21.01.2022

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31.12.05 / LESERFORUM

© Preußische Allgemeine Zeitung / 31. Dezember 2005

LESERFORUM

Die Folge: Unendliches Leid für Millionen
Betr.: „Versöhnliches und Unversöhnliches“ (Nr. 49)

Zu dem Artikel gestatte ich mir einige Anmerkungen zur Polen-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Denn ich meine: Im Zeitalter der großen Geschichtslügen – die letzte fand unter Helmut Kohl statt – ist es immer gut, wenn sich Staatsoberhäupter auf freundschaftlicher Basis arrangieren, die der Völkerverständigung nur dienlich sein können; so auch der Antrittsbesuch des jetzigen Bundespräsidenten Horst Köhler beim polnischen Staatsoberhaupt. Allerdings wäre ihm die gleiche Sachkenntnis zu wünschen, wie sie dem ehemaligen Bundespräsidenten Prof. Dr. C. Carstens / Bremen zu eigen war, der am 19. Februar 1976 vor dem Bundestag jene Redner geißelte, „die das tragische Leid des polnischen Volkes ausschließlich auf deutsche Schuld und deutsche Ursachen zurückführen. Dies, meine Damen und Herren, ist eben eine falsche und verfälschte Darstellung der deutschen Geschichte, gegen die sich die Deutschen mehr und mehr zur Wehr setzten, weil sie immer wieder hören müssen, daß sie an dem Leid des polnischen Volkes die alleinige Schuld trügen.“ Die polnischerseits apostrophierte „1000jährige gemeinsame Geschichte der Polen und Deutschen“ wurde 1939 nicht von der deutschen, sondern von der polnischen Regierung (Beck und Rydz Smigli) in Frage gestellt. Ihr provokantes Verhalten gegenüber den Volksdeutschen in Polen und Deutschland ist eindeutig der vermeintlichen Schutz-Garantie-Erklärung (März 1939) der britischen Regierung (Halifax) zuzuschreiben. Die Folge: Unendliches Leid für Millionen beider Volksgruppen und noch nach 60 Jahren Streit um die Rechtmäßigkeit von Entschädigungsansprüchen beider Volksgruppen, obwohl der Rechtsanspruch der Vertriebenen auf ihr Land laut Uno-Konvention vom 17. November 1968 unverjährbar ist. Die 1953 erfolgte Abmachung, gegenseitig keine Reparationen zu erheben, war eine tragbare Lösung, läßt aber dennoch viele Fragen offen! – Vor allem aber hätten sich die polnischen Politiker ihres Vetos enthalten können bezüglich des geplanten Standortes des Vertriebenendenkmals, denn dieses ist eine urdeutsche Angelegenheit. 

Theodor Finke, Bremen

 

"Das ganze Deutschland soll es sein"
Betr.: Was ist des Deutschen Vaterland?

Das muß wohl in der Quarta – also in unserem Falle 1938 – gewesen sein, als wir die Gedichte von Ernst Moritz Arndt (geb. 1769, gest. 1860) bei Herrn Guttzeit, der damals unser Klassenlehrer war, lernen sollten. „Was ist des Deutschen Vaterland? Ist’s wo am Rhein die Rebe blüht, ist’s wo am Belt die Möwe zieht? – Oh nein, nein: sein Vaterland muß größer sein.“ Ich entsinne mich gut, daß einer von den Jungens die Verse leider nicht gelernt oder behalten hatte. Er wiederholte mehrmals: „Oh nein – nein – nein“ bis wir ihm den Anfang des nächsten Verses vorsagen konnten.

Was aber wollte E. M. Arndt zur Zeit der Freiheitskriege mit diesem vaterländischen Gedicht aussagen? Genau genommen, zur Einheit Deutschlands aufrufen. Dabei ging er soweit mit seinem Patriotismus, daß überall, wo die deutsche Zunge zu hören war, des Deutschen Vaterland sein müßte, also nicht nur von der Etsch bis an den Belt!

