19.01.2022

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17.09.05 / Aus den Heimatkreisen

© Preußische Allgemeine Zeitung / 17. September 2005

Aus den Heimatkreisen

ALLENSTEIN-STADT

Kreisvertreter: Gottfried Hufenbach, Telefon (0 22 25) 70 04 18, Fax (0 22 25) 94 61 58, Danziger Straße 12, 53340 Meckenheim. Geschäftsstelle: Stadtgemeinschaft Allenstein, Telefon (02 09) 2 91 31 und Fax (02 09) 4 08 48 91, Vattmannstraße 11, 45879 Gelsenkirchen

Jahrestreffen - Sonnabend, 17. September, 13 Uhr findet das 50. Jahrestreffen der Stadtgemeinschaft Allenstein wiederum in Gelsenkirchen, Schloß Horst, statt. Die genaue Anschrift: Café Restaurant Schloß Horst, An der Rennbahn, 45899 Gelsenkirchen, Telefon (02 09) 5 98 41 95. Wir würden uns freuen, wenn wir unsere Besucher für die Mitnahme (und möglichst auch zum Bezug) unserer Heimatzeitung animieren könnten.

 

KÖNIGSBERG-STADT

Stadtvorsitzender: Klaus Weigelt. Geschäftsstelle: Annelies Kelch, Luise-Hensel-Straße 50, 52066 Aachen. Patenschaftsbüro: Karmelplatz 5, 47049 Duisburg, Tel. (02 03) 2 83-21 51

Schultreffen der Hans-Schemm-Schule - Die Schulgemeinschaft der Königsberger Hans-Schemm-Schule traf sich zum 12. Mal in Göttingen. Übernachtet wurde wie immer im "Hotel Rennschuh". Das Treffen selbst fand im Saal des dazu gehörenden Restaurants "Eisenpfanne" statt. Ernst Stoermer konnte wieder eine große Anzahl von Teilnehmern begrüßen. Besonders herzlich Gerde und Alfred Meister aus Kanada, Helga und Ewald Swat mit ihrer Tochter Bärbel aus den USA, sowie mit Elisabeth Zachmann-Possienke und Peter Scheller zwei Königsberger Gäste aus USA. Erfreulich war, daß mit Karin Fässler-Warstat, Hildegard Grundtner-Czysewski, Ursula Hess-Romeike und Margarete Timmermann-Kirsch auch wieder einige "Neue" dabei waren. Der verstorbenen Schulkameradin Erika Hünerbein sowie der bekannten und unbekannten Toten galt ein stilles Gedenken. Danach trug Waltraut Junge das Gedicht "Meine Stadt" vor. Dann folgte ein sehr ausführlicher Bericht von Agnes-Christel Brandt über das "Ännchen von Tharau". Anschließend wurde von allen "Ännchen von Tharau" gesungen. Mit dem Bericht von Edith Cyrus von einer von Werner Klebusch organisierten Reise in die Heimat war der Programmteil beendet. Gerda Speich, die im letzten Jahr leider krankheitshalber fehlte, sowie die Schwestern Agnes-Christel und Renate Brandt erhielten für ihre Vorträge von ostpreußischem Humor recht viel Beifall. Mit musikalischer Unterstützung durch das Mundharmonika Trio Gerhard Hensel, Gerd Plewe und Günther Roesnick, sowie Gerhard Lauszat mit der Geige wurden wieder sehr viele Volks- und Heimatlieder gesungen. Die von Bernhard Hölscher unserer Schulgemeinschaft gestifteten Liederbücher leisten dabei immer sehr gute Dienste. Am letzten Abend wurde von dem Angebot der Königsberger Klopse wieder reger Gebrauch gemacht. Mit dem gemeinsamen Singen einiger Abschiedslieder und des Ostpreußenliedes wurde das Treffen offiziell beendet. Die Zeit war wieder wie im Flug vergangen, standen doch bei allen Gesprächen unsere Heimat und Erlebnisse aus unserer Jugendzeit, Freude und Harmonie im Vordergrund. Der Termin für das nächste Treffen wurde auf die Zeit vom 25. bis 27. August 2006 wieder im "Hotel Rennschuh" - Restaurant "Eisenpfanne" in Göttingen festgelegt. Kontaktanschrift: Ernst Stoermer, Sedanstr. 89, 89077 Ulm, Telefon (07 31) 3 09 08.

