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11.03.06 / Höhepunkte / Fragen an Professor Siegfried Matthus

© Preußische Allgemeine Zeitung / 11. März 2006

Höhepunkte
Fragen an Professor Siegfried Matthus

Er ist ein vielbeschäftigter Mann, der im ostpreußischen Mallenuppen, Kreis Darkehmen, geborene Siegfried Matthus. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit als gefragter Komponist - mit dem Te Deum zur Einweihung der wieder aufgebauten Dresdner Frauenkirche feierte er einen ganz besonderen Erfolg - muß Matthus seine Kräfte auch als Manager und Organisator einsetzen. Es gilt schließlich, jedes Jahr aufs neue Sponsoren zu finden, die sich wie er für die Idee der Kammeroper Schloß Rheinsberg und für die Förderung junger Sängerinnen und Sänger begeistern können. Allem Terminstreß zum Trotz fand Matthus die Zeit, Fragen der PAZ-Redakteurin Silke Osman zu beantworten:

 

Das Jahr 2006 ist in der Musikwelt zum Mozart-Jahr ernannt worden. Geht man auch in Rheinsberg auf dieses Jubiläum ein?

Siegfried Matthus: Aber selbstverständlich. Mozart ist in unseren Programmen immer ein ständiger Gast und in diesem Jahr ein besonderer. Wir werden mit einem wunderbar ausgesuchten Sängerensemble "Così fan tutte" spielen. Begleiten wird die jungen Sänger das RIAS Jugendorchester. Wer nicht Mozart singen kann, hat keine Chancen auf den Opernbühnen der Welt.

In diesem Jahr gibt es auch wieder ein Partnerland. Dieses Mal ist es Tschechien. Warum fiel die Wahl auf unseren östlichen Nachbarn?

Matthus: Auch das hat mit Mozart zu tun. Von dem etwas älteren Mozartzeitgenossen Josef Myslivicek, von dem der junge Mozart viel gelernt hat, werden wir in Co-Produktion mit dem Nationaltheater Prag die Oper "Antigona" aufführen.

Sie waren im Prager Nationaltheater beim Vorsingen mit dabei. Haben Sie einen Unterschied, etwa in der Ausbildung, bei den jungen Sängerinnen und Sängern zu ihren deutschen Kollegen gesehen?

Matthus: Junge Sängertalente gibt es überall. Wir haben großartige junge Sänger in Prag gehört. Dominiert haben aber auch in diesem Jahr wieder die hervorragenden südkoreanischen Sänger. Sehr gefreut haben wir uns, daß unter den Preisträgern zwei junge Sängerinnen aus dem Vogtland dabeiwaren.

Das Vorsingen ist jetzt allgemein beendet. Kann sich der Zuhörer wieder auf besondere Höhepunkte freuen?

Matthus: Wir haben ein vielfältiges Programm in diesem Sommer anzubieten und glauben, daß es nur aus Höhepunkten besteht. Einen weiteren Mozartbezug möchte ich noch erwähnen. Drei unserer jungen Sängerinnen werden in einem "Song der Fußballjungen" auftreten und dort ihre kessen und besserwisserischen Bemerkungen über das Fußballgeschehen musikalisch kundtun. Nahezu sensationell ist ihr Vorschlag an die Trainer, die Akteure vor dem Spiel mit dem Gesang der wunderbaren Sänger der Kammeroper Schloß Rheinsberg zu motivieren - und dazu nutzen sie den Genius Mozart und praktizieren es gleich mit dem Lied der drei Knaben an Tamino aus der "Zauberflöte":

Zum Ziele führt dich diese Bahn, doch mußt du, Jüngling, männlich siegen.

Drum höre unsre Lehre an: Sei standhaft, duldsam und verschwiegen!

Bedenke dies: kurz sei ein Mann, dann Jüngling, wirst du männlich siegen.

Na dann kann ja nichts schiefgehen, weder bei der Weltmeisterschaft noch bei den Aufführungen in Rheinsberg. Wir wünschen Ihnen, Professor Matthus und allen Mitwirkenden der Kammeroper Schloß Rheinsberg, für die neue Saison toi toi toi.


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