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18.02.06 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / 18. Februar 2006

Leserforum

Ukrainer ging 1947 für mich in den Karzer
Betr.: Leserbrief "Deutsche Befreier!" (Nr. 52)

Die Ukrainer empfingen die Deutschen nicht nur als Befreier. Sie hielten auch noch nach Kriegsschluß in oft unglaublicher Weise zu den deutschen Kriegsgefangenen.

Ein Beispiel: Sommer 1947, NKWD (später MWD und KGB) - Lager 241/42; Sewestopol (Krim), Tschorni Moore Ulica, gegenüber der Wladimir-Kirche.

Nach einem mißglückten Fluchtversuch und der erfolgten Karzerinhaftierung fragte mich der deutsche Lagerführer Kattlitz (aus Saaz oder Schwaaz, Sudetenland), ein ganz ausgezeichneter Kamerad, ob ich mich schon bei dem Wachposten bedankt habe. Ich wußte keinen Grund.

Der etwa 19- bis 20jährige, kleine, dunkelhaarige NKWD-Wachposten, ein Ukrainer aus der Umgebung von Odessa, hatte sich aufopfernd für mich als deutschen Kriegsgefangenen eingesetzt. Während meiner Abwesenheit - ich befand mich schon im Karzer - und in Gegenwart des deutschen Lagerführers erklärte er vor Gericht, ich hätte die NKWD-Untersuchungskommission belogen und gar nicht die Flucht ergriffen, sondern wäre von ihm weggeschickt worden, um für ihn Brot zu erbetteln!

Meinen Dank lehnte der etwa gleichaltrige Ukrainer ab. Lachend und mit erhobenen Händen erklärte er: "Du 25 Jahre Sibirien - ich nur drei Wochen Karzer. Drei Wochen weniger als 25 Jahre!" Dann demonstrierte er das Abreißen seiner Schulterklappen, denn der Gefreite wurde zudem noch degradiert. Lachend und kopfschütteld erklärte er, das sei egal und: "Alles nur große Sch...!" Wahrscheinlich kamen bei mir einige Tränen, der junge Ukrainer klopfte mir tröstend auf die Schultern. Wir drückten uns fest die Hände und sahen uns verständnisvoll und lachend an.

Deutsche Medien lehnten eine Veröffentlichung dieser Tatsache ab, obwohl damals noch lebende Zeugen benannt wurden. Damit wären Autoren und Zeitgeist-historiker entlarvt worden.

Sollte Informationsbedürfnis bestehen, würde ich gern weitere Beispiele dieser Art nachreichen.

Herzliche Grüße - vor allem an die ehemaligen Kameraden.

Helmut Panzer, Orselina, Schweiz

 

Wir sangen vom heiligen Vaterland
Betr.: ",Du bist Hitler' oder Die verbotene Trauer" (Nr. 50)

Wahrhaftig und zutreffend, was Klaus Rainer Röhl über die Vertreibungen, über Verbrechen an Deutschen und über die verbotene Trauer um unsere deutschen Opfer schreibt. Ich stimme mit ihm nur nicht überein, wenn es um die deutschen Bürger im NS-Staat geht, zu denen ich, drei Jahre älter als er, gehörte.

Am 30. Januar 1933 war ich sieben Jahre alt, meine Mutter jubelte vor der Reichskanzlei Hitler zu, ich wurde nachts wach und fürchtete mich. Ich habe mich im Deutschland Hitlers wohlgefühlt, habe gezählt, wie oft ich ihn gesehen habe, war stolz, daß er unsere Schule, die Napola Wahlstatt, bei der Eröffnung der Autobahn durch Schlesien besonders gegrüßt hatte, war von der Olympiade begeistert, meldete mich als 16jähriger freiwillig zu den Panzern der Waffen-SS und wurde mit 17 Jahren im Juli 1943 Soldat. Ich kann mich nicht erinnern, mit jemandem gesprochen zu haben, der Hitler kritisiert hätte. Wir sangen vom heiligen Vaterland, von dem heiligen Wort Deutschland, das wir im Herzen trugen und in Gefahren verteidigen wollten. "Unsere jungen Herzen sich vereinen in der Liebe, Vaterland, zu Dir."

