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08.04.06 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / 08. April 2006

Leserforum

Dresdener Frauenkirche als Vorbild
Betr.: "Zentrum gegen Vertreibungen" in Berlin

Gott bewahre uns vor der Errichtung eines "Zentrums gegen Vertreibungen" in Berlin, wenn dieses mit regierungsamtlicher Unterstützung durchgeführt werden sollte. Denn das hieße - getreu dem alten Sprichwort: Wes Brot ich eß', des Lied ich sing' - die gehorsame Übernahme des manipulierten Geschichtsbildes der herrschenden Politischen Korrektheit.

Dann dürfen wir uns jetzt schon auf solche apodiktischen Erklärungen freuen, wie, daß "wir schließlich selbst schuld an unserem traurigen Schicksal wären, weil wir doch ganz alleine und völlig unbegründet den Krieg angefangen hätten", und so weiter und so fort.

Was wir wirklich bräuchten, wäre eine würdige Gedenkstätte für die Millionen Opfer der Vertreibung, welche in einem "Haus der ostdeutschen Heimat" untergebracht werden sollte, wo die Geschichte dieser Gebiete und die Ursachen der Vertreibungen in ihrer Darstellung einzig und allein dem Gebot der historischen Wahrheit unterliegen.

Ein solches Haus sollte in Erinnerung an einen der größten abendländischen Philosophen "Immanuel-Kant-Haus" heißen, damit er wieder mitten unter seinen vertriebenen Landsleuten weiterleben kann.

Bewerkstelligen ließe sich aus den bekannten Gründen ein solches Haus nur auf privater Ebene - in Form einer Stiftung. Beispielgebend ist hierbei die durch Oberstleutnant Max Klaar gegründete Stiftung für den historischen Wiederaufbau der Potsdamer Gedächtniskirche mit fast acht Millionen Euro Spendeneingängen und die Stiftung für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche mit mehreren hundert Millionen Euro.

Ich meine, wir müßten einen solchen Weg auch einschlagen. Ich wäre dabei.

Dr. Siegfried Pelz, Wyk auf Föhr

 

Vertriebenen wird eigene Schuld eingeredet
Betr.: Leserbrief "EKD: Nicht nur das Schicksal des eigenen Volkes im Blick" (Nr. 2)

Das in der PAZ veröffentlichte Schreiben der EKD zeigt sehr deutlich die völlig unklaren Darstellung des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Herrn Prof. Dr. Huber, zum Vertriebenenzentrum. So gibt es kein "isoliertes Zentrum gegen Vertreibungen", wie Herr Huber es nennt, sondern er unterstützt mit solchen Formulierungen lediglich die von einigen wenigen versuchte politische Isolierung, was nicht Aufgabe kirchlicher Einrichtungen ist.

Ferner übernimmt er die stalinistische und von einigen Ideologen verbreitete vereinfachte Formel, "die Ursachen der Vertreibungen sind Folge des Zweiten Weltkrieges". Mit dieser inhaltlich leeren Phrase versuchen wenige Ideologen immer wieder, berechtigte Interessen auch der Vertriebenen zu zerstören. Die alleinige Ursache der Vertreibungen sind die von der Weltöffentlichkeit isolierten diktatorischen Entscheidungen der drei Machtpolitiker, Stalin, Roosevelt und Churchill, für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Hierzu besteht bei den kirchlichen und staatlichen Interessenvertretern Polens kaum Klärungsbedarf, da ihre Vertreibungen mit einem großen Teil deutscher Vertreibungsgebiete ausgeglichen wurden. Auch die dortigen stalinistischen Vertreibungsopfer, die sich um wahrheitsgemäße Aufklärung bemühen, werden politisch nicht nur durch den Einfluß von Altkommunisten zum Schweigen gebracht. Starke Vertriebenenorganisationen, die sich dagegen wehren, gibt es aufgrund der kommunistischen und stalinistischen Vergangenheit in Polen nicht. Kein deutscher Vertriebener oder Nichtvertriebener wird sich dagegen äußern, wenn in Polen oder anderen Staaten ebenfalls Zentren gegen die Vertreibung errichtet werden, in denen die wirklichen Zusammenhänge der stalinistischen Vertreibungen dargestellt werden.

Siegfried Neckritz, Osnabrück

 

Problem liegt in der Sahara
Betr.: Leserbrief "Der Geburtenrückgang ist ein Schritt in die richtige Richtung" (Nr. 7)

Der Leserbriefschreiber greift hier den Artikel von Klaus Rainer Röhl an, der in der Warnung gipfelte, daß es im Jahre 2050 nur noch 65 Millionen Deutsche geben wird.