Treffen der Sackheimer Mittelschüler - Fortsetzung - An dem freien Sonnabendvormittag war unser SK Egon Riedel, der in Nürnberg zu Hause ist, sehr begehrt und er hatte schnell eine Interessengruppe zusammen, die den Justizpalast besichtigen wollte. Die Kaiserburg mit den gerade stattfindenden Ritterspielen, das Albrecht-Dürer-Haus, das Deutsche Spielzeugmuseum und der Handwerker-Markt waren begehrte Ziele. Am Sonnabend präsentierte uns das "Hotel im Bayreuther Zimmer" abends ein für das Auge schönes und für die Zunge schmackhaftes Fränkisches Büfett. Untermalt wurde das gemeinsame Abendessen mit einer auch für das Ohr wohltuenden Musik. Für den fortgeschrittenen Abend servierte uns der Musikus eine Palette Melodien aus Tonfilm und Operette aus den 30er und 40er Jahren. Das war gleichzeitig eine Aufforderung zum Tanz. In einer Pause fand sich auf dem Parkett ein Zauberkünstler ein. Er führte uns zusammen mit seiner Assistentin einige Zaubertricks vor und führte uns in die geheimnisvolle Welt der Magie. Schulkameradin Dorothea Blankenagel las uns wieder heimatliches aus ihrem unerschöpflichen Bestand vor. Schriftführer Günter Walleit hatte es sich auch zu diesem Jahrestreffen zur Aufgabe gemacht, langjährige Mitglieder zu ehren. Fränzi Freund gehörte unserer VeSM 50 Jahre an und so blieb es nicht aus, ein herzliches Danke zu sagen und sie mit einer Ehren-Urkunde zu bedenken sowie mit einem heimatlichen Lesebuch zu beschenken. Die nicht anwesenden "Goldenen Jubilare", Irmgard Trosiner aus Meerbusch, Herbert Schmidt aus Essen und Hermann Baerwald aus Lippstadt, erhielten die Urkunden per Post zugestellt. Mit dem heimatlichen Lesebuch wurden die ehemaligen Schüler/innen beschenkt, die im letzten Kriegsjahr 1945 die Schule verlassen mußten. Dazu gehörten die folgenden Schulkameraden/innen: Ilse Hoffmann aus Bernkastel-Kues, Georg Dröger aus Frankfurt, Dorothea Blankenagel aus Duisburg, Werner Link aus Flensburg, Manfred Rattay aus Hannover, Egon Riedel aus Nürnberg und Gerhard Selzam aus Drochtersen. Unser brillant aufspielender Musikus forderte uns weiter zum Tanzen auf. Günter Walleit hatten die Melodien so gepackt, daß er sich kurz entschloß, nach der Musik von Peter Kreuder aus dem Film "Hallo Janine" das Lied "Musik! Musik! Musik!" unter Begleitung unseres Keyboardspielers zu singen. Ehemalige Schlagerfans erinnerten sich gern an manche Melodien aus Tonfilm und Operette. Zu schnell verging der festliche Abend und wir fanden uns gegen Mitternacht zusammen, um gemeinsam das schöne Volkslied "Kein schöner Land in dieser Zeit" zu singen. Am Sonntagmorgen stand das umfangreiche und appetitanregende Frühstücksbüfett des "Atrium-Hotels" auf dem Programm. Danach begann das Verabschieden mit dem Wunsch nach einem gesunden Wiedersehen im Jahr 2006.

