14.04.2024

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12.11.05 / LESERFORUM

© Preußische Allgemeine Zeitung / 12. November 2005

LESERFORUM

Das in Nürnberg angewandte Recht ist einmalig geblieben
Betr.: "Sieger sitzen über Besiegte zu Gericht" (Folge 41)

Die Preußische Allgemeine Zeitung berichtet über einen Prozeß, der nach heutiger Rechtsauffassung als Rachejustiz gewertet werden kann. Allein die Tatsache, daß die Anklageschrift Tatbestände zur Verhandlung stellte, die zum Zeitpunkt des Geschehens nicht justitiabel waren, spricht für diese Bewertung. "Nulla poena sine lege" (keine Strafe ohne Gesetz). Um diesen Prozeß dennoch führen zu können, haben die vier Siegermächte ein eigenes Gesetzeswerk geschaffen. Ein Gesetzeswerk, das niemals internationales Recht war, sondern ein Ausnahmerecht der Sowjetunion, der USA, sowie Großbritanniens und Frankreichs. Eine Einmaligkeit ohne internationale, neutrale Beteiligung, bei der sich das Militärgericht dem Vorwurf der Befangenheit ausgesetzt hat. Es ist deshalb niemals wieder angewendet worden. Das vom sogenannten "Internationalen Militärtribunal" (IMT) in Nürnberg angewandte Recht ist einmalig geblieben. Immerhin reichte dieses pseudojuristische Konstrukt aus, die Ungeheuerlichkeiten des Zweiten Weltkrieges zu ahnden und die Besiegten am 30. September / 1. Oktober 1946 zu verurteilen. Zur Verhandlung standen die in der PAZ (Folge 41) genannten vier Anklagepunkte: Verschwörung zur Erringung der Weltherrschaft, Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Die zwölf in allen Anklagepunkten schuldig gesprochenen Hauptkriegsverbrecher wurden zum Tode durch Erhängen verurteilt. Nur zehn von ihnen endeten am Galgen, den man in einer Nürnberger Turnhalle errichtet hatte. Der zum Tode verurteilte Reichsmarschall Hermann Göring verübte vor der Hinrichtung Selbstmord. Der Angeklagte "Sekretär" Hitlers, Martin Bormann, wurde nie gefaßt. Diese beiden entgingen der qualvollen Strangulation.

Wie sadistisch die Hinrichtung vollzogen wurde, hat Wolfgang Popp in seinem Buch "Wehe den Besiegten" beschrieben (vgl. Wolfgang Popp, Tübingen Grabert Verlag).

Danach hing Generalfeldmarschall Keitel mit gefesselten Händen 24 Minuten, also fast eine halbe Stunde am Galgen, ehe der Tod eintrat. Ebenso erging es Generaloberst Alfred Jodl. Er quälte sich 16 Minuten. Erst dann erlöste ihn der gnädige Tod. Es bleibt zu vermerken, daß der hingerichtete Generaloberst Jodl posthum (am 28. Februar 1953), von den ihm zur Last gelegten Verbrechen freigesprochen worden ist. Der Justizmord ist nie öffentlich thematisiert worden.

Die Leiche Görings wurde zusammen mit den zehn anderen in Dachau verbrannt und deren Asche von amerikanischen Soldaten südlich Münchens bei Solln im Conwetzbach verstreut. Die Vollständigkeit und Wahrhaftigkeit der Geschichtsschreibung verlangt es, daß auch diese Grausamkeiten des Krieges einem breiteren Publikum nähergebracht werden.

Peter Kopyciok, Kipfenberg

 

Durcheinander gewirbelt
Betr.: "Konservative ohne Lobby" (Nr. 41)

Es gibt wohl noch mehr Konservative als man denkt, doch ist denen oft selbst nicht bewußt, daß sie konservativ denken und Werten zuneigen, die für den echten Konservativen unverzichtbar sind.

Es ist weithin gelungen, konservativ, rechts, rechtsradikal und rechtsextremistisch so durcheinander zu wirbeln, daß alle Begriffe zusammen als antidemokratisch, nationalistisch und die NS-Zeit verherrlichend empfunden werden.