Der Leserbriefschreiber führt eine Reihe von Fakten an, nach denen es schon jetzt viel zu viele Menschen gibt.

In den 30er Jahren erfuhr ich in der Schule, daß es damals zwei Milliarden Menschen weltweit gibt.

Daraus sind in so kurzer Zeit 6,5 Milliarden geworden. Insoweit hat der Leserbriefschreiber recht. Nur hätte er, um Mißverständnisse zu vermeiden, darauf verweisen sollen, daß die Verhältnisse in den Industrieländern und der Dritten Welt genau umgekehrt liegen: Schrumpfung hier, Explosionen dort!

Wenn in dem stocktrockenen Saharastaat Niger eine Frau im Durchschnitt acht Kinder hat, so liegt dort beziehungsweise in der Dritten Welt das Problem, nicht bei uns! Hier wurde unser rapides Schrumpfen (übrigens seit 1971 Ergebnis der elenden 68er) stark durch linke Regierungen abgeschwächt, indem diese massenhaft Asylanten reinließen und "eindeutschten". Dasselbe an Umvolkung wäre der Fall, wenn wir noch mehr schrumpfen.

Unsern Leuten muß man sagen, daß die auf dem Kopf stehende Demographie Probleme über Probleme schafft, den Drittweltländern aber muß gesagt werden, daß es den coitus interruptus gibt, Kondome und manches mehr. Ausschließliche Triebenthemmung führt in den Hunger, Not und Elend und kann - gerade im Interesse dieser Menschen - nicht mehr hingenommen werden.

Hans-Joachim Bellin, Ratingen

 

Kritisch prüfen
Betr.: Leserbrief "Dresden wurde Massengrab" (Nr. 9)

Ich zitiere Brecht "Die Geschichte der Besiegten schreibt immer der Sieger!" So sollte man sich den "Auswurf" unserer zum Teil selbsternannten Historiker und ihre Quellen genau ansehen - nicht selten, daß einer den Unsinn des anderen abschreibt. Bei meiner Dissertation habe ich bereits vor 50 Jahren von meinem Doktorvater gelernt, daß Quellen sehr kritisch zu beurteilen sind - so auch vieles was unsere Geschichte angeht.

Dr. Klaus Krech, Ahrensburg

 

Kinder kosten
Betr.: "Zankapfel Familienpolitik" (Nr. 9 und 10)

Das Zanken lohnt sich nicht. Die Deutschen sterben eh aus, und es gibt sogar Inländer, die sich darüber freuen, weil sie ihr eigenes Volk so hassen. Anderen bedeuten Kinder persönliche Einschränkungen, die sie nicht erbringen wollen. Wer schließlich nur die Kosten fürchtet, dem könnten staatliche Hilfen nützen, nur dürften bei ihnen nicht die Familien benachteiligt werden, wo ein Elternteil zum Wohl der Kinder zu Hause bleibt.

Ich meine, daß die Politik den Untergang der Deutschen nur hinauszögern kann, was natürlich zu begrüßen wäre. Auf jeden Fall müßte aber die Zuwanderung von Muslimen gestoppt werden, deren Religion mit unserem Leben unvereinbar ist, wie täglich neu zu belegen ist.

Alfons Ulrich, Lüneburg

 

Als Mutter von fünf Kindern bin ich gestreßter als jeder Manager
Betr.: "Zankapfel: Familienpolitik" (Nr. 9 und 10)

Mit Erleichterung und Freude habe ich jeweils die Behandlung, ja "Betreuung" des Themas "Familie" in Ihrer Zeitung aufgenommen. War Ihnen dafür schon bisher zu danken, so ganz besonders jetzt, da Sie zweimal einen ganzseitigen Artikel bringen. Zur - soweit ich hören kann - weit verbreiteten Überraschung zeichnet sich in den ersten 100 Tagen der Familienministerin ein Umriß ab, der Familien mit anwesender Mutter schwer enttäuscht.

Ich bin eine Frau aus der Generation der Frauen, die noch Mutter wurden und Mütter sein wollten, das heißt, ich konnte acht Tage vor Zutagetreten unterscheiden, ob ein Kind ungezogen war oder eine Krankheit ausbrütete.

Ich spreche vom Jeweiligen, denn ich hatte fünf in acht Jahren. Also fünf. Fünf sind nicht ein paar mehr als zwei. Fünf, das ist eine andere Kategorie Familie, eine andere für das Geschwisterdasein, eine andere für die Mutter. Freuden, Besorgnisse, einfühlsame Gedanken zu zeitigem Erfassen anlagegeschenkter Möglichkeiten und immer wieder die Überlegung, auf welche Weise täglich zur Gemütsbildung des einzelnen beizutragen - wie in einem mittelständischem Betrieb.

