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12.11.05 / "Wahre Freundschaft soll ..." / Deutsche und Russen feierten gemeinsam 194 Jahre Königsbergs Königin-Luise-Schule

© Preußische Allgemeine Zeitung / 12. November 2005

"Wahre Freundschaft soll ..."
Deutsche und Russen feierten gemeinsam 194 Jahre Königsbergs Königin-Luise-Schule

Das Jubiläum 194 Jahre Königin-Luise-Schule, Oberschule für Mädchen, in der Landhofmeisterstraße in Königsberg ist in der heutigen Schule 41 festlich begangen worden. Zu den Festteilnehmern gehörte auch eine Gruppe ehemaliger Schülerinnen, die mit einigen Angehörigen aus der Bundesrepublik Deutschland angereist waren. Die Damen wurden vor der Aula mit Rosen begrüßt. Als besondere Geste wurde dabei empfunden, daß die neue Schulleiterin, Eugenia Sidorowa, ihre Begrüßung in deutscher Sprache vorlas. Die Sprecherin der Königin-Luise-Schulgemeinschaft, Brunhild Roschanski, brachte in ihrer Rede die Freude sowohl hierüber als auch darüber zum Ausdruck, daß die Schulgemeinschaft wieder zusammen mit den Lehrkräften der russischen Nachfolgeschule eine Schulfeier in den ihnen vertrauten, alten Räumen begehen durfte, und dankte herzlich dafür. Sie ging auf die freundlichen Beziehungen zwischen dem Zar Alexander und dem preußischen Königspaar Friedrich Wilhelm III. und Luise wie den Einsatz der Königin Luise für eine höhere Mädchenbildung in Preußen ein, und thematisierte das Gastgeschenk, die Einrichtung eines Kulturraums für Schüler und Lehrer der Schule 41. Darüber hinaus wurde die russische Schulleitung zum nächsten Königin-Luise-Schultreffen Ende September 2006 in Münster zu einem Gegenbesuch eingeladen.

Das kleine Orchester der Mitschülerinnen Gisela Kottmeier geborene Wilhelmi und Ingeborg Roloff geborene Robiller mit Professor Helmut Pokar erfreute anschließend die Festgesellschaft mit russischen und deutschen Werken. Auch zwei russische Schüler und eine russische Musiklehrerin boten hochwertige musikalische Beiträge. Die Feier endete mit dem Schullied der Königin-Luise-Schule "Wahre Freundschaft soll nicht wanken".

Nach Besichtigung des neu eingerichteten Schulmuseums lud die Schulgemeinschaft die anwesenden russischen Lehrkräfte zu einem gemeinsamen Mittagessen in ein idyllisch gelegenes Restaurant am Oberteich ein. Es herrschte eine sehr harmonische Atmosphäre, und neue gute Beziehungen zwischen Russen und Deutschen wurden hergestellt.

In bester Erinnerung dürfte wohl auch für alle Teilnehmer die Fahrt am folgenden Tag auf die Kurische Nehrung nach Rossitten und Pillkoppen bleiben. Darüber hinaus nutzte die Schulgemeinschaft ihren Ostpreußenaufenthalt für weitere Abstecher.

In Pillau suchte die Schulgemeinschaft die Standbilder von Peter dem Großen und der Zarin Elisabeth II., den Hafen, von dem Anfang 1945 unzählige Flüchtlinge den Weg in den Westen antraten, sowie die eindrucksvolle Gedenkstätte zu Ehren der im Kamp um Pillau ums Leben gekommenen Kriegsopfer auf. Anschließend fuhren sie nach Rauschen, das noch immer sehr schön ist.

Am darauffolgenden Tag unternahmen die Exschülerinnen mit ihrem Anhang eine Stadtrundfahrt durch Königsberg einschließlich eines Besuches des Bernsteinmuseums im Dohnaturm. Zu ihrer Freude stellten sie fest, daß zur 750-Jahrfeier große Anstrengungen zur Restaurierung und Verschönerung Königsbergs unternommen worden waren. Hiervon profitierten neben dem Königstor insbesondere der Hauptbahnhof und der Hansaplatz. Der Autoverkehr ist inzwischen so groß wie in einer westdeutschen Großstadt geworden. Die Einwohnerzahl ist etwas zurückgegangen. Sie beträgt jetzt um 440000. Wenn auch die monatlichen Gehälter etwas gestiegen sind, so ist doch die Armut in der Exklave weiterhin sehr groß, was aber im Stadtbild nur wenig in Erscheinung tritt.

Das Ende des Königsbergaufenthaltes der deutschen Reisegruppe bildete ein gemütliches Beisammensein in ihrem Hotel Deima mit kleinen Darbietungen der Teilnehmer, russischer Folklore sowie Worten und Gesten des Dankes für die Schulsprecherin Brunhild Roschanski für die Organisation und Durchführung der Fahrt. G. S. / B. R.


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