Das mag man doch nicht sein, auch wenn man gar nicht weiß, was diese Klassifizierungen eigentlich beinhalten. Seien wir uns bewußt, der unterschiedliche Gebrauch dieser Klassifizierungen eines bestimmten Sachverhaltes ist Absicht.

Von Frau Merkel wissen wir nur, daß sie um jeden Preis Kanzlerin werden will. In welcher Denkrichtung, in welchen Wertvorstellungen oder moralischen Normen sie zu Hause ist, wissen wir nicht.

Sie hat zwar großes Geschick in der Ausschaltung ihrer innerparteilichen Kontrahenten bewiesen, aber das sagt nichts über ihre moralischen Qualitäten.

Ich sehe offen gestanden bei ihr nichts, was ich uns Konservativen zuordnen würde.

So teile ich auch die Meinung, daß es keinen großen Unterschied macht, ob unser Land von Angela Merkel oder Gerhard Schröder regiert wird.

Ferdinand Fuchs, Berlin

 

Was für das Herz
Betr.: PAZ

Seit Oktober erscheint die Preußische Allgemeine Zeitung in größerem Format.

Seitdem vermisse ich die Seite "Unterhaltung".

An jedem Freitag lese ich vor etwa 20 Zuhörern des Senioren-Wohnsitzes Ratzeburg in der Veranstaltung "Gedächtnistraining" zu Beginn einer solchen Stunde eine Geschichte aus dieser Rubrik vor.

Die Teilnehmer warten jedes Mal voller Ungeduld auf diese Geschichten, die sehr zu Herzen gehen und deshalb sehr beliebt sind.

Fritz Hillgruber, Ratzeburg

Anmerkung der Redaktion: Die Seite Unterhaltung ist nicht verschwunden, sie ist nur "gewandert". Da viele der Geschichten in Ostpreußen spielen oder sich mit Ostpreußen befassen, gibt es keinen besseren Ort dafür, als auf den hinteren Seiten des Ostpreußenblattes. Dieses befindet sich schon seit einigen Jahren auf den Seiten 13 bis 20.

 

Schmierentheater?
Betr.: "Zwischen Volksfront und Jamaika" (Nr. 44)

Ob SPD, ob CDU/CSU, das Chaos wächst und wächst. Jeden Tag kommen neue Meldungen über Personalbesetzung und Programmänderungen. Die Stars Müntefering (beleidigt) und Stoiber (verängstigt) schmeißen ihre Rollen hin. Star Stoiber verläßt sogar fluchtartig die Bühne. Das erklärte Programmstück sollte einmal "Die große Koalition" heißen. Aber was nun? Kann Merkel als Superstar das Stück alleine spielen? Das wird sie kaum schaffen. Dazu kommt noch die Ungewißheit über programmierte Änderungen in den kommenden Tagen.

Deshalb: Absetzung des Stückes

"Die große Koalition". Deshalb: Neues Stück "Schnelle Neuwahlen". Deshalb: Neubesetzung der Rollen. Denn: Lieber eine Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende, denn das Staatstheater darf nicht zum Schmierentheater verkommen.

Die Zuschauer werden es der Theaterleitung danken!

Winfried Schiewer, Allendorf

 

Unsere Feinde stehen nicht mehr vor Wien
Betr.: "Mordaufruf" (Nr. 42)

Islam-Kritik scheint in Deutschland zunehmend gefährlich zu werden. Nicht nur der Islam-Wissenschaftler Raddatz ist bedroht worden. Mit vielen friedfertigen, aber selten auch integrationswilligen Muslimen sind auch Verbrecher legal in unser Land gekommen, die die finsteren Seiten des Korans zur Begründung für ihre Gewalt gegenüber Nichtgläubigen nutzen.

Über 32000 radikale Islamisten zählt man in unserem Land, die sich unter Glaubensbrüdern sicher fühlen können, die selbst nicht gewalttätig sind, aber auch nicht bereit sind, ihre deutschen Gastgeber im Kampf gegen den gewalttätigen Islam zu unterstützen.

Wir, unsere freiheitliche demokratische Ordnung, sind bedroht, die Gleichberechtigung unserer Frauen wie die freie Meinung zählt unter Islamisten nicht zu den erhaltenswerten Gütern, sondern wird ausgemerzt, wo sie das Sagen haben.

