen, was zur Folge hätte, daß die Gemeinden weniger Zloty erhielten. Gerade einmal 4,10933 Zloty bekommt man derzeit auf dem freien Markt für den Euro. Die Stärke der polnischen Währung führt auch dazu, daß die Landwirte im südlichen Ostpreußen einen geringeren Zlotybetrag über die unmittelbaren Bezuschussungen durch die EU erhalten. In diesem Jahr erhält noch jeder Landwirt pro Hektar bearbeiteten Landes 500 Zloty, im kommenden werden es wohl nur noch 400 Zloty sein, wenn es so weitergeht. Die Gesamteinbußen bei den EU-Subventionen werden dieses Jahr im südlichen Ostpreußen voraussichtlich eine Größenordnung von 100 Millionen Zloty erreichen.

 

Pierre Michallat, Vorstandsvorsitzender der polnischen Tochter des weltweiten Reifenproduzenten Michelin, der Michelin Polska, und der polnische Vizepremier Jerzy Hausner haben einen Vertrag über den Bau des größten Speditions- und Lagerzentrums Europas in Allenstein unterzeichnet. 253 Millionen Euro will der Reifenproduzent in der Woiwodschaftshauptstadt investieren, was mit 520 neuen Arbeitsplätzen verbunden sein soll. Für diesen Bau haben die Kommunalbehörden Allensteins dem Reifenproduzenten ein Grundstück von 83 Hektar Größe verpachtet. Für die nächsten zehn Jahre - dann wird der Reifenproduzent das Grundstück kaufen - werden so in die Stadtkasse monatliche 83 Millionen Zloty (über 20 Millionen Euro) fließen.

 

Der Gemeinderat von Rößel hat das Fällen von 30 Hektar Wald in der Nähe von Heiligelinde genehmigt. Die 40jährigen Kiefern will das Unternehmen "Olsztynska Kopalnia Surowcow Mineralnych" (Allensteiner Grube für Mineralrohstoffe) fällen. Nach der Planung sollen jedes Jahr zwei Hektar Wald gefällt werden, um den Abbau von Kies zu fördern. Die Bewohner haben inzwischen Protest gegen diese Fällungen eingelegt. Nach ihrer Auffassung wird die Vergrößerung der Kiesgrube dem Tourismus schaden. Anderer Meinung sind die Arbeiter in der Grube. Die neue Aufschließung garantiert ihre Arbeitsplätze für die nächsten Jahre.

 

Krzysztof Hecman, Bürgermeister von Rastenbug, will eine Freilichtbühne am Oberteich errichten lassen. Das zumindest war das wichtigste Wahlversprechen des Politikers und der ihn unterstützenden Koalition "SLD [Union der demokratischen Linken] mit Rastenburg 2000" bei den letzten Wahlen. Genaueres ist über die geplante neue Bühne noch nicht bekannt. Sie soll wohl 2.000 Sitzplätze erhalten und eineinhalb Millionen Zloty (rund 365.000 Euro) kosten. Gegenwärtig finden größere Veranstaltungen im Kino statt. Dort jedoch ist die Akustik schlecht und stehen nur 300 Plätze zur Verfügung.

 

Sergej Kiritschenko, Chef der Königsberger Miliz, hat auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben, daß 2004 im mittleren Ostpreußen 15 Prozent weniger Personenkraftwagen gestohlen wurden als 2003. Zurückgeführt wird diese Entwicklung auf ein neues, eigens für die Bekämpfung von Autodiebstählen errichtetes Milizdezernat.


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