750 Jahre Königsberg am Pregel - Auch wir waren wieder in unserer Heimat, Königsberg am Pregel in Ostpreußen. Eine gemischte Gruppe Königsberger Ostpreußen und Ostpreußenfreunde machten sich von Nürnberg zur Ostpreußenfahrt auf. Wir fuhren mit Kulturreisen Mayer, Landshut: kurz nach neun Uhr mit dem Bus Richtung Berlin. Am Steuer saß unser lieber Ostpreußen-Fahrer Adolf Weber. Wir freuten uns über seine Freundlichkeit und gute, sichere verantwortungsvolle Fahrweise, die wir elf Tage sehr zufrieden erleben durften. Ja, Ostpreußen muß man kennen und lieben! Wir kamen gut und schnell zum ersten Grenzübergang Küstrin und wurden auch schnell im Bus durch Vorzeigen des Reisepasses abgefertigt. So konnten wir auch wie erwartet gegen 19 Uhr in unserem bekannten, sehr guten Hotel "Haus am See" bei Familie Zabel, hinter Landsberg a. d. Warthe aussteigen und unser erstes Quartier beziehen. Das Abendbrot wartete schon auf uns. Es gab ostpreußischen Schweinebraten, Kartoffeln und Rotkohl. Nach dem guten Essen schnupperten wir noch ein wenig Seeluft, und dann ging es zum Schlafen. Gut geschlafen, gut gefrühstückt ging unsere Fahrt weiter, über Deutsch Krone, Marienburg, Elbing und Frauenburg. Hier bei Kopernikus machten wir Mittagspause mit Würstchen und Kaffee bei unserem Bus. Danach gingen einige zum Dom und die anderen zum Haff zum Gedenkstein unserer etwa 450 000 Toten unserer Heimat Ostpreußen, die bei der Flucht 1945 über das Haff starben. Wir aber durften überleben. Und wir haben einen Auftrag - Niemals ihrer, unserer Verstorbenen hier und an anderen Orten und Grabstätten zu vergessen, ihrer in Treue zu gedenken. Danach ging unsere Fahrt weiter über Braunsberg nach Heiligenbeil und Grunau zum nächsten Grenzübergang. Bei den Polen ging es zügig weiter. Im Niemandsland mußte unser Bus etwas warten, denn zwei deutsche Busse waren vor uns. Doch in zwei Stunden insgesamt waren wir durch und konnten am Haff entlang Richtung Königsberg fahren. Unser lieber Fahrer kannte die Umgehungsstraßen nach Rauschen. So sahen wir an diesem Tag nur aus der Ferne unsere Heimatstadt. Gegen 19 Uhr russischer Zeit kamen wir in Rauschen an. In einem kleinen Hotel Rauschen - Düne, Bahnhofstraße, bezogen wir für drei Nächte unser Quartier. Mit Abendbrot gestärkt zogen wir den ersten Schlengelweg zu unserem geliebten See hinunter. Wellenrauschen und Abendrot begrüßten uns heimatlich. Wir konnten heimatliche, kindliche Seeluft tanken. Es war schon dunkel, als wir in unsere Hotelzimmer zurückkehrten. Wir schliefen in der Heimat mit guten Träumen aus Kindertagen. Der nächste Tag mit der ersten Fahrt nach Königsberg am Pregel. Das Neuerrichtete wurde besichtigt. Schön unser altes Königstor mit den restaurierten drei Köpfen - Ottokar von Böhmen, Friedrich I. und Herzog Albrecht. Das Königstor ist sauber mit roten Backsteinen wieder hergestellt und die Straßenbahn kann wieder richtig fahren, Richtung Debau. Dann der Steindamm, sauber bis zum Nordbahnhof, die große Orthodoxe Kirche beim Messeeingang. Viele saubere Geschäfte. Die andere Seite von Königsberg am Pregel, der fast fertige Dom, die neu gebaute Kaiserbrücke für Fußgänger, der Hauptbahnhof innen mit Schaltern und Geschäften, Warteräumen, alles ordentlich. Die Bahnsteige etwas heller. Dort dachten wir an unsere schöne, fröhliche Kindheit mit den Ferienfahrten aufs Land zu Bekannten und Verwandten. Die neue Kirche auf dem alten Luisenfriedhof wurde auch besucht. Drei nette, junge Bläser durften uns dort das alte Königsberger Preußenlied "Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns der Feind nach schade, noch trifft des Bösen List" spielen. Dieses Lied wurde doch täglich vom Schloßturm geblasen. Wir brachten auch den drei Bläsern unseren Wunsch