Die islamistischen Feinde stehen nicht mehr vor Wien, sie sind bereits mitten in unserem Land. Politiker, die sie in unser Land ließen und Multikulti-Träume hegten, drehen ihre Däumchen oder wissen nicht weiter. Was soll nur werden?

Felicia Schumacher, Braunschweig

 

Korrekt über die alten Herren berichtet
Betr.: "Elite der Wehrmacht" (Nr. 42)

Herzlichen Dank für diesen hervorragenden Bericht. Endlich einmal wird über die alten Herren korrekt berichtet. Warum war das 2004 in Hameln bei der 50-Jahr-Feier nicht möglich? Wir hatten die Presse und das Fernsehen zugelassen und glaubten, sie würden wahrheitsgemäß und fair berichten. Sie hatten die Möglichkeit, drei Tage Interviews zu führen und zu filmen. Was dabei am Ende herauskam, ist allgemein bekannt. Tatsachen zu berichten, so wie Sie es in Ihrem Bericht tun, ist heute nicht mehr gefragt. Ich möchte Ihnen unsere höchste Anerkennung aussprechen.

Bemerken möchte ich noch, daß viele Ritterkreuzträger auch mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurden - und nicht nur für die Zeit einer politischen Zugehörigkeit!

Herzlichen Dank auch dafür, daß Sie den Spätheimkehrern zwei ganze Seiten gewidmet haben. Sie sind heute fast vergessen und haben doch zum Teil 17 Jahre ihres Lebens verloren.

Das "Gesicht" der Preußischen Allgemeinen Zeitung hat sich sehr zum Vorteil gewandelt.

Regine Halm, Bad Münder

 

"Der Verzicht auf Wahrheit ist der Kern der Krise heute"
Betr.: "Auf Kosten der Wahrheit" (Nr. 39)

Das echte Bemühen "alte Wunden, die noch nicht geheilt sind" (gemeinsame Bischofserklärung) zu schließen, darf die Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit nicht als "Ungeist des Aufrechnens" (gemeinsame Bischofserklärung) diffamieren. Denn "eine Liebe, die den Verzicht auf Wahrheit voraussetzt, ist keine wahre Liebe" (Kardinal Ratzinger). So darf die Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges, der ein Teil des "zweiten 30jährigen Krieges" (Churchill 1944, Premierminister Major 1995) ist, nicht tabuisiert werden, denn "die Geburtsstätte der nationalsozialistischen Be-wegung ist nicht München, sondern Versailles" (Theodor Heuss 1932). Nur wer außer acht läßt, wie schon seit Anfang des 20. Jahrhundert von den Nachbarn Deutschlands mit gezielten Provokationen Wind gesät wurde, kann den darauffolgenden Sturm in erster Linie Deutschland anrechnen, seine Schuld als absolut proklamieren, kann all die gegen Deutsche verübten Verbrechen zynisch als verständliche Folgen deutscher Vergehen verharmlosen ("erzwungene Wanderschaft" Richard v. Weizsäcker, 8. Mai 1985) oder gar rechtfertigen.

So wurde jetzt auch anläßlich des Festaktes in Breslau zum 40. Jahrestag des "historischen" Briefwechsels zwischen der polnischen und deutschen Bischofskonferenz erneut ein "kausaler Nexus" ausgeblendet, und die Tatsache, daß der wirkliche Angreifer der sein kann, welcher aufgrund seiner Stärke und geographischen Lage zum Angriffsakt provoziert, überhaupt nicht in Betracht gezogen. Auch die deutschfeindlichen Töne, die in Zusammenhang mit den Wahlen in Polen zum Parlament und zum Präsidentenamt insbesondere von Lech Kaczynski (er wurde zum Präsidenten gewählt) angeschlagen worden waren, zeigen, was für ein völlig einseitiges Geschichtsbild zu Lasten Deutschlands festgeschrieben wurde. Daher bezüglich Polen, das "kaum mehr als ein Kriegsanlaß war, ein Zündholz, das sich verbraucht, indem es die Flamme entfacht", einige Fakten aus seiner noch völlig unbewältigten, von einer "kollektiven Erinnerung" verklärten jüngeren Vergangenheit:

Entgegen dem Selbstbestimmungsrecht der Völker annektierte Polen aufgrund des Versailler-Diktates Westpreußen, Posen (1918 / 19 "Posener Aufstand") und Oberschlesien, 1919 bis 1921 terroristische Aufstände in Schlesien (Korfanty), Unterdrückung und Entdeutschung: Zwischen 1918 und 1931 flohen rund eine Million Deutsche ("Faustschlag von Lugano", Stresemann), ebenso etwa 500000 Juden (Arierparagraphen).

