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19.11.05 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / 19. November 2005

Leserforum

Nicht bejammern, sondern Universitäten reformieren
Betr.: "Für 35 Euro am Tag" (Nr. 41)

Prof. Becker berichtet vom beklagenswerten wirtschaftlichen Schicksal dreier aus seiner Sicht hochqualifizierter Wissenschaftler. Dabei gleitet sein durchaus flüssig formulierter Beitrag ins Schwafeln ab. Er bejammert eine "Misere", klagt die Öffentlichkeit an, sie lasse die wissenschaftliche Elite "sozial und finanziell verbluten und trete deren Selbstwertgefühl mit Füßen". Hehre Worte oder anders ausgedrückt, hohles Pathos, rundweg undurchdacht.

Dessen ungeachtet ist dem Autor auch Beifall zu klatschen. Er hat schon das richtige Thema angesprochen, allerdings aus dem falschen Blickwinkel. Diejenigen, die sich selbst zur wissenschaftlichen Elite hochstilisieren, die Universitätsprofessoren, haben das wirtschaftliche Problem, das Professor Becker so eindrucksvoll beschreibt und zugleich bejammert, produziert. Man muß es deutlich aussprechen, mit dem vielen Geld der Steuerzahler. Das haben diese Leute unter dem Deckmantel einer falsch interpretierten "Bildungsfreiheit" in gleicher Weise egoistisch wie sinn- und hirnlos verpulvert. Nachdem unser Bildungssystem mit effektiver Unterstützung solcher Leute die Probleme solcher Leute produziert hat, wird nach der Hilfe der Öffentlichkeit gerufen. Gemeint sind die Steuerzahler. Die sollen die Probleme schultern, die unsere Universitäten "produzieren". Nichts ist zur Begründung dieser Forderung zu absurd. Nur auf die Idee, daß die Universitäten, die Dienstverhältnisse des dort beschäftigten akademischen Lehrpersonals so reformiert werden müßten, daß solch beklagenswerte Fälle nicht noch länger massenhaft "produziert" werden könnten, darauf kommt Prof. Becker nicht.

Dies vorausgeschickt, kann man Prof. Becker nur an die regelmäßigen Untersuchungen der OECD erinnern, die als "Bildung auf einen Blick" veröffentlicht werden. In deren Teil B könnte er all die vielen, vielen Bildungssysteme anderer Staaten nachlesen, deren Universitäten und Hochschulen mit viel, viel weniger Geld auskommen und bei denen trotzdem viel, viel mehr rauskommt. Dort ist dokumentiert, wo die von Prof. Becker beklagte Ressourcenverschwendung Tag für Tag ungeniert praktiziert wird, an den deutschen Hochschulen und Universitäten. Andere, hoch gelobte Bildungssysteme führen vor, daß und wie auch bei uns mit viel weniger Geld viel mehr rauskommen könnte.

Man könnte den Ausführungen von Prof. Becker Ehrenhaftigkeit zubilligen, wenn er Reformen in den eigenen Reihen fordern würde. Welches Land auf dieser weiten Welt leistet sich so hoch dotierte und beamtete Professoren? Sicherlich existieren im Ausland hier und da höher dotierte Hochschullehrer, ganz vereinzelt als Orchideen. Mit denen möge sich Herr Prof. Becker nicht verwechseln. Der möge die Einkommen und Arbeitszeiten seiner Kollegen an jenen seiner zum Beispiel US-amerikanischen Kollegen messen.

Alfred Steinforth, Bremen

 

Bemühte Inszenierung
Betr.: "... dann war der Spuk vorbei - 50 Jahre Bundeswehr" (Nr. 44)

Es war wohl kein Spuk, aber es war doch ein Spektakel, dessen Inszenierung äußerst bemüht war, keine Erinnerung an die deutsche Wehrmacht aufkommen zu lassen.

Und da die ganze Zeremonie sich noch vor den Beherrschern unserer Straßen verstecken mußte, hätte man wirklich auf sie verzichten können. Deutschen Soldaten wurde sie nicht gerecht.

