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14.05.05 / Das kulturelle Erbe erhalten / Deutsch-polnischer Erfahrungsaustausch zum 2. schlesischen Denkmaltag

© Preußische Allgemeine Zeitung / 14.Mai 2005

Das kulturelle Erbe erhalten
Deutsch-polnischer Erfahrungsaustausch zum 2. schlesischen Denkmaltag

Drei Ansätze mögen Gespräche, Gedanken und Handlungen leiten: Wir blicken zurück und nutzen die Erfahrungen des 1. Denkmaltages 2004. Gegenseitig lernen die Teilnehmer das Organisationsgeflecht näher kennen und verbessern damit die Kooperation. Neue attraktive Ideen sollen das gemeinsame Angebot in Schlesien beim 2. Denkmaltag 2005 erweitern", so formulierte Museumsdirektor Dr. Stephan Kaiser die Erwartungen an die Tagung in Königswinter. Und - wie sich nach Abschluß der Arbeitsbegegnung herausstellte - hatten die Referate, Diskussionsrunden, Besichtigungen und beratenden Gespräche am Rande zum vollen Erfolg der Tagung beigeführt.

Die Oberen Denkmalbehörden der schlesischen Woiwodschaften Niederschlesien, Lebuser Land und Oppeln sowie schlesische Hochschulen, Museums- und Forschungseinrichtungen entsandten kompetente Vertreter zur Tagung, die im Januar im Haus Schlesien, Königswinter, stattgefunden hatte. An der viertägigen Veranstaltung hatten sich 40 Experten aus Polen und 20 deutsche Fachleute beteiligt. Im Mittelpunkt der Arbeitsbegegnung standen sowohl Erfahrungsberichte von der Veranstaltung im vergangenen Jahr als auch die Vorbereitungen zum schlesischen Denkmaltag 2005, der unter dem polnischen Themenschwerpunkt "Schlösser, Parks und Gärten" läuft.

Was europaweit seit vielen Jahren bereits etabliert ist, wurde 2004 in Niederschlesien erstmals anhand von 17 Objekten in einem Dutzend Orten demonstriert. Die Organisation und Durchführung des 1. Denkmaltages hatte Haus Schlesien mit finanzieller Unterstützung des Sächsischen Staatsministeriums des Inneren übernommen, das sich auch für die diesjährige Ausgabe am 17. und 18. September engagieren will. Zu den Leitobjekten des Denkmaltag-Schwerpunktes werden u.a. Schloß Erdmannsdorf im Hirschberger Tal und Schloß Brieg sowie die Friedenskirchen in Jauer und Schweidnitz gehören.

Im Rahmen der Arbeitsbegegnung im Eichendorffsaal von Haus Schlesien wandten sich der Förderreferent bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfgang Käppler, die Stellvertretende Landrätin des Rhein-Sieg-Kreises, Gräfin von Strachwitz und der Bürgermeister der Stadt Königswinter, Peter Wirtz, mit Grußworten und Vorträgen an die Tagungsteilnehmer.

Kompetente Informationen zur Durchführung des Denkmaltages in Deutschland bot die Koordinatorin bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Bonn, Carolin Kolhoff. Von Seiten der polnischen Gäste stellte Grzegorz Grajewski vom Regionalen Zentrum für Erforschung und Dokumentation von Kulturdenkmälern Breslau sowohl hervorragende Aktivitäten des letzten Jahres vor als auch Pläne und Anregungen für den Denkmaltag 2005 vor. Das Referat von Dr. Juliane Kirschbaum vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz machte die Bedeutung eines frühzeitigen Marketings deutlich. Ein wichtiges Anliegen der Begegnung war auch das gegenseitige Kennenlernen der jeweiligen Ansprechpartner in den verschiedenen Institutionen und Regionen, was im Rahmen von Arbeitsgruppen erfolgt ist.

Die Besichtigung eines museal genutzten alten Textilbetriebes in Euskirchen und des Herder-Instituts in Marburg rundeten den Erfahrungsaustausch aus.

"In Schlesiens Erbe liegt die kulturelle Zukunft Schlesiens. Der Denkmaltag möchte Bedeutung und Wert von Denkmälern in das Bewußtsein der Öffentlichkeit bringen und auf diese Weise zum Erhalt der schlesischen Denkmallandschaft beitragen" - so lautet die Botschaft der Tagungs-Veranstalter und -Teilnehmer.

Ab Königswinter und Görlitz werden übrigens Busreisen zum Denkmaltag nach Schlesien organisiert. Informationen im Internet unter www.hausschlesien.de  D.M.

Es gibt viel zu tun: Museumsdirektor Dr. Kaiser (re.) und der Denkmalschützer Goebel besprechen die einzelnen Standorte des Denkmaltages Foto: D.M.


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