Ich weiß, daß damals sehr viele junge Menschen so wie ich dachten, die nur hörten, sahen und lasen, was ihnen der Staat Hitlers bot, ohne dabei das Gefühl zu haben, von Informationen ausgeschlossen zu sein.

Bis 1936 kannte ich eine jüdische Familie, die nach den USA auswanderte.

Auf den vier Napolas, die ich besucht habe, waren Juden kein Thema, was sich aus Schulchroniken belegen läßt.

Von dem Judenpogrom bekamen wir außerhalb von Köln nichts mit.

Ich habe zwischen meinem siebten und 19. Lebensjahr keine Schuld auf mich geladen, was auch für meine Eltern und viele Freunde gilt. Und das ist bis heute so geblieben, nur daß ich heute klüger bin und viel mehr weiß.

Warum Volk, Führer und Vaterland für uns damals so eine überaus große Bedeutung hatten, vermag ich nicht zu sagen. Es war so!

Dieter Pfeiffer, Berlin

 

Fischfang-Mafia
Betr.: "Auf Kollisionskurs" (Nr. 3)

Gemessen an der Fischfang-Mafia mit 10000 frei treibenden Müll-Netzen in der Nordsee ist Greenpeace ein Waisenknabe.

Mäkeln Sie lieber am illegal abgelassenen Öl und den milden "Strafen" dafür herum!

Hendrik Kleps, Münster

 

Sehr traurig
Betr.: "Ein Leben für Deutschland" (Nr. 52)

Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen für den wohltuenden Nachruf, den Sie unserem Uwe Greve gewidmet haben, zu danken. Wir alle, eine kleine Ostpreußengemeinschaft, sind sehr traurig über seinen viel zu frühen Tod. Wir wollten ihn unterstützen und sind Mitglieder der CDU geworden, um stimmberechtigt zu sein, aber sein Kampf war umsonst.

Eva Droese, Kiel

 

Mutige Leser
Betr.: Leserbriefe

Bei Erhalt der PAZ lese ich zuerst die Leserbriefe. So viele gute Leserbriefe, die Tatsachen berichten, wie in der Ausgabe vom 28. Januar 2006 gibt es nicht immer.

Es ist erfreulich, daß es doch noch viele Deutsche gibt, die den Mut haben, gegen die unzähligen Lügen der Politiker, Medien und sogenannter Geschichtenschreiber anzukämpfen.

Leider werden die Zeitzeugen der NS-Zeit bald ausgestorben sein. Die Umerziehung der Deutschen ist unseren lieben "Freunden" zu 1000 Prozent geglückt.

Alfred Götzfried, Augsburg

 

Bundeswehrsoldaten mußten in Zivil erscheinen
Betr.: "Kein Vorbild für unsere Generation" (Nr.1)

"Unsere Generation": erbärmlich feige. Bereits bei der Beerdigung von Großadmiral Karl Dönitz war die Bundesmarine auf Anordnung des amtierenden Bundesverteidigungsministers Dr. Hans Apel (SPD) nicht offiziell vertreten. Private Teilnehmer der Bundeswehr und Bundesmarine, die zahlreich erschienen waren, durften dies nicht in Uniform tun, da "Dönitz zwölf Jahre nationalsozialistische Herrschaft verkörpere" und "kein Vorbild sei". Diese Haltung der amtlichen Stellen unterschied sich auch damals sehr von der Haltung der Marine der früheren US-Kriegsgegner, die Admiral Dönitz stets als fairen Kriegsgegner und hervorragenden Soldaten gewürdigt haben. Stellvertretend sei hier ein Brief von J.C.F. Fuller genannt.

J.C.F. Fuller schrieb: "Sehr geehrter Admiral Dönitz, vielen Dank für ihren freundlichen Brief vom 21. August. Sehr gern habe ich einen Beitrag zum Symposion von Mr. Thompson geliefert, weil ich und viele Soldaten und Seeleute in England empört waren über die schändlichen Nürnberger Gerichtsverfahren, die eine Schmach für alle zivilisierten Völker sind. In der Hoffnung, daß es Ihnen gesundheitlich wieder besser geht, verbleibe ich Ihr ergebener ..."