Dauernder Druck auf Danzig, 1919 / 1920 Angriffskriege gegen Litauen, die Ukraine und die UdSSR; Eroberung des sogenannten Ostpolens (Curzon-Linie!). Bis 1934 Angriffspläne gegen Deutschland, 1938 Besetzung des Teschener Gebietes (Tschechoslowakei), August 1939 Beschuß deutscher Verkehrsflugzeuge; fortlaufende Grenzverletzungen, 1939 Ablehnung von Verhandlungen mit Deutschland (16-Punkte-Vorschlag Deutschlands), Terrorakte gegen Volksdeutsche in Polen ("Bromberger Blutsonntag" 3. September 1939), Verschleppungsmärsche ("Thorner Hungermarsch"), 1941 Ermordung der Juden von Jedwabne, Völkerrechtswidriger Partisanenkampf (Warschauer Aufstand August 1944).

Die Vertreibung nach Ende des Zweiten Weltkriegs von rund zwölf Millionen Ostdeutschen aus ihren seit Jahrhunderten angestammten Siedlungsgebieten ("die größte Völkervertreibung der Weltgeschichte" H. Nawratil) mit zwei bis drei Millionen Todesopfern.

Bei Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Polen, für dessen Freiheit angeblich England und Frankreich Deutschland den Krieg erklärt hatten (mit dem zweiten Aggressor Polens, der UdSSR, hatten sie sich hingegen verbündet), dem Verbrecherregime Stalins ebenso als Beute überlassen wie auch die anderen osteuropäischen Länder und Mitteldeutschland ("eine der größten Untaten in der Geschichte" Bush 2005, Riga)

Diese geschichtlichen Ereignisse und Abläufe werden bei dem "Kult mit der Schuld" weitgehend verdrängt oder beschönigt, was zu einer zunehmenden mentalen Verbiegung und Selbstverachtung, den Hauptursachen unseres allgemeinen Niederganges, führte. So bestätigt sich auch hier: "Der Verzicht auf Wahrheit ist der Kern der Krise heute" (Kardinal Ratzinger).

Primum veritas, opus veritatis iustitia, opus iustitiae pax.

Dr. med. B. Ullrich, Blieskastel

 

Großes Interesse
Betr.: Neues Format

Das jetzige Format, der Druck und natürlich der Inhalt Ihrer Zeitung, insbesondere die Leserecke, finden volle Zustimmung bei allen Lesern. Es ist ein wachsendes Interesse an der PAZ festzustellen. Großes Interesse fand der Artikel über die Intrige, die zum Sturz des Vier-Sterne-General a. D. Dr. Kießling geführt hat. Der Sonderdruck über die Ereignisse nach der deutschen Kapitulation im Jahre 1945 ist unbedingt für jedermann lesenswert, um auch die heutige Situation in und um Deutschland richtig zu sehen.

Dr. F.-E. Hahn, Parchim

 

Antirussische Propaganda
Betr.: "Die Willkür kennt keine Grenzen" (Nr. 41)

Wieder einmal fiel die Preußische Allgemeine Zeitung durch die Veröffentlichung von Georg Gafrons Abenteuerbericht in antirussische Propaganda.

Dabei will ich die vorhandenen Schwierigkeiten und die gegebene Situation keineswegs schönfärben oder leugnen.

Ebenso kenne ich aus eigenem Erleben die komplizierten Verhältnisse an den Grenzübergängen.

Doch wie es Georg Gafron schildert, kann ich es nach fast 15 Jahren Königsberg-Erfahrung in keiner Weise nachvollziehen und es kann keinesfalls auch so stattgefunden haben.

Ebenso sind die astronomischen Euro-Beträge, die an allen Schlagbäumen, gemäß seiner Schilderung, gezahlt werden mußten, völlig unglaubwürdig.

