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08.04.06 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / 08. April 2006

Leserforum

Kriegsverbrechen für Millionen publik gemacht
Betr.: Spielfilm "Dresden" (Nr. 11)

Die schlechte Meinung der Autoren Ulrich Schacht und H-J. von Leesen über diesen Film des ZDF kann ich nicht teilen. Man solle dialektisch denken.

Vielleicht hatten die Filmemacher gar nicht die Absicht, eine Schnulze in eine Sensationsgeschichte zu verpacken, sondern umgekehrt: Sie verpackten die ernste Nachricht über die Zerstörung Dresdens in eine Schnulze; sie transportierten sie damit an über zwölf Millionen Zuschauer! Bestimmt die Hälfte von denen hatte dazu bisher gar keine Meinung. So aber hörten und sahen sie, wie Britanniens Bomber-Harris allein deshalb Dresden wählte, weil er dort seine Bomben am effektivsten einsetzen konnte: einen riesigen Feuersturm entfachen, unmenschlich viele Zivilisten töten und, ganz wichtig, noch kurz vor Kriegsende Väterchen Stalin imponieren. Um kriegswichtige Ziele ging es ihm ausdrücklich nicht, auch das zeigt der Film mehrfach.

All das faßt man zwar sonst unter dem Begriff Kriegsverbrechen zusammen, aber erstens begreift das der Zuschauer selbst und zweitens wäre der Film vielleicht nie gesendet worden, wenn er dieses Wort verwendet hätte.

In der Landschaft der Politischen Korrektheit, in der wir leben, könnte man diesen Film sogar unter "Samisdat" (Anm. d. Red.: Selbstverlag in der Sowjetunion, der von der Regierung verbotene Bücher verlegt hat) verbuchen. Die Filmemacher haben in allen deutschen Medien dafür geworben, und es hat geklappt; jeder dritte Fernsehzuschauer hat jetzt einen tiefen Eindruck von alliierter Grausamkeit - den hatte er vorher vielleicht nur aus dem Irak.

Friedrich F. Zuther, Berlin

 

"Der Feind ist das Deutsche Reich ..."
Betr.: "Paradoxe Leidenschaft" (Nr. 1)

In beiden Weltkriegen erklärte London Deutschland den Krieg, jeweils "zum Schutz kleiner Nationen", was immer gut klingt. Das war 1914 Belgien, 1939 Polen. Daß England 1902 soeben selbst einen vierjährigen Eroberungskrieg gegen die kleinen Staaten Oranje Freistaat und Transvaal, die bekannten Burenrepubliken, beendet hatte, vergaß man gern. Die wahren Motive nannte Sir Vansittart, Chefberater des Außenministers Lord Halifax (Regierung Churchill), in einem Brief an eben diesen Minister im Kriegskabinett (August 1940): "Deutschland muß untergehen ... Der Feind ist das Deutsche Reich und nicht der Nazismus, und diejenigen, die das bislang nicht begriffen haben, haben überhaupt nichts begriffen ... Alle Möglichkeiten für einen Kompromiß sind passé, und es wird jetzt einen Kampf bis zum Ende geben, und zwar bis zum bitteren Ende" (zitiert nach Martin Allen, "Churchills Friedensfalle"). Mit anderen Worten: Hier geht es der britischen Politik um eine Totalrevision der deutschen wie der europäischen Geschichte seit der deutschen Reichsgründung von 1871 durch Bismarck. Das Ziel war 1871 nicht erreichbar gewesen. London war offensichtlich bereit, seine irrsinnige Machtpolitik in den Blutbädern zweier Weltkriege durchzusetzen. Nach dem Schreiben dieses Briefes las ich in der PAZ die Ausführungen des Gorbatschow-Beraters Daschitschew. Darin der Satz "... waren die Westmächte bestrebt, die Macht Deutschlands für immer zu brechen ..." Dies deckt sich vollkommen mit der obigen Quelle bei Martin Allen. Der Aufsatz des Gorbatschowberaters ist geeignet, eine neue geistige Ära für Nachkriegsdeutschland einzuleiten.

Karl Hermann, Bad Arolsen

 

Fehlinformation
Betr.: Spielfilm "Dresden" (Nr. 9 und 11)

Das Ärgernis ist ein andauerndes und es führt zu einer anhaltenden Vergiftung. Wer sich umhört, weiß, daß Millionen Deutsche mindestens so fehlinformiert sind, wie sie es zu Hitlers Zeiten waren.

Vorwürfe kann man ihnen weder damals noch heute machen. Denn wie soll man denn der umfassenden Falschinformationen widerstehen, von denen der Dresden-Film nur ein besonders markantes Merkzeichen ist, der seine Botschaft ja dem Publikumsgeschmack angepaßt hat. Wird angebliche Wahrheit in Liebe und Sex verpackt, kommt sie oft an und wird zum "Wissen" des sie Aufnehmenden. Korrekturen erreichen nur mikroskopische Minderheiten.