Die Herren Rupert Bischoff und Admiral a. D. Dieter Leder, selbsternannt moralisch gut, Hüter für die Reinhaltung "unserer Generation", erdreisten sich - politisch gleichgeschaltet - einen Mann wie Großadmiral Dönitz über den Tod hinaus zu verunglimpfen. Sie offenbaren damit ihre eigene erbärmlich feige Geisteshaltung! Die Hunderttausende geretteter Ostdeutschen müssen heute noch einmal besonders dankbar dafür sein, daß in ihrer größten Not nicht Feiglinge "unserer Generation" in der Verantwortung standen.

Ulla Lang, Bruchköbel

Gelöbnisfeier vor dem Kölner Dom zur Feier "50 Jahre Bundeswehr": Politische Stellungnahmen von Militärs sind selten. Foto: Visum

 

Soldaten ohne Meinungsfreiheit
Betr.: "Parteienwohl vor Gemeinwohl" (Nr. 5)

Das beschriebene Problem begleitet die Bundeswehr von Anfang an. Ursächlich ist hierfür vermutlich die unberechtigte Bevorzugung der zivilen vor der militärischen Hierarchie in einer Demokratie. Die Innere Führung fordert den "Staatsbürger in Uniform". Dies galt als Lehre aus der Vergangenheit, in der die Parteipolitik die Soldaten mißbraucht hatte. Die gleichen politischen Rechte und Pflichten für den Soldaten wie den Zivilisten ist die Forderung für den "Staatsbürger in Uniform". Dazu gehört unter anderem die politische Meinungsfreiheit und diese auch äußern zu dürfen. Die Realität sieht bis heute leider anders aus. Führende Soldaten erliegen der Gefahr, ihre politische Meinung um ihrer Karriere willen nicht zu äußern und diese Verhaltensweise in den untergebenen Bereich weiterzugeben. Scheinheilig wird dies dann mit dem Primat der Politik begründet, als wenn Politik nur eine Sache der gewählten Politiker sei. In einer Demokratie hat jeder Bürger und jede Bürgerin die Pflicht, auch Politiker/in zu sein, das heißt, sich um die "res publika" zu kümmern. Aufgrund einer undemokratischen Entwicklung im Verhältnis zwischen Zivilisten und Soldaten gehört heute seitens der Soldaten sehr viel Rückgrat dazu, die ihnen zustehenden politischen Rechte, wie zum Beispiel die Meinungsfreiheit, ungestraft, zum Beispiel durch "Zur Ruhesetzung", auszuüben. Wer durch seine Befehlsgewalt auch über Leben und Tod entscheidet, sollte sich seiner Meinungsfreiheit nicht berauben lassen. Was unterscheidet ansonsten unsere jetzige Staatsform von der, die wir davor hatten?

Herbert Hedderich, Oldenburg

 

Preußen war bisher auf dem Index der deutschen Linken
Betr.: "Platzeck: Auf Preußen besinnen" (Nr. 1)

Anständigkeit, Pflichterfüllung und Verläßlichkeit? Wo sollen die denn plötzlich herkommen? Preußische Tugenden waren bisher auf dem Index der deutschen Linken, und bei den C-Parteien waren sie auch nicht gerade gefragt. Die 68er, die heute noch immer in der deutschen Politik nicht ausgestanden sind, haben tiefgreifende Verwerfungen hinterlassen. Sie werden so schnell nicht wieder einzuebnen sein. Das betrifft die Familien wie alles, was mit Preußen und seinen Tugenden zu tun hat.

Schwer vorzustellen, daß Platzeck bei den Seinen und in der deutschen Öffentlichkeit Gehör findet. Gehört es denn nicht zum Anstand, aller Opfer des Zweiten Weltkrieges zu gedenken und jedes Unrecht zu benennen? Gehört es nicht zur Pflicht eines Politikers, dem Volk zu dienen? Und wie ist es um Verläßlichkeit bestellt? Der Fisch stinkt vom Kopf her. Seine Ausdünstungen haben inzwischen große Teile unseres Landes durchzogen. Hoffentlich folgt Platzeck nicht dem Koalitionspartner CDU bei der Leitkultur: auf den Busch klopfen und dann den Schwanz einziehen. Kristin Ewert, Passau

 

Andreas Kosserts Buch "Ostpreußen" scheint die ostpreußische Geschichte polonisieren zu wollen
Betr.: Andreas Kossert (Nr. 50)

Das Buch des Herrn Kossert kenne ich inhaltlich nicht, wohl aber habe ich von dem Verfasser bereits mehrfach recht "zeitgemäße" Äußerungen vernommen (wie auch von Academia Baltica, der er jetzt vorstehen soll). Ich meine feststellen zu können, daß versucht wird, die Geschichte unseres Landes zu polonisieren.