zum Ausdruck, am Sonntag vor dem Dom und in dem Dom dieses alte Königsberger Schloßturmlied zu hören. Die drei waren auch dazu bereit. Doch nur mit Hilfe von Frau Wolfram durften die jungen Männer im Dom das Lied kurz spielen. Schade, daß zu wenige an das gute Überlieferte unserer alten, ehrwürdigen Stadt Königsberg (Pr.) denken und neu hörbar machen. Aber so Gott will, gibt es auch einen 751. Geburtstag unserer geliebten Heimatstadt Königsberg am Pregel. Ja! Der ist im tiefsten Herzen treu, der die Heimat liebt wie Du und Ich! Am Sonnabend und Sonntag spazierten wir durch unsere Stadt am Pregel. Vom Lindenmarkt am Pregel lang über Kaiser-Wilhelm-Platz, Gesekusplatz, Steindamm, Poststraße zur Albertina, jetzt Kant-Universität, Immanuel-Kant-Denkmal, zum Schloßteich über die Schloßteichbrücke, Weißgerberstraße, Französische Straße zurück zum Schloßteich, Münzplatz. Am früheren ersten Bootsverleihstand nahmen wir einen kleinen Imbiß ein. Wir vermißten die einst vielen weißen Bootchen, Café Schwermer, die Cafégärten bei der Stadthalle und unser Schloß. Gut, daß wir dies alles noch auf Bildern sehen dürfen. Mit dem Bus ging es dann am Nachmittag wieder nach Rauschen. Dann Abendbrot, ein bißchen Erzählen vom Erlebten und dann wieder ein Bummel zu unserem Strand, an unserer See, Erinnerungen aus Kindertagen rollen im Gedächtnis ab, Wellenrauschen, Abendrot. Und nun ruhen alle Wälder! Lied der Heimat, früher an jedem Abend. Mit diesen guten Gedanken der Kindheit gingen wir zu Bett am Sonnabend. Am Sonntag, gut gefrühstückt fuhren wir bei gutem Wetter wieder nach Königsberg. Unsere Fahrt ging zuerst zu unserem Königsberger Preußen-Friedhof und Krematorium an der alten Cranzer Allee. Wir versammelten uns an den Grabstätten unterm Kreuz zum Gedenken unserer vielen Toten, Zivilisten und Soldaten, in unserer Heimat und Heimatstadt Königsberg (Pr.). Wir legten als sichtbares Zeichen einen Kranz mit Schleifen schwarz-weiß vor dem Kreuz nieder. Zu viele unschuldige Kinder und Mütter, junge und alte Menschen mußten elendig sterben. Und unsere Soldaten, die für uns kämpften, gaben ihr Leben in Pflichterfüllung. Niemals sollte sich so etwas Fürchterliches wiederholen. Und die Meere rauschen den Choral der Zeit - Elche steh'n und lauschen in die Ewigkeit! Sie starben, wir leben! In Gedanken waren wir vereint mit allen Ostpreußen und Königsbergern, die von weit über 100 000 Menschen, als kleine Minderheit drei Russenjahre überlebten. Auftrag - Niemals unsere Toten in der Heimat Ostpreußen zu vergessen. Am Montag fuhren wir von Rauschen fort, nach Cranz, Sarkau, Rositten, Vogelwarte, Pillkoppen nach Nidden. Zwei Tage blieben wir hier. Am ersten Tage konnten wir am Haff spazieren, danach erwartete und ein liebes ostpreußisches Marjellchen, die Christel im Gemeindehaus. Ein mit Liebe gedeckter Kaffeetisch erwartete uns, Kaffee und Kuchen. Und dann erzählte uns Christel von ihrem Leben nach 1945 hier, das durch viele Tiefen und später auch Freuden und Dankbarkeit verlaufen ist. Uns wurde die wieder restaurierte, schöne Kirche und der alte Fischer-Friedhof gezeigt und erklärt. Es war ein gutes besinnliches Erleben mit einer echten lieben Ostpreußin. Der Dienstag brachte Regen und Sturm. Am Mittwoch ging es weiter nach Masuren, Sensburg, Heiligenlinde, Nikolaiken und abends durften wir wieder in das gute Hotel "Country Holiday" einkehren und wurden dort gut versorgt. Gute Zimmer, gutes Essen. Die nächsten Stationen waren Heilsberg und Danzig, über Landsberg, Küstrin kehrten wir am Sonntag, den 14. August nach Nürnberg wohlbehalten und gesund zurück. Auch mit langsam hochkommenden Gedanken, tief aus einem ostpreußischen Herzen - Heimat, ich komme wieder! Denn Dich gibt es nur einmal auf Erden!

