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19.11.05 / Versöhnlich / Zentrale Feier zum Volkstrauertag

© Preußische Allgemeine Zeitung / 19. November 2005

Versöhnlich
Zentrale Feier zum Volkstrauertag

Der Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Reinhard Führer, hatte auch in diesem Jahr zur zentralen Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag in den Berliner Reichstag eingeladen. Anwesend waren Bundespräsident Köhler, die designierte Kanzlerin Merkel, der Präsident des Bundesrates, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Carstensen, Bundestagspräsident Lammert sowie ein Vertreter des Bundesverfassungsgerichtes.

Der Reichstag war, einschließlich der Zuschauertribüne, voll besetzt, als der Präsident die Veranstaltung eröffnete. Die Gedenkrede wurde von dem noch amtierenden Verteidigungsminister Struck gehalten. Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte ein Musikorchester der Bundeswehr. Im Laufe der Veranstaltung trugen zwei ehemalige Wehrmachtsangehörige, die beide erst 1955 aus sowjetischer Gefangenschaft in die Freiheit entlassen wurden, persönliche Erlebnisberichte aus der Zeit ihrer Gefangenschaft vor. Niemand im Reichstag konnte sich der aufwühlenden Wirkung dieser Texte entziehen. Bemerkenswert, daß beide Vortragende - Prof. D. Cramer und H. Oppermann - ihre Erlebnisse unter dem Leitgedanken der Versöhnung zwischen den Menschen und der dauerhaften Sicherung des Friedens vortrugen. Heinz Oppermann, der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise, ließ seine ostpreußische Heimat nicht unerwähnt.

Eine Gruppe junger weißrussischer Soldaten wurde von Präsident Führer besonders begrüßt. Eben diese Soldaten haben in der Vergangenheit die sterblichen Überreste deutscher Soldaten zusammengetragen und auf einem zentralen Soldatenfriedhof in Belarus würdig bestattet. Gibt es einen besseren Beweis für die stattgefundene Aussöhnung zwischen den Menschen in Rußland und Deutschland?

Das Totengedenken zum Volkstrauertag sprach Bundespräsident Köhler. Die Veranstaltung endete mit dem gemeinsamen Gesang der Nationalhymne. W. v. Gottberg


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