Zwar hört sich der Text gut an, bei genauerer Kenntnis der Tatsachen merkt man jedoch, daß deren Interpretation auf Äußerlichkeiten beruht, ohne die Hintergründe zu nennen (oder zu kennen?).

Es ist nie bestritten worden, daß Ostpreußen möglicherweise der ethnisch bunteste deutsche Landesteil gewesen ist (bei zirka 70 Prozent deutscher Herkunft). Nur waren die einst aus Litauen und Polen (Masowien) kommenden Bewohner trotz (früherer) sprachlicher Abweichung wirtschaftlich, politisch und konfessionell (wie die Religionsstatistik belegt) voll integriert und dachten nicht daran, sich im Sinne ihrer einstigen Herkunftsländer zu betätigen, wie die Volksabstimmung von 1920 auf für Polen geradezu blamable Art bewiesen hat. Weder wollten noch hätten sie etwas in diesem Sinne vortragen können, sie waren insofern völlig bedeutungslos. 1940 wohnte ich neun Monate in Bischofsburg, und auch später als Soldat hatte ich Gelegenheit, viele Landsleute aus den entsprechenden Gegenden kennenzulernen, doch ich habe niemanden getroffen, der die deutsche Sprache nicht einwandfrei beherrschte, auch andere Sprachenkenntnis minderte dies nicht. Der Anteil von Personen russischer Herkunft bewegte sich ja wohl weit unterhalb der Promillegrenze (nur die der Philipponen). Ganz im Gegensatz zu anderen Veröffentlichungen könnte man an Hand der Darstellung vermuten, es habe keine Juden gegeben. Laut Pr. Stat. Jahrbuch 1913 lebten am 1. Dezember 1910 in der Provinz 13027, 1925 11337 und 1933 8388 unter uns (Stat. Jb. Ostpr. 1938, S. 38). Allerdings wurden diese bei uns anders als in Polen nie als Volksgruppe angesehen, sondern nach der Religionszugehörigkeit gezählt. Aber diese hatten, jedenfalls bis zu den ihnen entgegenstehenden Maßnahmen, Bedeutung.

Sucht man nach hervorragenden Personen aus den genannten Gegenden, stößt man fast ausschließlich auf deutsche Namen, die bedeutendste Ausnahme war wohl Walter Kollo (eigentlich Kolloziezski). Wie die während der Zwischenkriegszeit bereits vor 1939 zurückgehenden Abonnentenzahlen der Zeitungen in polnischer Sprache belegen, ergibt sich die Vermutung, daß jedenfalls Polnisch nicht mehr sonderlich gefragt war. Die Ereignisse ab 1914 dürften zur sprachlichen Eindeutschung maßgeblich beigetragen haben. Auch scheinen die schwierigen wirtschaftlichen und politischen Hintergründe der Provinz nicht beachtet oder behandelt worden zu sein.

Der Vergleich der Sprachenstatistik mit den konfessionellen Anteilen sowie den Wahlergebnissen 1932/1933 bringt die der "Zeit"-Rezension zu entnehmenden Behauptungen in die Nähe der Lächerlichkeit.

Gerhard Mannke, Elmshorn

 

"Unsinn"
Betr.: "Das Gesundheitswesen - ein todkranker Patient" (Nr. 4)

Die PAZ zu loben, wäre "wie Eulen nach Athen zu tragen".

Um so verwunderter war ich über Ihren Artikel. Darin heißt es: "... Solange wir nicht akzeptieren, daß die Gesundheit des Menschen höchstes Gut ist ..." Dazu sagt M. Lütz in seinem Buch "Lebenslust": "... leider ist eine solche Behauptung kompletter Unsinn ..." Erstens gibt es keine gültige Definition über Gesundheit. Zweitens ist Gesundheit in vielen Fällen überhaupt nicht herstellbar (etwa Krebs, Aids, Unfallfolgen). Drittens offenbart sich in dieser Behauptung ein sehr fragwürdiger Wertebegriff. Es ist unbestreitbar, daß manche Geistesgrößen nur über eine angeschlagene Gesundheit verfügten. Umgekehrt offenbaren Gesundheitsvorbilder, personifiziert in Sportsuperstars, in Interviews und Talkshows einen IQ in der Nähe des Schwachsinns. Das höchste Gut also verbunden mit Idiotie? Das mußte gesagt werden.