Als mein alter Lehrer, der auch Heimat- und Geschichtsforscher war und das Bundesverdienstkreuz erhielt, mich in Bonn besuchte, führte ich ihn auch an das Grab von Ernst Moritz Arndt und sagte noch einmal das bei ihm gelernte Gedicht auf. Arndt war als Professor von der Universität Königsberg nach Bonn berufen worden. Hier hatte er sich zu Lebzeiten seine Grabstelle auf dem Alten Friedhof ausgesucht und dort einen Ahornbaum gepflanzt. Sein ehemaliges Wohnhaus ist heute Museum.

Viele Jahre später, als es nach der Wende wieder möglich war, besuchten wir das Geburtshaus von E. M. Arndt auf Rügen, unter anderem den Turm, wo seine Gedichte auf dem oberen Rundgang wiedergegeben sind. Leider suchte ich vergeblich dieses Vaterlands-Gedicht. Es paßte wohl nicht in das Konzept der damaligen DDR-Regierung, denn „das ganze Deutschland soll es sein“ forderte E. M. Arndt schon vor über 180 Jahren. Etwas von dieser Vaterlandsliebe und dem Enthusiasmus von Ernst Moritz Arndt wäre den heutigen Bundesbürgern in Ost und West zu empfehlen.

Gisela Hannig, Friedrichshafen

 

Das Schloß wird wieder aufgebaut
Betr.: „Berliner Schloß – Der Rest ist Gleichgültigkeit“ (Nr. 49)

Der Artikel zur Wiedererrichtung des Berliner Stadtschlosses erscheint etwas zu pessimistisch zu sein, weil – nicht nur durch den Bundestagsbeschluß dokumentiert – der Wiederaufbau des Schlosses von vielen Bürgern, wenn schon nicht als nationale Aufgabe empfunden, so doch begrüßt wird. Durch Besucherkontakte habe ich bei vielen Deutschen Zuneigung zu Berlin und Stolz – bei Ausländern auch Anerkennung – über die Entwicklung und den Ausbau der Hauptstadt erkennen können.

Das fehlende Bürgerengagement bei vielen unter 60jährigen ist unter anderem mit dem fehlenden Geschichtsbewußtsein mangels Vermittlung von Geschichte erklärt. Auch hat die unheilvolle sozialistische Erziehung und Ideologie, die das Hohenzollernschloß als eine auszumerzende Wurzel des verhaßten Preußentums, als Hort des Militarismus, „Junkertums“ etc. ansah, Spuren in der Stadt hinterlassen. Trotzdem stimmt es optimistisch, daß mit dem im Januar 2006 beginnenden Abriß des von manchen ehemaligen DDR-Bürgern verklärten Palastes der Republik ein oder sogar der entscheidende Schritt zur Umsetzung des Bundestagsbeschlusses zum Wiederaufbau des Schlosses erfolgt.

Trotz der brisanten Finanzlage des Bundes ist mittelfristig – auch mit Unterstützung der Schloßförderer – mit dem Beginn des Schloßaufbaus zu rechnen, weil es der Zentrale des Landes nach ihrer angemessenen städtebaulichen Form verlangt und eine längerfristige Wüstenei seitens einer Grünfläche kaum hinnehmbar und besonders Besuchern der Hauptstadt schwer vermittelbar wäre.

Joachim Moeller, Berlin

 

Tharau als Symbol
Betr.: „Wie bei der Geburt Jesu Christi“ (Nr. 44)

Mit Freude habe ich über den Erhalt wenigstens des Kirchturmes der Ordenskirche in Allenburg gelesen. Anfang 1945 führte uns unser Rückzug auch über Allenburg, zweimal besuchte ich in den letzten Jahren die Kirche.