Mir taten die Soldaten leid, die lange stehen, mit ihren Gewehren und Helmen zeitverzögert hantieren und die Köpfe auf Kommando wenden mußten. Den Fackelträgern war zudem noch auferlegt, in einer Art Storchenschritt, der auf unsere Familie komisch wirkte, sich von einem Ort zum anderen zu bewegen.

Ja und die Musik? "Freude schöner Götterfunken". Freude kam doch bei dieser Veranstaltung überhaupt nicht auf. Paul Linke hat seine Berliner Luft sicher auch nicht komponiert, um sie von den zum Ernst verdammten Soldaten-Musikern als Zapfenstreich-Musik abspielen zu lassen. Und dann gab es auch noch einen neuen Bundeswehrmarsch, der mit einem Marsch nicht die geringste Ähnlichkeit hatte.

Also wohl doch nur ein Spuk! Verantwortet von den Repräsentanten der Republik. Ein bißchen schämen sollten sie sich schon.

Rita Pulver, Bielefeld

 

Objektiv feststellen, was geschah
Betr.: "Tschechien droht Volksfront" (Nr. 44)

Ihre Ausführungen dringen nicht zum Kern des deutsch-polnischen Verhältnisses durch. Auf der einen Seite stehen wir Deutsche, die wir von Schuldbeteuerungen nicht lassen können und ein Nie-vergessen zur Staatsreligion erhoben haben, auf der anderen stehen Polen, die zu einem großen Teil überhaupt nicht wissen, was der polnische Staat zum Kriegsbeginn beigetragen hat und die auch keine Ahnung davon haben, welche Verbrechen Polen an Deutschen begangen haben.

Identisches läßt sich zum deutsch-tschechischen Verhältnis ausführen.

Der Krieg liegt 60 Jahre hinter uns. Die Veteranen und Zeitzeugen werden immer weniger, und auch von den Tätern in allen Nationen wird man kaum noch jemanden finden können.

Warum können nicht die Heutigen, unbelastet wie sie sind, ihr Miteinander auf Wahrheit aufbauen? Sie machen sich doch nicht schuldig, wenn sie objektiv feststellen, was geschehen ist. Unterlagen dafür gibt es genug. Und hier frage ich mich, warum selbst die PAZ oder die "Junge Freiheit" Abstand nehmen, ihren Lesern aufzuzeigen, was alles auch an Deutschen verbrochen worden ist. In österreichischen Zeitungen gab es in Kärnten und Salzburg vor vielen Jahren eine diesbezügliche Veröffentlichung in Folgen. Ihr Inhalt überschritt oft, was man lesen konnte.

Hans-Dieter Anders, Bremen

 

Robert Blums Ende
Betr.: "Der Schicksalstag der Deutschen" (Nr. 44)

Für den sehr verdienstvollen Artikel möchte ich Ihnen meine Anerkennung aussprechen.

Ergänzend sei darauf hingewiesen, daß am 9. November 1848 der deutsche Demokrat Robert Blum in der Brigittenau aufgrund des Urteils vom 8. November 1848 erschossen wurde.

Unter Hinweis auf seine Zugehörigkeit zum Frankfurter Parlament als Vertreter Leipzigs soll Robert Blum zu dem Offizier des Erschießungskommandos gesagt haben: "Sie können mich nicht erschießen!", worauf der Offizier antwortete: "Das werden wir ja gleich sehn!" und "Feuer!" befahl.

Ludwig Bock, Reisberg

Erschießung von Robert Blum: Auch seine Parlamentszugehörigkeit rettete ihn nicht.