Im übrigen vielen Dank für den Inhalt der PAZ!

Heinz Pertzborn, Neu-Ulm

 

Unser Projekt
Betr.: "Deutschland voranbringen" und "Zu früh gefreut? Zu früh getadelt?" (Nr. 52)

Es scheint ja alles so zu sein: Die Lagebeschreibung über Deutschland Ende 2005 stimmt, aber wo bleibt die nüchterne Bilanz über Erfolge beziehungsweise künftige Chancen der Politik der Heimatvertriebenen? Wie steht es um das "Zentrum gegen Vertreibung" in Berlin? Wem liegt es nicht am Herzen? Dazu hat sich an Weihnachten die BdV-Präsidentin Erika Steinbach in einem Rundschreiben an die Mitgliedsverbände geäußert. Es solle demnach trotz aller bekannten Anfeindungen mit dem Vorhaben vorangehen, schreibt sie. Sie meint sogar, daß das böse Zerwürfnis um den Berliner Kardinal Sterczinski überstanden sei. Möge es so sein, aber wenig spricht dafür, weitere Niederlagen dürften folgen, wenn jetzt nicht umgesteuert wird. Das "Zentrum" muß allein unsere deutsche Mahnstätte sein. Und da unsere Parteien wenig Verständnis für deutsche Opfer zeigen, muß der BdV das Projekt allein errichten, ehe alle Kraft erlahmt.

Dietmar Neumann, Neu Wulmstorf

 

Waldarbeiter und Straßenfeger nicht vergleichbar
Betr.: "Bald nur noch 65 Millionen Deutsche" (Nr. 52)

In der PAZ pflege ich Herrn Röhls Beiträge eigentlich immer mit Interesse zu lesen. In der Tendenz stimmen wir sicher fast nahtlos überein. Ihr oben angegebener Beitrag wich jedoch in seiner Klarheit und Eindeutigkeit etwas von seinen sonstigen Veröffentlichungen ab, aber das ist nicht der Grund meines Schreibens. Er bemerkt sehr richtig, daß das Gros der Immigranten nur zu ungelernter Arbeit in unserem Lande fähig wäre. In diesem Zusammenhang schreibt Röhl: "Es gibt auf unserem Arbeitsmarkt nicht einmal ein Angebot für Straßenfeger und Waldarbeiter."

Hier mußte ich doch erheblich stutzen. Ich habe dafür Verständnis, daß die meisten Leute von der Waldarbeit keine Ahnung haben. Es ist zwar modern, ökologisch von Biotopen zu schwärmen, naturverbunden und waldfreundlich zu sein, aber die Bereitschaft, sich in dieser Hinsicht einmal etwas zu informieren, ist minimal. Und dann unterläuft einem gebildeten Mann wie Herrn Röhl der gravierende Fehler, einen Waldarbeiter - heute heißt er etwas hochtrabend Forstwirt - mit einem Straßenfeger gleichzustellen. Ein Waldfacharbeiter ist seit langen Jahren ein hochqualifizierter, sehr lange ausgebildeter Fachmann mit höchstem Facharbeiterverdienst. Kein Waldbesitzer und keine Forstverwaltung würde einen ungelernten Immigranten als Waldarbeiter einstellen. Die Gleichstellung mit einem Straßenfeger dürfte daher ein erheblicher Lapsus sein.

Dr. Richard Schute, Gersfeld

 

Was prädestiniert Pflüger fürs Bürgermeisteramt?
Betr.: "Schatten der Vergangenheit" (Nr. 4)

Nun soll also der Hannoveraner Friedberg Pflüger der CDU in Berlin neuen Glanz verleihen. Die eigenen Matadore haben das Handtuch geworfen und damit ihre Unfähigkeit bestätigt, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Ob es nun der Außenseiter, der mit den Berliner Querelen nicht befaßt ist, also Herr Pflüger, schaffen wird, den schillernden Herrn Wowereit an der Spitze des Berliner Senats abzulösen, erscheint zumindest fraglich.

