19.04.2024

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
16.07.05 / Die ostpreußische Familie / Leser helfen Lesern

© Preußische Allgemeine Zeitung / 16. Juli 2005

Die ostpreußische Familie
Leser helfen Lesern
von Ruth Geede

Lewe Landslied und Familienfreunde,

es eilt, es eilt mal wieder sehr. Der Autor Jürgen Wittern aus Hamburg-Rahlstedt hat nämlich eine Biographie über den aus Ostpreußen stammenden Schriftsteller Otto Boris geschrieben, der seine letzten Jahre in diesem Hamburger Stadtteil verbrachte und dort 1957 verstarb. Die Arbeit soll in Kürze in Druck gehen, es fehlen Herrn Wittern aber immer noch einige Angaben, die er trotz emsigster Recherche bisher nicht erhalten hat - und da sie vor allem die Kindheit und Jugendzeit des Schriftstellers betreffen, sind wir gefragt. Geboren wurde Otto Boris 1887 in Lubiewen, Kreis Sensburg als Sohn des Lehrers Michael Borisz (auch Borish, Boris). Sein Vater muß dann eine Schulstelle im Kreis Johannisburg übernommen haben, denn in den Erinnerungen des Schriftstellers taucht der Ort Gehsen auf, und der lag schon dicht an der damaligen Reichsgrenze zu Polen. Auch in seinem Buch "Masurens Wälder rauschen" spielen die Geschichten in einem grenznahen Ort, so daß man annehmen kann, daß die von Michael Borisz geleitete Schule im Kreis Johannisburg lag. Einige Familiennamen, die in dem Buch erwähnt werden, können fiktiv sein, aber es kann sich auch um ehemalige Bewohner handeln, deshalb seien einige Namen hier genannt: Hempel, Mrotzek, Kossack, Stollet, Samel, Broda. Vielleicht hilft das weiter, den Ort zu finden, in dessen Schulhaus der Schriftsteller seine Kindheit verbracht hat. In ostpreußischen Anthologien finden sich kaum Angaben über diesen vielseitigen Masuren, weil er 1928 nach Berlin ging, neben der Malerei zu schreiben begann und bald zu einem der bekanntesten Naturschilderer und Tierschriftsteller seiner Zeit wurde. Seine schriftstellerische Palette war sehr breit gefächert, die Bücher erreichten hohe Auflagen, drei wurden sogar in Blindenschrift übertragen, aber einige Veröffentlichungen scheinen nicht mehr auffindbar zu sein. So sucht Herr Wittern dringend folgende Werke: "Der Schlangenpriester", "Wandelnde Riesen", "Topas der Trakehner", "Auf verlorenem Posten", "Adler Schwork", "Wisente am Elbrus". Wer kann helfen? (Jürgen Wittern, Waldteufelweg 10 in 22145 Hamburg, Telefon / Fax 0 40 / 6 78 35 99, E-Mail: juergen.wittern@gmx.de .)

Ob diese schnelle Suche Erfolg hat - wir hoffen es, aber gerade über diesen Autor fehlen viele Informationen. In Folge 11 suchte unser Landsmann Arnold Krause für seinen "Otto Boris - Freundeskreis Deutschland 2005" nach verschiedenen Daten über den Schriftsteller, leider gab es so gut wie keine Resonanz. Herr Krause macht darauf aufmerksam, daß das Jahr 2007 ein "Otto-Boris-Gedenkjahr" wird, denn dann jährt sich der Todestag des Künstlers zum 50. Mal. Und es wird vor allem ein "Sudermann-Jahr", denn der große Epiker und Dramatiker wurde am 1857 in Matziken, Kreis Heydekrug geboren. Sein 150. Geburtstag sollte der Anlaß zur Herausgabe einer "Sudermann-Sonderbriefmarke 2007" sein - so hat Arnold Krause schon beim Deutschlandtreffen die interessierten Besucher informiert und sie angeregt, in dieser Angelegenheit persönlich an das Bundesministerium der Finanzen (Referat Postwertzeichen, Wilhelmstraße 94, 10117 Berlin) zu schreiben. Die Antragsfrist läuft am 1. Oktober 2005 ab. Wie Herr Krause mir mitteilte, gab es ein erfreuliches Interesse der angesprochenen Besucher an diesem Vorhaben. (Näheres: Arnold Krause, Thywissenstraße 70 in 47805 Krefeld.)

