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12.11.05 / Multikulti in Flammen / Stehen auch Deutschland Unruhen wie in Frankreich bevor?

© Preußische Allgemeine Zeitung / 12. November 2005

Multikulti in Flammen
Stehen auch Deutschland Unruhen wie in Frankreich bevor?
von Jan Bremer

Die rot-grüne Reform des Staatsbürgerschaftsrechts sollte Schluß machen mit dem als rassistisch diffamierten deutschen "Blutrecht", nach dem Deutscher war, wer von Deutschen abstammte. Als leuchtendes Gegenbeispiel zum alten deutschen Abstammungsprinzips wurde stets das französische "Territorialprinzip" gefeiert: Franzose ist, wer auf französischem Boden das Licht der Welt erblickt. Das paßt zu dem Ideal der alten Republik im Westen Europas, die ihren Nationalstolz stets auf die Staatsnation, die Gemeinschaft der freiwillig unter einem Recht versammelten Menschen bezog - im Unterschied zum (traditionellen) deutschen Begriff von Nation, der sich auf die gemeinsamen kulturellen Wurzeln, die Sprache, die Überlieferung berief. Da man Letzteres nicht einfach per Dekret beim Amt abholen kann, wurde dem deutschen Prinzip vorgehalten, es grenze Zuwanderer aus, sei rassistisch und "vormodern".

Vor den Augen der Welt geht das so gepriesene französische Modell in Rauch auf. Die Reaktionen geben Aufschluß über das Ausmaß der Ratlosigkeit: Man müsse mehr tun für die "benachteiligten" Jugendlichen, mehr Bildung, mehr "Betreuung" - mehr Geld, heißt es. Eines der ersten Ziele der Gewalttäter war ein hervorragend ausgestattetes Gymnasium, es folgten Kindergärten, Sozialstationen und öffentliche Begegnungsstätten. Alles teuer errichtete Einrichtungen zur "Integrationsförderung".

Die deutschen Kommentatoren hatten sofort die Erklärung parat, die jungen Einwanderer gingen zur Gewalt über, weil sie - wegen ihrer "Benachteiligung durch die Gesellschaft" - kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten. Welche Chancen ein junger Deutscher in Berlin oder (einheimischer) Franzose in Paris hätte, der mit zwölf Jahren die Schule schmeißt und bis 18 ein Vorstrafenregister aufbaut so lang wie die Pariser Ringautobahn, diese Frage wird wohlweislich nicht gestellt.

Ernüchternd ist die Erfahrung, daß sich Meinungsführer und politisch Verantwortliche trotz all dieser erschreckenden Bilder nach wie vor beharrlich weigern, an den Kern des Problems vorzudringen: die massenhafte Zuwanderung aus kulturell und zivilisatorisch weit von Deutschland oder Frankreich entfernten Regionen an sich. Das deutsche Zuwanderungsrecht läßt es zu, daß alljährlich Tausenden von jungen Türkinnen als Ehefrauen nach Deutschland geholt werden können, die kaum je ernsthaft eine Schule besucht haben, kein Wort deutsch sprechen und nach ihrer Ankunft einen Kulturschock zu verarbeiten haben, der sie fast von selbst ins halbwegs vertraute, abgeschottete Gehege ihrer Familien treibt, wo sie ihre Kinder so zu erziehen versuchen, wie sie es aus Anatolien gewohnt sind.

Die Folge: Der Anteil junger Türken, die fließend deutsch sprechen und eine abgeschlossene Schul- und Berufsausbildung vorweisen können, geht seit Jahren zurück. Die erhoffte Integration der zweiten und dritten Generation scheitert. Noch beruhigen sogenannte Experten die deutsche Öffentlichkeit mit allerlei Argumenten, warum es in Deutschland nicht zu solchen Ausschreitungen wie beim Nachbarn kommen werde. Es sind die gleichen Fachleute, die vor Jahren versprochen haben, daß die freigiebige Verteilung der deutschen Staatsbürgerschaft ein großer Schritt zu mehr Integration sei - die Gewalttäter in Frankreich verfügen durchweg über den französischen Paß. Mit ihnen argumentieren die gleichen "Migrationsbeauftragten", die die Meinung verbreiten, daß man jeden noch so tiefen kulturellen Graben mittels besserer "Betreuung" der Zuwanderer schließen könne, sowie die Politiker, die den gleichgültigen "Multikulturalismus" als einzig akzeptable Daseinsform propagieren und bis zum Mord an Theo van Gogh 2004 von der niederländischen Toleranz schwärmten.

Die jungen Gewalttäter in Frankreich haben überdeutlich dokumentiert, daß sie auf den Staat mit seinen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, seinem Rechtssystem und seinen Werten pfeifen. Daß sie nicht daran denken, sich in diesen zu "integrieren". Ähnliche Bekundungen mehren sich längst auch unter jungen Türken, Arabern und anderen Zuwanderern in Deutschland.


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