 

LYCK

Kreisvertreter: Gerd Bandilla, Agnes-Miegel-Straße 6, 50374 Erftstadt-Friesheim. Stellvertreter und Karteiwart: Siegmar Czerwinski, Telefon (0 22 25) 51 80, Quittenstraße 2, 53340 Meckenheim. Kreisältester: Alfred Masuhr, Reinickendorfer Straße 43a, 22149 Hamburg

Bericht vom Jubiläums-Hauptkreistreffen in der Patenstadt Hagen - 50 Jahre ist es her, daß der damalige Oberbürgermeister Fritz Steinhoff für die Stadt Hagen in Westfalen die Patenschaftserklärung mit der Kreisgemeinschaft Lyck unterzeichnete. Vor dem Hintergrund dieses runden Jubiläums war das diesjährige Hauptkreistreffen der Kreisgemeinschaft Lyck ein besonderes. Nach einer bewegenden Lesung des Autors Herbert Reinoß in den Ostdeutschen Heimatstuben und einem nicht jedermanns Geschmack treffenden, anspruchsvollen Orgelkonzert mit Erich Piasetzki in der Johanniskirche am Markt erreichte das Jubiläumstreffen in der Patenstadt seinen Höhepunkt. Es begann mit der Arbeitstagung der Orts- und Bezirksvertreter. Diese fand hinter verschlossenen Türen statt und das einengende, disziplinierende Korsett einer Tagesordnung fehlte. So wurde "frei von der Leber weg" geredet. Entsprechend offen und unverblümt wurde Kritik geübt. Schnell und zielsicher brachte der die Tagung souverän leitende Kreisvertreter Gerd Bandilla das Gespräch auf die Frage der Entschädigung der von den Vertreiberstaaten beraubten Ostdeutschen. Er verwies dann auf die Forderung des Präsidiums des Bundes der Vertriebenen nach einer "politischen Lösung" der "ungelösten Vermögensfragen der deutschen Vertriebenen", was als Absage an die von der Preußischen Treuhand angestrebte juristische Lösung interpretiert werden muß. Bandillas Kritik stieß auf Zustimmung. Auf Unverständnis stieß dafür, warum die Vertriebenen auf Entschädigung verzichten sollen, während andere entschädigt werden. Im Gegensatz zu dieser Arbeitstagung der Orts- und Bezirksvertreter war die für den Nachmittag ebenfalls im Ratssaal angesetzte Kreistagssitzung öffentlich. Überschattet wurde die Sitzung von dem Nachwuchsproblem der Kreisge- meinschaft, das sich sowohl personell als auch finanziell bemerkbar macht. Dieses Problem ist weder neu noch auf die Kreisgemeinschaft Lyck beschränkt. Ob es den Lyckern gelingt, mit dem Arbeitskreis "Mittlere Generation" erfolgreich gegenzusteuern, muß die Zukunft erweisen. Hervorzuheben sind die Tagesordnungspunkte 9 und 10, "Änderung der Wahlordnung" und "Satzungsänderung - Auftrag an den Kreisvertreter". Bisher war es so, daß mit der dem Heimatbrief beigelegten Stimmkarte so viele Personen abstimmen konnten, wie sich auf die Karte eintrugen. Dabei konnte nicht ausgeschlossen werden, daß sich auch nicht zur Kreisgemeinschaft gehörende und somit nicht stimmberechtigte Familienangehörige von Heimatbriefempfängern eintrugen und abstimmten. Um zu verhindern, daß unter Hinweis hierauf Wahlergebnisse erfolgreich angefochten werden können, wurde auf Vorschlag des Kreisvertreters beschlossen, daß zukünftig pro Heimatbrief nur eine Person wählen kann. Dabei