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03.12.05 / Die ostpreußische Familie / Leser helfen Lesern

© Preußische Allgemeine Zeitung / 03. Dezember 2005

Die ostpreußische Familie
Leser helfen Lesern
von Ruth Geede

Lewe Landslied und Familienfreunde,

Erfolge haben viele Gesichter. Und viele Erfolge haben ein Gesicht - nämlich das unserer Ostpreußischen Familie. Das müssen immer wieder mit großem Erstaunen jene Menschen feststellen, die unsere PAZ bisher nicht gekannt oder sie jedenfalls nicht gelesen hatten. Weniger verwundert zeigen sich aber unsere treuen Leserinnen und Leser, die wissen, was sie an "ihrer" Familie haben. Wie ein Landsmann bestätigt, der einen unerwarteten Erfolg melden kann und für den dieses "ein Zeichen ist, daß es sich lohnt, die Ostpreußische Familie weiterhin mit Leben zu erfüllen". Und das schreibt ein 90jähriger!

Er heißt Gerhard Spitz, wohnt in Hechingen und stammt aus Masuren. Seit Jahren sucht er nach Verwandten, unter denen sich auch Angehörige mit dem Namen Rattay befinden. Nun las Herr Spitz in unserem Bericht vom 8. Oktober, daß Brigitte Rattay so erfolgreich in ihrer Familienforschung ist. Er fragte bei ihr an, ob sie auch einen Hans Rattay aus Moneten in ihrer Kartei hätte. Der Name des Genannten war leider nicht vorhanden, aber zwei Tage später geschah das Wunder - wie Herr Spitz schreibt. Frau Rattay konnte ihm Anschrift und Telefonnummer eines Sohnes des Gesuchten mitteilen. Herr Spitz rief dort umgehend an, und siehe da: Es war sein Cousin! Der Gefundene war natürlich sehr überrascht und konnte seinem Verwandten viel über das damalige Geschehen mitteilen. Der Russe hatte die Flüchtlinge eingeholt, zwei Mädchen wurden nach Rußland verschleppt, der Junge wurde von Polen aufgenommen und kam erst 1958 nach Deutschland. Er wohnt heute bei Neuß, und das Tragische ist, daß Herr Rattay in den 90er Jahren oft in jener Gegend war, ohne von der Existenz seines Vetters auch nur zu ahnen. Aber es ist ja zum Glück noch nicht zu spät, und so soll es bald ein Familientreffen geben! Und dafür dankt Herr Spitz der so engagierten Frau Rattay und unserer Familie.

Mein Königsberger Landsmann Siegfried Klein dankt für die Veröffentlichung seines Wunsches nach einem Foto seines elterlichen Wohnhauses Karschauerstraße 2-4, der wohl leider unerfüllt bleiben wird - Mietshäuser wurden eben damals selten fotografiert. Auch ich besitze keines von meinem Geburtshaus Augustastraße 8, obgleich ich weiß, daß einmal alle Bewohner aus ihren Fenstern hingen, weil von einem Berufsfotografen eine Aufnahme gemacht wurde! Aber wer soll davon noch einen Abzug besitzen? Aber dafür erhielt Herr Klein zwei Anrufe von ehemaligen Ponarthern, und es wurde nett plachandert. Das ist doch auch schon was! Da sich bei der Nennung seiner Homepage ein kleiner Fehler eingeschlichen hatte, hier die Korrektur: http://hometown.aol.de/skinsg - diese Adressen sind auf dem Bildschirm oft ein wahres Augenpulver!

Einen anderen Fehler muß ich auch noch korrigieren: In der wunderschönen Geschichte von dem gefundenen Liebesgedicht hatte ich Gertlauken in den Kreis Gumbinnen verlegt - natürlich liegt es im Kreis Labiau. Der Fehler war dadurch entstanden, daß der Schreiber auf seiner Reise zu seinem Zielort im Kreis Gumbinnen einen Abstecher nach Gertlauken gemacht hatte. Dadurch geriet Gumbinnen in diese Geschichte. Bitte um Entschuldigung!

Und dann ein ganz großer Erfolg: Autor Heinz Schön, der für eine Dokumentation Angaben über den ehemaligen Gauleiter Erich Koch benötigt, erhielt so schnell und ausführlich präzise Angaben, daß er völlig überrascht war. Es meldeten sich mehrere Wissensträger telefonisch und schriftlich, zur Zeit geht Herr Schön jedem Hinweis nach. Aber viele Antworten führen zu weiteren Fragen so wie die einer Ostpreußin, deren Vater Besitzer des Gutes Ballieth war, das an das Gut Gr. Friedrichsberg grenzte, das 1937/38 zum Verkauf stand. Ihr Vater wollte es erstehen, als aber die Kaufverhandlungen kurz vor dem Abschluß standen, wurde ihm mitgeteilt, daß er zuvor eine Kaufgenehmigung bei der Ostpreußischen Landgesellschaft einholen müsse. Diese teilte ihm nach längerer Wartezeit mit, daß die Fett- und Margarinewerke Wehlau ein Vorkaufsrecht für Gr. Friedrichsberg hätten und davon kurzfristig Gebrauch machen würden. Wenig später erfuhr der Kaufinteressent, daß der Hauptaktionär der Gauleiter Erich Koch sei. So kam dieser in den Besitz des Gutes. Als erste Baumaßnahme wurde um das Gutshaus und den Park eine zwei Meter hohe Mauer gezogen.

