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13.08.05 / Die Türme von Isfahan / Iranische Atompolitik gefährdet den Weltfrieden

© Preußische Allgemeine Zeitung / 13. August 2005

Die Türme von Isfahan
Iranische Atompolitik gefährdet den Weltfrieden

Die persische Stadt Isfahan ist für ihre Teppiche mit blumigen Mustern berühmt. Die Iraner kennen sie auch wegen der Wackeltürme in den alten Stadtmauern. Hoch oben auf der Zinne hat man den Eindruck, die Türme wackelten. Der erste Staatspräsident der Mullah-Diktatur, Bani Sadr, bezeichnete die Wackeltürme einmal als Sinnbild für die Wirtschaft der Islamischen Republik. Man strebe hoch hinaus, auch wenn es da oben windig und wackelig werde. Bani Sadr lebt heute im Exil, sein jüngster Nachfolger, Ahmadinedschad, könnte nicht nur die Türme von Isfahan, sondern das ganze Land zum wackeln bringen. Seine aggressive Atompolitik provoziert die freie Welt. Amerika und Israel werden, anders als die Europäer, es nicht hinnehmen, daß die Mullarchie zum Atomwaffenstaat und damit zur unangreifbaren Führungsmacht der islamischen Welt aufsteigt.

Gäbe es nur die Atommeiler von Isfahan dann wäre die Sache so einfach wie Anfang der 80er Jahre im Irak, als die israelische Luftwaffe die Atomanlage von Saddam Hussein in Schutt und Asche legte. Die Mullahs haben daraus gelernt. Man schätzt, daß die Herstellungsfabriken für die einzelnen Teile der iranischen Bombe über das ganze Land verteilt und außerdem in unterirdischen Bunkern verborgen sind. Größere Anlagen werden zusätzlich von Luftabwehrraketen geschützt. Insgesamt gäbe es an die hundert Ziele, wenn man das komplette Atomprogramm der Mullahs zerstören wollte. Das ist eine Mammutaufgabe, nur die Amerikaner hätten die Kapazität dazu, nur sie verfügen über ausreichend zielgenaue Raketen, die auch in den Boden eindringen und erst bei der Berührung mit den Bunkeranlagen explodieren.

Aber das politische Risiko ist für Amerika unkalkulierbar hoch. Deshalb liegt es nahe, daß Israel mit logistischer Unterstützung Washingtons wenigstens einen Teil des Atomprogramms zerstören wird, um Zeit zu gewinnen. Die Mullahs spielen wieder einmal mit den Elementen. Aber diesmal wird es nicht nur wackeln, sondern gewaltig krachen. Es könnte ein heißer Herbst werden. Und wenn nicht, dann wird es spätestens in den nächsten ein, zwei Jahren zu dramatischen Entwick-lungen kommen. Denn darüber sollte man sich keine Illusionen machen: Die Mullahs könnten die Bombe auch gebrauchen, entweder gegen Israel oder auch gegen die Saudis und gegen die Amerikaner in der Region. Die Ideologie des Dschihad, die so viele Selbstmordattentäter antreibt, gilt auch für die meisten Mullahs im Iran. Ihnen bedeutet der Tod nicht viel, noch weniger der Tod vieler ihrer Landsleute, wenn sie nur die Ungläubigen in die Hölle jagen können. Die Israelis wissen das seit der Gründung ihres Staates, die Amerikaner seit dem 11. September auch. Sie sehen die Entwicklung im Iran auch konsequenterweise im Zusammenhang mit dem terroristischen Krieg. Die ultima ratio eines gemeinsamen amerikanisch-israelischen Angriffs ist deshalb auch nicht völlig auszuschließen.

Übrigens: Im Radius der iranischen Raketen liegen auch Länder und Städte der EU. Wir haben ein vitales Interesse, Israel und die USA in ihrer unnachgiebigen Haltung gegenüber den Diktatoren in Teheran zu unterstützen. So könnte man, anders als mit Beleidigungen wie vor drei Jahren, vermutlich auch das Schlimmste verhindern. J. Liminski

 Wer hat die wahre Macht im Iran? Präsident Ahmadinedschad (r.) mit Ayatollah Ali Khamenei und Ex-Präsident Mohammad Khatami (l.) Foto: pa


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