28.01.2022

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30.07.05 / Im Visier / Opfer eines Verbrechens sucht Frieden

© Preußische Allgemeine Zeitung / 30. Juli 2005

Im Visier
Opfer eines Verbrechens sucht Frieden

Ich war 21 und erst im September nach New York gezogen ... In meiner Erinnerung spielt die Geschichte immer in der Gegenwart, fängt immer um Viertel nach zwei an. Ich spaziere die Parkpromenade entlang, und ... ,Ma'am', sagt die Stimme hinter mir. ,Ich habe eine Pistole. Wenn Sie weitergehen, erschieße ich Sie. Tun Sie einfach, was ich sage.'"

Zwar kommt die junge Ellis mit ihren Leben davon, doch lebt sie von dem Tag in der Angst, sie könne dem Mann aus dem Park wieder begegnen.

In dieser psychisch angespannten Phase meldet sich zu allem Überfluß ihr Ex-Freund bei ihr und droht mit Selbstmord. "Nicholas, der Junge, mit dem ich auf dem College drei Jahre gegangen bin und der mir das Pistoleschießen beigebracht hat, ruft an. ,Wie bist Du an meine Nummer gekommen?', frage ich. ,Deine Eltern', sagt er ... Ich hatte von Anfang an gewußt, daß er gestört war!" Und doch war er ihr nicht mehr aus dem Kopf gegangen und schließlich waren sie zusammengekommen.

Als die schlechten Nachrichten nicht enden wollen und die Situation Ellis zu erdrücken scheint, beginnt sie sich auf ihr Innerstes zu besinnen. Sie sucht in ihrer Vergangenheit nach Antworten und Gründen, wieso in ihrem Leben zwangsläufig so viel schief laufen mußte.

Diese Suche bringt sie dazu, ihre Welt mit anderen Augen zu sehen, die Dinge neu zu entdecken und mit den Ereignissen ihrer Kindheit abzuschließen. Und eines Tages begegnet sie dem Mann mit der Pistole wieder ...

Vendela Vidas in Amerika viel gerühmter Roman besticht durch seine Einfachheit. Leicht zu lesen, fesselt der Inhalt den Leser gnadenlos an das Buch.

Mit diesem Psychogramm einer jungen Frau, die beinahe einem Verbrechen zum Opfer gefallen wäre, ist Vendela Vida ein grandioses Debut gelungen. A. Ney

Vendela Vida: "Und jetzt können Sie gehen", Knaus, München 2005, geb., 240 Seiten, 17,90 Euro


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