Herr Schön möchte nun wissen, ob und welchen Bezug Koch zur Ostpreußischen Landgesellschaft hatte. Diese Institution arbeitete mit staatlicher Förderung, um die Abwanderung aus Ostpreußen zu verhindern, und hatte seit Anfang des vorigen Jahrhunderts viele neue Siedlerstellen geschaffen. Auch wären nähere Angaben zu den Fett- und Margarinewerken in Wehlau erwünscht. Aber das ist noch nicht alles. Klärungsbedarf besteht auch über die "Koch-Töpfe" - so wurden die Einmann-Erdbunker bespöttelt, die niemals eingesetzt wurden. Sie wurden in dem von Koch initiierten Betonwerk in Metgethen massenhaft produziert. Es handelte sich um zwei Meter hohe Röhren mit einem Durchmesser von zirka einem Meter, die in den Boden eingelassen und mit einer Betonplatte abgedeckt wurden. Sie konnten so von Panzern überfahren werden. Wie weit war Koch finanziell an diesem Werk beteiligt? Sicherlich können sich alte Metgether noch daran erinnern. Der Autor hofft - nach seiner ersten so positiven Erfahrung - auf weitere Informationen (Ostpreußen-Archiv Heinz Schön, Auf dem Sepp 19 in 32107 Bad Salzuflen, Telefon 0 52 22 / 74 24, Fax 0 52 22 / 7 39 20).

An einer Dokumentation arbeitet auch Herr Jens Meyer aus Stadtoldendorf. Es gibt dort auf dem öffentlichen Friedhof einen Ehrenhain, eine Kriegsgräberstätte für die Opfer beider Weltkriege. Herr Meyer recherchiert nun für die geplante Dokumentation über die Gefallenen oder durch Bomben und Beschuß Getöteten. Auf einer der 28 Ehrentafeln steht auch der Name eines in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges gefallenen, erst 17jährigen Ostpreußen: Joachim Glaser. Genau vermerkt ist lediglich die Einheit, der er angehörte (1. R.O.B. Komp. Pl. Bfl. 19 Pionier) sowie Sterbeort - und Datum (gef. 2.4.1945 Schießhaus). Der militärische Werdegang des Soldaten ließ sich über die Deutsche Dienststelle in Berlin in Erfahrung bringen. Aber alle anderen Angaben sind ungenau. Es ist weder ein genaues Geburtsdatum noch der Geburts- beziehungsweise Heimatort angegeben. Vermerkt ist lediglich: geboren 1927 / 28 in Ostpreußen. Nun hofft Herr Meyer, Angehörige oder Bekannte des jungen Gefallenen zu finden, die Angaben über seine Herkunft machen können, vor allem wann und wo Joachim Glaser geboren wurde, um seine Biographie ergänzen zu können (Jens Meier, Eberbachstraße 6 in 37627 Stadtoldendorf, Telefon / Fax 0 55 32 / 50 44 47).

Nun finden wir uns wieder zu vorweihnachtlichen Feiern zusammen, Marzipan und Pfefferkuchen verströmen vertraute Düfte, die Heimat wird in Gedichten und Geschichten lebendig. Wir singen die alten schönen Weihnachtslieder, und die ferne Kindheit ist wieder ganz nahe. Sigrid Marenberg aus Wesel sucht nun ein Glockenlied, das ich leider nicht in meinem - eigentlich sehr reichen - Liederschatz habe. Es wurde in der Weihnachtszeit in Masuren gesungen und beginnt mit "Klingt fröhlich, ihr Glocken, am Morgen, laßt Dunkel und Schatten entfliehn ..." Frau Marenbergs Vorfahren stammen allerdings nicht aus Masuren, sondern aus Ackeln und Stucken in der Elchniederung. Den Tipp, sich an uns zu wenden, gab ihr eine Heimatgefährtin aus der Elchniedeurng, Frau Ernst. Enttäuschen wir sie nicht (Sigrid Marenberg, Waldstraße 3 in 46487 Wesel, Telefon 02 81 / 76 67, E-Mail:

Eure Ruth Geede


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