 

Gegner
Betr.: Leserbrief "Zu viele eigene Haßpredigre" (Nr. 39)

Die Leserzuschrift versucht zu erklären, warum der Berliner Kardinal, der ja selbst ein Ostpreuße ist, sich gegen das Vertriebenendenkmal in Berlin ausspricht. Auch sprach Erika Steinbach dem polnischen Präsidenten Lech Karczynski das Recht ab, das in Berlin geplante "Zentrum gegen Vertreibungen" abzulehnen. Karczynski sei Präsident in Polen, nicht in Deutschland. Selbst möchte ich noch hinzufügen, Karczynski ist auch nicht Präsident, der seit 1945 widerrechtlich besetzten Deutschen Ostgebiete.

Klaus Nagel, Ilsede

 

Fehler bei der Rezension meines Buches - Christian Anders war nie im Gefängnis
Betr.: "Der Weg nach Nirgendwo" (Nr. 39)

Erst jetzt sah ich die amüsante Rezension von Klaus Rainer Röhl zu meiner Christian-Anders-Biographie. Sein Rückblick auf "Geh nicht vorbei" und "Es fährt ein Zug nach Nirgendwo" betont zu Recht die in der Tat enorme emotionale Wirkung von Christians ersten wie auch folgenden Hits. Nicht nur auf seine Fans (damals Millionen), sondern eben gerade auch auf Menschen wie Röhl, einen der führenden deutschen Intellektuellen, und seine zu-nächst skeptischen Freunde.

Die Wirkung dieser 70er Jahre Hits ist auch heute noch die gleiche. Im Grunde wollen die Leute nichts anderes von Christian Anders hören. Und das war das Problem bei seinem Comeback. Keiner seiner neuen Songs hat jemals wieder diese aufwühlende Wirkung erreicht. Das war auch gar nicht möglich, denn wie wir alle, so hatte auch er sich verändert. Und die Leute konnten ihn mit seinen wunderschönen spirituellen Songs, die er hier in Los Angeles produziert hat, nicht identifizieren. Das hat ihm sehr wehgetan und bewogen, wieder in Weltliches zu verfallen, was, besonders nach seiner Rückkehr nach Deutschland 2000, zu einigen unglückseligen Verhaltensweisen führte.

Aber er ist nicht so tief gefallen, wie man aus der Rezension schließen könnte. Er war viel im Fernsehen zu erblicken. Und jetzt hat er gerade eine neue Single herausgebracht, der im Februar ein Album folgt. Wenn er nicht selber wieder alles ruiniert, wie so oft in seinem Leben und so auch in den letzten Jahren, könnte es noch einmal aufwärts gehen.

Ich bitte übrigens um eine kleine Berichtigung: Ich habe die Biographie nicht 1987 begonnen, wie bei Ihnen stand, sondern 1997. Denn ich lernte Christian, mit dem ich hier in Los Angeles acht Jahre sehr eng befreundet war, erst 1992 kennen. Die "Insel der Indischen Weisheit", wie ein Teil meines Buches heißt, fand hier statt, in L.A. In Indien war er nicht.

Ach und noch etwas, das hat Röhl verwechselt: Nicht Christian landete 1997 "im Knast" wegen einer Falschgeldaffäre, sondern sein Bruder Dieter Schinzel (das Verfahren wurde später eingestellt). Christian aber hatte sich als Protest ans Gefängnistor der Vollzugsanstalt Aschaffenburg angekettet - nackt! Um gegen die Verhaftung zu protestieren. Auch eine seiner geschilderten "Glanzleistungen". Dieter mußte dafür noch 14 Tage länger sitzen!

Um das noch an der ansonsten so amüsanten Rezension zu ergänzen: Christians Mutter war eine Berliner Krankenschwester, eher das Gegenteil einer Hausfrau, als sie seinen italienischen Diplomaten-Vater kennenlernte. Und vielleicht sollte man noch sagen, wer die vor seiner Flucht nach Amerika "letzte verbliebene Freundin" war. Weil diese als seine immer wieder einspringende Retterin (bis heute) viel in meinem Buch vorkommt. Es war seine Sekretärin und sein guter Geist seit über 30 Jahren, die Berlinerin Stefanie Schildberg.