Wilfried Wildberger, Stuttgart

 

Klar Schiff machen
Betr.: "So nah und doch so fern" (Nr. 11)

Mir hat bei den zutreffenden Ausführungen von Herrn Mahlitz gefehlt, daß Polen ja nicht nur das Menschheitsverbrechen der Vertreibung anzulasten ist, sondern daß Polen ja auch in der Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges eine Beteiligtenrolle einnimmt und nicht die kleinste.

Ich meine durchaus, daß unsere beiden Länder Freundschaft verbinden könnte, nur kann man die nicht auf Lügen und Verschweigen aufbauen. "Klar Schiff" ist unverzichtbar.

Leider, und das ist wirklich zu bedauern, ist nicht erkennbar, daß Polens politische Führung in der Lage wäre, eigenes Verschulden zu bekennen, das ja schon gleich nach dem Ersten Weltkrieg offenkundig ist.

Hans Schmid, Bochum

 

Falsche Russenmütze und zu kleine Treckwagen
Betr.: "Flucht und Vertreibung"

Obiges Bild, das die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" einer Reportage über Dreharbeiten der "ARD" zu dem Film "Flucht und Vertreibung" beigegeben hat, finde ich aus mehreren Gründen irreführend. Bald nach 1945 gab es "im Westen" ja den unfreundlichen Flüchtlings-Witz, daß ein aus Ostpreußen geflohener Dackel zu einem rheinischen Bernhardiner sagt, zu Hause sei auch er ein Bernhardiner gewesen. Den Flüchtlingen wurde also kaum geglaubt, daß sie in ihrer Heimat wohlhabend gewesen sein könnten. Dieser Skepsis leistet der auf dem "FAZ"-Foto erscheinende Treck nun erneut Vorschub: Er wirkt einigermaßen kümmerlich, und es mag derlei gegeben haben, aber typischer waren, wie (auch) ich aus eigener Anschauung weiß, nicht kurze ein-, sondern lange zweispännige Wagen, und zwar mit hohen Aufbauten, über denen oft große Teppiche lagen. Andererseits habe ich, entgegen der Abbildung, als Treckbegleiter deutlich weniger Männer im Wehrmachts- oder Volkssturm-Alter in Erinnerung (und "Russenkappen" fast überhaupt nicht). Wie all das bei einem 1961 in Hamburg geborenen Regisseur der "ARD" zu dem Leben auf einem ostdeutschen "Landgut" mit "jahrhundertealter Tradition" passen soll, bleibt mir unerfindlich.

Helge Jan Schmodde, Bad Soden

Auf der Flucht: Szenenfoto für den Film "Flucht und Vertreibung" mit Maria Furtwängler, der von der Filmfirma "teamworx" mitproduziert wird, die auch für den vor kurzem gesendeten ZDF-Zweiteiler "Dresden" verantwortlich zeichnet. Foto: Conny Klein

 

Jesus war's
Betr.: "Ein Übermaß an Verständnis" (Nr. 9)

Mit Freude lesen meine Frau und ich die wertvollen Artikel von Herrn Liminski, zumal er vom christlichen Verständnis her argumentiert. Nun erwähnt er in einem Artikel: "Wahrheit ... Sie macht frei, wie Paulus sagt." Aber es war nicht Paulus, sondern der Herr Jesus Christus, der gesagt hat: "Die Wahrheit wird euch freimachen."

Johannes Hummel, Radebeul

 

Nur ein Teil deutscher Geschichte
Betr.: "Nieder mit den Geschichtslügen" (Nr. 11)

Natürlich sind die Geschichtslügen, von denen unser Land eingedeckt ist, niederzureißen. Aber wer will es tun und wie viele sind es?

Der verleumdende Feind aus dem eigenen Land scheint übermächtig. Und er hat es besonders leicht, weil er ja auf Untaten verweist, denen sich niemand entziehen kann. Daß diese Untaten aber nicht die ganze deutsche Geschichte ausmachen und die Vertreibungen, den Bombenkrieg gegen die Zivilbevölkerung oder die unzähligen Gewalttaten an deutschen Menschen rechtfertigen, das erreicht nur wenige unserer Mitbürger, die als Folge über Jahrzehnte sich hinziehender einseitiger Information von wahrhaftiger umfassender Orientierung nicht mehr erreichbar scheinen.

