17.01.2022

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
08.10.05 / Studie: Zuwanderung läßt das Land verarmen / Bielefelder Bevölkerungswissenschaftler Herwig Birg widerspricht der Behauptung von der "Bereicherung durch Migration"

© Preußische Allgemeine Zeitung / 08. Oktober 2005

Studie: Zuwanderung läßt das Land verarmen
Bielefelder Bevölkerungswissenschaftler Herwig Birg widerspricht der Behauptung von der "Bereicherung durch Migration"

Der Beginn von Aufnahmeverhandlungen der Europäischen Union mit der Türkei hat neue Befürchtungen über zusätzliche Zuwandererströme nach Deutschland wachgerüttelt. Von offizieller politischer Seite werden solche Ängste als ungebründet abgetan. Einerseits sei angesichts der günstigen wirtschaftlichen Entwicklung des vorderasiatischen Landes in der Zukunft kaum mehr mit massenhafter Emigration zu rechnen. Andererseits brächten die Zuwanderer eine beträchtliche Bereicherung für die deutsche Wirtschaft mit sich. Milliardenzahlen über den Anteil türkischer Firmen und Arbeitnehmer an der bundesdeutschen Wirtschaftsleistung werden als Belege hierfür herangezogen.

Der Bielefelder Bevölkerungswissenschaftler Herwig Birg hat der Vorstellung, daß Zuwanderung mit Bereicherung des Landes einhergehe, indes erneut energisch widersprochen. Im Interview mit dem Magazin "Focus" sagte Birg, Deutschland werde wegen der Zuwanderung aus ärmeren Ländern wie der Türkei ganz im Gegenteil nicht reicher, sondern es werde verarmen. 90 Prozent der Migranten, so Birg, seien sehr schlecht ausgebildet. Damit verdienten sie auch unterdurchschnittlich. Somit würde sich das Pro-Kopf-Einkommen in Deutschland durch die Zuwanderung verringern. Auch nehme wegen der geringen Qualifikation der Neuankömmlinge die Produkitivität der deutschen Wirtschaft auf die Gesamtbevölkerung umgerechnet ab: "Bei uns breitet sich eine Dritte Welt aus mit fatalen Folgen für Wirtschaft und öffentliche Finanzen."

In einer im Jahre 2001 vorgestellten Studie rechnet der Bevölkerungswissenschaftler vor, daß beispielsweise von ausländischen Schulabgängern 1999 40,9 Prozent nur den Hauptschulabschluß gemacht hätten, bei den deutschen seien dies 24,7 Prozent gewesen. Ganz ohne Schulabschluß hätten lediglich acht Prozent der deutschen Jugendlichen die Schule verlassen, bei den jungen Ausländern seien dies 19,4 Prozent gewesen.

Die schlechtere Ausbildung der Zuwanderer setze sich in geringeren Gehältern und einem weit höheren Anteil von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern fort, wie Birgs Studie zu entnehmen ist. Die Arbeitslosenquote lag seiner Untersuchung zufolge bei den Ausländern mehr als dreimal so hoch wie bei den Deutschen. Bei der Quote der Sozialhilfeempfänger seien es knapp dreimal so viele gewesen.

Basierend auf dem Jahr 2001, also noch auf Grundlage der D-Mark, errechnete Herwig Birg schließlich den "Überschuß der empfangenen über die geleisteten Zahlungen der Zuwanderer", das heißt, er rechnete nach, ob und wieviel ein durchschnittlicher Migrant volkswirtschaftlich mehr kostet als er beiträgt. Danach ergab sich ein "Umverteilungseffekt von Einheimischen zu Zuwanderern", der schon damals pro Jahr und Kopf 1419 D-Mark betrug.

Aus diesem Grunde hält Birg Überlegungen, die Probleme bei der Geburterate und den sich daraus ergebenden Lücken in der Rentenversorgung mittels verstärkter Zuwanderung zu lösen, für falsch. "Die niedrige Geburtenrate ist unser eigentliches Problem", so Birg zum "Focus". Doch selbst wenn es gelänge, die Zahl der Geburten pro Frau zwischen 15 und 45 Jahren von derzeit knapp 1,4 auf 2,0 zu steigern, hätten wir "noch bis mindestens 2060 mehr Sterbefälle als Geburten". Eine Richtungsänderung bei demographischen Trends dauere unendlich lange. Selbst wenn jetzt oder in den nächsten Jahren ein Trend zu mehr Kindern einsetzte, würde dies erst viele weitere Jahren später darin absehbar werden, daß die Gesamtbevölkerung Deutschlands wenigstens etwas langsamer schrumpft. Würde die Gebrutenrate in Deutschland ab dem Jahr 2010 auf das immer noch bescheidene Maß von 1,5 Kindern pro Frau (das entspräche dem EU-Durchschnitt) ansteigen, so würde die Schrumpfung der Bevölkerung bis zur Jahrhundertmitte um fünf und bis zum Jahrhundertende um zehn Millionen zurückgehen. In jedem Falle geht Herwig Birg von einem dramatischen Rückgang der Bevölkerung Deutschlands von derzeit 82 Millionen auf rund 53 Millionen im Jahre 2050 aus.

Sollte dieser Rückgang weiter mittels massiver Zuwanderung statt durch eine Politik zur Steigerung der einheimischen Geburtenrate bekämpft werden, prognostiziert Birg, daß die deutsche Gesellschaft alsbald die Fähigkeit völlig verlieren würde, Angehörige fremder Kulturen zu integrieren.

Was heute schon in ganzen Stadtteilen Wirklichkeit ist, dürfte sich demnach zunächst auf sämtliche Städte und später auf das gesamte Land ausbreiten. In weiten Teilen unserer Metropolen sind Deutsche bereits in der Minderheit und innerhalb der jungen Generation praktisch verschwunden oder zur randständigen Kleingruppe geschrumpft, die sich der ausländischen Mehrheit anzupassen hat. Bald schon dürfte sich dieses Szenario auf die Städte insgesamt ausbreiten. Zunächst werden in wenigen Jahren, so Birg, in den deutschen Großstädten Zuwanderer die Mehrheit der unter 40jährigen stellen. Und: "Durch Geburtenüberschuß und weitere Migration wächst diese Population rasch."

Wichtig sei jetzt eine Änderung des Rentensystems, da das derzeitige Kinderlose regelrecht bevorzuge. Das deutsche Umlagesystem mache sowieso gerade seine "letzten Atemzüge". Darüber hinaus müsse sich aber auch die Grundeinstellung ändern: "Der Wunsch nach Kindern muß wieder selbstverständlich werden. Geld allein reicht nicht, um das Blatt zu wenden", so der Bielefelder Wissenschaftler. JB


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabo bestellen Registrieren