wird nolens volens in Kauf genommen, daß zusammenlebende Ehepaare, die sich mit einem Heimatbrief begnügen, um der Kreisgemeinschaft Geld zu sparen, eine Stimme verschenken. Doch nicht nur einer möglichen Annullierung der Wahlergebnisse, sondern auch einem eventuellen Entzug des Status der Gemeinnützigkeit wünschte der Kreisvertreter durch präventive Beschlüsse des Kreistages vorzubeugen. Immerhin enthält die Kreisgemeinschaftssatzung wie die alte LO-Satzung ein Bekenntnis zum Ziel der Wiedervereinigung Deutschlands unter Einschluß Ostdeutschlands, und dieses könnte als nicht verfassungskonform gewertet werden. So beantragte Bandilla, schon jetzt mit dem Entwurf einer Satzungsänderung beauftragt zu werden, damit er im Falle staatlicher Kritik an den entsprechenden Satzungspassagen darauf verweisen kann, daß an einer Satzungsänderung bereits gearbeitet werde. Auch dieser Antrag des Kreisvertreters wurde angenommen, wie überhaupt der Kreisvertreter, der am 1. Oktober sein 20. Dienstjubiläum in diesem Ehrenamt feiern kann, sich auf der Kreistagssitzung einer ähnlichen Zustimmung erfreuen konnte wie auf der vorausgegangenen Arbeitstagung der Orts- und Bezirksvertreter. Im Anschluß an die Sitzung ging es zum Stadtgarten von Hagen, wo an den von der Stadt am 18. August 1963 an die Kreisgemeinschaft übergebenen drei Gedenksteinen Kränze niedergelegt wurden. Pfarrer Norbert Kotowski richtete ein geistliches Wort an die zur Kranzniederlegung versammelte Gemeinschaft. Schon während der Kreistagssitzung im Rathaus hatte nur rund einen Kilometer entfernt die Stadthalle ihre Tore für das Hauptkreistreffen geöffnet. Nachdem auch die Teilnehmer zur Kranzniederlegung eingetroffen waren, wurde hier um 17 Uhr eine Ausstellung mit Bildern von Gudrun Lassalle und Günter Donder eröffnet. Gegen 19 Uhr eröffnete der Kreisvertreter im großen Saal der Stadthalle den Heimatabend. Abwechselnd sorgten der Sänger BernStein mit seinem ostpreußischen Repertoire und die Kapelle "Studio 10" mit leichter Tanzmusik für vier Stunden Unterhaltung. Das Sonntagsprogramm wurde eröffnet mit einem ökumenischen Gottesdienst in der evangelisch-lutherischen Johanniskirche. In dessen Zentrum stand eine Predigt des den Lyckern wohlgesonnenen ortsansässigen Pfarrers Rudolf Asselmeyer über "Jesu wahre Verwandte" (Markus 3, 31-35). Für die musikalische Umrahmung sorgten Kirchenmusikdirektor Manfred Kamp (Orgel) und die Hamburger Diakonissin Edelgard Gassewitz (Sopran). Eineinhalb Stunden nach Gottesdienstbeginn begann in der Stadthalle die festliche Feierstunde. Während die "Salonlöwen" leichte Musik spielten, präsentierte der Ostdeutsche Heimatchor eher melancholische, getragene, die Heimat thematisierende Stücke. Der Begrüßung, in der Kreisvertreter Gerd Bandilla auch auf die vermutliche Ursache für die Patenschaft einging, folgte die Festansprache des Hagener Bürgermeisters Peter Demnitz. Den letzten, aber deshalb beileibe nicht unwichtigsten Teil des Jubiläumstreffens bildete das zwang- und formlose Plachandern.