Es bleibt zu vermuten, daß Georg Gafron seinen Bericht nach der Rückkehr nach Nidden unter dem Einfluß der von ihm im Artikel erwähnten Flasche Wodka niedergeschrieben haben muß.

Doch ernsthaft: Als deutscher Kraftfahrer wurde ich eher freundlich behandelt, wobei die eigentliche Paß- und Zollabfertigung stets rasch vor sich ging - natürlich unter Berücksichtigung der bisweilen in Art und Anzahl wechselnden notwendigen Dokumenten.

Doch besteht durchaus die Möglichkeit, als sei man seitens der Russen wohl über die Person und den Charakter Gafrons informiert gewesen und seine bekannte jahrelange Antipathie gegen alles "Östliche" (wohl wissend, daß er vor fast 30 Jahren aus der DDR auf spektakuläre Weise fliehen konnte) ihn gleichsam zum heimlichen Feind der Russen stilisierte - einem Feind, dem man jetzt einmal mit eigener Macht gegenübertreten konnte.

Ich wurde all die Jahre bei gut 80 Grenzübertritten höflich und sachlich behandelt - von Dawai-Geschrei oder dergleichen habe ich nie etwas erfahren.

Ich glaube nicht, daß es sich so zutragen konnte, wie Gafron es schildert.

So ärgert es mich um so mehr, als hier unbedarften Zeitgenossen, die das Gebiet nicht aus eigener Anschauung kennen, eine völlig entstellte Darstellung der Situation gegeben wird, wobei auf diese Weise die Beschäftigung mit Ostpreußen oder eine Fahrt dorthin entfremdet wird. Kontraproduktiv ist dies für alle, die dieses einmalige Land lieben.

Kontraproduktiv auch für die Preußische Allgemeine Zeitung!

Dr. Gunnar Strunz, Berlin

 

Hugenotten legten mit Grundlage für preußische Tugenden
Betr.: "Wie eine deutsch-französische Symbiose entstand" (Nr. 42)

Die in dem Artikel beschriebenen preußischen Tugenden haben eine eindeutig definierbare geschichtliche Wurzel. Es ist der reformierte Protestantismus in der Form, wie er durch Calvin geprägt ist. Zwei Jahreszahlen bildeten die Eingangstore für Brandenburg-Preußen. 1613 traten die brandenburgischen Hohenzollern vom evangelisch-lutherischen zum evangelisch-reformierten Bekenntnis über. Und mit ihnen dann auch ihre unmittelbare Umgebung, vornehmlich die politische und akademische Elite. Zum anderen machte das Edikt von Potsdam von 1685 das Tor weit auf für die Aufnahme von 16000 bis 18000 französischen evangelischen Glaubensflüchtlingen reformierten Bekenntnisses, die von Calvin geprägt waren. Für sie hat sich der Name "Hugenotten" eingebürgert. Durch sie wurden nahtlos und endgültig reformierte beziehungsweise hugenottische Tugenden auch zu preußischen Tugenden.

Das läßt sich alles in meinem Buch "Die Hugenotten - Geschichte, Glaube und Wirkung" nachlesen, das im Sommer diesen Jahres auf dem Buchmarkt erschienen ist. Es ist für einen breiten historisch-kirchlich interessierten Leserkreis geschrieben und ist Grundkurs, Nachschlagewerk und weltweiter hugenottischer Reiseführer in einem.

Dr. Eberhard Gresch, Dresden

 

Vorbildfunktion
Betr.: "Wie eine deutsch-französische Symbiose entstand" (Nr. 42)