Und dann sind da noch Umwelt und Zeitgeist. Die muß eine Mutter kennen, sonst wird alles gefährdet, denn in dem "freisten Staat, den es auf deutschem Boden je gab" (so die Behauptung) lebt eine Gesellschaft, die diese Freiheit, sagen wir: ausgleicht. Furcht an allen Orten.

Also: Eine Mutter muß nicht nur die Freunde ihrer Kinder kennen, sondern deren Eltern, den Pfarrer, jeden Lehrer, das Fernsehprogramm. Und alles muß schnell gehen: Witterung, Information, Handeln. Und unauffällig. Wir sind ja nicht beim Militär. Und charmant, schließlich sollen alle sich wohlfühlen.

Dennoch gerieten wir in die Zeitenwende. Einen Sachverhalt präzise darzustellen, das haben nur noch die beiden Ältesten gelernt. Mengenlehre-Unterricht für Eltern, damit die Kinder sie verstehen. Ganzheitsmethode. Muttersprachlicher Unterricht trotz analytischer Bedürfnisse. Dazu 68er Referendare, die Kinder öffentlich entgelten ließen, wenn ihr Vater zu den Bekannteren gehörte.

Sie können hochrechnen, was die Zeit zu den Fenstern hineinwehte.

Ein Ende der Pflichten? Entspanntheit? Jetzt, da unser Volk um sein Wir-Gefühl gebracht worden ist, allseitig Depressivität und wirtschaftliche Depression herrschen?

Was wird aus dem eingeübten Interesse für Kultur? Wer im glücklichen Besitz eines Arbeitsplatzes ist, ist am Abend erschöpft und fällt der Lenkung des Fernsehens anheim. Wer keinen hat, kann sich am kulturellen Leben nicht beteiligen.

Und wir selbst? Mutter sein heißt heute: aus Bindung schutzlos sein. Sich nichts verbitten, es könnte ja einer der institutionell oder selbsternannt Zuständigen alles verschlimmern: Wer erhebt nicht alles Anspruch auf Urteil und Zutritt! Im Niedergang der christlichen Religion täglich mehr Riten im säkularen Bereich und Priester, die sie zelebrieren.

Müttern meiner Generation bleibt nur, glaubwürdig zu bleiben, weder vorauszueilen noch hinterherzuhecheln. Erkennen, daß Leben immer schon Veränderung bedeutete, und das auch gelten lassen, wo die Frucht des eigenen Lebenseinsatzes kaum mehr zu sehen ist. Wir sind nicht mehr verantwortlich. Bleibt: die Ansprechbarkeit. In unserer (bröckelnden) Spaß-Gesellschaft ist Ernst die Ausnahme.

Gudrun Schlüter, Münster

Mutter mit kränkelndem Kind: Kind und Beruf zu vereinbaren lastet vor allem auf der Mutter. Häufig sind so höchstens für ein Kind Platz, Zeit, Nerven und Geld vorhanden. Foto: photothek.net

 

Preußen prägte
Betr.: Preußische Allgemeine Zeitung

Haben Sie vielen Dank für die Zusendung des letzten Exemplares der PAZ Ich finde Ihre Zeitung sehr gut. Es hat mich stets empört, immer wieder miterleben zu müssen, mit welch einer Arroganz Preußen in heutiger Zeit immer wieder "beurteilt" wird. Sie ist ein Ausdruck von Unwissen, gepaart mit Boshaftigkeit. Preußen hat unsere Leitkultur ganz entscheidend geprägt. Fehlentwicklungen hat es gegeben, wenn wir uns von dieser entfernt haben. Es war für einen preußischen Untertan leichter, sich an den König zu wenden, als heute ein mündiger Bürger sein gewähltes Staatsoberhaupt erreicht. Ich spreche da aus Erfahrung. Sind unsere Politiker etwa bürgerverdrossen?

Dr. Hilmar Körner, Berlin

 

Meine Eltern haben mich und meine Geschwister ohne Kindergeld großbekommen
Betr.: "Zankapfel: Familienpolitik" (Nr. 9 und 10)

In letzter Zeit wird vehement über die Familienpolitik gestritten und dies vornehmlich unter dem Gesichtspunkt einer Altersrente.

Nun gibt es eine ganze Reihe von Parametern bezüglich der Vorsorge, um zu einer im Alter ausreichenden Rente zu gelangen. Sie alle sind ineinander verzahnt. Nur bei Berücksichtigung aller Faktoren wird man zu einem abschließenden Urteil kommen.