Nun frage ich mich, warum es nicht möglich ist, die Kirchenruine Tharau, dieses einmalige Symbol, wiederherzustellen. Alle Filme über Ostpreußen werden mit der Melodie „Ännchen von Tharau“ unterlegt, sie wiederherzustellen, das kommt keinem in den Sinn. Vermutlich wissen nur noch wenige, daß es eine Kirche Tharau wirklich gab und noch gibt! Und nach Kuhstall stinkt die Ruine auch nicht! Findet sich wirklich kein jüngerer Architekt, kein Initiator, der ein solches dankenswertes Projekt in die Hand nehmen kann?

Dr. H. W. Wittmeier, Rösrath

 

Deutsche Befreier!
Betr.: „Nicht Anklage, sondern Belege“ (Nr. 47)

Man hört immer nur Überfall 1941 auf die friedliebende Sowjetunion! In der Ukraine empfing man uns mit Sprüchen wie: „Wir begrüßen die Deutsche Wehrmacht, die Befreier vom Kommunismus.“ In Maikopp im Kaukasus wurden wir umarmt: „Mit Euch gegen Stalin!“ Die Russen haben 1914 meine Heimat Ostpreußen überfallen. Erst Hindenburg konnte sie zurückschlagen!

Leo Hennig, München

 

Das erste U-Boot mit Dieselmotor überstand dank Ingenieurkunst Kollision
Betr.: „U-Bootbau auf der Danziger Werft“ (Nr. 36) und (Nr. 48)

Immer wieder erscheinen in der Preußischen Allgemeinen Zeitung sehr interessante Berichte von Augen- und Zeitzeugen über Ereignisse im Zweiten Weltkrieg.

Die meisten Artikel beinhalten Geschehnisse, die selbst für Personen mit Geschichtsinteresse neu sind. Gleichzeitig werden die Leistungen der besten Soldaten der Welt, unserer Kameraden der Wehrmacht, Waffen-SS, Luftwaffe und Marine gewürdigt.

Seltener sind Berichte über technische Entwicklungen von militärischen Ausrüstungsgegenständen zumal dann, wenn es sich um den Zeitraum des Ersten Weltkrieges handelt.

Eine der Ausnahmen ist der Artikel von Herrn Professor Dr. Ruhnau. Geradezu eine Fundgrube für Forscher und Interessenten von U-Booten. Der Preußischen Allgemeinen sei Dank für die Veröffentlichung.

Seit Jahren suche ich in der Fachliteratur die Erwähnung von U-19 im Ersten Weltkrieg, welches damals bis in türkischen Gewässern im Einsatz war.

Es handelt sich um das erste

U-Boot der Welt, welches mit Dieselantrieb ausgerüstet wurde. Kommandant war Marine-Ingenieur E. Kalb. Wesentlich schneller sind bekanntlich Zerstörer.

Damals nahte plötzlich in feindlichen Gewässern der britische Zerstörer „H.M.S. Badger“.

Die Überraschung muß auf beiden Seiten groß gewesen sein. Soviel mir bekannt ist, fiel kein Schuß. Beim britischen Kapitän galt der Befehl „volle Kraft voraus“.

U-19 wurde gerammt und versank in den Fluten, tiefer und tiefer bis auf den dunklen Meeresgrund.

Wie lange werden die Bootswände den enormen Druck aushalten? Welcher Schaden ist entstanden? Ist der Zerstörer noch in der Nähe oder hat er siegessicher abgedreht?

Ruhe bewahren, Instrumente, Pumpen, Strom- und Sauerstoffvorrat überprüfen, Motor starten. Alles klar! Kapitän und Mannschaft haben es bis zum Heimathafen Kiel geschafft.

Der Schaden wurde begutachtet. Die Besatzung war stolz und dankbar. Immer wieder hörte man den Begriff „Deutsche Ingenieure“ und diese Worte – wie „Made in Germany“ – fallen heute noch bis ans Ende der Welt.

Deutsche U-Bootfahrer retteten eigene und feindliche Schiffbrüchige. Britische Soldaten vom Zerstörer „Cossack“ töteten in neutralem Gewässer deutsche Seeleute der „Altmark“.