Mit herzlichen Grüßen aus Los Angeles, wo ich nun schon 14 Jahre lebe, in mein geliebtes Hamburg

Liselotte Millauer, Los Angeles, USA

 

Wer von Allah abfällt, dem droht die Hinrichtung
Betr.: "Die ,Dialog'-Falle" (Nr. 43)

Alle Aussagen des Herrn H. P. Raddatz über den Islam entsprechen der Wahrheit. Mit der Feststellung: "Der Islam kennt keine Religionsfreiheit", trifft der Islamwissenschaftler den Nagel auf den Kopf, denn der Islam beziehungsweise die Muslime erbringen dafür immer und überall den Beweis. So zum Beispiel ein islamisches Rechtsgutachten, das besagt: Tötung des "Abgefallenen" ist eine "Bewahrung" der Menschenrechte:

"Frage: Ein Muslim fragt, wie der Islam die Frage der Hinrichtung sieht und ob die Tötung eines vom Islam abgefallenen Menschen als Hinrichtung betrachtet werden müsse.

Antwort: Der Islam hat die Hinrichtungsstrafe vorgeschrieben, um das Unheil gewisser Verbrechen zu verhindern. Der Abfall vom Islam fällt unter diese Art Verbrechen ... Ein Mensch gilt als vom Islam abgefallen, wenn er den Islam verläßt oder einen Teil des muslimischen Glaubens aufkündigt. Die Hinrichtung des Abgefallenen ist kein Verstoß gegen die Menschenrechte oder die Glaubensfreiheit. Ganz im Gegenteil, der Islam ga-rantiert die Menschenrechte und die Glaubensfreiheit ... Die Tötung eines vom Islam Abgefallenen ist eine Bewahrung der Menschenrechte, denn der Abgefallene begeht ein gravierendes Verbrechen durch seinen Abfall von Allahs Religion. Allahs Religion ist das Beste für die Menschheit ... Allahs Prophet ist von Allah als Gnade für die Menschheit geschickt worden ... (Quelle: www.islaminstitut.de , 2005)"

Dieses sogenannte Rechtsgutachten beweist, daß der Islam die Religionsfreiheit bis aufs Blut bekämpft, daß er rechtsstaatliche und demokratische Normen verneint und untergräbt. Mit welchem demokratischen Gesetz wird solch eine, das Menschenrecht verachtende Religion toleriert? Ist es das neuzeitliche Dialog-Gesetz?

Ekkart Krüger, Mildstedt

 

National denken
Betr.: "Revolte der Wirklichkeit" (Nr. 43)

Dieser Artikel ist viel zu weich. Die Deutschen müssen wieder etwas mehr national denken, das ist das einzige, was sie von den Polen lernen können (aber nicht so überheblich). Die haben nie ihre Teilungen vergessen. Sollten die Deutschen ihre Heimat vergessen?

Wie aus der Wahl hervorging, haben die Polen in den Gebieten östlich der Oder-Neiße für den gemäßigten Tusk gestimmt. Das bedeutet doch, eine Annäherung ist im Gange.

Hans Schaedel, Madsen, Ontario, Kanada

 

Passen diese Länder überhaupt in die EU?
Betr.: "Türkei-Beitritt gefährdet Abendland" (Nr. 40)

Warum hat die EWG / EU nicht schon vor 20 Jahren überlegt, was wäre, wenn die Türkei oder Marokko Vollmitglied wird? Paßt das Mitglied in die EWG / EU? Abendländisch? Glaube? Militärische Verteidigung, zum Beispiel muslimischer Kriege - hilft EWG/EU dann militärisch?

Reichen Ressourcen für Aufnahmen so vieler Länder und Länder mit 90 Millionen Menschen wie die Türkei?

Vergessen sind auch die Millionen illegaler Einwanderer (Afrika ner) über Spanien. Sind es noch Verlockungen? Oder nur Kosten für uns? Wohin führen sie uns? Europa, der Erdteil mit den meisten Arbeitslosen?

Dr. M. Wriede, Hamburg


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