Vornehmlich der demographische Faktor wird diskutiert und von ihm die Lösung aller Sozialprobleme erwartet. Nur bei einer Anzahl Kinder von 2,2 Kindern je Frau könnte die Population eines Volkes konstant gehalten werden, so die Modellrechnung der Experten.

Nun mag diese Annahme richtig sein. Aber was ist, wenn diese Kinder im Erwachsenenalter keine Arbeit bekommen? Schon heute haben offiziell fünf Millionen Menschen keinen Arbeitsplatz. Und es werden immer mehr. In allen Bereichen der Wirtschaft und der Verwaltung werden zwecks Einsparmaßnahmen im verstärkten Maße Arbeitsplätze abgebaut.

Gravierend ist der Umstand, daß Journalisten und Politiker uns weiß machen wollen, Kinder verursachen Armut. Wobei als Armutsgrenze der Einkommensdurchschnitt aller Beschäftigten gilt. Alles was darunter liegt ist arm. Also eine rein statistische Größe. Würde das Einkommen von Millionären gemittelt, so würden auch Millionäre unter die Grenze fallen.

Doch will ich damit etwas anderes sagen: Meine Eltern - und auch deren Eltern - haben uns Kinder ohne die vielen staatlichen Unterstützungen, die es heute gibt, groß gezogen. Schulgeld, Fahrkosten, Schulbücher, all das mußte gezahlt und von den Eltern aufgebracht werden. Und wer begabt war und etwas konnte, wurde gefördert und hatte trotz "Armut" die Möglichkeit, die entsprechende Schuldbildung zu erhalten, die seiner Begabung entsprach. Die Arbeiterkinder, die das entsprechende Leistungsvermögen besaßen, waren nicht ausgenommen.

Als ich in den 60er Jahren eine Familie gründete und die Kinder kamen, war es mir sehr bewußt, daß ich als Person nicht mehr frei über mich entscheiden konnte. In allen Lebenslagen standen die Kinder im Lebensmittelpunkt. Alle familiären Entscheidungen wurden unter der Prämisse der Kinder getroffen. Von einer Selbstverwirklichung im heutigen Sinne war keine Rede, weder für mich noch für meine Frau. Wenn andere zur damaligen Zeit schon zur Putzfraueninsel Mallorca fliegen konnten, haben wir unseren Urlaub zu Hause verbracht. Das war die Situation der damaligen Zeit, und wir haben sie ganz selbstverständlich akzeptiert. Heute dagegen wird stets nur von Rechten gesprochen und von Geld, das einem doch zustände. Man verlangt Selbstverantwortlichkeit, schreit aber gleichzeitig immer wieder nach Vater Staat und entsprechender geldlichen Bevorzugung.

Bescheidenheit ist nicht mehr gefragt. Urlaub auf den Malediven oder sonstwo ist ein Grundrecht geworden. Selbst Harz-IV-Empfänger verlangen, daß ihnen dieses Grundrecht vom Staat gewährt wird. Ins Ausland werden so Milliarden verbracht, die hier im Inland dringender benötigt werden.

Das Gerede von Kinderarmut und Armut bei Familien mit Kindern ist dumm. Hat man Kinder und will sie, dann müssen persönliche Einschränkungen auch akzeptiert und hingenommen werden. Ansonsten ist es tatsächlich besser, keine Kinder zu haben.

Eines steht fest, keine Frau wird durch Staatsknete dazu animiert, Kinder zu gebären. Hier muß etwas ganz anderes passieren. Gemeint ist ein ganz anderer Geist, ein anderer Zeitgeist muß durch das Land gehen, eine wie auch immer geartete Aufbruchstimmung.

Da haben es die Franzosen besser. Nicht die Kinderbetreuung oder andere politische Einflüsse auf die Familie bringen die Frauen dazu, Kinder zu gebären, vielmehr ist es der Stolz auf die "Große Nation" und der Geist, der von diesem Bewußtsein ausgeht. Dieser Geist wird zwar nicht bewußt erlebt, dennoch beherrscht er die Menschen. Und noch ein anderer Grund bedingt die Gebärfreudigkeit der Französinnen, es ist die Gelassenheit beim Umgang mit Kindern. Sie scheinen noch ein Quäntchen von dem natürlichem Empfinden für das Richtige, zu besitzen, das für das Wohlergehen beim Heranwachsen der Kinder unbedingt erforderlich ist. Deutsche Stadtfrauen haben dieses Empfinden weitestgehend verloren, insbesondere die Hochschulabsolventenfrauen.

Klaus Glagau,  Münster


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