Manuel Ruoff führt wesentliche Unterschiede zwischen der Hugenotteneinwanderung und den heutigen "Migran1. Tag Fahrt Heide nach Kolberg, Hotel Skanpol Ü / HP. 2. Tag Kolberg / Gr. Baum (Übern. / VP). 3. Tag Taxitag. 4. Tag Programm Nordostpreußen. 5. Tag Teilnahme am Labiauer Tag und Fahrt nach Königsberg. 6. Tag Weiterfahrt über die Kurische Nehrung, Stopp an der Vogelwarte, Nidden und Schwarzort, nach Memel, Hotel Klaipeda ( eine Ü / HP). 7. Tag Weiterfahrt über Schaulen, Berg der Kreuze in Litauen nach Lettland, Besichtigung Schloß Rundale / Ruhental, das schönste Schloß Lettlands nach Riga, Hotel Maritim (2 Ü/HP). 8. Tag Rundfahrt nördliches Riga zu Schlössern und hist. Orten, zum Beispiel Cesis / Wenden. 9. Tag Rundfahrt durch Semgale und Kurland, Abendessen in Ventspils. Nachts zirka 24 Uhr Einchecken auf die Fähre im Hafen Ventspils / Windau, Fähre mit Vollpension und Hafengebühr. 10. Tag "Schippern auf der Ostsee". 11. Tag Ankunft zirka 7 Uhr in Rostock, Weiterfahrt über Hamburg nach Heide. Weitere Info und Reservierungen bei Brigitte Stramm, Adresse siehe oben.ten" an. Hinzufügen muß man einen weiteren Punkt. Kriminelle Hugenotten wanderten nicht ein. Eine Kommission, zu der auch Hugenotten gehörten, überprüfte Einwanderer. Im Wissen um die Gefahren, die sich aus eventuellem Fehlverhalten im Gastland ergeben konnten, achteten die Einwanderergemeinden sehr streng in ihren Reihen auf Ordnung und Erfüllung der Bürgerpflichten. Sich nicht korrekt verhaltende Hugenotten wurden vom französischen Konsistorium ermahnt, im Wiederholungsfall sofort abgeschoben. Kam es etwa zu Gesetzesverletzungen, wurden die Delinquenten sofort abgeurteilt und nach Strafableistung ausgewiesen.

F. K. Pohl, Lüneburg

 

Schikane am Grenzübergang - Der Bericht in der PAZ schildert nicht Einzelfall, sondern die Regel
Betr.: "Die Willkür kennt keine Grenzen" (Nr. 41)

Den Erfahrungsbericht von Georg Gafron kann ich aus eigenem Erleben voll bestätigen. Zumindest ein Teil der Grenzbeamten im Kaliningrader Oblast ist erpresserisch und korrupt. Er erpreßt in dreister Art und Weise deutsche Individualreisende. Dabei geht er organisiert vor und arbeitet Hand in Hand mit zwielichtigen Helfern und Helfershelfern. Ich frage mich, ob dieses ordnungswidrige beziehungsweise gesetzwidrige Verhalten der Staatsdiener den Verantwortlichen in den höheren Führungsebenen der Enklave bekannt ist und ob sie dagegen konsequent ankämpfen oder den Zustand absichtlich dulden. Ich möchte den Bericht durch mein persönliches Erlebnis ergänzen:

