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25.02.06 / Wenn das Nebst erscheint / Eine formvollendete Begrüßung und ihre Tücken

© Preußische Allgemeine Zeitung / 25. Februar 2006

Wenn das Nebst erscheint
Eine formvollendete Begrüßung und ihre Tücken

Ich freue mich, in unseren Reihen diesmal auch Herrn XYZ nebst Gattin begrüßen zu dürfen ..." Wie eine schallende Ohrfeige klingt dieser - sicher freundlich gemeinte - Satz durch den gefüllten Saal. Doch keine der anwesenden Damen scheint sich getroffen zu fühlen. Überall nur eitel Wonne und Sonnenschein. Schließlich hat man sich auf den Ball schon seit langem gefreut. Was soll einen da ein kleines Wort ärgern? Doch halt, schon wieder: Auch der Herr Bürgermeister wird "nebst Gattin" begrüßt. Ist das jetzt eine neue Berufsbezeichnung? Nebst ...

Gerade in diesen Tagen, da ein Ball dem anderen folgt, da Vereine oder Vereinchen zu mehr oder weniger glanzvollen Festen laden, ist das "Nebst" immer mit von der Partie. Keine noch so bedeutende Persönlichkeit darf bei der Begrüßung vergessen werden, natürlich in Begleitung vom "Nebst". Eine weniger technisch klingende Begrüßung würde sich allerdings gefälliger machen. Technisch deshalb, weil man auf Lieferscheinen oder Rechnungen für Auto-Zubehör etwa meist dieses Wörtchen lesen kann: "Sie finden beiliegend ein Abschleppseil nebst Reservekanister ..."

Warum nur macht man einen so großen Bogen um das einfache Wörtchen "und"? Vielleicht weil es so einfach klingt? Kaum anzunehmen, daß die Bundeskanzlerin Merkel "nebst" Gatten begrüßt wird, falls er überhaupt einmal auftaucht. Das läßt jedenfalls hoffen. SiS


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