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13.08.05 / Hermanns Denkmal im Teutoburger Wald

© Preußische Allgemeine Zeitung / 13. August 2005

Hermanns Denkmal im Teutoburger Wald

Männer machen Gechichte", meinte der große Historiker des deutschen Kaiserreichs Heinrich von Treitschke. In der Bundesrepublik schlug das Pendel in die andere Richtung. Nach der 68er Kulturrevolution wurde nur noch Sozialgeschichte als wahre Geschichte anerkannt. Die Entstehungsgeschichte des Hermannsdenkmals auf dem Gipfel der Grotenburg ist ein Beispiel dafür, daß die Wahrheit zwischen den Polen liegen kann.

Dieses Denkmal ist kaum vorstellbar ohne die französische Fremdherrschaft und Unterdrückung in Deutschland zu Beginn jenes Jahrhunderts, in dem es errichtet wurde. Die historischen Parallelen schienen sich damals förmlich aufzudrängen: Entsprachen nicht die Römer von einst den ebenfalls romanischen Franzosen von jetzt und die damalige Uneinigkeit der Stämme Germaniens der jetzigen Uneinigkeit der Füstentümer Deutschlands? Die Vorväter hatten mit dem Cheruskerfürsten einen gehabt, der sie einte und in den siegreichen Kampf gegen die Aggressoren von jenseits des Rheins führte. Einem selber war jedoch kein moderner Arminius vergönnt - um so größer war die Verklärung des historischen.

In diesem gesellschaftlichen Klima wuchs ein Mann auf, ohne den man sich die "Arminsäule", wie er sie nannte, ebenfalls nicht vorstellen kann. Am 17. Mai 1800 kam Ernst Brandel im damals preußischen Ansbach als Sohn eines Justizbeamten zur Welt. Später sollte er seinen Kindern und Enkeln erzählen, er habe sich als Sechsjähriger - also während der Franzosenzeit - derart für Arminius den Cherusker begeistert, daß er schon damals den Plan gefaßt habe, ihm ein Denkmal zu bauen. Im 39. Lebensjahr stehend, begann der vielseitig begabte und ausgebildete Künstler mit der Verwirklichung seines Traumes. Trotz der nationalen Arminiusbegeisterung kostete den gebürtigen Preußen die Verwirklichung seines Traumes seine Ersparnisse. Einen letzten Schub gab Bandels Projekt zum Schluß noch die Neuauflage des deutsch-französischen Ringens im für Deutschland siegreichen Krieg von 1870/71. Wenige Jahre später, gut ein Jahr vor seinem Tod, am 16. August 1875 war es dann soweit: Dem Baumeister war es vergönnt, die Einweihung seines (Lebens-)Werkes im Beisein des Kaisers zu erleben.

Heute erinnert das Monument nicht mehr nur an einen Cheruskerfürsten, sondern auch an den Mann und den Zeitgeist, denen es seine Existenz verdankt. Manuel Ruoff

Vor 130 Jahren eingeweiht: Die "Arminsäule" mit ihrem 26,89 Meter hohen Unterbau und ihrem einschließlich dem sieben Meter langen und elf Zentner schweren Schwert 26,57 Meter hohen Standbild. Foto: Archiv


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