Ein Mann, der selbst einmal gegen die deutsche Wiedervereinigung war und der den Umzug des Bundestages und der Bundesregierung von Bonn nach Berlin ablehnte, kann doch nicht plötzlich ein eifriger Verfechter Berliner Interessen sein. Seine Differenzen mit seiner Ex-Frau seien nur nebenbei bemerkt.

Was prädestiniert also Herrn Pflüger für das angestrebte Amt? Seine Aufgaben als Redenschreiber für den ehemaligen Bundespräsidenten von Weizsäcker können es wohl nicht sein. Hierbei hat er lediglich das zu Papier gebracht, was ihm vorgegeben war. Und sonst? Seine berufliche Laufbahn ist die eines Politikers, der nichts anderes gelernt hat, der aber noch keine bemerkenswerten Erfolge aufzuweisen hat. Bezeichnend ist auch, daß Herr Pflüger sich mehrere Hintertüren offen hält, durch die er gehen kann, falls er das Ziel in Berlin nicht erreicht. Man kann das auch als Opportunismus bezeichnen. So wird Berlin wohl auch mit Herrn Pflüger kaum eine politische Wende erreichen. Schade.

Walter Grubert, Hannover

Soll der CDU in Berlin neuen Glanz verleihen und gegen den Regierenden Bürgermeister Wowereit antreten: Friedbert Pflüger Foto: Franka Bruns

 

"Die Frankfurter Schule und ihre zersetzenden Auswirkungen" sollte Pflichtlektüre sein
Betr.: ",Kein Vorbild für unsere Generation'" (Nr. 1)

Wen halten denn die Herren Rupert Bischoff und Admiral a. D. Dieter Leder für ihre Vorbilder? Etwa die letzten Präsidenten der USA, die nach 1945 einen Krieg nach dem anderen vom Zaun gebrochen haben? Etwa die Regierungsmitglieder der US-Regierung 1945, auf deren Anweisung hin Millionen Deutsche verhungerten oder die planten, zeugungsfähige junge Deutsche sterilisieren zu lassen, um die "kriegerischen Gene" der Deutschen auszurotten. Die Herren täten gut daran, einmal Bücher von einigen Deutschen, aber besonders ausländischer Historiker in die Hand zu nehmen und zu lesen. (Wenn sie es denn können und nicht schon der Pisa-Generation angehören)

Jeder Deutsche sollte als Pflichtlektüre Rolf Kosieks "Die Frankfurter Schule" lesen müssen. Dann könnte er erkennen, wie weit die von den sogenannten "Befreiern" durchgeführte Gehirnwäsche Erfolg gezeigt hat. Nachdem die Archive geöffnet werden mußten, stellte sich doch heraus, daß man nicht den Nationalsozialismus als den Feind bekämpfte, sondern nur das deutsche Volk.

Ich bin stolz Deutsche zu sein (Vertriebene), aber es ist ungeheuerlich, daß wir in Deutschland über 8000 (achttausend) KZ-Gedenkstätten haben, aber kein Vertriebenendenkmal und, für die Erhaltung der Grabstätte Admiral Dönitz' die sogenannten früheren Feinde bezahlen. Was für eine erbärmliche Verhaltensweise.

Gerda Wittuhn, Hamburg

 

Der Geburtenrückgang ist ein Schritt in die richtige Richtung
Betr.: "Bald nur noch 65 Millionen Deutsche?" (Nr. 52)

Klaus Rainer Röhl unterlegt seine Betrachtungen über die Entwicklung der globalen Population mit einer sehr interessanten Graphik. Dargestellt wird, wie die Weltbevölkerung von derzeit 6,3 Milliarden linear auf rund 9,3 Milliarden Menschen im Jahr 2050 ansteigt. Stellt man diese Anzahl rohstoffverbrauchender und nahrungsmittelbedürftiger Individuen den verfügbaren Ressourcen unseres Planeten gegenüber, wird deutlich, daß ein Leben in hier und heute gebräuchlicher Weise nicht fortgeführt werden kann. Ich will es nur am Problem der Welternährung deutlich machen:

Wie eingangs gesagt, verbrauchen zur Zeit 6,3 Milliarden Menschen das, was unsere Erde hervorbringt. Legt man für die Ernährung dieses Milliardenheeres täglich 2500 Kalorien zugrunde, sind etwa 0,5 Hektar Ackerfläche je Person erforderlich. Also über drei Milliarden Hektar. Diese Fläche entspricht in etwa dem weltweit (noch) verfügbaren Ackerboden. Die Zunahme der Weltbevölkerung und jeder weitere Verlust an Anbaufläche, zum Beispiel durch Überbauung oder klimatische Turbulenzen, führt zu weltweitem Nahrungsmitteldefizit. Wir wissen, daß Millionen Menschen regional schon längst permanent unter Ernährungsmangel leiden.

Der Streit und womöglich die kriegerischen Auseinandersetzungen um die letzten lebenserhaltenden Ressourcen werden um so brutaler und niederträchtiger sein, je länger die Menschheit dem Popanz des Wirtschaftswachstums hinterherläuft. Wie Preisanstieg, Arbeitslosigkeit, Bevölkerungszuwachs wirtschaftlich, politisch, bevölkerungsstrategisch und organisatorisch zu bewältigen sind, darüber wird sich ein Weltgremium, zum Beispiel die UN, sehr bald in permanenten Diskussionen vertiefen müssen. Wie das ausgehen wird, kann ich nicht voraussagen. Nur eines ist sicher: Auf der Erde wird es erheblich weniger Menschen geben (müssen). Die zur Zeit etwas mehr als sechs Milliarden Menschen leben in unterschiedlicher Besiedlung. Deutschland ist dichter besiedelt als Polen. In Kanada leben weniger Menschen auf dem Quadratkilometer als in den Megametropolen Hongkong oder Tokio.

Wir, die Menschen des 21. Jahrhunderts, sind am Punkt der Umkehr angelangt. Unausweichlich ist, daß, wenn wir weiter wie bisher das bereits vorhandene Ungleichgewicht unserer Biosphäre stören, etwas eintreten wird, was wir alle nicht wollen. Nämlich der wirtschaftliche und kulturelle Niedergang, wie er uns aus der Antike bekannt ist. Bei den Szenarien die zur Abwehr dieser kritischen Situation diskutiert werden, erscheint immer wieder das Wort "Nachhaltigkeit". In der Holzwirtschaft ist dieses Wort gebräuchlich. Es bedeutet, daß nur soviel Holz geschlagen werden kann, wie Bäume nachwachsen.

Heutzutage wird häufig vom richtigen Schritt in die richtige Richtung geredet. Ich greife dieses Zitat hier gern auf und sage, die in Deutschland beklagte Kaufzurückhaltung und der Geburtenrückgang sind solche Schritte. Enthaltung bedeutet Schonung der Ressourcen, Geburtenrückgang könnte den Gleitflug einleiten, hin zu einer Populationsgröße, die sich "nachhaltig" zu Natur- und Umweltverträglichkeit verhält.

Nach den Lebenserfahrungen wird es wahrscheinlich weder per Gesetz noch durch Krieg erzwungen werden können, die Population der Menschheit zu beschränken. Ich vermute vielmehr, daß infolge veränderter Lebensbedingungen vor allem Menschen ausgeprägter Intelligenz, gepaart mit vitaler Anpassungsfähigkeit, die höchsten Überlebenschancen haben. Ob wir Deutsche dazugehören werden, hängt von unserem gemeinsamen Bestreben ab.

Peter Kopyciok, Kipfenberg

 

Das Ostpreußenblatt habe ich von Anfang an
Betr.: Flucht und Vertreibung

Am 26. Januar 1945 sind wir aus Königsberg / Ostpreußen geflüchtet. Jetzt nach über 60 Jahren wird wieder viel in Fernsehen und Zeitungen berichtet.

Aus abgeschossenen Flugzeugstücken wurden im Lager Aalborg (Dänemark) Kämme, Broschen und andere Sachen hergestellt. Aus bestickten Sackstücken wurden Gürtel gemacht. Ich habe diese Sachen noch.

Vom Auffanglager in Kopenhagen habe ich ein Bild. Es war die Schule in Stockholmsgade 59. Das Ostpreußenblatt habe ich so lange wie es diese Zeitung gibt.

Maria Thomas, Dorsten


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