Um bei der Rückreise schnell durch die Grenzkontrolle zu kommen, fuhren wir mit dem Pkw bereits nachts los und erreichten noch vor der Morgendämmerung den Grenzübergang Mamonowo. Dort reihten wir uns in die wartende kilometerlange Kolonne ein. Das kann mehrere Stunden dauern, dachte ich. Die Kolonne bewegte sich jedoch nicht weiter. Russische Pkw reihten sich nicht ein und fuhren immer mit hoher Geschwindigkeit vorbei. Nach einer dreiviertel Stunde ging es um zwei Fahrzeuglängen vorwärts. Bei dem Tempo der Abfertigung würden wir heute nicht die Grenze passieren, mußten es aber wegen des befristeten Visums schaffen. Was tun? Ich machte es nun den Russen nach, scherte aus der Kolonne und fuhr nach vorne. Vor mir stand noch ein Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen. Ein Grenzbeamter ließ sich den Paß zeigen und winkte das Fahrzeug durch. Prima, dachte ich, jetzt sind wir an der Reihe! Ich zeigte unsere Reisepässe. Das Gesicht des Beamten nahm ärgerliche Züge an. Er erkannte, daß ich deutsche Reisepässe in der Hand hatte. "Sie sind Deutsche! Ich habe keine Sajawka für Sie"! Ich war erstaunt. Sajawka heißt auf deutsch Anmeldung. Ich nahm nun an, damit ist eine Anmeldung zum Passieren der Grenze gemeint. "Ohne Sajawka kann ich sie nicht durchlassen. Wenden Sie und reihen Sie sich am Ende der Kolonne ein!" Ich fuhr zurück an das Ende der Kolonne, die nun weiter angewachsen war. Es ging nicht vorwärts. Dann kam eine Frau mit einem Verkaufswagen mit Kaffee und Tee. Ich kaufte uns ein Getränk und befragte die Frau, ob sie wisse, bei welcher Einrichtung ich eine Sajawka bekommen könnte. Sie verwies mich an eine Milizstation. Dort sagte man mir, ich solle zur nächsten Tankstelle zurückfahren und dort in der Administration nachfragen. Die würden mir helfen. Ich folgte dem Rat. In der Tankstelle wurde ich an eine Einrichtung, die wie ein Ringdorf angeordnet war, weitergeleitet. Kontrollhäuschen mit Schlagbäumen und einige Baracken standen dort. Hier konnte man durch kleine Fensterscheiben oder in separaten Zimmern verhandeln, handeln und allerlei Sachen und Dienste kaufen. Nachdem ich vier Ansprechstellen absolviert und einen Schein mit großer Nummer erhalten hatte, fragte mich ein Mann hinter einem Schreibtisch erneut nach meinem Anliegen. Ich zeigte den Schein mit der Nummer und bat um die Sajawka. Der Mann sagte mir, für 50 Euro könne ich eine Sajawka erhalten. Damit könne ich an der vor der Grenze wartenden Kolonne vorbeifahren. An der Milizstation müsse ich aber anhalten und dort den Schein (sprich Sajawka) abgeben. Jetzt sollte ich aber die Baracke verlassen und draußen etwa eine Viertelstunde im Auto warten. Nach Ablauf dieser Zeit brachte mir der Mann den Schein mit der Nummer und zeigte mir einen Schlagbaum, den ich nun passieren könne. Ich zeigte am Schlagbaum an einem Fensterchen den Schein vor, der Balken hob sich und wir fuhren hinaus auf die Straße in Richtung Grenze. Die wartende Kolonne war nun noch viel länger geworden. Ich fuhr an den wartenden Autos vorbei bis zur Milizstation vor und gab die Sajawka ab. An der Kontrollstelle angekommen zeigte der Offizier ein gelangweiltes Gesicht und winkte unser Fahrzeug durch. Nach etwa drei Minuten Fahrt erreichten wir den eigentlichen Grenzübergang mit vier Spuren zum Einordnen. Nach etwa einer weiteren Stunde gelangten wir an die Paß- und Zollkontrolle und wurden problemlos abgefertigt. Soweit mein Erlebnis an der russischen Grenze zu meinem heimatlichen Ostpreußen.

Wie der oben genannte Artikel in der PAZ und viele Berichte anderer Touristen beweisen, sind meine persönlichen Erfahrungen kein Einzelfall, sondern die Regel. Was ist nun das Fazit solcher Erfahrungen? Fakt ist, individuell einreisende Touristen werden von Beamten des russischen Staates schikaniert, genötigt und teilweise erpreßt. An der Grenze erfolgt keine zügige Abfertigung, sondern zunächst eine gewollte Verzögerung durch eine organisierte illegale (oder legale?) Vorkontrolle. Man wird damit absichtlich in erhebliche Zeitschwierigkeiten wegen der befristeten Visa gebracht und genötigt, für eine fristgerechte Abfertigung an der Grenzübergangsstelle erhebliche Summen von Geld zu bezahlen. Das ist demütigend, unehrenhaft und gesetzwidrig, wird aber offenbar geduldet.

Ich werde mir nun reiflich überlegen, ob ich je wieder als Tourist den russischen Teil Ostpreußens oder andere Gebiete Rußlands besuche. Touristen, die künftig trotzdem individuell mit Pkw in das Königsberger Gebiet fahren wollen, wissen nun nach dem Lesen meines Berichtes, wo und wie sie verhältnismäßig preisgünstig die illegale berühmt-berüchtigte Sajawka erwerben können.