Unsere Zeitung kann ja nun auch auf ein 55jähriges Bestehen zurückblicken, und es gibt nicht wenige Landsleute, die sich sorgsam ganze Jahrgänge, aber auch Ausschnitte über bestimmte Themen, aufgehoben haben. So hat die Urgroßmutter von Elke Hermans lange Jahre eine Veröffentlichung über einen ostpreußischen Auswanderer, der zwischen den beiden Weltkriegen nach Amerika ging, aufbewahrt. Nach ihrem Tod ist dieser Ausschnitt leider unauffindbar, und ohne nähere Angaben kann ich auch nicht nachforschen. Also zäumen wir das Pferd andersrum auf und fragen gezielt nach dem Urgroßonkel von Frau Hermans, den sie in diesem Auswanderer vermutet. Der Vorname ist unbekannt, sein Nachname lautet Pantel, sein Heimatort war Bludau, Kreis Fischhausen. Er soll im Alter zwischen seinen in Bludau beziehungsweise Kaspershöfen geborenen Brüdern Gustav, * ca. 1875, und Franz, * 1888, gestanden haben. Frau Hermans, die im Rahmen der Familienforschung auf diesen Urgroßonkel stieß, wäre sehr froh, wenn sie nähere Angaben über den Auswanderer erhielte. (Elke Hermans, Zum Kuckeshof 59 in 47239 Duisburg, Telefon 02 51 / 40 49 75, E-Mail: elkehermans@web.de .)

Den Wunsch von Günter Wagner aus Wuppertal, den er mir beim Deutschlandtreffen vortrug, habe ich nun - um Irrtümer zu vermeiden - schriftlich von ihm bekommen und kann ihn somit veröffentlichen. Herr Wagner schreibt an seinen Lebenserinnerungen, und da fehlt ihm eine Angabe, zu der ihm - wie er hofft - unsere Ostpreußische Familie verhelfen könnte. Im März 1946 zog Günter Wagner von Penig / Sachsen nach Reinstorf, Kreis Bützow, Mecklenburg. Er konnte sich aber nicht anmelden, bevor er eine mehrwöchige Quarantänezeit durchlaufen hatte, obwohl ja beide Orte in der russischen Zone lagen. Dieses Quarantänelager befand sich in einem ehemaligen Gutshaus im Kreis Güstrow. Da Herr Wagner damals kein Tagebuch geführt hat noch irgendwelche Dokumente aus dieser Zeit besitzt, weiß er nicht mehr, wie dieser Ort hieß. Von den angeschriebenen Kreisverwaltungen Bützow und Güstrow erhielt er negative Antworten. Vielleicht war jemand von unseren Lesern auch in jenem Lager oder weiß, daß es dieses gab, und kann den Ortsnamen nennen. Mehr nicht - aber für Herrn Wagner wäre das schon viel. (Günter Wagner, Kickersburg 6 in 42279 Wuppertal, Telefon 02 02 / 52 42 95.)

