21.04.2024

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
21.01.05 / Hüter über die steinernen Zeugen

© Preußische Allgemeine Zeitung / 21. Januar 2006

Hüter über die steinernen Zeugen
von Uwe Greve

Der Ende Dezember verstorbene Publizist, Politiker und PAZ-Autor Uwe Greve hat kurz vor seinem Tode eine Festschrift zum 75. Geburtstag Ferdinand von Bismarcks herausgegeben, in der insgesamt 26 Autoren von Rang einen literarisch-zeitgeschichtlichen Bogen spannen vom Reichskanzler Otto von Bismarck bis hin zum politischen Wirken seines Urenkels. Aus dem umfangreichen Werk, das auch über den Preußischen Mediendienst zu beziehen ist, veröffentlichen wir das Geleitwort, das der Autor dieser Zeitung noch persönlich zur Verfügung gestellt hat.

Ferdinand Fürst von Bismarck hat Ende 2005 sein 75. Lebensjahr vollendet. Dieses Buch ist ein gemeinsames Geschenk zahlreicher Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben, gedacht als Würdigung seiner Lebensleistung und Ehrung eines Mannes zu seinem Geburtstag, der sich nie dem Zeitgeist unterordnete, und dessen Liebenswürdigkeit, Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft vielen Freunden in bester Erinnerung sind.

Wer ist der Jubilar? Ferdinand Fürst von Bismarck wurde am 22. November 1930 als Sohn Otto Fürst von Bismarcks, dem Enkel des Reichskanzlers, in London geboren. Seine Mutter war die Tochter des bekannten schwedischen Architekten Professor Tengbom. Sein Vater verstarb 1975, die Mutter im Jahr 1999. Ferdinand von Bismarck — damals noch Graf — wuchs zunächst in London auf, wo sein Vater als Botschaftsrat bis zum Jahre 1936 tätig war. Anschließend verbrachte er zwei Jahre in Berlin. Dann ging die Familie nach Rom, wo sein Vater bei der Botschaft als Gesandter akkreditiert war. Hier besuchte er die deutsche Schule. 1943 wurde der junge Ferdinand nach Stockholm zu Verwandten entsandt, wo er zunächst die deutsche, anschließend eine schwedische Schule besuchte.

1947 bis 1950 verbrachte Ferdinand von Bismarck in der Internatsschule Schloß Salem am Bodensee, die er mit dem Abitur verließ. Er reiste nach Brasilien und arbeitete auf einer großen Kaffeefarm, die einem Freund seines Vaters gehörte. Später war er bei der deutsch-brasilianischen Handelskammer in Sao Paulo beschäftigt. Das Studium der Jurisprudenz nahm er 1952 in Freiburg im Breisgau auf, schloß es 1956 mit dem Referendarexamen ab, absolvierte die Referendarausbildung in Norddeutschland und bestand das Assessorexamen im Jahr 1960. Im selben Jahr heiratete Ferdinand von Bismarck Elisabeth Gräfin Lippens aus Belgien. Dieser Ehe entsprossen vier Kinder: Carl-Eduard, Gottfried, Gregor und Vanessa.

Von 1962 bis 1967 war Ferdinand von Bismarck als Oberregierungsrat bei der EWG-Kommission in Brüssel unter Professor Hallstein tätig, zunächst in der Abteilung Auswärtige Beziehungen, später im Exekutiv-Sekretariat der Kommission. 1967 verließ er die EWG und eröffnete eine Anwaltspraxis in Hamburg, die er heute von Friedrichsruh aus leitet. Daneben kümmert sich Ferdinand von Bismarck — er trägt den Titel Fürst seit dem Tode seines Vaters — um die Verwaltung des Forstbetriebes Sachsenwald sowie der sonstigen Nebenbetriebe. Gleichzeitig führte er einige Immobilienprojekte insbesondere in Spanien, Monte Carlo und in den Vereinigten Staaten durch. Zuletzt beteiligte er sich am Golf- und Country-Club Seddiner See südlich von Potsdam zusammen mit der Hypo-Bank.