Helmut Fellbrich, Leipzig

 

Das Zahlen von Schmiergeld ermuntert Straßenräuber
Betr.: "Die Willkür kennt keine Grenzen" (Nr. 41)

Die Aussagen von dem Journalisten Gafron können wir nicht bestätigen, er ist uninformiert und auch etwas naiv gewesen. Sein Bericht schreckt zukünftige Ostpreußen-Reisende ab, mit eigenem Pkw in das Land der Väter zu fahren. Was soll das: "Über die näheren Umstände möchte ich, um Dritte nicht zu gefährden, nichts berichten." Es ist auch unverständlich, daß Herr Gafron solche Schwierigkeiten hatte, zumal er auch noch die russische Sprache konnte. Das Zahlen von Schmiergeld ist bestimmt nicht richtig, so ermuntert man erst die Straßenräuber. Vielleicht waren die Grenzbeamten in den Monaten Juli und August auch "etwas überarbeitet", vielleicht sind die "Vorschriften" für die Ausreisen auch "variabel".

Hierzu muß ich eine andere Version der Erfahrung der Ein- und Ausreisen mitteilen:

Wir, ich, meine Frau und unser Sohn, haben ebenfalls eine solche Reise nach Nordostpreußen und Litauen gemacht, im eigenen Pkw, allerdings vorher, nämlich vom 25. April bis 30. April 2005. Die erste Grenze von Fromborg (Frauenburg) kommend, vom neuen Euroland Polen nach der Russischen Föderation, war Mamonowo (Heiligenbeil). Da wir die einzigen Grenzüberschreiter waren - wir sind immer morgens zur Grenze gefahren - gaben sich die russischen Grenzbeamten besonders eifrig. Eine Vorkontrolle verlangte die Pässe, in der auch die bereits ausgefüllte Migrationskarte, die immer im Hotel abgestempelt wurde, steckte. Der Beamte gab uns die Pässe zurück und drei neue Blanko-Immigrationskarten. Dann wurde man mit dem Handy schon beim nächsten Posten angemeldet.

Erklärung: Die vom Reisebüro kopierten Formulare hatten nicht fortlaufende Nummern, waren also Fotokopien und deshalb ungültig.

Am Haupt-Checkpoint: Erste Frage des Grenzbeamten, ob man Russisch spricht: Nein. Paßkontrolle: Paß mit eingeklebtem Visum, Fahrzeugschein, Führerschein vorlegen, neue Migrationskarte ausfüllen.

Dann mußte eine russische Autoversicherung abgeschlossen werden, dazu war ein totaler und umständlicher Papierkrieg notwendig: 1. Antragsformular ausfüllen, 2. 45 Euro bezahlen mit Erhalt einer Quittung, 3. Vom Antrag eine Kopie erstellen mit Kfz-Schein, 4. Erfassung der Autodaten: Umständliche Dateneingabe von einer recht jungen Beamtin (Tasteneingabe zuletzt mit einem Bleistift) zum Ausdrucken einer hübschen Police. Jeder dieser Arbeitsgänge in einem anderen Gebäude oder Kiosk. Von wem man Schadensersatz beziehungsweise welche Organisation dafür zuständig sei, erfuhren wir nicht.

Dann Zollkontrolle: Ausgefüllte Zolldeklaration vorgelegt - waren natürlich auch falsch ausgefüllt - "typisch Nemski" sagte der sonst recht gut deutsch sprechende Beamte. Die Beamten an den Grenzen waren freundlich, korrekt, aber verbindlich. Die Abwicklung hat mit dem Geldumtausch in Mamonowo (Heiligenbeil) wohl eine Stunde gedauert.

Die fehlenden Russischkenntnisse waren ein großes Hindernis. Die Verständigungsschwierigkeiten waren doch enorm, trotz Hexaglot-Übersetzer, trotz diverser Übersetzungsbücher.

Was wir erschreckend feststellen mußten, ist die unvorstellbare Armut der einfachen Leute. Er ist in den Jahren seit 1992 wirtschaftlich nicht besser geworden, nur schlechter.

Also, wir können über die Russen nicht klagen, die Grenzbeamten waren freundlich, korrekt, die Bevölkerung war sehr freundlich und gefällig, eine Frau schließt ihren Kiosk in Swetlogorsk (Rauschen) und zeigte uns das von uns gesuchte Hotel. Stellen Sie sich das mal hier im Westen vor!

Siegfried Brenneisen, Alfeld


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