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13.08.05 / Im Paradies / Alfred Teichmann im Kulturzentrum Ostpreußen

© Preußische Allgemeine Zeitung / 13. August 2005

Im Paradies
Alfred Teichmann im Kulturzentrum Ostpreußen

Schade, daß ich so spät dieses Paradies entdeckte, ich hätte mir alle anderen Reisen sparen könne", schrieb der Maler Alfred Teichmann kurz vor seinem Tod an einen Freund. Mit dem Paradies war die Kurische Nehrung, waren Nidden, Purwin, Preil und Perwelk gemeint. Dort hatte der am 27. September 1903 im sächsischen Gersdorf, Kreis Leisnig, Geborene sein künstlerisches Paradies gefunden. Weite Malreisen hatten ihn zuvor bis nach Ägypten und Palästina geführt. In Italien, Albanien, der Türkei, auf Kreta, in Norwegen und auch in Frankreich war er unterwegs gewesen, hatte gemalt - und das erfolgreich, denn mehr und mehr konnte er seine Reisen durch den Verkauf von Bildern und Radierungen finanzieren.

Alfred Teichmann ließ sich an den Kunstgewerbeschulen in Dresden und Berlin-Charlottenburg ausbilden und entschloß sich 1929 an der Akademie in Dresden zu studieren. Ab 1934 malte er regelmäßig auf der Kurischen Nehrung; dort lernte er auch seine spätere Frau Marie kennen. Die beiden nahmen ihren Wohnsitz in Dresden, wo Teichmann den Unterhalt der Familie verstärkt auch durch baugebundene Arbeiten bestritt.

Aus dem Zweiten Weltkrieg und aus sowjetischer Gefangenschaft kehrte Teichmann schwer gezeichnet zurück. Ein Arbeitsunfall war schuld, daß er nur noch sehr schwer gehen und sprechen konnte. Dennoch ließ Teichmann sich nicht beirren - er malte weiter, trotz aller Einschränkungen. Ahrenshoop an der Ostsee hatte es ihm angetan, fühlte er sich dort doch sehr an die Kurische Nehrung, an Nidden erinnert.

Unzählige Bilder künden von dem reichen Schaffen des am 21. April 1980 in Dresden verstorbenen Künstlers. Eine weitgefächerte Auswahl seiner Ölgemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Radierungen kann noch bis zum 30. September im Kulturzentrum Ostpreußen im Deutschordensschloß Ellingen betrachtet werden (dienstags bis sonntags 10 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr). man

 Alfred Teichmann: Auf Sand gezogene Kähne (1938) Foto: Archiv


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