Ferdinand Fürst von Bismarck ist seit 30 Jahren Mitglied der CDU und war zeitweilig Vorsitzender des Ortsverbandes in Aumühle. Sein ältester Sohn Carl-Eduard (Calle) ist nach der Landtagswahl 2005 in Schleswig-Holstein an die Stelle von Peter Harry Carstensen für die CDU in den Bundestag nachgerückt. Bei den Bundestagswahlen vom 18. September 2005 errang er das Direktmandat des Wahlkreises Herzogtum Lauenburg / Stormarn Süd.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1997 ist Fürst von Bismarck auch im Kuratorium der Otto-von-Bismarck-Stiftung, die der Bund per Errichtungsgesetz vom 23. Ok-tober 1997 ins Leben gerufen hat. Außerdem ist er Schirmherr des Bismarckbundes e. V. und des Bismarckordens sowie Vorsitzender des Beirats der Stiftung Herzogtum Lauenburg.

An sportlichen Aktivitäten ist Ferdinand von Bismarck dem Tennissport zugeneigt, in letzter Zeit auch dem Golfsport. Er reitet gern, läuft Ski und segelt.

Ferdinand von Bismarck hat immer — auch in schwierigen Zeiten — zum Bismarckbund e. V. und zum Bismarckorden gestanden. Viele Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Verteidigung und Kultur erhielten aus seiner Hand für ihr Festhalten am Ziel der deutschen Einheit und nach 1990 für die Förderung des Zusammenschlusses der beiden deutschen Staaten Bismarck-Medaillen als hochgeachtete Auszeichnung. Im Bismarckorden sammeln sich die Getreuesten der Getreuen. Sie arbeiten, wie alle Mitglieder des Bismarckbundes daran, in Deutschland wieder ein Ge-schichtsbewußtsein zu schaffen, das sich nicht allein mit der verfehlten Epoche des Dritten Reiches beschäftigt, sondern die zahlreichen positiven Gestalten und Epochen der deutschen Geschichte als Anknüpfungspunkt für die Gegenwart in den Mittelpunkt stellt.

In seinen beiden Büchern „Anmerkungen eines Patrioten“ (1998) und „Setzen wir Deutschland wieder in den Sattel“ (2004) hat Ferdinand von Bismarck bedeutende Impulse für die Erneuerung Deutschlands gegeben. Seine Vorschlüge, gewachsen aus konservativem Geist, historischen Erfahrungswerten und geschultem Weitblick in die Welt von morgen, können gerade in unserer Zeit des politischen Umbruchs in Deutschland für eine neue deutsche Staatsführung so manchen richtigen Fingerzeig geben.

In der „Welt am Sonntag“ und in der Preußischen Allgemeinen Zeitung, früher Ostpreußenblatt, schrieb er so manchen Artikel zum Verständnis und zur Verteidigung seines Urgroßvaters, insbesondere gegen die durch nichts belegbare, aber weitverbreitete polemische These, der Reichsgründer sei einer der Wegbereiter Adolf Hitlers gewesen. Wie seine Gattin Elisabeth hatte er immer wieder den Mut, in Leserbriefen ein vernünftiges deutsches Nationalbewußtsein anzumahnen.

Und für ihn ist es selbstverständlich, daß er sich, nachdem der Nachlaß seines Urgroßvaters Otto von Bismarck in einer staatlichen Stiftung gepflegt wird, ständig um die vielen Bismarck-Denkmäler, Bismarcksäulen, -türme und -brunnen kümmert. Wir finden sie vom Rhein bis nach Ostpreußen, von Schleswig-Holstein bis Bayern. Eine gelungene Restaurierung oder Neuaufstellung wird oft in Anwesenheit von Ferdinand von Bismarck mit einer Feierstunde gewürdigt. Wie zum Beispiel in Bad Wildbad, wo Bismarckordensbruder Herbert Richter 2005 das Bismarckdenkmal wieder zum Leben erweckte.

Bei rund 1000 solcher Monumente eine zeitraubende Aufgabe. Und ebenso selbstverständlich erhält er für die Nachwelt das Bismarck-Museum und Otto von Bismarcks Grabkapelle in Friedrichsruh.

Alle die dieses Buch geschrieben haben sowie alle weiteren Gratulanten wünschen Ferdinand Fürst von Bismarck alles erdenkliche Gute — Gesundheit, Schaffenskraft, Freude mit seiner Familie und am Leben — und dies für sehr viele, viele weitere Jahre!

Für die Erneuerung Deutschlands durch konservativen Geist

Engagiertes Paar: Ferdinand Fürst von Bismarck und seine Ehefrau Elisabeth Foto: rtn


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabo bestellen Registrieren