Karl-Heinz Grimm, Wolfsburg

 

Mit kleinen Geschichten die Heimat näher bringen
Betr.: Heimatliebe

Seine Heimat kann sich keiner aussuchen. Ich hatte das Glück in einem schönen Flecken in Masuren zur Welt zu kommen. In Schönhorst, so nannte man den Ort dann auch. Dieses Jahr sind es genau 77 Jahre her, als mich der Storch - nein, sagen wir die Krähen durch den Kamin in unser Bauernhaus fallen ließen. So sagte man mir es Jahre später, denn der Storch konnte an diesem besagten Fastnachtstag wegen der enormen klirrenden Kälte von minus 43 Grad absolut nicht fliegen. Er wäre sofort als Eisblock zur Erde heruntergefallen.

Um auf den Geburtstag zurückzukommen, hörte ich von meiner Schwester oft: In der großen Küche wurde zusätzlich ein Kanonenofen aufgestellt und dauernd heiß gehalten, zusätzlich zur anderen Zimmerheizung. Die Kinder spielten Ringelreigen zur Freude über das eingetroffene Ergebnis. Wie mein Vater die Hebamme vom vier Kilometer entfernten Ort Walden oder Lyck bei dieser Kälte nach Hause schaffte, ist bemerkenswert. An schöne Wintertage mit Spiel- und Zeitvertreib im hohen Schnee und an den nahen gefrorenen See kann ich mich mit Freude erinnern. Aber nicht daran, daß wir der Kälte überdrüssig waren.

Es ist aber mein Anliegen, mit kleinen Heimatgeschichten Kindern und Enkelkindern unsere Heimat näherzubringen.

Herbert Brzoska, Wismar

 

Mehr Mut
Betr.: "Schmelz ihn ein" (Nr. 10)

Herzlichen Dank Herrn Jochen Arp für die geschichtliche Auffrischung!

Was sind das nur für Menschen, bei denen doch "deutsch" als Nationalitätsangabe im Personalausweis steht, die aber jegliches Gedenken an verdienstvolle deutsche Frauen und Männer auslöschen wollen? Sei es durch Erwähnung in Büchern, Museen, Plätzen, Straßen oder auch Denkmälern! Sollen sie doch auswandern, wenn sie keinen Wert auf deutsche Geschichte und Kultur legen. Ich weiß kein Land auf Erden, wo man Verständnis hat für die Verleugnung der eigenen Geschichte und Kultur.

Unsere Kommunalpolitiker sollten mehr Mut und Nationalbewußtsein zeigen, indem sie jegliche Zerstörung, Beschmutzung zu verhindern suchen, ahnden und bestrafen!

Ursula Keßler-v. Nathusius, Marburg

 

Brief vom Papst an Ermländer und Masuren
Betr.: Heiliger Vater

Nun freue ich mich, daß es jeden Tag aufwärts geht, und ich kann mit Vorfreude auf den Sommer 2006 schauen und auf das Wiedersehen "bei uns in Ostpreußen".

Auf ein Schreiben 2005 an den hochverehrten Heiligen Vater Benedikt XVI. haben wir eine Antwort vom Vatikan erhalten. Wir schrieben: Hochverehrter "Heiliger Vater" Benedikt XVI., es ist uns, der Sozial-Kulturellen-Gesellschaft der Deutschen Minderheit im Ermland und in den Masuren eine Herzenssache, Sie zur Wahl als Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche zu beglückwünschen. Wir verbinden damit die Hoffnung, daß Sie viele Jahre bei bester Gesundheit den Heiligen Stuhl innehaben werden.

Wir als Deutsche Minderheit in Polen sind besonders stolz, daß ein Deutscher Geistlicher vom Konklave zum Papst gewählt wurde und die begonnene Arbeit von Johannes Paul II., der uns sehr nahestand, fortsetzen wird. Davon sind wir überzeugt, wir bitten Sie, daß Sie so bald wie möglich einen Besuch in Polen und in unserer direkten Heimat, dem Ermland und den Masuren, machen. Wir erhoffen uns daraus eine weitere "Annäherung" zwischen den Menschen aus Deutschland und Polen. Möge Gott Ihnen die notwendige Kraft geben. Für die "Gesellschaft der Deutschen Minderheit im Ermland und den Masuren", Vorsitzende Therese Gollan im ehemaligen Ostpreußen.

Und hier die Antwort aus dem Vatikan, im Oktober 2005: Das Staatsekretariat des Heiligen Stuhles entbietet Ihnen freundliche Grüße und bestätigt Ihnen den Eingang Ihrer werten Nachricht. Der Heilige Vater Papst Benedikt XVI. dankt allen Gläubigen und Menschen guten Willens für die Verbundenheit im Gebet sowie für die zahlreichen Gaben und die guten Wünsche, die er anläßlich seiner Wahl zum Nachfolger Petri empfangen durfte.

Als Unterpfand reicher himmlischer Gnaden erteilt Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. Ihnen für die Fürsprache der heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus von Herzen den Apostolischen Segen. Msgr. Gabriel Caccia, Assessor.

Paul Gollan, Bischofsburg


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