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03.12.05 / Dresden im Pech / Gemälde von Menzel ging nach London

© Preußische Allgemeine Zeitung / 03. Dezember 2005

Dresden im Pech
Gemälde von Menzel ging nach London

In Dresden herrscht derzeit Verwirrung: Soll man sich freuen oder soll man sich verärgert zeigen? Die Geschichte: 1935 hatten die Staatlichen Kunstsammlungen ein Bild Adolph Menzels von einer jüdischen Besitzerin für 27000 Reichsmark (25000 gingen an die Sammlerin, 2000 waren Händlerprovision) erworben. Ein angemessener Preis, meinen Experten. Das Bundesamt zur Regelung offener Vermögensfragen war jetzt anderer Ansicht und verfügte eine Restitution an die Erben der ursprünglichen Besitzerin.

Der amerikanische Sammler und Mäzen Alfred Bader erwarb das Gemälde von der Erbengemeinschaft, um es wieder zu verkaufen. Allerdings waren nicht die Dresdner die Glücklichen, sondern die Londoner National Gallery. Für 3,2 Millionen Pfund (etwa 4,7 Millionen Euro) erhielt sie das Gemälde, das Menzel 1867 unter dem Titel "Ein Nachmittag im Tuileriengarten" gemalt hatte. In der Londoner Sammlung macht es sich zwar ganz gut, ist dort doch auch das Vorbild zu sehen: Edouard Manets "Musik im Tuileriengarten".

Die Dresdner aber, die das Werk bereits für die Ausstellung "Menzel in Dresden" (siehe auch Beitrag auf Seite 10) vorgesehen hatten, dürfen sich nunmehr geradezu glücklich schätzen, daß die Londoner sich wenigstens gnädigst bereit erklärten, das Bild für die Ausstellung auszuleihen. Os


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