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25.02.06 / Kristall verzaubert / Anmerkungen zu einer Ausstellung der Swarovski-Werke

© Preußische Allgemeine Zeitung / 25. Februar 2006

Kristall verzaubert
Anmerkungen zu einer Ausstellung der Swarovski-Werke
von Norbert Matern

Bis Ende dieses Jahres gibt es in den Kristallwelten von Swarovski unter dem Stichwort "Verzauberung auf Zeit" eine Sonderausstellung zu sehen. Einer der drei neuen Räume gilt der Erinnerung an das Bernsteinzimmer, das in den Jahren 1701 bis 1711 entstand und seit dem Einmarsch der Roten Armee in Königsberg als verloren gilt.

Das Material überrascht. Der österreichische Multimediakünstler André Heller empfahl zur Nachahmung des Bernsteinzimmers Sole-Seife. Die Künstlerin Ingeborg Lüscher kleidete einen ganzen Raum maßstabsgetreu damit aus. Er wird von der Rückseite aus beleuchtet. So gibt es den warmen, gelben Bernsteineindruck in Farbe, Transzendenz und Oberfläche.

In wenigen Sätzen wird an die Entstehung von Rastrellis Meisterwerk erinnert, das der preußische König dem Zaren für das Schloß Zarskoje Selo zum Geschenk machte, das von deutschen Truppen ausgebaut und nach Königsberg gebracht wurde.

Die Kristallwelten in Wattens, 17 Kilometer vor den Toren Innsbrucks gelegen, gehören heute zu den meistbesuchten touristischen Attraktionen Österreichs. Mehr als sechs Millionen Besucher bestaunten inzwischen die 13 "Wunderkammern" neben den gut in die Landschaft eingepaßten Werkshallen der Schmucksteinindustrie. Rund 6000 Mitarbeiter werden dort beschäftigt, da die meisten Kunstgegenstände per Hand gearbeitet werden müssen. 30 Tonnen Kristall werden täglich verbraucht, um nach einem Familiengeheimnis zu Schmuck und Einrichtungsgegenständen zu werden. Es entstehen Klein-odien und Kunstwerke, aber auch fernoptische Präzisionsgeräte. Die Kristallwelten, die man unter dem wasserspeienden Schlund eines Riesen betritt, wurden 1995 zum 100. Firmenjubiläum der noch immer in Familienbesitz befindlichen Swarovski-Werke geschaffen. Das Phänomen Kristall sollte erlebbar gemacht werden, und das ist gelungen. Erzielt wurde ein "magisches" Erlebnis. Den Besucher erwarten unterirdische Kammern mit einem facettenreichen Spiel kristalliner Farben und Formen. In Vitrinen gibt es auch Kopien von in Kristall nachgearbeiteten Werken internationaler Künstler wie Marc Chagall oder Salvador Dali zu sehen.

Die Familie Swarovski stammt aus Georgenthal im nordböhmischen Isergebirge, das Daniel Swarovski 1895 in Richtung Wattens verließ. Auf seinem Sterbebett verfügte der Firmengründer, eine Kirche bauen zu lassen - "Gott zum Dank und Marien zur Ehr". 1954 wurde mit dem Bau der Kirche "Unbefleckte Empfängnis Mariae" in Wattens begonnen. Natürlich stammen die Kunstwerke, vor allem die Luster, aus den Swarovski-Werken. Über dem Altarraum schwebt eine Marienstatue. Funkelnde Kristalleuchter und vielfarbige Fenster tauchen den Innenraum in meditatives Licht.

Die Kristallwelten in Wattens / Tirol sind täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Von einem Riesen bewacht: Märchenhaft anmutender Eingang zu den Kristallwelten in Wattens / Tirol Foto: Swarovski


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