Beim nächsten Wunsch bin ich weniger optimistisch, was die Erfüllung betrifft, aber versuchen wir es mal. Ruth Maulbetsch geborene Liedtke ist froh, daß es unsere Zeitung gibt, sie ist für sie ein kleiner Trost in der großen Not um den Verlust der geliebten Heimat. Frau Maulbetsch liebt vor allem die Kurische Nehrung, die sie beseelt und gesegnet hat, wie sie schreibt. Und um dieses "Wunderland am Meer" geht es auch in ihrer an mich gerichteten Bitte, die ich aber nur weitergeben kann. Ihr damaliger Chef in Königsberg, Otto Ließmann, hatte auf der Kurischen Nehrung wunderbare Aufnahmen gemacht, die Frau Maulbetsch als einmalig bezeichnet. Sie wurden auf 1 x 1,5 Meter vergrößert. Seine Tochter konnte die Negative nach Darmstadt retten, wo sie später auch lebte. Da die Bilder nach Wissen von Frau Maulbetsch nie wieder aufgetaucht sind, fragt sie nun, ob jemand weiß, wo diese beziehungsweise die Negative geblieben sind? Vielleicht befinden sie sich noch im Familienbesitz, vielleicht in irgendwelchen Archiven? (Ruth Maulbetsch, Metzingerstraße 5 in 72622 Nürtingen.)

Unser Landsmann Horst Gutzeit schließt seinen bisher veröffentlichen Suchwünschen - auf die er leider bisher keine Resonanz zu verzeichnen hat, was auch schwierig sein wird, da sie weit in die Vergangenheit, sogar bis 1763, zurückführen - nun eine Frage an, die ich leider nicht beantworten kann. Herr Gutzeit besitzt einen Kirchenbuchauszug, der als Datumsangabe Tage nach dem Kirchenjahr angibt wie "Dom.17.18.et 19.1762 in Klein Schönau pr. und kopuliert." Was bedeutet... "Am 17., 18. und 19. Sonntag des Kirchenjahres 1762 in Klein Schönau verkündet und getraut." Es soll eine Veröffentlichung geben, aus der man die entsprechenden Kalendertage von Kirchenjahrtagen entnehmen kann. Wie heißt diese Publikation, wo kann man sie einsehen beziehungsweise leihweise erhalten? Ich habe leider keinen Zugang zu diesem Werk und kann Herrn Gutzeit auch nicht den Tag der Trauung mitteilen, da bin ich als Redakteurin dieser Kolumne doch überfordert! Aber sicher kann jemand aus unserm Leserkreis, der sich mit Familienforschung auskennt, weiterhelfen. (Horst Gutzeit, Am Lettenholz 31 in 83646 Bad Tölz, Telefon 0 80 41 / 45 70.)

Telefonisch trug mir Herr Dr. Harry Tetzlaff seinen Wunsch vor, und ich hoffe, daß ich alle Angaben richtig verstanden habe. Der geborene Berliner, Jahrgang 1920, sucht eine Allensteinerin, Renate Steinke oder Steinemann. Ihr Vater war der Zahnarzt Dr. Fischer, der in der Schillerstraße 3 oder 4 wohnte. Auch seine Tochter heiratete einen Zahnarzt, der im Krieg Marineoffizier war. Dr. Tetzlaff hatte Renate vor dem Krieg in Kolberg kennengelernt, wo die Familie Ferien machte. Als sie flüchten mußten, waren die Allensteiner auch kurz in Berlin, ehe sie nach Schleswig-Holstein weiterzogen. Renate soll dann mit ihrem Mann zeitweise in Schweden gelebt haben, zwei Töchter wurden vermutlich dort geboren. Dr. Fischer hat in Stuttgart gewohnt ebenso die jüngere Tochter "Gucki", die einen Architekten heiratete. Das sind doch recht konkrete Angaben, und sie machen berechtigte Hoffnung, daß Herr Dr. Tetzlaff zumindestens einen Hinweis bekommt, wie und wo das Leben von Renate St. verlaufen ist. Aber vielleicht meldet sie sich ja auch selber? Nichts ist unmöglich! (Dr. Harry Tetzlaff, Klockenbusch 11 in 32547 Bad Oeynhausen, Telefon 0 57 31/ 2 01 36.)

Eure Ruth Geede


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabo bestellen Registrieren