 

MOHRUNGEN

Kreisvertreter: Günter Dombrowski, Portweg 12, 31863 Coppenbrigge, Telefon und Fax (0 51 56) 16 33. Kulturreferentin: Gisela Harder, Moorfleeter Deich 395, 22113 Hamburg, Telefon (0 40) 7 37 32 20

Der Jugendobmann berichtet - Die Jugendarbeit "Pflege und Förderung" zählt zu den wichtigsten Aufgaben eines jeden Vereins. Aber diese freiwilligen Leistungen müssen auch finanziert werden. Hier kann ich sagen, daß unsere Kreisgemeinschaft auf bestem Wege ist. Denn von den am 27. September 2003 eingesetzten haushaltsmitteln sind in den Jahren 2004 und 2005 für die Jugendarbeit knapp sechzig Prozent ausgegeben worden, so daß für 2006 auch schon vorgesorgt ist. Dies konnte alles nur durch intensive Arbeit des Jugendobmanns erreicht werden, der für das Jugendcamp in Gießen mit Mohrunger Beteiligung eine namhafte Spende von einem Gießener Reiseveranstalter erhielt. Das internationale Jugendcamp in Gießen richtete der TSV Klein-Linden aus. Das ausgeprägte, gut vorbereitete Programm "Fremde werden Freunde" erfüllte voll die Erwartungen. Neben den Jugendgruppen aus Gießens Partnerstädten Gödöllö in Ungarn und Winchester in England gesellte sich Mohrungen/Morag, da Gießen durch die Patenschaft mit unserer Kreisgemeinschaft seit 1954 eine besondere Beziehung verbindet. Die Information im Mohrunger Archiv in Gießen gab den Jugendlichen tiefe Einblicke in unsere frühere Heimat. Nun bemüht sich der Jugendobman, den seit 1999 eingestellten Schüleraustausch Gießen - Mohrungen wieder zu aktivieren. Hierzu gibt es verschiedene Wege und Förderprogramme, so daß unsere Kreisgemeinschaft sowie die Patenstadt Gießen finanziell kaum belastet würden. Sponsoren und Helfer sind aber jederzeit "Herzlich Willkommen".

 

ORTELSBURG

Kreisvertreter: Edelfried Baginski, Tel. (02 09) 7 20 07, Schweidnitzer Straße 21, 45891 Gelsenkirchen. Geschäftsführer: Manfred Katzmarzik, Telefon (02 31) 37 37 77, Am Kirchenfeld 22, 44357 Dortmund

10. Ostpreußentreffen - Mecklenburg Vorpommern - Sonnabend, 8. Oktober, findet das 10. Ostpreußentreffen - Mecklenburg-Vorpommern in der Sport- und Kongreßhalle, Wittenburger Straße statt. Der Beginn der Veranstaltung ist um 10 Uhr, das Ende um 17 Uhr.

 

TILSIT-RAGNIT

Kreisvertreter: Hartmut Preuß, Hordenbachstraße 9, 42369 Wuppertal, Telefon (02 02) 4 60 02 34, Fax (02 02) 4 96 69 81. Geschäftsstelle: Helmut Pohlmann, Telefon (0 46 24) 45 05 20, Fax (0 46 24) 29 76, Rosenstraße 11, 24848 Kropp

Realgymnasium / Oberschule für Jungen zu Tilsit - Anläßlich des 61. Schultreffens in Dresden erhielten alle Teilnehmer die Broschüre "Das Tilsiter Realgymnasium bleibt unvergessen - sein geistiges Erbe wird von der Schulgemeinschaft bewahrt". Die Broschüre enthält auf 48 Seiten einen interessanten Überblick über alle Schultreffen der vergangenen zehn Jahre, über Regionalzusammenkünfte und Besuchsreisen in die alte Schule in Tilsit, über die Festveranstaltungen zum 160. Schuljubiläum und andere Ereignisse. Restexemplare der Broschüre können kostenfrei angefordert werden gegen Einsendung von Rückporto (1,44 Euro in Briefmarken) an die Anschrift Schulgemeinschaft SRT, Postfach 0120, 09001 Chemnitz.

 

TILSIT-STADT

Stadtvertreter: Horst Mertineit. Geschäftsstelle: Tel. (04 31) 7 77 23 (Anrufbeantworter), Diedrichstraße 2, 24143 Kiel

Realgymnasium / Oberschule für Jungen - Auf dem 61. Schultreffen in Dresden erfolgte die Neuwahl des Vorstands. Klaus-Jürgen Rausch würdigte die bisherige Vorstandsarbeit. In einträchtigem Miteinander sei der Vorstand seinem Auftrag gerecht geworden, den Zusammenhalt der Schulkameraden zu wahren und die Erinnerung an die Heimat am Memelstrom wachzuhalten. Er stellte den Antrag, den Vorstand auf weitere zwei Jahre im Ehrenamt zu bestätigen. Einstimmig wurden gewählt: Dipl. Ök. Hans Dzieran, Vorsitzender seit 1995, Dipl. Ing. Helmut Fritzier, Vorstandsmitglied seit 1996, Dipl. Wirtsch. Heinz-Günther Meyer, Vorstandsmitglied seit 1999, Dipl. Ing Gernot Grüble, Vorstandsmitglied seit 2002, Ing. Ök. Dieter Wegerer Revisor seit 1998, Dipl. Soz. Päd. Dieter Punt, Revisor seit 1999. Herzlichen Glückwunsch!


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