Manfred Keck, Neuweiler

Deutsche Schöpfung: U-19 auf Feindfahrt (l.) und nach dem Zusammenstoß mit dem englischen Zerstörer „H.M.S. Badger“ im Ersten Weltkrieg Foto: privat

 

Tschechen waren zu nationalisitisch für Multikulti
Betr.: „Tschechien droht Volksfront“ (Nr. 44)

Ich denke, nur wenige Tschechen haben sich jemals gefragt, warum die Sudetendeutschen „Heim ins Reich“ wollten. Es war ja ein Reich, das die Sudetendeutschen gar nicht kannten.

Wie die Tschechen und Slowaken, die Südpolen und Ungarn und viele andere Nationalitäten gehörten auch die Sudetendeutschen bis 1918 zur österreichisch-ungarischen Monarchie. Heute würde man ein solches Staatswesen „multikulturell“ nennen.

Das „demokratische“ Mitbringsel des Mitsiegers USA, eine Volksabstimmung, gab es für die vielen Nationalitäten dort nicht.

Der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn wurde durch das Diktat der Sieger zerteilt und neue Vielvölkerstaaten „gegründet“. So auch die Tschechoslowakei, die von der Volksgruppe der Tschechen dominiert wurde. So wurden die Sudetendeutschen gezwungen, in diesem neuen Vielvölkerstaat zu leben.

Wenn nun die Tschechen die Sudetendeutschen in ihrem neuen Staat zu geachteten und gleichberechtigten Mitbürgern gemacht hätten, welchen Grund hätten sie gehabt, mit diesem neuen Staat unzufrieden zu sein?

Nur, wie war das mit der Achtung und der Gleichberechtigung? Wie viele Tschechen fragen sich das? Den Benesch-Fanatismus gegen andere Kulturen gab es schon bei Masaryk.

Die Tschechen waren und sind übereifrige Nationalisten. Und wenn man ein Fazit zieht zu Beginn des 21. Jahrhunderts:

Hat die Unterdrückung der Sudetendeutschen, der Ungarn und Polen und der anderen Minderheiten in ihrem Land die Tschechen weitergebracht?

Haben die Morde an vielen Sudetendeutschen und die Vertreibung von Millionen von Menschen, die über Jahrhunderte hinweg ihre Heimat geliebt haben, hat das nun die Tschechen

zu einem Volk gemacht, das glück-licher und zufriedener ist als Völker, die das nicht gemacht haben?

Wie ich es sehe, ist das nicht so. Warum also? Die Vertreibung hat viele Tschechen reicher gemacht. Den Staat auch. Aber nur materiell. Ihre Kultur ist ärmer geworden.

Da ihr fanatischer Nationalismus immer noch lebt, ist es für mich fragwürdig, ob sie in ein Europa gehören, das überwiegend den Nationalismus in dieser Form als Vergangenheitsrelikt ansieht.

Und schließlich: So glücklich mit dieser auf so grausame Art „ethnisch gesäuberten“ Tschechoslowakei waren ja nicht einmal die Slowaken. Sonst hätten sie ja nicht die Trennung gesucht.

Da muß doch wohl etwas auch an den Tschechen liegen.

Dietrich Kunert, Buchholz

 

Dame starb kurz vor der Veröffentlichung
Betr.: „Alles nicht Wangnicken“ (Nr. 44)

Besten Dank für die Veröffentlichung meiner Erzählung, auf die ich bereits viel positive Resonanz erfuhr!

Leider konnte die Dame den Artikel über sich nicht mehr in Händen halten, sie verstarb am 10. Oktober, aber der Pastor nahm dies zum Anlaß, bei der großen Beerdigung darauf hinzuweisen. Dank auch Ihren Kollegen; das Foto der Fuchsschlucht ist gut gewählt und so zutreffend, zeigt es doch den Strand und die Weite der Ostsee sowie die herbe, hohe Düne. Der Sohn war ganz gerührt – zu Recht! 

Astrid von Günther, Reinhardshagen


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